Strom sparen für Faule: Tipps und Geräte

Strom sparen für Faule
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Strom sparen ist schön: weil wir damit gleichermaßen Geldbeutel und Umwelt schonen. Schön auch, dass es inzwischen Geräte gibt, die praktisch ohne unser Zutun Strom sparen – oft sogar effizienter, als wir es selbst könnten.

Wer Filme sieht, die vor 100 Jahren spielen, dem fällt vor allem ein Unterschied auf: Früher gab es praktisch nichts (außer Glühlampen), was mit Strom betrieben wurde. Heute finden wir in jedem Raum mindestens ein Gerät, das immer läuft – und sei es nur auf Standby. Gegen all diese kleinen Stromfresser kann man mit einfachen Kippschaltern vorgehen. Doch die folgenden Geräte können noch viel mehr.

Strom sparen mit intelligenten Steckdosen

Hand aufs Herz: Ziehen Sie beim Fortgehen alle Stromstecker, um sämtliche Standby-Geräte in der Wohnung zu deaktivieren? Denn im Standby-Modus sind die Geräte nur scheinbar ausgeschaltet und verbrauchen weiter enorme Strommengen. Erfreulicherweise gibt es für praktisch jede Steckdose eine stromsparende Lösung.

Energiespar-Steckdose Ansmann AES3
Energiespar-Steckdose Ansmann AES3 (Foto: Ansmann)

Unterhaltungselektronik lässt sich zum Beispiel über einen Standby-Abschalter an die Steckdose schließen. Ein typisches Gerät ist zum Beispiel die Ansmann Energiespar-Steckdose AES3 für knapp 11 Euro (erhältlich bei** Grünspar, Media Markt, Amazon). Sie lernt, wann das Gerät in den Standby geht, und schaltet dann auf Null Energieverbrauch um. Angeschaltet wird die Steckdose dann über einen gesonderten Schalter.

Die Variante von Hama (erhältlich bei** Grünspar, eBay, Amazon) kostet etwa 10 Euro und hat den Vorteil, dass sie die herkömmliche Fernbedienung des jeweiligen Geräts erkennt und den Strom bei Bedarf automatisch wieder einschaltet. Zu Bedenken aber: Das Gerät ist aus, aber nun ist es der Abschalter, der sich im Standby befindet; sinnvoll ist das also nur, wenn das Gerät ein großes mit hohem Standby-Verbrauch ist (typisch: PCs, Fernseher).

Mumbi Funksteckdosen-Set
Mumbi Funksteckdosen-Set (Foto: Mumbi)

Möchte man Steckdosen an schwer erreichbaren Orten deaktivieren, am besten gleich mehrere auf einmal, dann ist ein Funksteckdosen-Set mit Fernbedienung vermutlich die beste Lösung. Das Set mit sechs Aufsätzen und zwei Fernbedienungen von mumbi (erhältlich bei** Allyouneed, Amazon, eBay) kostet etwa 40 Euro: Man muss in diesem Fall aber tatsächlich auch daran denken, die Steckdosen regelmäßig auszuschalten. Und: Weil diese Steckdosen ihrerseits „Standby“ sind (und die Fernbedienung Akkus braucht), sollte man sich das nicht als Luxus-Gimmick anschaffen, sondern nur bei wirklich schwer zugänglichen Steckdosen starker Energieverbraucher.

Strom sparen bei Ladegeräten

Ecosavers Ladegerät-Timer
Ecosavers Ladegerät-Timer (Foto: Ecosavers)

Auch Ladegeräte verbrauchen unnötigen Strom, vor allem wenn sie ununterbrochen an die Steckdose angeschlossen sind. Wer sie nicht nach jedem Ladevorgang wieder abstecken möchte, kann mit einem Timer-Aufsatz Strom sparen.

Das Modell von Ecosavers (erhältlich bei** Grünspar, Amazon) kostet etwa 10 Euro. Er wird auf Knopfdruck aktiviert und schaltet die Stromzufuhr nach acht Stunden wieder ab. Etwas teurer ist die Energiespar-Steckdose AES1 (erhältlich bei** Grünspar, Greenstars, Amazon) bei der man selbst einstellen kann, nach welchem Zeitraum sie den Stromverbraucher abschalten soll.

