Seitan: So gesund und vielseitig ist der vegane Fleischersatz

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Seitan ist eines der beliebtesten Fleischersatzprodukte – übrigens nicht nur bei Veganern. Hier erfährst du, wie gesund er wirklich ist und bekommst einfache Rezepte zum Selbermachen.

Nicht nur Veganer und Vegetarier sind begeistert von Seitan – auch Rheumapatienten oder Leute mit erhöhten Cholesterinwerten freuen sich über die Fleischalternative aus Weizen. Wen die Lust auf Fleisch packt, der ist bei Seitan genau richtig, nicht zuletzt wegen seiner fleischartigen Konsistenz. Aber wie gesund ist das „Weizenfleisch“ eigentlich? Und wie lässt es sich in Rezepten kombinieren?

Schnell zu den Abschnitten:

Was ist Seitan und wo kommt er her?

Seitan, auch „Weizenfleisch“ genannt, besteht aus Weizeneiweiß (Gluten). Dabei handelt es sich um das wasserunlösliche Klebereiweiß des Weizenmehls. Seine Ursprünge hat der Fleischersatz in der japanisch-chinesischen Zen-Tradition: Er wurde von vegetarisch lebenden Mönchen erfunden und gerne gegessen. Es gibt übrigens bis heute eine vor allem in Japan verbreitete Abwandlung des „klassischen“ Seitan – genannt Fu. Hierfür wird dieser getrocknet und dann vor der Zubereitung eingeweicht, bis er seine ursprüngliche Konsistenz wieder erlangt.

Der vegane Fleischersatz Seitan macht vielfältige Speisen möglich, hier Vegankebab Gyros von Wheaty
Der vegane Fleischersatz macht vielfältige Speisen möglich, hier Vegankebab Gyros von Wheaty (Foto © Wheaty)

Das „Weizenfleisch“ gewinnt als Fleischersatzprodukt zunehmend an Popularität – es sind längst nicht mehr nur verschiedene Tofu-Varianten, die man im Kühlregal findet, sondern auch immer mehr Seitan-Produkte. Die Bandbreite reicht von „Natur“ über Produkte wie vegane Würste, Aufschnitt oder Burger bis hin zu Braten und Schnitzel. Der vegane Fleischersatz kann gebraten, gebacken, gegrillt, gekocht oder, je nach Form, gleich auf dem Brot gegessen werden.

Insbesondere Neu-Vegetarier oder – Veganer, denen der Verzicht auf Fleisch noch schwer fällt, dürften mit Seitan auf ihre Kosten kommen: Die vegane Fleischalternative aus Weizengluten hat eine bissfeste, fleischähnliche Konsistenz und kann ähnlich vielseitig verwendet werden wie Fleisch. Schaschlikspieße oder Würstchen für den Grill, Salami auf der Pizza oder sogar Entenbrustfilets lassen sich wunderbar durch die vegane Alternative ersetzen.

Wheaty Alm-Knacker aus Seitan, bio und vegan
Wheaty Alm-Knacker aus Seitan, bio und vegan (Foto © Wheaty)

Auch in immer mehr Supermärkten findet man den Fleischersatz. Die Qualität kann jedoch bei billigen, konventionellen Produkten fragwürdig sein – sowie die Herkunft des Weizens. Daher empfehlen wir, pflanzlichen Fleischersatz am besten nur im Bioladen oder Reformhaus des Vertrauens einzukaufen. Viele Vegetarier bestellen ihre Fleischalternativen inzwischen auch in entsprechenden Onlineshops wie Vekoop**.

Wie wird der Fleischersatz hergestellt?

Um Seitan zu gewinnen, wird eine Teigmasse aus Weizen (Mehl) und Wasser hergestellt und dann in Wasser „ausgewaschen“. Dabei wird dem Teig die Stärke entzogen und zurück bleibt nur das zähe, klebrige Weizeneiweiß. Du kannst den Fleischersatz auf diese Weise auch ganz einfach selber machen.

Weizen: Grundlage für Seitan
Seitan wird aus Weizen hergestellt. (Foto: Wheat von oatsy40 unter CC-BY-2.0)

Eine andere, noch einfachere Variante für die eigene Herstellung: Fertiges Glutenpulver mit Wasser zu Rohmasse anrühren. Seine Konsistenz, Farbe und seinen Geschmack bekommt das Ersatzprodukt durch Kochen oder Garen der Rohmasse in einer Marinade. Traditionell ist das eine Mischung aus Sojasauce und verschiedenen Gewürzen – je nach Belieben.

