Bohnenkraut: Anbau, Verwendung und Wirkung

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Bohnenkraut kannst du ganz einfach in deinem Garten oder am Balkon anpflanzen. Das Küchenkraut ist sehr aromatisch und besticht durch seinen intensiven Geruch. Hier erfährst du was du beim Anbau und der Verwendung von Bohnenkraut berücksichtigen musst.

Bohnenkraut und seine Wirkung

Bohnenkraut steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe.
Bohnenkraut steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Die Gattung der Bohnenkräuter umfasst etwa 40 verschiedene Arten. Sie gehören alle zur Familie der Lippenblütler. Zu den bekanntesten zählt das Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) sowie das Winterbohnenkraut (Satureja montana). Letzteres wird auch Bergbohnenkraut genannt. Die verschiedenen Bohnenkräuter ähneln sich im Geschmack und Geruch sehr stark, nur im Anbau und bei der Pflege gibt es einige Unterschiede.

Bohnenkraut ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen, dazu gehören unter anderem:

Die Stoffe sollen sich positiv auf die Verdauung auswirken, weshalb Bohnenkraut traditionell verwendet wird, um schwer verdauliche Speisen zu würzen. Obwohl das Kraut heute kaum noch als Heilpflanze eingesetzt wird, hat sie viele positive Auswirkungen auf den Körper. Wie eine Studie über Sommerbohnenkraut aus dem Jahr 2018 zeigt, hat die Pflanze unter anderem folgende Eigenschaften:

Bohnenkraut in deinem Garten

Bohnenkraut ist eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen.
Bohnenkraut ist eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen. (Foto: CC0 / Pixabay / deluna)

Sommerbohnenkraut ist eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von etwa 55 Zentimetern erreicht. Das robustere Bergbohnenkraut ist winterhart und kann zwei- bis mehrjährig werden. Es wird bis zu 70 Zentimeter groß. Die Pflanzen blühen von Juli bis Oktober. Der Duft der Blüten zieht Bienen, Hummeln und andere Insekten an.

Wenn du länger Freude am intensiven Bohnenkraut haben möchtest, solltest du dich für das mehrjährige Winterbohnenkraut entscheiden. Ansonsten ähnelt sich der Anbau beider Sorten stark.

Standort:

  • Bohnenkraut braucht einen hellen und warmen Standort.
  • Der Boden sollte wasserdurchlässig und leicht kalkhaltig sein. Bohnenkraut reagiert empfindlich auf Staunässe. Wenn die Erde lehmartig und fest ist, solltest du sie vorher mit etwas Sand auflockern.
  • Du kannst sowohl Sommer- als auch Winterbohnenkraut im Garten oder im Topf anpflanzen. Achte darauf, dass der Topf groß genug für das Kraut ist.

Aussaat:

  • Bohnenkraut gehört zu den Lichtkeimern. Der Samen benötigt demnach einen hellen Platz, um zu keimen. Optimal eignet sich die Fensterbank.
  • Ab April kannst du drinnen Keimlinge vorziehen. Drücke die Samen dafür nur leicht auf die Anzuchterde, damit sie ausreichend Licht bekommen.
  • Ab Ende Mai kannst du Bohnenkraut auch direkt draußen aussäen. Auch hier reicht es, die Samen leicht in die Erde zu drücken. Sie sollten nicht vollkommen bedeckt sein.
  • Achte darauf, dass der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen mindestens 20 Zentimeter beträgt. Bohnenkraut wächst voluminös und braucht genügend Platz, um gut zu gedeihen.
  • Alternativ kannst du auch Stecklinge kaufen.

Pflege:

  • Bohnenkraut ist nährstoffarme Böden gewohnt. Deshalb solltest du die Erde nur einmal im Jahr im Frühling mit organischem Dünger behandeln.
  • Dafür ist es empfehlenswert, den Boden gelegentlich mit Kalk anzureichern.
  • Bohnenkraut benötigt wenig Wasser und übersteht auch längere Trockenperioden. Du solltest die Pflanzen auf keinen Fall zu viel gießen. Am besten gießt du Bohnenkraut erst, wenn die Erde zwei Zentimeter tief trocken ist.
  • Mehrjähriges Bohnenkraut in der Topfkultur stellst du im Winter nach drinnen in einen kühlen Raum.
  • Am besten schneidest du mehrjähriges Bohnenkraut im Frühjahr, um das buschige Wachstum anzuregen.

