Yoga-Matten: Diese sechs sind langlebig, nachhaltig, schadstofffrei

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Wer Yoga macht, will sich selbst und seinem Körper etwas Gutes tun. Dazu gehört auch die richtige Ausrüstung: Wir stellen fair produzierte Yoga-Matten aus natürlichen oder Recycling-Materialien vor.

Yoga-Matten bestehen häufig aus PVC und enthalten gesundheitsschädliche Weichmacher oder gar krebserregende Stoffe wie Phthalate und Azo-Farbstoffe. Doch es gibt auch nachhaltige Yoga-Matten: Sie bestehen aus Naturkautschuk, Bio-Baumwolle, Flachs und Naturlatex, aus Schurwolle, Ökotex 100 zertifiziertem PVC oder Recycling-Material  und werden zudem unter fairen Bedingungen produziert. Wir stellen euch eine Auswahl an nachhaltigen nachhaltigen Labels für Yoga-Matten vor. Falls ihr weitere empfehlenswerte Matten  kennt, schreibt uns gerne in den Kommentaren. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Yogamatten aus Naturgummi von JadeYoga

Yogamatten von Jadeyoga
Yogamatten von JadeYoga (Foto: © JadeYoga)

Die veganen Yogamatten des amerikanischen Labels JadeYoga werden in den USA aus Naturgummi produziert. Der nachwachsende Rohstoff ist biologisch abbaubar und frei von PVC sowie giftigen Weichmachern. Die offene Zellstruktur der Yoga-Matte soll für ausreichend Rutschfestigkeit sorgen, trotz Schweiß und auch bei Wärme.

Das Label orientiert sich an dem Prinzip des Wiederverwendens, Reduzierens und Recycelns: Wer eine alte JadeYoga-Matte hat, kann sie zurückgeben und erhält fünf Euro Rabatt beim Kauf einer neuen. Yogamatten, die noch brauchbar sind, spendet JadeYoga zum Beispiel an gemeinnützige Organisationen. Können die Matten nicht mehr verwendet werden, werden sie recycelt: Die Yogamatten der Linie Encore haben einen Recyclinganteil von 20 Prozent.

Bei Öko-Test schnitten die Matten von JadeYoga 2018 relativ schlecht ab, das Verbrauchermagazin hat unter anderem umstrittene Nitrosamine nachgewiesen. Mehrere Blogs widerlegen diese Aussage aber mit Statements des Herstellers. Demnach gibt es verschiedene Nitrosamine, die nicht alle gesundheitsschädlich sind und wenn, dann nur bei Einnahme. Die gemessenen Werte betrügen außerdem nur ein Vierzigstel der in Deutschland in Schnullern zugelassenen Menge. Das teilte Öko-Test gegenüber JadeYoga sogar selbst mit. Solange man die Yogamatten also nicht isst, halten wir die Aussage für glaubhaft und die Matten für empfehlenswert.

Details und kaufen**: Die Yoga-Matten von JadeYoga sind 170×60 Zentimeter groß und in verschiedenen Stärken erhältlich. So gibt es drei oder sechs Millimeter dick Matten. Sie kosten zwischen ca. 40 und 82 Euro zum Beispiel bei Avocadostore und Glore

hejhej-mats: Diese Yogamatten sind aus Müll

Das Münchner Start-up hejhej-mats hat eine Yoga-Matte entwickelt, die aus Recyclingmaterial besteht und am Ende ihrer Nutzungsdauer zu einer neuen Yoga-Matte upgecycelt werden kann. Closed-Loop nennt man dieses Prinzip, also einen geschlossenen Materialkreislauf. Auf diese Weise kommen keine neuen Materialien zum Einsatz und es entsteht kein Müll. Lies hier mehr über hejhej-mats. Eine strukturierte Oberfläche sorgt für Halt. Wir durften die Matte im Büro ausprobieren und können das bestätigen.

Die Matte von hejhej-Mats ist fünf Millimeter dick, wiegt um die zwei Kilo und ist 186×64 Zentimeter groß. Kostenpunkt: 129 Euro, zum Beispiel im Avocadostore**.