Master-Slave-Steckdosenleisten

Besonders praktisch sind so genannte Master-Slave-Steckdosenleisten. Sie lohnen sich für besonders zusammengehörige Geräte. Am Schreibtisch zum Beispiel laufen Rechner, Bildschirm, Drucker, Lautsprecher und Co meist gleichzeitig. Schaltet man den PC aus, laufen die Peripheriegeräte oft unnötig weiter. Eine Master-Slave-Steckdosenleiste erkennt dagegen, wenn das Hauptgerät, in diesem Fall der Rechner, nicht mehr läuft und trennt dann alle anderen Geräte automatisch vom Strom.

In Qualität, Funktionen und Preis unterscheiden sich die Modelle zum Teil ganz erheblich. Eines der einfacheren und preiswerteren Modelle ist die Secure-Tec 19.500A von Brennenstuhl (erhältlich bei** Allyouneed, eBay, Amazon). Sie kostet im Handel etwa 20 bis 25 Euro.

Master-Slave-Steckerleiste von Brennenstuhl
Master-Slave-Steckerleiste von Brennenstuhl (Foto: Brennenstuhl)

Energie-Upgrade für die Waschmaschine

Alfa Mix Waschmaschinen Vorschaltgerät
Alfa Mix Waschmaschinen Vorschaltgerät (Foto: gruenspar.de-Shop)

Waschmaschinen verbrauchen einen Großteil des Stroms, um das Wasser aufzuheizen. Weil das zum Beispiel mit der Gasheizung wesentlich effizienter (und natürlich günstiger) geht, lohnt sich ein Vorschaltgerät. Das verbindet die Maschine direkt mit einem Warmwasseranschluss. Damit wird die Temperatur des einlaufenden Wassers auf den Bedarf der Maschine angepasst. Hat man einen Sonnenkollektor auf dem Dach und damit quasi kostenloses Warmwasser zur Verfügung, sollte man in jedem Fall über ein Vorschaltgerät nachdenken.

Ein solches Vorschaltgerät ist das Alfa Mix Autostart (erhältlich bei** Grünspar, Allyouneed, Amazon), das ab 199,00 Euro zu haben ist. Laut Hersteller liegt das Einsparpotenzial bei immerhin 66 Euro pro Jahr. Entscheidend ist dabei neben der Art der Waschmaschine vor allem die Anzahl der Waschgänge.

Dem Wasserhahn den Geldhahn zudrehen

Kosten für heißes Wasser lassen sich auch am Waschbecken sparen. Das Warmwasser aus Waschbecken oder Spüle kommt nämlich in etlichen Haushalten noch aus einem Untertisch-Boiler. Der heizt ununterbrochen, auch wenn wir das Waschbecken gar nicht nutzen. Das kostet nicht nur Strom, sondern verkürzt auch die Lebensdauer des Boilers.

Thermo-Stop

Mit Thermo-Stop (erhältlich bei** Grünspar) lässt sich der Boiler nur dann einschalten, wenn er auch gebraucht wird. Sobald das Wasser warm ist, gibt Thermo-Stop ein akustisches Signal und schaltet den Boiler wieder ab. Thermo-Stop kostet etwa 20 bis 30 Euro und kann laut Hersteller HE Elektronik etwa 40 bis 50 Euro Stromkosten im Jahr sparen.

Zeitschaltuhr
Zeitschaltuhr Theben Timer (Foto: Theben)

Wer auf das Warmwasser nicht warten möchte, kann den Boiler auch über einen Aufsatz mit Zeitschaltuhr an die Steckdose schließen. Der schaltet den Strom automatisch zu voreingestellten Zeiten ab und wieder an. Die günstigeren Varianten wie den Theben Timer Zeitprogrammstecker gibt es ab etwa 13 Euro zu kaufen (z.B. bei** Greenstars, Allyouneed, Amazon), übrigens auch in Wochentimer-Versionen.

Programmierbare Thermostate

Ein intelligentes Thermostat regelt die Temperatur des Heizkörpers im Tagesverlauf. Nachts und zu den Tageszeiten, in denen man gewöhnlich nicht zu Hause ist, kann die Temperatur nämlich ohne weiteres um mehrere Grad gesenkt werden. Vor dem Kauf sollte man allerdings auf die Gewindemaße der Heizkörperventile achten. Gegebenenfalls wird ein Adapter benötigt.

Aus den verschiedensten Alternativen auf dem Markt sticht vor allem das Heizkörperthermostat Classic L von Komforthaus** durch gute Testberichte und einen erschwinglichen Preis von etwa 15 Euro heraus. Es erkennt auch offene Fenster und fährt beim Lüften automatisch die Heizung runter.

