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Fairphone 4 kommt: Android 11, 5G und andere Neuerungen im Gespräch

Fairphone 3
Foto © Fairphone

Fans nachhaltiger Smartphones dürfen sich freuen: Die ersten Gerüchte zum Fairphone 4 sind im Umlauf. Schon im Gespräch: 5G-Support und Android 11 – noch im Herbst könnte es so weit sein.

Es ist ziemlich offiziell: Das Fairphone geht bald in die vierte Generation (genauer: in die viereinhalbte). Als Beleg dafür gilt ein Eintrag auf den Website „WiFi-Alliance“, über den erste Tweets am 9. August 2021 kursierten (der Eintrag selbst scheint allerdings nicht mehr zugänglich zu sein).

Wenn man vom bisherigen Innovationszyklus ausgeht, scheint eines sehr wahrscheinlich: Das Fairphone 4 kommt.

Fairphone 4: 5G und Android 11

Das Fairphone 4 (FP4) wird wohl über Support für Telefonnetze mit 5G verfügen. Dies lehnen nutzerseitig wahrscheinlich einige 5G-Kritiker:innen ab, international gilt fehlender 5G-Support aber als Misserfolgsgarantie, sodass wahrscheinlich kein Weg daran vorbeiführt.

Über Android 11 als Betriebssystem für das Fairphone 4 wird spekuliert, doch das liegt eigentlich ohnehin auf der Hand, denn: Erstens ist Android 10 inzwischen längst auf dem Fairphone 3/3+ zu haben, zweitens soll Android 12 erst im Herbst kommen. Ergo wird das FP4 wohl nicht ab Werk mit Version 12 erscheinen.

Aber: Bei einem Blick auf die bisherige Update-Praxis darf man damit rechnen, dass das als langlebig konzipierte Fairphone 4 in realistischer Zeit ein Update auf Googles Smartphone-Betriebssystem Android 12 erhalten wird. Offen ist die Frage, welche Alternativen es geben wird: Das Fairphone 2 bot noch „Fairphone Open“, ein Android-Betriebssystem ohne Google-Apps; der Nachfolger setzte hingegen auf „/e/ OS“ von der e.Foundation. Letzteres halten wir bei Modell 4 für wahrscheinlicher.

Notebookcheck spekuliert über einen Marktstart in den nächsten Wochen oder Monaten. Winfuture nennt den bisherigen Chip-Lieferanten Qualcomm auch als zukünftigen SoC-(System-on-a-Chip)-Hersteller für das Fairphone 4 und befindet einen Wechsel hier für „alles andere als wahrscheinlich“.

Warum Fairphone 4?

Die wahrscheinlichen (und unbestätigten!) Neuerungen des FP4 im Utopia-Check:

  • 5G für schnellere Datenverbindungen: Brauchen die meisten Nutzer:innen wahrscheinlich nicht wirklich. Aber wer 5G nutzen will (und auch einen entsprechenden Tarif hat), wird mit dem FP4 in Zukunft eben nachhaltiger fündig. Anders gesagt: Wer 5G nicht zwingend „braucht“, für den tut’s weiterhin ein neues oder gebrauchtes FP 3/3+.
  • Android 11: Die Neuerungen gegenüber der Vorversion halten sich derart in Grenzen, dass man allein dafür nicht unbedingt zum 4er wechseln muss, sondern auch mit den 3er-Modellen zufrieden sein könnte. Aber: Tatsächlich verbessert sind Datenschutzoptionen, die es erlauben, die Zugriffseinschränkungen für jede einzelne App-Nutzung festzulegen, und die zugleich dafür sorgen, dass diese Einstellungen nach einiger Zeit „vergessen werden“, also neu vergeben werden müssen. Das ist an Android 11 schon wünschenswert.
  • Bessere Kamera: Das Fairphone 2 kam noch mit 8-MPixel-Cam (Upgrade-Modul: 12 MPixel), das Fairphone 3 gleich ab Werk mit 12 Pixel (Upgrade-Model: 48 MPixel, wobei die 48 Megapixel hier nicht direkt in die Auflösung einfließen, sondern für eine Verbesserung der Bildqualität, schnelleren Fokus und anderes sorgen). Hier ist eher mit einer Vergrößerung der Sensorfläche, mit einer lichtstärkeren Optik oder mit multiplen Kameras zu rechnen als mit noch mehr Megapixeln.
  • Wo wir nicht mit Änderungen rechnen: Auswechselbarer Akku, mit MicroSD-Cards erweiterbarer Speicher, USB-C-Anschluss, Kopfhöreranschluss und so weiter werden sicher auch beim FP4 zu finden sein.