Passend zur Matte soll es dank erfolgreichem Crowdfunding bald auch eine Tasche geben. Die hejhej-bag besteht ebenfalls vollständig aus Recycling-Materialien und ist komplett recycelbar. Der Tragegurt kann zudem auch zum Üben verwendet werden. Mehr Infos findet ihr auf der Webseite von hejhej-mats.

Yogamatten aus Naturkautschuk von Southern Shores

Ocean Mats von Southern Shores
Ocean Mats von Southern Shores. (Bild: Southern Shores)

Das Hamburger Label Southern Shores wurde von den Brüdern Hannes und Lasse Homfeld gegründet. Die Idee: Mit nachhaltigen Yogamatten gegen die Verschmutzung der Meere anzugehen. Dafür produziert das Label nicht nur nachhaltige Yoga-Produkte, sondern ist auch selbst aktiv: Einer der beiden Brüder lebt in Barcelona und veranstaltet Beach-Clean-ups an den Stränden von Barceloneta.

Die Ocean Mat von Southern Shores besteht aus FSC-zertifiziertem Naturkautschuk, recyceltem Naturkautschuk, recycelten Plastikflaschen und etwas Baumwolle.

Die Ocean Mats werden in Taiwan unter fairen Bedingungen produziert. Dabei entsteht kein Müll, Schnittreste kommen in der Produktion direkt wieder zum Einsatz, erklären die Gründer. Sowohl die Herstellung als auch die Logistik sind CO2-neutral – um das zu erreichen, unterstützt Southern Shores Baumpflanzprojekte. Die Matten sind zudem REACH-zertifiziert und den Herstellern zufolge frei von Schadstoffen.

Details und kaufen: Die Matte hat die Maße 183 x 61 x 0,4 Zentimeter. Sie wiegt ca. 2,4 Kilogramm und kostet rund 85 Euro im Onlineshop des Labels. Matten von Southern Shores gibt es auch im Avocadostore** oder bei Laguna**.

Yogamatte von Manduka – für lebenslanges Üben

Yogamatten: Manduka
Yogamatten von Manduka (Foto: © Manduka)

Die veganen Yoga-Matten von Manduka bestehen aus natürlichen, recycelbaren, nachhaltigen und biologischen Materialien. Das amerikanische Label bemüht sich um große Transparenz im Produktionsprozess: Die Matten der Linie Pro werden emissionsfrei in Deutschland produziert. Sie sind Öko Tex 100 zertifiziert, besitzen eine lebenslange Herstellergarantie, bestehen allerdings aus dem Kunststoff PVC, der gesundheitsgefährdende Weichmacher enthält.

Die Yoga-Matten der umweltfreundlicheren Linie eKO hingegen werden aus Naturkautschuk hergestellt. Dieser ist biologisch abbaubar und kommt ohne schädliche Weichmacher aus. Manduka betont auf seiner Internetseite, dass alle Matten frei von giftigen Chemikalien, Farbstoffen und Phthalaten seien.

Die Herstellung der Manduka-Matten erfolgt nach dem „Zero-Waste“-Prinzip, so sollen keine Abfälle entstehen und keine Schadstoffe an die Umwelt abgegeben werden

Details und kaufen**: Die Yogamatten von Manduka kosten etwa zwischen 45 und 125 Euro bei Avocadostore oder im Manduka-Onlineshop. Sie sind 180×60 Zentimeter groß und zwischen vier und sechs Millimeter dick.

Yogamatte aus Baumwolle von Pranajaya

Die Pranajaya Yoga-Matte besteht aus reiner Bio-Baumwolle und ist zudem Ökotex 100 zertifiziert. Laut Hersteller ist die Matte rutschfest und bietet ausreichend halt – obwohl sie komplett ohne Kautschuk und PVC auskommt. Gegenüber Gummi- oder PVC-Matten soll sie außerdem Feuchtigkeit besser auf- und wieder abgeben und daher weniger anfällig für Keime und Bakterien sein. Weitere Vorteile: Dank der Bio-Baumwolle kann man die Matte einfach zusammenfalten und so leichter transportieren. Und wenn das Training mal etwas ausgiebiger war, kann man sie bei 60 Grad waschen.