Frisch zubereiteter Seitan hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche, wenn er in einem luftdichten Gefäß oder im Kochsud aufbewahrt wird. Übrigens: Das „Weizenfleisch“ kann auch eingefroren und wieder aufgetaut werden.

Seitan-Rezepte: Burger, Schnitzel, Gulasch

Von Currywurst bis Zwiebelkuchen – der Fleischersatz kann sehr vielfältig verwendet und zubereitet werden. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, selbstverständlich aber auch für alle erfahrenen Seitan-Köche, haben wir in dieser Bilderstrecke einige leckere Rezepte gesammelt: von der veganen Currywurst, über Gulasch bis hin zum fleischlosen Schnitzel.

Auch auf Instagram finden sich inzwischen tausende Rezepte und Zubereitungsarten – vom Salat mit Seitan-Streifen bis hin zum leckeren, veganen Burger.

Ist Seitan gesund – trotz Weizen & Gluten?

100 Gramm Seitan enthalten durchschnittlich 25 bis 30 Gramm Eiweiß, um die 2 Gramm Kohlenhydrate und 2 Gramm Fett bei knapp unter 150 Kilokalorien (kcal). Zum Vergleich: Dieselbe Menge Tofu kommt auf 10 bis 15 Gramm Eiweiß, um 2 Gramm Kohlenhydrate und 5 Gramm Fett bei etwa 130 kcal. Damit ist Seitan deutlich reicher an Eiweiß und ärmer an Fett als Tofu.

Bratwürstchen aus Seitan
Bratwürstchen aus Seitan (Foto © Alnatura)

Das „Fleisch aus Weizen“ eignet sich gut für eine gesunde und vollwertige Ernährung oder für Diäten, die auf Gewichtsverlust zielen, denn es hat einen geringen Fettgehalt und ist fast cholesterinfrei. Zwar ist es sehr eiweißreich, allerdings kann das Eiweiß vom menschlichen Körper weniger gut aufgenommen werden als zum Beispiel die Proteine im Tofu. Das kann jedoch durch Würzen mit Sojasauce ausgeglichen werden – da diese sehr lysinreich ist.

Ein großes Minus: Für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit oder Zöliakie ist der vegane Fleischersatz aus Weizengluten logischerweise auf keinen Fall geeignet. Betroffene sollten, ganz im Gegenteil, einen großen Bogen darum machen und bei Bedarf doch lieber zu Tofu oder anderen Fleischalternativen greifen.

Wie wirkt sich der Fleischersatz auf Umwelt und Klima aus?

Seitanbratwurst von Wheaty (bio)
Seitanbratwurst von Wheaty (bio) (Foto © Wheaty)

Eine interessante Studie zum Thema Ökobilanz von Fleischalternativenhat das Sustainable European Research Institute (SERI) im Auftrag des Vegetarierbunds (VeBu) veröffentlicht: Darin hat das Institut die gesamte Produktionskette von Seitan und Tofu hinsichtlich der Faktoren Material-, Land- und Wasserverbrauch sowie CO2-Ausstoß untersucht und mit den entsprechenden Daten der Fleischproduktion verglichen.

Dass in allen Kategorien beide um Längen besser abschneiden als die Fleischprodukte, dürfte niemanden mehr erstaunen. Interessant und überraschend jedoch: Laut der Studie verursacht der auf Weizen basierende Seitan durchschnittlich rund 50% mehr CO2-Emissionen als Sojafleisch und verbraucht circa ein Drittel mehr Fläche. Der Wasserverbrauch ist schwer zu berechnen.

Für den Rohstoff Weizen hat die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz errechnet, dass im globalen Durchschnitt ein Kilo 1.826 Liter Wasser verbraucht. Für ein Kilo Soja benötigt man (je nach Quelle) 1.400 bis 1.800 Liter Wasser. Dazu kommt die Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe, bei der ebenfalls Wasser verbraucht wird. Zum Vergleich: Ein Kilo Schweinefleisch benötigt knapp 6000 Liter Wasser.

Damit ist Seitan in der Ökobilanz zwar etwas schlechter als Tofu, aber immer noch um ein Vielfaches besser als Fleisch. Wie auch bei Sojaprodukten gilt bei dem Fleischersatzprodukt: Am Besten nur Bio kaufen und darauf achten, dass der Weizen aus Europa stammt, um nicht die fortschreitende Regenwaldzerstörung für den Anbau von Rohstoffen zu unterstützen.

