Darmflora aufbauen: So wird dein Darm nach einer Antibiotika-Behandlung wieder fit

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Manchmal musst du deine Darmflora wieder aufbauen – zum Beispiel wenn ihr natürliches Milieu durch eine Behandlung mit Antibiotika gestört ist. Wir zeigen dir, wie es geht.

Darmflora aufbauen: Ursachen und Auswirkungen einer gestörten Darmflora

Manche Hautprobleme können vom Darm ausgehen
Manche Hautprobleme können vom Darm ausgehen (Foto: CC0 / Pixabay / Kjerstin_Michaela)

Eine gesunde Darmflora ist enorm wichtig für deinen gesamten Organismus, doch Antibiotika oder Abführmittel können sie schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Ein kranker Darm kann zahlreiche Krankheiten auslösen, wie etwa Allergien, Autoimmunerkrankungen, Hautprobleme oder auch häufige Infekte. Sogar psychische Krankheiten wie Depressionen können auf eine gestörte Darmflora zurückgeführt werden, wie die Wissenschaftszeitung Spektrum berichtet.

Gründe für ein Ungleichgewicht im Darm sind vielseitig: Falsche Ernährung, Krankheiten und viele Arzneimittel können das natürliche Gleichgewicht deiner Darmbakterien durcheinander bringen. Besonders Antibiotika-Therapien schädigen deine Darmflora.

Darmflora aufbauen nach Antibiotika-Behandlung

Darmaufbau nach Antibiotika
Darmaufbau nach Antibiotika (Foto: CC0 / Pixabay / ulleo)

Vielleicht musstest du schon ein mal Antibiotika nehmen und hast währenddessen mit einem unruhigen Verdauungssystem zutun gehabt – ein gestörter Magen-Darm-Trakt gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen:

Eine Studie der Stanford University School of Medicine fand heraus, dass bei Probanden etwa ein Drittel der ursprünglichen Darmbakterien nach einer Antibiotika-Therapie verschwunden waren, wie die Pharmazeutische Zeitung online berichtet. Ein Antibiotikum tötet zwar sehr wirkungsvoll krankmachende und schädliche Bakterien in deinem Körper ab, greift dabei aber gleichzeitig auch die gutartigen und wichtigen Organismen in deinem Darm an.

Und deinen Darm wieder fit zu machen, kannst du ihn nach einer Antibiotika-Therapie gezielt wieder aufbauen. Dies gelingt am besten, indem du probiotische Lebensmittel zu dir nimmst.

Darmflora aufbauen mit Probiotika: So wirken sie

Probiotika sind lebendige Mikroorganismen, die meist aus Milchsäurebakterien der Art Lactobacillus casei bestehen oder in Form von Hefepilzen auftreten. Die Kulturen siedeln sich im Dünn- und Dickdarm an und wirken sich positiv auf das dortige Milieu aus, wie in einer Publikation der Charité Berlin beschrieben wird.

Die in Milchprodukten und fermentierten Produkten in hohem Maße enthaltenen Milchsäurebakterien drängen Krankheitserreger zurück und reinigen nachhaltig den Darm, wie die Zeitschrift Schrot und Korn online erklärt.

Darmflora aufbauen mit Probiotika: In diesen Lebensmitteln kommen sie vor

Naturjoghurt enthält wichtige Probiotika.
Naturjoghurt enthält wichtige Probiotika. (Foto: CC0 / Pixabay / NeuPaddy)

Probiotika kannst du in natürlicher Form in zahlreichen Nahrungsmitteln finden. Du musst also nicht immer auf Kapseln, Pulver oder spezielle Produkte zurückgreifen – außer dein Arzt verordnet es.

In natürlicher Form sind die gesunden Probiotika besonders in den folgenden Milchprodukten enthalten:

  • Naturjoghurt
  • Kefir
  • Buttermilch
  • Quark
  • Sauermilch

Achte beim Kauf auf Bio-Qualität. Vermeide außerdem den Zusatz von Zucker. Zucker ist im Rahmen des Darmaufbaus kontraproduktiv, da sich pathogene Keime und Bakterien gern von ihm ernähren.

Neben Milchprodukten kannst du gesunde Probiotika auch in fermentierten Lebensmitteln finden. Das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Milchsäure gehört zu den ältesten Konservierungsmethoden der Welt.

Plane im Rahmen deines Darmaufbaus folgende fermentierte Lebensmittel in deinen Speiseplan mit ein:

Gemeinsam wirksam: Probiotika und Präbiotika

Brokkoli als Lieferant für Präbiotika
Brokkoli als Lieferant für Präbiotika (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Ihre volle Wirkung können die Probiotika entfalten, wenn du sie mit sogenannten Präbiotika kombinierst. Präbiotika sind bestimmte Ballaststoffe, die den lebenden Mikroorganismen der Probiotika als wertvolle Nahrung dienen. Durch die Einnahme von präbiotischen Lebensmitteln sorgst du dafür, dass sich die Probiotika in deinem Darm ausbreiten und vermehren können.

Präbiotika sind besonders in folgenden Lebensmitteln enthalten:

Langfristig baust du durch eine richtige Ernährung schonend deine Darmflora wieder auf und bringst das Bakterienmilieu wieder in Balance. Für einen gesunden Darm empfiehlt es sich, die probiotischen und präbiotischen Lebensmittel in deinen alltäglichen Speiseplan zu integrieren, auch unabhängig von Antibiotikabehandlungen.

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(2) Kommentare

  1. Ihr könntet den „Kanne Brottrunk“ noch mit in die Liste aufnehmen, der eine vegane Alternative zu Joghurt, Kefir usw. ist. Und er ist eine günstige Alternative zu manchen von weither eingeführten Produkten.

    Wirklich frisches Sauerkraut ( es muss weiß sein und darf keinen Gelbstich haben!) erhält man kaum irgendwo und wenn, dann nur ein paar Wochen nach der Kohlernte für kurze Zeit im Bioladen oder evtl. auf dem Markt.
    Ansonsten lebt da keine Milchsäure mehr, wenn das Sauerkraut schon vorgekocht, also gelblich ist.

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