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Bio-Pflanzen: Das solltest du beim Pflanzenkauf beachten

Foto: CC0 / Pixabay / cocoparisienne

Bio-Pflanzen gelten noch als Newcomer im Pflanzenbereich und sind daher bislang weniger bekannt. Wir verraten dir, warum Bio-Qualität auch bei Pflanzen wichtig ist und auf welche Siegel du achten kannst.

Deshalb sind Bio-Pflanzen wichtig

Während die Vorteile von Lebensmitteln in Bio-Qualität mittlerweile einer breiten Bevölkerungsschicht bewusst sind, sind Bio-Pflanzen immer noch ein Nischenprodukt. Laut Angaben des Ökolandbaus stammen nur etwa 1,7 Prozent aller Zierpflanzen aus ökologischem Anbau. Dabei bringen konventionell angebaute Pflanzen einige ökologische Probleme mit sich:

  • Die Pflanzen sind in der Regel mit teilweise hohen Mengen an Pflanzenschutzmitteln behandelt. Diese fördern das Aussterben von Insekten und wild wachsenden Pflanzenarten und bedrohen damit die Biodiversität. Mehr zu diesem Thema erfährst du hier: Pestizide: Wissenswertes zu Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden
  • Viele Zimmerpflanzen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen. Sie müssen demnach weite Transportwege zurücklegen und haben eine dementsprechend schlechte Ökobilanz. Hinzu kommt, dass die Arbeitsbedingungen im Herkunftsland in der Regel nicht transparent sind.
  • Um die Wachstumsbedingungen zu verbessern, wird Pflanzerde Torf beigemischt. Dies sorgt dafür, dass die Erde besser gepresst werden und so höhere Mengen an Wasser speichern kann. Der Torf kommt oft aus Weißrussland. Doch nicht nur der Transportweg sorgt für seine schlechte Ökobilanz: Beim Abbau von Torf werden hohe Mengen an Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Diese gelangen in die Atmosphäre und treiben die globale Erwärmung weiter voran. Zudem zerstört der Torfabbau den Lebensraum von Tieren und Pflanzen.
  • Nicht zuletzt kannst du konventionelle Pflanzen meist nur in Einwegbehältern aus Plastik kaufen. Damit entstehen langfristig hohe Mengen an Verpackungsmüll, der nicht biologisch abbaubar ist.

Wo gibt es Bio-Pflanzen?

Zimmerpflanzen verschönern zwar deine Wohnung, viele davon sind jedoch schon allein auf ihrer schlechten Öko-Bilanz nicht besonders nachhaltig.
(Foto: CC0 / Pixabay / kaboompics)

Wenn du die ökologischen Probleme von Zierpflanzen umgehen willst, musst du bislang noch etwas Zeit für die Suche nach Bio-Pflanzen aufbringen. Du kannst in gewöhnlichen Bau- und Gartencentern nachfragen, nicht immer wirst du dort aber fündig. Noch besser ist es, auf kleine und unabhängige Blumenläden und Gärtnereien zurückzugreifen. So unterstützt du den lokalen Handel und kannst dir vielleicht sogar selbst anschauen, wie heimische Pflanzen angebaut werden. Auch Bioläden bieten manchmal Pflanzen zum Verkauf an.

Wenn du Pflanzen für Garten und Balkon suchst, kannst du leicht auf regionale Arten zurückgreifen. Pflanzen haben so nicht nur eine bessere Ökobilanz, sondern fungieren auch als Nahrungsquelle und Lebensraum für heimische Insekten und Vögel.

Bevor du selbst neue Pflanzen kaufst, kannst du dich auch mit Freund*innen oder Familienmitgliedern vernetzen. Vielleicht haben sie ja noch Pflanzen, die sie gerne tauschen oder verschenken möchten. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern schont auch deinen Geldbeutel.

Bio-Pflanzen: Auf diese Siegel musst du achten

Bio-Pflanzen erkennst du an den typischen Bio-Siegeln.
(Foto: CC0 / Pixabay / Freja)

Für den Kauf von Bio-Pflanzen kannst du dich an den typischen Bio-Siegeln orientieren. Achte darauf, dass die Pflanzen mit dem Begriff „bio“ oder „aus ökologischem Anbau“ und dem entsprechenden Logo des Siegels deklariert sind. Andere Begriffe wie „aus kontrolliertem Anbau“ oder „naturnah“ sind nicht verlässlich. Da sie nicht geschützt sind, können Hersteller*innen sie auf jede Art von Produkt schreiben.

Neben dem Bio-Siegel der EU haben auch Demeter, Bioland und Naturland sogar noch strengere Richtlinien für den Anbau von Bio-Pflanzen erstellt. In allen vier Fällen gilt für Bio-Pflanzen:

  • Für den Anbau dürfen keine chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
  • Bio-Pflanzen sind frei von Gentechnik.
  • Der Anbau von Bio-Pflanzen soll so gestaltet sein, dass sich die Bodenfruchtbarkeit verbessert und Bodenerosion vorgebeugt wird. Dies realisieren Landwirt*innen zum Beispiel über eine sorgsame Auswahl bestimmter Pflanzensorten, eine mehrjährige Fruchtfolge oder die Wiederverwertung organischer Nebenprodukte.
  • Demeter, Naturland und Bioland betonen zudem, dass der Torfanteil der Erde möglichst gering ausfallen sollte.
  • Die drei Siegel schreiben zudem einen möglichst nachhaltigen Behälter vor. Dieser sollte im Idealfall aus biologisch abbaubaren Materialien wie Altpapier oder Holzfasern sein. Behälter aus Kunststoff müssen möglichst stabil und damit wiederverwendbar sein. PVC ist in jedem Fall verboten.

Weitere Nachhaltigkeits-Siegel

Neben Bio-Siegeln gibt es weitere Label, die bestimmte Nachhaltigkeits-Standards garantieren.
(Foto: CC0 / Pixabay / rihaij)

Neben Bio-Siegeln gibt es weitere Label, die dir zumindest eine Orientierung bezüglich des Anbaus einer Pflanze geben können:

  • So signalisiert das Fairtrade-Siegel auch bei Schnittblumen und Zierpflanzen, dass bestimmte Standards bei den Arbeitsbedingungen eingehalten wurden. Zudem bewertet Fairtrade ökologische Kriterien: Fairtrade-Farmen sollten zum Beispiel über ein Kompost- und Müllmanagement verfügen und möglichst sparsam wässern.
  • Das niederländische Nachhaltigkeitsprogramm MPS will Gärtnereien dabei helfen, ökologisch bewusster zu arbeiten. So erfasst das Programm alle wichtigen Daten, um ein Unternehmen mithilfe einer Nachhaltigkeitsskala zu bewerten. Wird eine ausreichend hohe Punktzahl erreicht, zeichnet das Programm ein Unternehmen mit dem MPS-ABC Zertifikat aus. Dieses gilt als Grundzertifizierung für nachhaltig produzierte Pflanzen.
  • Pflanzen, die mit dem GGN-Label des GlobalGAP Standard ausgezeichnet sind, kannst du mithilfe der entsprechenden Nummer auf der GGN-Website zurückverfolgen. Dort siehst du genau, woher die jeweilige Zierpflanze kommt.

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