Weinraute: Verwendung und Wirkung

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Im Mittelalter galt die Weinraute als wirksames Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen. Heute wird die Heilpflanze vor allem in der Küche und im Garten verwendet. Erfahre hier, wie du Weinraute erkennen und nutzen kannst.

Die Weinraute gehört zur Gattung der Rautengewächse und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Weil das Kraut bereits im Mittelalter große Bedeutung als Heilpflanze hatte, wurde es aber früh von Mönchen nach Mitteleuropa gebracht. Heute gehört die Weinraute zu den heimischen Heilpflanzen, allerdings wird sie nur noch selten in der Medizin genutzt. 

Weinraute: So erkennst du das Wildkraut

Die Blüten der Weinraute
Die Blüten der Weinraute
(Foto: Colourbox.de)

Früher wuchs die Weinraute vor allem in den Klostergärten Südeuropas. Heute findest du sie auch in heimischen Naturgärten und sonnigen Weinbaugebieten mit milden Temperaturen. Am besten erkennst du die Heilpflanze an den folgenden Merkmalen:

  • Wuchs: Die winterharte Pflanze wächst als buschiger und stark verzweigter Halbstrauch. Wenn sie genug Sonnenlicht und Nährstoffe bekommt, kann die Weinraute bis zu 120 Zentimeter hoch werden. In der Regel wird sich aber nicht größer als 50 bis 80 Zentimeter. Die unteren Zweige der Weinraute sind verholzt.
  • Blätter: Gut erkennbar ist die Weinraute an ihren blaugrünen bis graugrünen Blättern. Diese sind oval geformt und wachsen zwei- bis dreifach gefiedert. Zerreibst du die Blätter zwischen den Fingern, sondern die Öldrüsen auf der Blattoberfläche einen intensiven Geruch ab.
  • Blüten: Zwischen Juni und September bildet die Weinraute gelbe, vier- bis fünfblättrige Blüten mit grünen Kelchblättern aus. Der enthaltene Nektar ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.

Die Weinraute und ihre Wirkung

Früher wurde die Weinraute als Universalheilmittel bei unterschiedlichen Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Da das Heilkraut allerdings hohe Mengen an giftigen Alkaloiden enthält, solltest du es nicht verwenden, ohne vorher mit einem Arzt zu sprechen.

In naturheilkundlichen Verfahren spielt die Weinraute aber auch heute noch eine wichtige Rolle. Die folgenden Wirkungsweisen der Weinraute konnten zumindest teilweise wissenschaftlich bestätigt werden:

  • Immunsystem stärkenEine Studie konnte nachweisen, dass alkoholische Auszüge dazu führen können, dass der Körper mehr Antikörper und Lymphozyten, also weiße Blutkörperchen, bildet. Auf diese Weise werden die körpereigenen Abwehrkräfte gestärkt. Das funktioniere, wenn man die Weinraute-Auszüge einnimmt. 
  • Stark wehenförderndIn der Schwangerschaft solltest du auf Medikamente mit Weinraute verzichten. In einer brasilianischen Studie stellte sich heraus, dass alkoholische Auszüge der Weinraute eine wehenfördernde Wirkung haben und sogar zum Tod des Fötus führen können.
  • Phototoxisch: Eine US-amerikanische Studie deckte auf, dass der Hautkontakt mit den Blättern der Weinraute zu schweren Hautreizungen führen kann, wenn die Haut direkt danach mit Sonnenlicht in Berührung kommt.

Der Großteil der medizinischen Studien warnt davor, Weinraute ohne ärztliche Aufsicht als Heilpflanze anzuwenden. Deshalb solltest du das Kraut nur nach Absprache mit deinem Arzt verwenden.

Anwendung von Weinraute

In der homöopathischen Medizin wird die Weinraute auch heute noch verwendet.
In der homöopathischen Medizin wird die Weinraute auch heute noch verwendet.
(Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)
  • Bienenfreundliche Zierpflanze: Die gelben Blüten der Weinraute sind sowohl bei Bienen als auch bei Hobbygärtnern sehr beliebt. Wenn du deinen Garten bienenfreundlicher gestalten möchtest, kannst du das Heilkraut zum Beispiel gut im Kräuterbeet anpflanzen. Wichtig ist nur, dass du einen warmen und sonnigen Standort mit kalkhaltigem Boden wählst und immer Handschuhe trägst, wenn du die Weinraute berühren willst.
  • Verwendung in der Küche: Auch wenn die Weinraute in der Medizin an Bedeutung verloren hat, wird sie in der Küche gerne als Würzpflanze verwendet. Die Blätter haben einen aromatischen und leicht bitteren Geschmack. In kleinen Mengen kannst du sie in verschiedenen Gerichten, Salaten, Soßen und Kräuterbutter verwenden.
  • Schneckenschutz: Der kräftige, leicht süßliche Geruch der Weinrautenblätter kann dabei helfen, Pflanzen vor Schnecken zu schützen. Diese mögen das Aroma der Pflanze nicht und halten sich von ihr fern.
  • Homöopathisches Mittel: In der Homöopathie werden Extrakte der Weinraute heute noch verwendet, um verletzte Bänder, Sehnen und Knorpel bei der Heilung zu behandeln. Auch bei müden und trockenen Augen kommen sie zum Einsatz. Die Wirkungsweise der Homöopathie wird allerdings von vielen Wissenschaftlern bestritten.

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(1) Kommentar

  1. Ich bitte Sie darum Homöopathie und klassische Pflanzenheilkunde nicht zu mischen! Das ist schlicht falsch!

    In der Homöopathie wird in der Regel nur stark verdünnte Auszüge, so gut wie keine Wirkstoffe mehr im Wasser enthalten sind, auf Zuckerkugeln aufgesprüht. So das keine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus existiert!

    Die Naturheilkunde verwendet dagegen Wirkstoffe in messbaren Konzentrationen aus den entsprechenden Pflanzen. Die Stoffe werden in der Regel durch Extraktion mit Aufgüssen oder Alkohol aus den Pflanzen gelöst oder die Pflanzen selbst werden verzehrt.