Laut Hersteller eignet sich die Matte für jeden Yogastil, vor allem aber für Bikram-Yoga und andere schweißtreibenden Yogastile, da kein zusätzliches Handtuch benötigt wird.

Besonders dämpfend ist die Yogamatte leider nicht – der Hersteller hat dafür eine charmante Rechtfertigung parat: „Durch ihre Beschaffenheiten lädt sie den Yogi nicht gerade zum Faulenzen ein“ steht auf der Website. Wer empfindliche Knie hat, sollte hier immer eine Decke zum Unterlegen parat haben.

Details und kaufen: Die Pranajaya-Matte ist 190 auf 70 Zentimeter groß und kostet knapp 80 Euro. Erhältlich im Online-Shop von Pranajaya.

Baumwoll-Yogamatte von Grüne Erde

yogamatte baumwolle grüene erde
Bei Grüne Erde gibt es Yogamatten aus Baum- und Schafwolle. (Foto: Grüne Erde)

Die Baumwoll-Yogamatte von Grüne Erde ist um einiges dicker als die Pranajaya Matte und somit etwas bequemer. Sie besteht komplett aus Baumwolle und ist auch damit gefüttert. Für anstrengende Körperübungen ist diese Matte weniger geeignet, für meditative Formen des Yoga aber umso besser.

Mithilfe von Bändern an der Kopfseite der Matte kannst du diese leicht verschließen und ohne Tasche transportieren. Die Yogamatte besteht komplett aus Naturmaterialien, gefertigt wird sie unter fairen Bedingungen in Deutschland und Österreich.

Die Yoga-Produkte von Grüne Erde finden wir generell empfehlenswert: Sie bestehen ausschließlich aus natürlichen Materialien und sind chemisch unbehandelt. Die Yoga-Matten sind allerdings nicht alle vegan.

Details und kaufen: Die Baumwoll-Yoga-Matte kostet 119,00 Euro bei Grüne Erde, sie ist 70 auf 200 Zentimeter groß.

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(7) Kommentare

  1. Ich suche schon lange nach einer Yogamatte, die verschiedenen Ansprüchen genügt und die hier nicht oder nur zum Teil erwähnt werden, zum Beispiel, dass die Matte nicht nur PVC-frei sein muss, sondern auch leicht genug, um sie mal mit in den Park oder zum Unterricht zu nehmen, ohne dass sie superdünn ist, so dass sie gar nicht dämpft.
    Bisher kann ich mich daher nicht von meiner 15 Jahre alten Bausinger-Schurwollmatte trennen, deren Latexunzergrund sich irgendwie nicht mit geöltem Parkett vertragen hat.
    Dass Bausinger, die auch kbA und kbT-Materialien anbieten, hier nicht erwähnt werden, finde ich seltsam.

  2. Hallo Vanessa,
    eine leichte die trotzdem gut dämpft habe ich auch noch nicht gefunden. Zumindest nicht ohne Schattenseiten. Am ehesten trifft diese Kombination für mich auf die Matte von Lole zu. Ein französisches öko-faires Label. Ich muss aber sagen, dass ich die Lole Matte insgesamt nicht unbedingt empfehlen kann.

    Ich bin dazu übergegangen meine schwere, aber sehr gut dämpfende Lululemon Mat zu nehmen, wenn mich das Schleppen nicht stört. Sonst nehme ich die Jade-Reisematte. Da habe ich die kurze Variante genommen, was noch etwas Gewicht spart. Ich finde sie dämmt immer noch extrem gut, dafür, dass sie so dünn ist. Aber meist nehme ich zusätzlich noch eine kleine Filz-Unterlage mit. Filz dämmt extrem gut und ist leicht. Die Unterlage passt in meine Handtasche. Die Kombination kann ich echt empfehlen 🙂 Vielleicht hilft es dir.
    Ich habe auf meinem Bog My Yoga Guide über meine Erfahrung mit der Jade-Yogamatte geschrieben (https://www.my-yoga-guide.de/2016/08/yogamatte-test-jade-organic/) und werde bald auch einen Beitrag über die kleine Filzunterlage verfassen, die mein liebster Begleiter geworden ist 🙂
    LG
    Bérénice

  3. Nach mehrtägiger intensiver Recherche habe ich mich für eine Matte aus TPE (AKO Yoga, Modell „Yin Yang Earth“) entschieden – preislich weit unter Naturlatex und auchcnicht teurer als manche aus PVC. Dazu wunderbarer Grip & erstaunlich gut dämpfend, da bin ich sehr sensibel.

