TV-Tipp: Abgebrüht – das bittere Geschäft mit dem Tee

Steile Hänge und unwegsames Gelände erschweren die Arbeit der Teepflückerinnen in Darjeeling.
Foto: obs/ZDF/Daniel Meinl

Der Winter kommt – und damit auch die Teezeit. Doch Tee hat einen bitteren Beigeschmack – nämlich die Zustände auf den Teeplantagen. Die ZDF-Umweltdoku „Abgebrüht – das bittere Geschäft mit dem Tee“ beklagt ausgebeutete Arbeiter und fahrlässigen Umgang mit hierzulande verbotenen Pestiziden.

Für einen guten Tee zahlen die Deutschen gerne etwas mehr Geld. Doch das kommt nicht bei den Produzenten an: Während in Deutschland der Tee boomt, haben die Teearbeiter in namensgebenden Regionen wie Darjeeling und Assam vom Tee-Boom in Deutschland nichts.

Indische Teepflücker leben in bitterer Armut, in schäbigen Baracken ohne sauberes Trinkwasser und ohne Toiletten. Und sie müssen ohne den geringsten Schutz hochgiftige Pestizide auf den Plantagen versprühen.

Abgebrüht: das Geschäft mit dem Tee ist bitter

Vor allem Kinder seien von den Folgen der bitteren Armut und des Pestizideinsatzes betroffen, erklärt Professor Anup Kumar Das von der Universitätsklinik in Dibrugarh: „Die Lebens- und Arbeitsbedingungen schädigen die Babys schon im Mutterleib. Die Kinder in den Teeplantagen sind schlecht ernährt, im Wachstum verzögert und die Kindersterblichkeit ist hoch.“

Das Gift aus den Plantagen landet aber auch in den Tassen deutscher Verbraucher. In indischem Tee aus deutschen Supermärkten fand „planet e.“ bis zu acht verschiedene Pestizide. Viele dieser Stoffe sind so gefährlich, dass sie in Deutschland nicht zugelassen sind. Sprich: Was wir hier verbieten, tun wir andernorts mies bezahlten Arbeitern an.

Auch Ökotest beklagt immer wieder Gifte in Tee (siehe Grüner Tee mit SchadstoffenPestizide in Babytee und 10 von 14 Mate-Tees dürften nicht verkauft werden).

Fairtrade und Bio kaufen

Die ZDF-Doku „Abgebrüht – das bittere Geschäft mit dem Tee“ kritisiert aber auch Zertifizierer wie Fairtrade, Rainforest Alliance und UTZ (die unserer Meinung nach allerdings nicht über einen Kamm zu scheren sind).

Laut ZDF würden sie zwar für Tee aus kontrolliertem Anbau werben, welcher fair für die Arbeiter und gut für die Umwelt sein soll. Doch habe „planet e.“ auf Plantagen in den indischen Regionen Darjeeling und Assam erschreckende Zustände vorgefunden, die dem offenbar nicht entsprechen.

Schwarzer Tee: bei konventionellem Anbau oft mit Pestiziden belastet
Schwarzer Tee: bei konventionellem Anbau oft mit Pestiziden belastet (Foto: © colourbox.de)

Utopia meint: Auch wir haben das Problem näher betrachtet: lies dazu Die bittere Wahrheit über TeeFair-Trade-Systeme können aus Kostengründen nur stichprobenartig prüfen, weshalb es immer wieder zu den angeprangerten Missständen kommt. Wir halten dennoch weiterhin daran fest, Tee mit Bio-Siegel und Fairtrade-Siegel über konventionellen Tee zu empfehlen, bei dem keinerlei Bemühungen zur Verbesserung der Situation stattfinden. Zu unseren Gründen mehr im Beitrag Genuss mit gutem Gewissen: Tee aus fairem Handel.

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