Gas-Alarmstufe: Das können Verbraucher:innen jetzt noch unternehmen

Die Bundesregierung hat die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen.
Foto: Jens Büttner/dpa

Nachdem die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen wurde, sollen private Haushalte genauso wie die Wirtschaft Energie sparen. Doch was können Verbraucher:innen konkret tun – oder selbst anstoßen? Ein Überblick.

Die Bundesregierung hat die zweite der drei Stufen des Notfallplans Gas ausgerufen: die Alarmstufe. Grund hierfür ist, dass Russland seine Gaslieferungen über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 deutlich vermindert hat. Ob und wann die nächste Stufe ausgerufen werden muss, ist unklar. Fest steht laut Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) jedoch, dass die höheren Energiepreise „Schritt für Schritt“ an die Verbraucher:innen weitergegeben werden. Deshalb rief er private Haushalte wie auch Unternehmen einmal mehr zur Sparsamkeit auf.

„Bevor der Winter kommt, macht es eben Sinn, die Heizung noch einmal vernünftig einzustellen oder einen hydraulischen Abgleich durchzuführen“, so Habeck. Demnach könnten bis zu 15 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Denn der Abgleich sorge dafür, dass das Heizwasser richtig ankommt.

Die Verbraucherzentrale in NRW rät vor allem Hausbesitzer:innen zu einem etwaigen Heizungsaustausch sowie besagtem hydraulischen Abgleich, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Außerdem sollten über ergänzende Solarnutzung oder das Dämmen von Rolladenkästen sowie Tür- und Fensterschlitzen nachgedacht werden. „Der Gaspreis wird weiter steigen“, so Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Er sieht auch die Vermieter:innen in der Pflicht, ihre Bestände auf Energieeffizienz zu überprüfen.  

Mit den Vermieter:innen rechtzeitig sprechen

Der Deutsche Mieterbund hingegen will aufgrund der Preissteigerung ein Kündigungsmoratorium. „Wir fordern ein Kündigungsmoratorium, das sicherstellt, dass niemand gekündigt werden darf, der wegen stark gestiegener Heizkosten seine Nebenkostenabrechnung nicht fristgerecht bezahlen kann“, wird Präsident Lukas Siebenkotten vom RND zitiert. Siebenkotten empfiehlt den Mieter:innen, mit ihren Vermieter:innen eine höhere Vorauszahlung zu vereinbaren – um so eine große Nachzahlung am Ende des Jahres zu vermeiden. Beide Seiten könnten sich auch auf eine Ratenzahlung einigen. Wichtig sei es, rechtzeitig in den Austausch zu treten.

Das Vergleichsportal Verivox verweist auf einen reduzierten Warmwasserverbrauch. Dies sei gerade im Sommer machbar. Check24 wiederum betont: „Nicht alle Versorger erhöhen die Preise im gleichen Maße.“ Verbraucher:innen sei daher geraten, Anbieter zu vergleichen.

Wer im Winter die Raumtemperatur um nur ein Grad senke, könne rund zehn Prozent der Heizenergie einsparen, erklärt Sprecher Edgar Kirk dem RND. Auch die regelmäßige Entlüftung der Heizkörper, die nicht von Möbeln versperrt werden sollten, helfe, Energie zu sparen. Kleinere Maßnahmen wie etwa ein wassersparender Duschkopf könnten Kirk zufolge ebenfalls Kosten verringern.

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