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(74) Kommentare

  1. Man kann sich auch mal überlegen, ob es einem einzigen Schwein was geholfen hat, wenn man sich vegan oder vegetarisch ernährt. Ich würde mal behaupten, nein. Die, die sich eh bewusst ernähren, kaufen eh nicht im Supermarkt. Von daher macht es diese Veganer-Religion nur noch schlimmer durch ihren Verzicht, den sie auf andere Weise kompensieren möchte, indem sie bewusst oder unbewusst eben diejenigen nicht unterstützt, die auf Nachhaltigkeit Wert legen.

  2. Man kann sich auch mal überlegen, was hier passiert ist.
    Es werden ein paar Anregungen gegeben, was man mit Saitan machen kann.
    Dabei ist keinem Schwein was passiert. Auch Dir nicht.
    Deswegen verstehe ich nicht, warum Du so laut qiekst. 😉

  3. @ tedric: Das ist ja eine ganz schöne altmodische Denkweise. 1. Wieso gehen sie davon aus, dass es Seitan u Tofu nur im Supermarkt gibt? Wieso unterstützt man mit Fairtrade o.ä. keine Menschen oder weil man bestimmte Dinge einfach nicht mehr kauft? Wieso ist 1-2x mal in der Woche Fleisch essen ok, aber nicht ok genau so selten Seitan zu essen, das in der Ökobilanz 5x besser abschneidet als jedes tolle Ökofleisch? Wieso gehen sie davon aus, das man Seitan o. Tofu isst, nur um einen Fleischersatz zu haben? Es ist ein Nahrungsmittel wie alle anderen auch. Warum sprechen sie von Religion, wenn sie selbst eine draus machen? Die Menschen sind einfach unflexibel, schwer für Neues zu begeistern. Wenn ich meine Nachos mit Tofuhack und Tomaten/Ricottasoße mit Käse überbacke, lecken sich alle die Finger danach und viele merken nicht mal das es vegetarisch ist. Man schafft es, das selbst eingefleischte Fleischfresser weniger Fleisch essen und sich Alternativen gönnen. Und es ist mathematischer Fakt, das für meinen Teller kein Schwein mehr geschlachtet werden musste. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und wenn beim Fleischer das Fleisch liegen bleibt, dann bestellt er für die nächste Woche weniger und somit sinkt die Nachfrage beim Hersteller. Man trifft seine Entscheidungen an der Kasse und nicht mit feigen Ausreden. Einfach mal ausprobieren, es schadet niemandem, ganz im Gegenteil. Ich glaub sie sollten mal eine Menge Zeit in die Informationsbeschaffung stecken, dann haben sie nicht so eine unrealistische Sichtweise der Dinge. In diesem Sinne frohe Weihnachten und probieren sie es ruhig mal aus, sie müssen es ja niemandem verraten, damit die Männlichkeit nicht leidet 😀 😉

  4. Das sind ja sehr viele Kommentare und ich bleib trotzdem dabei. Ich esse sehr gerne vegetarisch, aber auch ab und zu gerne Fisch und Fleisch. Ich bin Angler und lebe in einer Jägerfamilie, bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich liebe Kühe, trinke Milch und esse Eier. Was ich nicht mache, ist billiges abgepacktes Fleisch im Supermarkt zu kaufen. Für mich muss es nicht jeden Tag Fleisch sein, ich esse auch sehr gerne frisch gebackenes Brot – gerne auch mit Butter. Und ja, ich koch das alles selbst. Weil’s Spaß macht und schmeckt.

    Was mich wirklich nervt sind diese veganen Produkte, die so tun wollen, als ob. Es gibt kein veganes Gulasch. Da mag das Rezept noch so toll sein. Vegane, vegetarische Essen, super, ist auch lecker, aber tut doch bitte nicht so „als ob“. Wenn ich das hier in den Kommentaren lese, dass es einem „den Einstieg in eine vegane Lebensweise“ erleichtern soll, dann ist das in meinen Augen leider genau das, was ich in meinem Ursprungsposting geschrieben habe, eine Art religiöser Fanatismus.

    Ich sehe es eher wie Mesotes, das gesunde Mittel macht es.

    Ich wünsche euch allen eine frohe Weihnacht und eine schöne Zeit mit euren Lieben. Bei uns gibt’s heute traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen und morgen Gans mit Kartoffelklösen und Rotkraut. Da besteh ich drauf. 🙂

  5. Yup, gelesen und für religiösen Fanatismus befunden. Wie oben schon geschrieben, ich töte Tiere, um sie zu essen. Selbst. Von Hand. Waidgerecht und mit Respekt. Ich sorge auch für die Hege und Pflege.

