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Müllfehler: Warum du den Deckel am Joghurtbecher immer abmachen solltest

Joghurtdeckel Mülltrennung
Foto: Colourbox.de / #2758

Mülltrennung ist nicht immer einfach, aber immer sehr wichtig. Denn nur korrekt getrennt können Abfälle recycelt und wieder zu neuen Produkten verarbeitet werden. Wir klären, warum der Deckel des Joghurtbechers vor dem Entsorgen abgemacht werden muss – und was mit dem Becher in der Müllsortieranlage passiert.

Die Zeitung ins Altpapier, die leere Weinflasche ins Altglas – so weit ist die Mülltrennung noch klar. Doch bei manchen Produkten und Verpackungen wird es schon kniffliger: Wie entsorge ich zum Beispiel einen Joghurtbecher am besten? Muss ich den Deckel abziehen oder ist das nicht notwendig? Wir geben die Antwort auf diesen typischen Müllfehler.

Joghurtbecher entsorgen: mit oder ohne Deckel?

Beim Entsorgen von Joghurtbechern gilt zu allererst: Joghurtbecher nicht in den Restmüll, sondern in die Gelbe Tonne oder die Wertstofftonne werfen. Nur über diese Tonnen werden Verpackungen wie Joghurtbecher eingesammelt und die Wertstoffe können aufbereitet und recycelt werden.

Bevor der Joghurt in der richtigen Tonne landet, solltest du ihn in seine Einzelteile zerlegen; das bedeutet, du ziehst den Aluminiumdeckel vollständig ab und entfernst auch die Pappbanderole, falls eine am Joghurtbecher befestigt ist. Die Pappe kommt ins Altpapier, Joghurtbecher und -deckel getrennt in die Gelbe Tonne.

Werden Becher und Deckel zusammen entsorgt, wird weniger recycelt

Entfernst du Pappe und Aluminiumdeckel vom Joghurtbecher nicht und wirfst den Joghurt im Ganzen weg, erschwert das das Recycling der Kunststoffe. Dazu sehen wir uns an, was mit dem weggeworfenen Joghurt in der Gelben Tonne genau passiert:

Alle Verpackungen aus dem Gelben Sack – Kunststoffe, Verbundstoffe und Metalle – landen in einer Müllsortieranlage (siehe Bild unten). Die einzelnen Materialien werden mithilfe von Sieben, Magneten und Scannern sortiert, um die Wertstoffe sortenrein recyceln zu können.

Joghurtbecher korrekt entsorgen: In der Müllsortieranlage werden alle Abfälle aus der Gelben Tonne angeliefert.
In der Müllsortieranlage werden alle Abfälle aus der Gelben Tonne angeliefert – auch deine Joghurtbecher. (Foto: „Mülltrennung wirkt“ / Holger Martens)

Nachdem die Abfälle über ein Trommelsieb in drei verschiedene Größen sortiert wurden, teilt ein sogenannter Windsichter mit einen künstlichen Luftstrom leichte Materialien von schweren. Anschließend werden die Metalle getrennt in magnetische und nicht-magnetische Stoffe. Hast du den Aluminiumdeckel vom Joghurtbecher abgemacht und getrennt entsorgt, kann das nicht-magnetische Aluminium jetzt herausgefiltert werden.

Ein sogenanntes Trommelsieb sortiert die Kunststoffe nach Größe.
Ein sogenanntes Trommelsieb sortiert die Kunststoffe nach Größe. (Foto: „Mülltrennung wirkt“ / Holger Martens)

Der Joghurtbecher selbst durchläuft weitere Sortierschritte: Ein Nah-Infrarotscanner analysiert die Materialoberfläche der Verpackungen
und trennt verschiedene Kunststoffarten wie PET, Polyethylen, Polystyrol und Polypropylen.

Die Kunststoffe werden zu Ballen gepresst, damit sie zu Verwertungsbetrieben transportiert werden können.
Die Kunststoffe werden zu Ballen gepresst, damit sie zu Verwertungsbetrieben transportiert werden können. (Foto: „Mülltrennung wirkt“ / Holger Martens)

Eine Ballenpresse verdichtet die verschiedenen Materialien, die inzwischen zu 95 Prozent sortenrein getrennt sind, zu transportfähigen Wertstoffballen.

Wird der Joghurtbecher korrekt entsorgt, bleibt das Aluminium im Kreislauf

In spezialisierten Betrieben können die Kunststoffe aus dem Joghurtbecher dadurch zu Granulat verarbeitet werden, aus dem zum Beispiel Abflussrohre, Pflanztöpfe und Reinigungsmittelflaschen hergestellt werden. Der Aluminiumdeckel des Joghurtbechers kann eingeschmolzen zu reinem Aluminium wieder dem Kreislauf zugeführt werden – derzeit allerdings noch mit hohem Energieaufwand. Lies dazu auch: Aluminiumrecycling: So funktioniert es

Trennst du Aludeckel und Kunststoffbecher nicht voneinander, wird das Aluminium beim Sortieren der Abfälle zwar herausgefiltert, das Plastik wird jedoch mitgenommen und beim Aluminiumrecycling verbrannt. Es kann somit nicht mehr stofflich verwertet, sprich recycelt werden.

Bitte keine Windeln: Nur Verpackungen in der Gelben Tonne entsorgen

Das ist jedoch nicht der einzige Müllfehler bei den Abfällen in der Gelben Tonne. Axel Subklew von der Initiative „Mülltrennung wirkt“ erklärt uns: „Ein wichtiges Ziel unserer Initiative ist es, Fehlwürfe zu reduzieren. Noch immer landen ca. 30 Prozent Fehlwürfe im Gelben Sack.“

Fehlwürfe erschweren zum einen das Recycling der korrekt entsorgten Verpackungen, gleichzeitig gehen dadurch Wertstoffe verloren, die richtig entsorgt wiederverwendet werden könnten. Nicht in die Gelbe Tonne gehören: Flaschen, Papier, Windeln, CDs, DVDs, Videokassetten, Batterien und Akkus.

Das Wichtigste deshalb nochmal zusammengefasst:

  1. Joghurtbecher nicht in den Restmüll, sondern in die Gelbe Tonne oder die Wertstofftonne
  2. Joghurtbecher von Pappbanderole und Aludeckel befreien; die Pappe ins Altpapier, Deckel und Becher in die Gelbe Tonne
  3. Joghurtbecher nur restentleert, also löffelrein entsorgen; spülen verbraucht unnötiges Wasser

Noch besser als die korrekte Entsorgung des Joghurtbechers: Kauf lieber Joghurt im Pfandglas. Das Glas kann nach dem Zurückgeben gespült und viele Male wiederverwendet werden. Dadurch werden Ressourcen geschont.

Auch eine sehr gute Idee: (Veganen) Joghurt selber machen und damit Verpackungen einsparen. Wir haben zwei Rezepte für dich:

Weitere knifflige Müllfragen und Müllfehler, die du vermeiden kannst:

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