Fazit

Nicht für jeden Fall ist jede oben beschrieben Lösung die beste und man sollte auch nicht den Fehler machen, Gadgets zu kaufen, die am Ende mehr Strom verbrauchen als sie sparen können. Dennoch zeigen die Beispiele, dass man schon für wenig Geld viel Strom sparen kann. In vielen Fällen amortisieren sich die Lösungen nach einem Jahr.

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(10) Kommentare

  1. Also uns reichen die ganz simplen altmodischen Mehrfachsteckdosen mit abschalter. Da hängt zb. Tv und reciver dran und an einer anderen Drucker ,Soundsystem und Ladekabel für die Laptops( wir kommen meist damit aus die Akkus zu laden während der rest auch gebraucht wird) . Die Steckerleisten kann man leicht zugänglich ablegen , vor gebrauch anmachen und danach aus.

  2. Interessante Tipps! Und was würden Sie empfehlen, die Lampe zu verwenden, um Strom zu sparen? In unserem Speicher sind diese Lampen installiert pc24.de/bega. Aber ich will etwas sparsamer zu finden.

  3. Wenn man eine Waschmaschine mit Heißwasser betreiben will, sollte man darauf achten, dass man eine Allwater-Waschmaschine kauft, sonst kann die Waschmaschine kaputt gehen, da sonstige Waschmaschinen auf den Betrieb mit Kaltwasser eingestellt sind.

    • Das ist richtig. Aber genau darum geht es auch bei dem Vorschaltgerät:
      Es verbindet die Waschmaschine nicht direkt mit dem Warmwasseranschluss, sondern passt die Temperatur des einlaufenden Wassers auf den Bedarf der Maschine an. Laut Hersteller kann man das Vorschaltgerät mit prinzipiell jeder Waschmaschine verwenden. Bisher seien keine Probleme mit irgendeiner Waschmaschine bekannt geworden.

  4. Von Belkin gab es mal eine intelligente Ladestation (Conserve Valet). Durch einen Knopf kann man die einschalten, geladen wurde dann bis die Geräte voll waren. Gibt es aber nicht mehr zu kaufen. Schade, dass es so etwas heute nicht mehr gibt.

  5. ein Waschmaschinenvorschaltgerät hatte ich auch einmal. Bis ich feststellte, dass ich ein Energievernichtungs-Gerät installiert hatte. Denn: Wenn die WW-Leitung vom Speicher oder Wärmeerzeuger nur ein paar Meter lang ist, „holt“ sich die Waschmaschine ein paar Liter Wasser – welche in der WW-Leitung stehen und kalt sind. Die WW-Leitung wird also aufgeheizt. Dann wäscht die Maschine – und das warme Wasser in der Leitung kühlt wieder ab. Und das Ganze dann ein paarmal. Das – aufgrund der längeren Standzeit – kältere Wasser der WW-Leitung wird dann ganz, wie sonst auch, mit Strom aufgeheizt. Also habe ich mein Energievernichtungsgerät wieder abgebaut.
    Merke: man sollte schon ein bischen über die Systeme nachdenken – und kommt dann manchmal zu anderen Schlüssen.

  6. Finde ich grundsätzlich gut und nutze die angebotenen Techniken auch. Was mir beim Durchlesen erstmalig eingefallen ist: Gibt es eine Aussage zur energetischen Amortisationszeit? –> Also: Nach welcher Zeit haben die Geräte im Durchschnitt die Energie eingespart, die zu Ihrer Produktion und Verteilung aufgewendet worden ist? Würde mich interessieren, ob es dazu eine Studie, Plausibilitätsbetrachtungen oder ähnliches gibt.

    • Eine Studie zur energetischen Amortisationszeit gibt es meines Wissens nicht. Das Vorschaltgerät ist mal im Rahmen einer Batchelorarbeit auf Energie- und Geldeinsparung getestet worden. Hier sieht man schon, dass es sehr viele Rahmenbedingungen gibt, die sich auf die tatsächliche Energieersparnis auswirken. Am Ende heißt es trocken: „Um eine energetisch günstige Warmwassererwärmung für die Waschmaschine finanziell effizient nutzen zu können, bedarf es einer großen Waschgutmenge bei hohen Temperaturen.“ Aber natürlich spielt auch zum Beispiel die Länge des vorgeschalteten Schlauchs eine Rolle. Hier heißt es vom Hersteller: „der Kaltwasservorlauf sollte nicht mehr als 2 Liter betragen“.

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