  6. 😀 Es will sie auch niemand bekehren, dann hätte ich ja nichts mehr zu Lachen 🙂 Aber ein bisschen reflektierter Leben tut jedem gut. Und die gesunde Mitte ist ja wohl der größe Quatsch überhaupt. Ein bisschen Kokain hier, ein bisschen Schnaps da, ein bisschen Fleisch dort, ein bisschen Zigarette da und der Welt und mir gehts super, ist ja nur ab und zu *kopfschüttel* Ich klatsch meinem Bruder eine weil er Vegetarier sein will und respektiere die Meinung anderer nicht aber Leute die lediglich so schadlos wie möglich in der Welt leben wollen sind Fanatisten. Schade das es in der Welt bei einigen schon so weit gekommen ist 😀 Oh man, mir tränen die Augen vor Lachen….oder heulen? Ich weiß es nicht 🙂 Hey Pipi Langstrumpf…….. !

  7. Wie entlarvent. Es geht also doch um ein bedingungsloses Verbieten. In den eigenen Augen böse Menschen an den Pranger zu stellen. Und eben nicht um die Respektierung der Lebensweise anderer Leute, sondern um das Aufdrängen des eigenen „Glaubens“. Zu guter Letzt wird sich dann auch noch lächerlich gemacht. Ein moralischer Selbstoffenbarungseid. Es handelt sich wie hier ursprünglich im Artikel beschrieben eben doch nicht nur um ein leckeres Rezept und ein Aufzeigen von fleischlosen Alternativen.

  8. Ich zitire da mal Pipi Langstrumpf: ich quatsch mir die Welt wie sie mir gefällt 🙂 Erst lesen dann schreiben. Nur nett formulieren bringt nix, wenn der Text keinen Sinn enthält und nicht auf geschriebenes Bezug nimmt, sondern nur aus zusammen geträumten Worten besteht. Die eigene Nase ist stehts die Nächste. Hiermit enden nun meine Kommentare. Ich diskutiere gerne, aber nur wenn auch auf das Bezug genommen wird was ich sage und sich kein Quatsch ausgedacht wird der nicht stimmt, sonst wird es nutzlos 🙂

  9. „Schon mal was von Karnismus gehört?“
    „Ein bisschen Kokain hier, ein bisschen Schnaps da…“
    Das sind genau die Statements, die Reaktionen wie die von tedric provozieren und Vegetarier/Veganer in der allgemeinen Wahrnehmung in die sektiererische Ecke rücken. Auch wenn ich diese Reaktionen nicht gut heiße, irgendwo verstehen kann ich sie schon.
    Gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2014 voller guter Gedanken…

  10. > Gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2014 voller guter Gedanken…
    > „Ein bisschen Kokain hier, ein bisschen Schnaps da…“

    schließt Du Dich den Leitsätzen für 2014 an ?

  11. Das sehe ich anders. Der Einzige der hier versucht irgendwen abzustempeln ist Tedric und viele andere Fleischfresser die sich bloß dadurch gekränkt fühlen, weil sie sich indirekt durch den Verzicht anderer auf Fleisch kritisiert fühlen, vielleicht ist es aber auch das schlechte Gewissen oder die fehlende Motivation, Angst, aber sicher kein in die „Ecke drücken“, dafür sorgt er schon selbst. Früher um 1943 war das ähnlich, die bloße Anwesenheit einer bestimmten ethnischen Gruppe hat unbehagen ausgelöst, auch wenn nichts unbehagliches passiert ist. Ich fühle mich sehr wohl bei Fleischfressern wie bei Vegetarieren oder sonstigen, weil mich nicht interessiert was er isst sondern wer er ist. Gleichwohl kann man natürlich mal auf Missstände hinweisen, aber man muss daraus keine Religion machen so wie es Hr. Tedric tut, das ist armseelig und nervt die Leute die nix mit Religion am Gut haben, egal ob mit der Göttlichen oder der Nahrungsreligion. In diesem Sinne, frohe Schweinachten 😀

  12. > Für den Rohstoff Weizen hat die Vereinigung Deutscher Gewässerschutz errechnet,
    > dass im globalen Durchschnitt ein Kilo 1.826 Liter Wasser verbraucht.

    diese Wasser“verbräuche“ sind keine. Die VDG hat die Regenniederschläge plus Verdunstung aus Oberflächenwasser angegeben. Die Zahlen sind für die meisten Anbaugebiete irrelevant, da der Regen sowieso fällt, mit oder ohne Weizen.

