Muskatnuss: Herkunft, Wirkung und Verwendung

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Die Muskatnuss ist aus Lebkuchen oder Glühwein nicht wegzudenken. Aber zu vielen anderen Gerichten passt Muskat gut. Was du über ihre Inhaltsstoffe und Verwendung wissen musst, erklären wir dir hier.

Anbau und Herkunft der Muskatnuss

Die Muskatnuss ist genau genommen gar keine Nuss, sondern ein Samen und zwar vom Muskatbaum, der ursprünglich aus Indonesien stammt. Der Muskat, den du in Läden hierzulande findest, kommt heute aber meistens aus Afrika oder Südamerika. Hauptexportland ist Grenada.

Der fünf bis achtzehn Meter hohe Muskatbaum ist immergrün und sehr wählerisch: Temperaturen unter 20 und über 30 Grad Celsius mag er nicht. Die ersten Früchte trägt er erst nach acht Jahren.

Die Samen bilden sich aus aprikosenähnlichen Früchten, die nach ungefähr neun Monaten aufplatzen und den Samen freigeben. Die Samenhülle, Mazis genannt, wird vorsichtig entfernt und zurück bleibt der Kern, der einige Wochen getrocknet werden muss, bis er sich von seiner Schale löst.

Muskat war übrigens früher ein wohl gehütetes Geheimnis, was das Gewürz im Mittelalter sehr teuer machte. Die Heilwirkungen von Muskat werden schon lange geschätzt.

Heilende Wirkung der Muskatnuss

Muskat ist reich an Eisen, Magnesium, Phosphor, Zink und Natrium sowie den Vitamin A, Vitamin C und B-Komplexen. Außerdem enthält die Muskatnuss auch zu 16 Prozent ätherische Öle. Folgende heilende Wirkungen werden ihr nachgesagt:

  • Muskat soll den Darm stärken und kräftigen, bei Darmbeschwerden und Magenschwäche und wegen spezieller Extrakte gegen Blähungen helfen.
  • Auch bei Gallen- oder Leberschwäche oder Herzschwäche soll Muskat helfen. Aber Vorsicht, bitte immer erst Rücksprache mit einem Arzt halten!
  • Die Muskatnuss kann, zum Beispiel in warmer Milch beruhigend und entspannend wirken, sodass sie auch bei Schlafstörungen helfen kann.
  • Schon früh galt Muskat außerdem als Potenzmittel und lustförderndes Aphrodisiakum.
  • Auf der Haut angewendet – entweder in Cremes als Muskatbutter oder als Pulver in warmem Wasser eingerührt kann Muskat außerdem entzündungshemmend wirken.

Giftstoffe der Muskatnuss

Die erste Regel bei Muskat ist allerdings: In Maßen, nicht Massen. Denn Muskat enthält den giftigen Stoff Myristicin, der halluzinogen wirken kann und damit Rauschzustände oder sogar Vergiftungen hervorrufen kann.

Der Rauscheffekt kann schon ab ungefähr vier Gramm Muskat einsetzen. Der Zustand kann bis zu 48 Stunden dauern und bringt eine Reihe von unerfreulichen Nebenwirkungen mit sich:

  • Der Konsum kann Halluzinationen hervorrufen.
  • Muskatnuss in zu großen Mengen kann Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen mit sich bringen.
  • Außerdem verursacht sie Herzrasen und Kopfschmerzen.

Die Wirkungen eines Muskatrausches sind nicht absehbar und können durch die Kombination der körperlichen Symptome und Halluzinationen zu Horrortrips führen.

In geringen Mengen enthält Muskat den Stoff Safrol, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Myristicin hemmt außerdem eine bestimmte Art der Enzyme, die sogenannten MAO-Enzyme, die für den Abbau von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin zuständig sind.

Durch diese Hemmung werden ganz „normale“ Lebensmittel toxisch. Dazu gehören unter anderem Tofu, gereifter Käse, geräucherte oder getrocknete Fleisch- oder Fischprodukte, einige Weinsorten, Sauerkraut, Produkte, die Kakao oder Koffein enthalten, oder auch Alkohol.

Kauf und Verwendung von Muskat

Muskat ist als Gewürz vielfältig einsetzbar
Muskat ist als Gewürz vielfältig einsetzbar (Foto: CC0 / Pixabay / stevepb)

Die Muskatnuss lässt sich in verschiedenen Formen kaufen: Als ganze Früchte, die du mit einer Muskatreibe selbst noch reiben kannst, als fertig geriebenes Pulver oder als Muskatbutter. Muskat wird aber auch als ätherisches Öl oder in Gewürzmischungen wie Garam Masala verkauft.

Du solltest darauf achten, Gewürze aus fairem Handel und in Bioqualität zu kaufen. Ganze Muskatnüsse halten sich drei bis vier Jahre fast ohne Aroma einzubüßen und damit deutlich länger als schon geriebener Muskat oder Muskatbutter. Mit ganzen Muskatnüssen umgehst du außerdem das Risiko, schlechte Produkte zu bekommen: Das feuchte Klima, in dem der Muskatbaum wächst, fördert einige Schimmelpilze, die über illegale Weiterverarbeitung von befallenen Früchten in Umlauf kommen können.

In der Küche kannst du Muskat in vielen Gerichten einsetzen:

  • Weihnachtlich in Lebkuchen und Glühwein
  • Saucen, insbesondere Bechamelsoße
  • Kartoffelbrei oder ähnliche Kartoffelgerichte
  • Gemüseesorten: Zum Beispiel Spinat, Blumenkohl, Karotten oder Kohlrabi
  • Eintöpfe

Mazis: Die „Muskatblüte“ aus dem Samenmantel

Weniger bekannt ist Mazis: Das Gewürz wird auch fälschlicherweise Muskatblüte genannt, obwohl Mazis eigentlich aus dem Samenmantel der Muskatsamen hergestellt wird. Das Aroma von Mazis ist ähnlich dem der Muskatnuss, nur etwas milder.

Allerdings verliert Mazis deutlich schneller an Geschmack als die Muskatnuss. Verkauft wird Mazis entweder in Pulverform oder in Blütenstreifen.

Mazis kannst du ebenso vielfältig einsetzen wie die Muskatnuss: In einer Quiche, im Risotto, mit Kartoffeln oder Spinat oder auch in Gebäck.

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