Ernte:

  • Grundsätzlich kannst du Bohnenkraut das ganze Jahr über ernten. Allerdings variiert die Intensität. Junge Triebe sind deutlich milder, während die älteren, vor allem beim mehrjährigen Winterbohnenkraut, sehr herb sind.
  • Am intensivsten ist der Geschmack des Krauts kurz vor der Blüte. Die beginnt je nach Wetterbedingungen zwischen Juli und August.
  • Da die Blüten ebenfalls essbar sind, kannst du Bohnenkraut auch während der Blüte ernten und verwenden.
  • Schneide die Zweige einfach je nach Bedarf mit einer Gartenschere ab.

Bohnenkraut lagern: So klappt’s

Bohnenkraut lässt sich durch Trocknen haltbar machen.
Bohnenkraut lässt sich durch Trocknen haltbar machen. (Foto: CC0 / Pixabay / Antranias)

Du kannst Bohnenkraut direkt nach der Ernte frisch verarbeiten. Ist die Ernte besonders üppig ausgefallen, ist es empfehlenswert das Kraut haltbar zu machen.

Anders als viele andere Kräuter verliert Bohnenkraut nicht an Geschmack, wenn du die Pflanze trocknest. Im Gegenteil, richtig getrocknet kann sich der Geschmack sogar noch intensivieren.

Das einjährige Sommerbohnenkraut kannst du vollständig aus dem Boden ziehen und mit einem Faden an einem schattigen Platz zum Trocknen aufhängen.

Bei Winterbohnenkraut verwendest du nur die jungen Triebe zum Trocknen, während du die älteren, verholzten stehen lässt. Binde die Triebe mit einem Faden zusammen und hänge sie an einem schattigen, trockenen Platz. Direkte Sonneneinstrahlung solltest du in dieser Phase vermeiden, da das Kraut sonst an Geschmack verliert.

Wenn das Bohnenkraut fertig getrocknet ist, lassen sich die Blätter einfach vom Stiel lösen und du kannst sie in ein Schraubglas füllen. Bohnenkraut solltest du dunkel und trocken lagern, dann hält es sich mindestens ein Jahr.

Alternativ kannst du Bohnenkraut auch einfrieren. Wasche das Kraut dafür gründlich und tupfe es anschließend trocken. Du kannst die ganzen Triebe in ein Glas oder einen Baumwollbeutel packen, um Plastikmüll zu vermeiden und das Kraut so einfrieren.

So verwendest du Bohnenkraut in der Küche

Bohnenkraut eignet sich gut für Kartoffelgerichte.
Bohnenkraut eignet sich gut für Kartoffelgerichte. (Foto: CC0 / Pixabay / TerriC)

Bohnenkraut ist vor allem in der französischen Küche sehr beliebt. Kein Wunder: Das Küchenkraut ist vielseitig anwendbar und passt zu unzähligen Gerichten.

  • Der Name ist Programm. Kaum ein Gewürzkraut harmoniert so gut mit Bohnen. Egal ob zu Bohnensalat oder einer frischen Bohnenpfanne, Bohnenkraut passt garantiert.
  • Besonders gut eignet sich das Küchenkraut auch für diverse Kartoffelgerichte, von Wedges über Kartoffelgratin oder einer klassischen Kartoffelsuppe.
  • Auch Kohlgerichte oder Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen kannst du mit Bohnenkraut verfeinern. Seine verdauungfördernde Wirkung ist ein zusätzlicher Vorteil.
  • Bohnenkraut eignet sich hervorragend als Zutat für selbst gemachte Kräuterbutter oder Kräuterquark.
  • Traditionell werden auch Fleischgerichte, wie etwa Lamm, oder Fischgerichte mit Bohnenkraut gewürzt.

Bohnenkraut ist sehr intensiv im Geschmack. Daher solltest du es sparsam einsetzen und dich geschmacklich herantasten. Damit der Geschmack nicht verloren geht, solltest du das Küchenkraut nicht zu lange mitkochen. Der Geschmack von Bohnenkraut harmoniert mit verschiedenen mediterranen Kräutern wie Thymian, Salbei oder Rosmarin.

In der Küche wird häufiger Sommerbohnenkraut verwendet. Obwohl grundsätzlich beide Sorten dafür geeignet sind. Das Winterbohnenkraut schmeckt etwas intensiver und wird deshalb eher als Tee verwendet. Wegen seine antientzündlichen Eigenschaften eignet es sich hervorragend als Hausmittel bei Husten.

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