    Gegenüberstellen kann man meines Erachtens nur künstliche Quellen: „technische Beregnung“ von Flächen, Wasserversorgung in Ställen und den Wasserverbrauch in der Weiterverarbeitung und Veredelung von Lebensmitteln.

    Für wen ist das interessant ? Für die Länder, die über wenig Niederschläge verfügen und wenig Grundwasser / Oberflächenwasser einsetzen können. Ich meine mal gelesen zu haben, die Israelis hätten zu Zeiten der Formulierung ihrer zukünftigen landwirtschaftlichen Strategie solche Zahlen benötigt, da ihre natürlichen Süßwasser – Ressourcen sehr begrenzt sind.

  13. Ich wollte hier noch um Entschuldigung für ein paar vielleicht doch recht hart ausgedrückte Formulierungen bitten. Aber dennoch auch ein paar Dinge klar stellen. Meinem Bruder hab ich keine geklatscht, weil er Vegetarier ist, sondern weil er mir ins Essen gespuckt hat, da ich kein Vegetarier bin.

    Was die Argumente anbelangt. Der Mensch weißt ein Gebiss vor, dass weder rein carnivore noch rein herbivore ist, sondern omnivore. Den Homo Sapiens gibt es schon seit über 200000 Jahren. Er hat sich pflanzlich und tierisch ernährt. Sein großer evolutionärer Vorteil ist, dass er sich den jeweiligen Gegebenheiten anpassen kann.

    Da kommt für mich die nächste Komponente ins Spiel: Wir als Menschen können uns auch anders ernähren. Wir können uns aber vielfältig ernähren, bewusst, und auch die konventionelle Landwirtschaft ist kein Teufelszeug. Die eingeflogene Biotomate aus Israel (wie heute im Biomarkt gesehen) ist vielleicht weniger Bio als die Tomate vom Bauern hier im Dorf.

    Meine Frau war heute beim Metzger und hat Rinderfilet für Silvester bestellt. Was ist daran so schlimm? Ich geh morgen angeln, vielleicht gibt’s ja nen Zander. So schlimm? Ansonsten gibt’s Gemüse, Obst, ich backe gerne Brot. Es muss nicht jeden Tag Fisch oder Fleisch sein.

    Um wieder auf den Artikel zurück zu kommen, der behauptet, es gäbe viele Gründe, kein Fleisch zu essen. Es gibt eigentlich keinen. Es gibt aber auch keinen, es dauernd zu tun.

  14. Dass Du Dich im ersten Satz öffentlich entschuldigst, hat mich positiv beeindruckt, auch wenn ich nicht so genau weiß, auf welche Deiner Formulierungen sich die Bitte zu entschuldigen bezieht.

    Was Euren geschwisterlichen Zank betraf, so hat wohl keiner von Euch nach seiner jeweilig aggressiven Aktion etwas erreicht. Als ich davon las, fiel mir spontan ein Satz von Marshall B. Rosenberg ein, der das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation entwickelte und u.a. meinte, dass jede Aggression ein missglückter Versuch sei, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

    Deine Meinung, dass es keine Gründe fürs oder gegen das Fleischessen gäbe, teile ich zwar nicht, werde aber das schon tausendfach hier in utopischem Gefilde von allen Seiten beleuchtete Themenfeld nicht erneut aufrollen.

    Ich für mich sage mir, wenn ich Leid (gleich welcher Art) ) vermeiden kann, dann tue ich das oder versuche es, so gut ich es eben kann, auch wenn Du das Thema Leid beim an der Angel zappelnden Zander anscheinend nicht schlimm findest.

    Ich wünsche jedem Fisch und anderem Lebewesen (auch Dir), dass sie sich ihres Lebens erfreuen dürfen und kein unnötiges Leid ertragen müssen.

    In diesem Sinne allen ein möglichst leidarmes 2014 !!

