QR-Code-Trikot: Profi-Fußballclub ruft zum Boykott der Fußball-WM in Katar auf

Malcom Bidali und Tromso IL boycottieren die WM in Katar.
Screenshot: Instagram / tromsoil

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen, tausende tote Arbeiter:innen auf Baustellen – die Nachrichten aus dem WM-Land Katar sind kaum zu ertragen. Der nördlichste professionelle Fußballverein positioniert sich mutig dagegen – und das nicht zum ersten Mal.

Auf dem Trikot verlaufen die Farben rot und blau zu abstrakt aussehenden Strukturen, die sich beim genaueren Hinschauen in einen QR-Code auf dem Bauch und am Ärmel verwandeln. Die Trikots des norwegische Fußball-Erstligisten Tromsö IL werden die Spieler das erste Mal am Sonntag beim Spiel gegen Viking Stavanger tragen.

Der abgebildete QR-Code führt zur Internetseite des Vereins, auf der Informationen zur Situation in Katar geschildert werden. Damit möchte der Verein auf Menschenrechtsverletzungen im WM-Gastgeberland Katar aufmerksam machen.

Auf Twitter postete der Verein ein Bild des Trikots.

Der Aufruf von Tromsö IL

„Hallo Fußballwelt! Wir sind es wieder aus dem hohen Norden. Wir hatten gehofft, dass die FIFA und Katar beim letzten Mal auf uns hören würden, aber offensichtlich übertrumpft Geld immer noch Menschenrechte und Menschenleben“, mit diesen Worten begrüßt der Verein die Leser:innen in seinem Statement.

Weiter schreibt der Klub auf der Webseite: „Wir können nicht so tun, als hätten Fußball und Politik nichts miteinander zu tun, und wir dürfen niemals wegschauen, wenn jemand unser wunderbares Spiel dazu benutzt, um die Verletzung von Menschenrechten zu kaschieren.“

Unterstützung von Amnesty International und ehemaligem Arbeiter

Die Aktion wird unterstützt von Amnesty International und Malcom Bidali – einem ehemaligen Arbeiter von den WM-Baustellen in Katar. In einem sechsminütigen Video, das in das Statement der Mannschaft eingebettet ist, berichtet er von seinen Erfahrungen in Katar.

Hier ein Ausschnitt aus dem Video bei Instagram.

Während der Zeit bloggte er unter einem Pseudonym über die Arbeitsbedingungen, bis er festgenommen und inhaftiert wurde. Bidali is einer von unzähligen Arbeiter:innen, die unter den Zuständen auf den Baustellen gelitten haben. Viele hat das sogar ihr Leben gekostet. Laut Guardian sind seit der WM-Vergabe 2010 bei den Bauarbeiten in Katar über 6500 Menschen gestorben.

Frühere Aktionen des Vereins

Bereits im Frühjahr startete der Verein aus Tromsö eine Boykottaktion. Daraufhin überdachte sogar die norwegische Nationalmannschaft die Teilnahme an der WM. Da sich Norwegen nicht qualifizierte, ist der Boykott der Nationalelf hinfällig. Dem Verein Tromsö IL ist das aber egal: Er protestiert und ruft weiterhin zum Boykott auf.

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