Fashion Revolution Week 2021: Zeit, unseren Kleiderkonsum zu hinterfragen

Foto: Fashion Revolution Week

Die Fashion Revolution Week will auch 2021 für mehr Transparenz in der Modeindustrie sorgen. Utopia zeigt, warum die Aktion wichtig ist, wie du mitmachen kannst – und was du in puncto Mode besser machen kannst.

Die Fashion Revolution Week will dieses Jahr vom 19. bis zum 25. April wieder Bewusstsein für Missstände in der Textilindustrie schaffen.

Der Fashion Revolution Day bzw. die Fashion Revolution Week wurde nach dem schweren Unglück in der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013 ins Leben gerufen. Bei dem Fabrikeinsturz starben 1134 Menschen und 2500 wurden verletzt. Die Fashion Revolution Week 2021 markiert also bereits den achten Jahrestag des Rana-Plaza-Einsturzes.

In jener Fabrik wurden auch Kleidungsstücke für europäische Modeketten wie Kik und United Colors of Benetton produziert. Die Katastrophe zog die Aufmerksamkeit der Weltbevölkerung auf die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche. An diesen Umständen hat sich seitdem viel zu wenig geändert – deshalb bleibt das Engagement von Fashion Revolution wichtig.

Fashion Revolution Week: Die Macht der Verbraucher:innen

Der Organisation Fashion Revolution geht es nicht darum, den Menschen ihre nicht-nachhaltige Lieblingsmarke zu verbieten, sondern mithilfe der Kund:innen in der Fashion Revolution Week die großen Modeketten auf Defizite hinzuweisen, damit diese ihre Lieferketten transparenter machen.

Der Großteil der Marken und Händler interessiert sich wenig für die Menschen, die ihre Kleidung nähen. Häufig wissen die Konzerne selbst nicht genau, wer für sie arbeitet, denn die Lieferketten sind sehr komplex. Worauf allerdings jedes Unternehmen Wert legt: Was Kund:innen sagen.

„Wir haben eine unglaubliche Macht als Konsumenten, wenn wir uns nur entschließen, sie zu nutzen.“

Carry Somers, Gründerin des Fashion Revolution Days

Die Frage danach, wer die Kleidung produziert, ist nur der erste Schritt – und erst mit den Antworten darauf werden weitere Fragen möglich: Wie werden die Arbeiter:innen bezahlt, wie sind ihre Arbeitsbedingungen? Welche Folgen hat die Modeproduktion für die Umwelt? Könnte man die Situation verbessern – und was können wir tun?

Fashion Revolution Week 2021: Mitmachen

In dieser Woche, in der weltweit zahlreiche Aktionen stattfinden, sind alle Menschen aufgerufen, Modelabels zu fragen, woher ihre Kleidung stammt. Dazu kannst du zum Beispiel ein Foto von deinem Kleidungsetikett machen, es in den Social Media Kanälen posten, die jeweilige Marke markieren und fragen #whomademyclothes, oder #whomademyfabric: Wer hat meine Kleidung bzw. meine Stoffe gemacht?

Das Ziel der Aktion: Mit dieser simplen Frage Druck auf Marken und Handel aufbauen um mehr Transparenz in der Modebranche zu schaffen.

Die Fashion Revolution Week 2021 steht unter dem Motto „Rights, Relationships and Revolution“: Fashion Revolution ruft die Modeindustrie und Politik dazu auf, die Verbindungen zwischen Menschenrechten und den Rechten der Natur anzuerkennen.

„Die Ausbeutung von Mensch und Natur darf nicht weiterhin den teuren Preis für billigen Konsum bezahlen. Wir müssen anfangen Verantwortung zu übernehmen.”

Ariane Piper, Fashion Revolution Germany

Weltweit, und auch in Deutschland gibt es zahlreiche Aktionen. Unter anderem

  • ruft Fashion Revolution dazu auf, Hashtags großer Modeketten zu „hijacken“, um auf Instagram auf die Missstände aufmerksam zu machen
  • gibt es Vorlagen für Poster, die Teilnehmende in ihre Fenster hängen können um zu fragen #whomademyclothes
  • kann man in der Rathauspassage Hamburg eine Ausstellung unter dem Motto „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Südostasien“ besuchen (23./24. April)
  • gibt es eine „Fashion Revolution Radio Demo“ (23. April, 16 Uhr)
  • hält Femnet einen Online-Vortrag zum Thema „Von Rana Plaza zu Covid-19: TextilarbeiterInnen in der Krise“ (21. April, 18:30)
  • lohnt es sich, mal in den neuen Fashion Revolution Podcast reinzuhören.

Alle Events findest du auf der Website.

Mehr Info: fashionrevolution.org

Starte deine eigene Fashion Revolution

Utopia hat dir hier im Überblick alles Wichtige rund um das Thema nachhaltige Mode zusammengestellt. Weil jede:r seine eigene kleine Fashion Revolution starten kann!