  15. mir geht diese ganze veganer / vegetarier / fleichesser – diskussion sowas von auf die nerven – es gibt nicht DIE gute lebensweise – jeder muss für sich entscheiden, wie er lebt und andere menschen haben das zu respektieren. und ich als maßvoller fleischesser möchte weder von fleischessern noch von veganer dauernd von irgendetwas überzeugt werden oder bekehrt werden. ich bin intelligent genug mir selbst eine meinung bilden zu können und dann auch eigenverantwortlich zu entscheiden, ob ich fleisch essen will und welches! hört auf anderen leuten ständig aufquatschen zu wollen, was ihr richtig findet. und dann diese ganzen pseudo-statistiken, was wieviel wasser verbraucht und was mehr co2 – leute, leute, leute…akzeptanz und toleranz – ich hab nix gegen veganer und nix gegen fleischesser – ist mir sowas von latte….ich lebe, wie ich es glaube verantworten zu können – ich brauch keine mamas und papas, die mich bevormunden – und: das wort überzeugt selten – einfach vorleben und leute damit begeistern! wenn ihr das nicht schafft, macht ihr was falsch….

  16. Ich als ebenso maßvoller Fleischesser wundere mich, warum die pure Veröffentlichung von ein paar Saitan-Rezepten und Info über Saitan so eine Abwehrhaltung erzeugen kann?

    Finde ich doof, weil ich mir ja von den Veganern / Vegetariern auch keinen Text anhören möchte, wenn ich mal ein Fleischrezept auf meinem Blog veröffentliche…

  17. Lieber Rueckenschwimmer,

    habe jetzt zwar nicht alle Kommentare erneut durchgelesen, kann mich aber nicht erinnern, dass hier jemand versucht hat, Dich zu bekehren oder Dir was aufzuquatschen. Und wenn es passierte, wärest Du sicher Manns genug, freundlich zu artikulieren, dass Du das nicht möchtest. Andererseits sollte doch jeder ausdrücken dürfen, was er für richtig hält und sollte das vielleicht auch mal mit einer Statistik (wie sie Dich nervt) begründen dürfen.

    Ich bin beispielsweise seit über einem Vierteljahrhundert Vegetarier und habe Deine anders gelagerte Meinung in Ruhe gelesen und darüber nachgedacht. Dennoch gehst Du mir nicht auf die Nerven. Ich verstehe auch nicht so recht, weshalb Du Deine Intelligenz hervorhebst. Hast Du gemerkt, dass Du im obigen Text denen Maßregeln oder -sagen wir neutraler- Verhaltensänderungen empfiehlst, wie sie’s anstellen sollten und was sie wohl falsch machen? (Fast ein bisschen, um Deinen Vergleich aufzugreifen, wie ein Papa, der seinem Kind empfiehlt, wie es sich benehmen sollte, oder?)

    Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr, in dem Du und die, die Dir auf den Geist gehen, sich auf eine neue Weise begegnen können.

    Liebe Grüße
    Dagmar SamtNierchen

  18. liebe dagmar, danke und ich wünsche dir ein ebenso frohes neus jahr.
    es geht mir nicht darum, jemandem zu verbieten seine meinung zu äußern. ganz im gegenteil – das darf und kann gott sei dank jeder. aber mir geht auf den geist, dass oft agressiv und mit falschen, ungenauen zahlen und vergleichen versucht wird, den anderen von der eigenen meinung zu überzeugen bzw. dem anderen zu unterstellen, er/sie hätte die falsche lebensweise. und das nervt mich und das möchte ich auch sagen – ich war selbst 20 jahre fleischesser und 20 jahre vegetarier – kenne also beide seiten. und wenn du die vegan/vegetarier/fleischesser – kommentarspalten mal durchwühlst, dann weißt du sicher genau was ich meine und da darf man schon mal genervt sein und das auch genervt zum ausdruck bringen. 🙂

  19. „da darf man schon mal genervt sein und das auch genervt zum ausdruck bringen.“
    Es gibt tatsächlich manche Posts, wo ich (in der Regel durch militante Veganer) auch genervt bin und das dann auch zum Ausdruck bringe.

    Hier in dem Thread haben sich allerdings eher die Fleischesser unsachlich zu Wort gemeldet…

    Ich bin die erste Hälfte meines Lebens (knapp 25 jahre) vegetarisch aufgewachsen.
    Vielleicht triggert das Thema ja ganz besonders, wenn man beide Seiten kennt, weil man sich auch manchmal von beiden Seiten angemacht fühlt.

  20. die militanten beider seiten unterscheiden sich da gar nicht 🙂 bei mir ist es umgekehrt, bin auf dem land fleichessend groß geworden, dann 20 jahre vegetarier und jetzt maßvoller bio-fleisch-esser. ich denke ja immer, getreu den 80ern: abrüsten! 🙂