    Sie ist leicht fleckanfällig, was aber wohl üblich für TPE ist – bekommt man aber gut weg. 🙂

    Lieber hätte ich zwar eine etwas breitere längere als das Standardmaß von ca. 180x60cm gehabt, aber das wäre das Sahnehäubchen & ich hab keine taugliche TPE-Matte in „Übergröße“ gefunden.

    Dann lieber die Größe & keine Schadstoffausdünstungen.

    Kein Vergleich zu den stinkigen PVC-Yogamatten im Kurs. Die müffeln auch nach mehreren Monaten noch, inzwischen dezent, dennoch ungut.

    Und nicht mehr Yoga auf der dicken Fitnessmatte von Aldi praktizieren. 🙂

    Letztere ist für Sport aber ein echter Geheimtipp – hält jahrelang, bis sie mal irreversibel platt ist und stank von vornherein nicht. 🙂

  4. Leider kann ich die Matte von Pranajaya gar nicht empfehlen: Sehr durchlässig, ich spüre jeden Knochen, und vor allem bietet sie so gar keinen Halt: Beim Herabschauenden Hund rutschen meine Hände früher oder später ab, egal wie gut ich das Gewicht verteile und mich mit dem Boden „verbinde“. Alles andere ist natürlich toll – die Maße, waschbar, nachhaltig, schadstofffrei, vegan etc. – deswegen hab ich sie ja auch gekauft, aber wie gesagt, ich kann darauf echt gar kein Yoga machen. Für mich persönlich ein totaler Fehlkauf, umso mehr bei dem stolzen Preis. Das wird die nobelste Hundemattenspende fürs Tierheim aller Zeiten…. (mir jetzt das teure Ding vor die Badewanne zu legen, ist ja noch frustrierender als ohnehin schon!) und da das Geld erstmal weg ist, gehts zurück auf die kleine Billigmatte – auf der kann ich wenigstens ausführen, wofür sie gedacht ist! Wirklich schade 🙁

  5. …. und den Kundenservice von Pranajaya kann ich noch weniger empfehlen als ihre nicht-yogatauglichen Yogamatten – nicht gerade empathisch, offensichtlich keine konfliktlösenden Kompetenzen parat, aber dafür reichlich Satzzeichen hinter rehtorischen Fragen. Kund*innen freundlicher zu erklären, warum Yogamatten nicht zurückgenommen werden können, ist nun eigentlich keine Raketenwissenschaft….

  6. Irgendwie erweckt dieser Beitrag bei mir mal wieder den Eindruck, dass Utopia gesponsorte Produktempfehlungen publiziert. Wes Geld ich nehm, des Lied ich sing. Kann aber gar nicht sein – oder wie finanziert sich diese Seite?

  7. Hallo a.d.,
    vielen Dank für deine kritische Rückfrage. Wir finanzieren unsere Seite in der Tat vornehmlich über Werbung. Die verschiedenen Werbeformen, die wir dabei einsetzen, findest du hier: https://utopia.de/utopia-kooperationspartner-werbekunden/
    Bei dem Artikel zu Yoga-Matten handelt es sich um keinen Werbeartikel. Diese sind bei uns klar und transparent gekennzeichnet. Unsere Autorin hat für ihren Artikel Hersteller ausgewählt, die nachhaltiger und/oder fairer herstellen als andere. Entsprechend hebt sie hervor, wie sich diese positiv von anderen Produkten unterscheiden. Es tut uns leid, wenn dadurch ein falscher Eindruck entstehen sollte.
    Lieber Gruß,
    Lino (Utopia-Redaktion)