Kompletter Gas-Verzicht: Wirtschaftsministerium warnt vor Blackouts

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Das Bundeswirtschaftsministerium weist eine Forderung von FDP-Chef Lindner zurück: Auf den Einsatz von Gas bei der Stromerzeugung könne nicht gänzlich verzichtet werden. Sonst drohte eine Stromkrise.

Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge ist ein vollständiger Verzicht auf Gas in der Stromerzeugung aktuell nicht möglich. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sei Gas insbesondere in Spitzenzeitig nötig, um die Stromnachfrage zu jeder Zeit decken zu können, erklärte das Ministerium von Robert Habeck (Grüne) demnach in einem Papier. Andernfalls wäre die Versorgung von Verbraucher:innen gefährdet.

Damit reagiert das Wirtschaftsministerium auf eine Forderung von Bundesfinanzminister Christian Lindner. Dieser hatte Habeck am Wochenende dafür plädiert, dass mit Gas nicht länger Strom produziert werden dürfte. Habeck hätte die Möglichkeit, dies zu unterbinden, so der FDP-Chef.

In seinem Papier betonte das Wirtschaftsministerium der dpa zufolge, dass bereits Maßnahmen ergriffen worden seien, um den Einsatz von Gas in der Stromerzeugung zu verringern. Ein vollständiger Verzicht auf Gas könnte einem Sprecher zufolge im Stromsektor zur Stromkrise und Blackouts führen. „Systemrelevante Gaskraftwerke können nicht einfach abgeschaltet werden“, zitiert ihn die dpa.

Systemrelevante Gaskraftwerke

Diese Gaskraftwerke seien vor allem in Bayern erforderlich. „Zudem gibt es Gaskraftwerke, die neben Strom auch Wärme produzieren, um diese Wärme an geschützte Kunden, nämlich Verbraucherinnen und Verbraucher zu liefern, auch diese sind zum Teil systemrelevant“, heißt es weiter.

Gegen Russland hatten westliche Länder infolge des Angriffskriegs auf die Ukraine Sanktionen verhängt. Moskau drosselte zuletzt die Gaslieferungen nach Europa und Deutschland. Die Bundesregierung setzt infolge dessen wieder verstärkt auf die klima- und umweltschädliche Stein- und Braunkohle. Innerhalb der Ampel-Koalition schwelt derzeit auch die Diskussion um Atomenergie.

14,5 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland gehen aktuell auf den Einsatz von Gas zurück. 2021 waren es noch rund 16 Prozent. Der Großteil der Gasverstromung erfolge in KWK-Anlagen, die auch für die Wärmeerzeugung wichtig seien, erklärte das Wirtschaftsministerium. In der Stromerzeugung werde Gas nur eingesetzt, wenn es wirklich benötigt werde.

Mit Material der dpa

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