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Fairphone 4: Preis und Verfügbarkeit

Mit dem Fairphone 4 geht das gleichnamige niederländische Unternehmen seinen Weg weiter, immer nachhaltigere Smartphones zu bauen. Erwies sich das erste Modell noch als sehr rudimentär, war das zweite Fairphone bereits ein großer Wurf und extrem modular aufgebaut, zeigte allerdings noch einige Schwächen im Alltag. Die Modelle 3 und 3+ setzten aus unserer Sicht neue Standards, weil sie sowohl zuverlässig als auch modular und reparierbar waren und ihre Rohstoffe aus weitgehend nachhaltigen oder fairen Quellen bezogen, allen voran Zinn, Tantal, Wolfram und Gold (Details). Das FP4 wird diesen Weg gewiss weitergehen.

Mit Spannung wird der Preis des Fairphone 4 erwartet. Denn eigentlich ist das Modell 3+, vorgestellt im Herbst letzten Jahres, noch immer ein tadelloses Mittelklasse-Android-Handy. Es kann bedenkenlos empfohlen werden und ist derzeit zu Straßenpreisen von rund 440 Euro zu haben (gebraucht auch günstiger). Möglicherweise wird sich Modell 4 in der gleichen Preisklasse bewegen und zugleich der Preis des 3/3+ sinken. Gut denkbar aber auch, dass der Preis des FP 3/3+ gleichbleiben wird, das FP 4 dagegen als stärkeres Modell die Angebotspalette erweitert – dann sind Funktionen aus dem Luxus-Segment der Smartphones zu erwarten. Man könnte hier, analog zu Tesla, betuchte Zielgruppen ansprechen, die sich entsprechende Produkte leisten können – und mit deren Zahlungsmöglichkeiten dann das Konzept weiterentwickeln.

Aber: Das Fairphone 4 gibt es noch nicht (offiziell), Verfügbarkeit und Erscheinungsdatum stehen noch in den Sternen. Ausgehend von der bisherigen Veröffentlichungspolitik rechnen wir nicht vor September, aber auch nicht nach November damit.

Ein Fairphone 3+ tut’s übrigens auch. Fairphone kaufen geht derzeit hier:

Fairphone 3+ / Fairphone drei plus
Modular, reparierbar und immer noch brauchbar: Fairphone 3+ (Bild: Fairphone)

Alternativen zum Fairphone 4

Es ist fast schon eine Tradition, dass wir natürlich auch Alternativen zum kommenden Fairphone 4 nennen:

  • Gebrauchtes FP3. Wenn einige Nutzer:innen auf ein Fairphone 4 umsteigen, werden sie ihre 3er-Modelle gebraucht veräußern. Wir sagen: Zuschlagen! Denn das ist noch nachhaltiger als der FP4-Neukauf – und mit dem FP3 kann man im Prinzip alles machen, was man auch mit dem FP4 voraussichtlich wird machen können. Die Gebrauchtpreise auf Ebay liegen allerdings derzeit kaum unter den Originalpreisen, abhängig auch davon, ob es sich um ein 3er oder ein 3+ handelt.
  • Gebrauchtes (anderes) Smartphone: Die einfachste Möglichkeit, um ein einigermaßen gutes und aktuelles Smartphone zu bekommen – und dennoch seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
  • Shiftphone: Die Modelle Shift 5me (günstiger, technisch unterlegen) und Shift 6m (teurer, technisch wahrscheinlich vergleichbar) sind denkbare Alternativen zum Fairphone 4.

Oder auch: Gar kein Smartphone. Das wäre ökologisch das Beste – aber es bedeutet natürlich einen Verzicht, mit dem man heutzutage fast schon auffällt – und erhebliche Einschränkungen hinnehmen müsste.

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