Die wichtigsten Siegel

Damit du dir sicher sein kannst, dass Kleidung nachhaltig produziert und frei von Schadstoffen ist, lohnt es sich, auf Siegel zu achten. Relativ weit verbreitet und dabei zuverlässig sind das GOTS-Siegel, die Label des IVN, Bluesign und Fairtrade. Viele Labels, die Wert auf faire Produktionsbedingeungen legen, sind Mitglied in der Fair Wear Foundation.

Einen Überblick findest du hier:

Die wichtigsten Fair Fashion Marken

Eine Auswahl nachhaltig und fair produzierender Modelabels findest du in unserer Bestenliste:

Ein voller Erfolg: die Bio-Jeans

faire Bio-Jeans
Bio, fair und nicht teuer als Levi’s & Co: Jeans von Fair-Fashion-Labels (Foto: © DoubleMcK / photocase.com)

Immer mehr Marken nehmen faire, nachhaltige Bio-Jeans in ihr Sortiment mit auf. Hier hat sich vor allem in den vergangenen Jahren viel getan.

Hier liest du, wie eine Jeans überhaupt bio, fair oder sogar vegan sein kann. In unserer Übersicht „Bio-Jeans ohne Ausbeutung und Gift“ erfährst du, was bei herkömmlichen Jeans alles falsch laufen kann, warum Bio-Jeans besser sind, wie du sie erkennst und wir stellen fünf Marken vor.

Übrigens sind die meisten fairen Jeans überhaupt nicht teurer als herkömmliche Markenjeans von Levi’s, Diesel & Co.: Diese Bio-Jeans sind billiger als Markenjeans.

Noch mehr nachhaltige Jeans-Marken findest du in unserer Bestenliste: Faire Bio-Jeans.

Nachhaltige Outdoor- und Sportkleidung

Wer gerne Sport macht und draußen in der Natur ist, legt meist nicht nur Wert auf die eigene Gesundheit, sondern auch auf die unserer Umwelt. Vor allem Outdoor-Kleidung ist allerdings ein großes Problem – sie besteht meist aus Synthetikmaterial und ist oft mit Schadstoffen belastet.

Wir haben deshalb sieben Tipps, wie du nachhaltige Outdoor-Kleidung findest. In unserem Artikel Alles fit? Hier gibt es bessere Sportkleidung findest du außerdem empfehlenswerte Hersteller nachhaltigerer Sportkleidung – Made in Germany, hergestellt aus Naturfaser oder recyceltem Material.

Yogamatten: Manduka
Sportkleidung und Accessoires wie Yogamatten gibt es auch schadstofffrei. (Foto: © Manduka)

Worauf du beim Kauf einer Yogamatte achten kannst und welche Marken empfehlenswert sind liest du hier: Yogamatten aus Naturkautschuk, Biobaumwolle oder Schurwolle.

In unserer Bildergalerie stellen wir zudem elf Labels vor, die bessere Yogakleidung und –Accessoires machen – gut für deine Haut und die Umwelt:

Bis ins Detail: nachhaltige Unterwäsche

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Unterwäsche von Fair-Fashion-Labels ist schön und gesünder für unsere Haut. (Erlich)

Dass der altbackene Ruf von Öko-Unterwäsche vollkommen unberechtigt ist, zeigen junge und trendige nachhaltige Unterwäsche-Labels.

Gerade bei der Kleidung, die unserer Haut am nächsten kommt, ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, was wir uns da genau anziehen und umhaken. Vielleicht kaufst du dann zukünftig lieber Boxershorts, Slips und BHs, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden – aus Materialien, die biologisch angebaut und ohne Gifte gefärbt wurden.

Gut zu Fuß: nachhaltige Schuhlabels

veja sneaker avocadostore
Nachhaltige Sneaker können locker mit Nike & Co mithalten. (Foto: © Veja/ Avocadostore)

Hippe Sneaker, Pumps, Boots & Co. gibt es längst auch von fairen Labels – eine Übersicht findest du in unserer Bestenliste: Die besten nachhaltigen Schuhlabels.

Weil vor allem bei Sneaker-Trend kein Ende in Sicht ist, haben wir uns hier mal 10 Marken für nachhaltige, faire Sneaker genauer angesehen. Und bieten dir eine extra Bestenliste zum Stöbern:

Ein weiterer aktueller Trend sind Barfußschuhe: Sie sollen einen natürlichen Bewegungsablauf unterstützen, mehr Bewegungsfreiheit für die Zehen bieten und eine bessere Fußmuskulatur aufbauen. Diese sechs Barfußschuh-Marken legen dabei Wert auf Nachhaltigkeit.

Viele Veganer:innen möchten verständlicherweise lieber keine Lederschuhe tragen, doch die Alternativen sind nicht unbedingt ökologischer. Deshalb findest du hier Tipps und Infos rund um vegane Schuhe – und eine Auswahl empfehlenswerter Labels.

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