Hafermilch selber machen: einfaches Rezept

Foto: © Utopia/vs

Pflanzliche Milch-Alternativen gibt es mittlerweile nicht nur in ausgesuchten Läden, sondern auch im Supermarkt und Discounter. Oft enthalten diese Pflanzendrinks jedoch Zucker und eine Reihe von Zusatzstoffen. Mach deine pflanzliche Milch doch einfach selbst!

Dank der fettreichen Körner lässt sich Hafer zu einer leckeren Milch-Alternative für Menschen mit Laktoseintoleranz, Milcheiweiß-Unverträglichkeit oder veganer Ernährung verarbeiten. Streng genommen darf laut EU-Gesetzgebung gar nicht von „Hafermilch“ die Rede sein, ist die Bezeichnung „Milch“ doch für tierische Milch von Kuh, Schaf, Ziege oder Pferd reserviert. Im Handel ist der Milchersatz daher unter Fantasienamen, als Haferdrink oder Hafergetränk erhältlich.

Vegane DIY-Milchalternative: Hafermilch selber machen

Hafermilch enthält keine Laktose, kein Milcheiweiß und keine Bestandteile von Soja, dafür aber relativ viele Ballaststoffe, die vergleichsweise satt machen. Für alle, die an einer Unverträglichkeit oder sogar Allergie gegen einen dieser Stoffe leiden, ist die „Milch aus Hafer“ ein guter Milchersatz, der nicht ungesund ist.

Wir haben Hafermilch selber machen ausprobiert und zeigen, wie es geht.

Hafermilch selber machen: die Zutaten

Um einen Liter Pflanzenmilch aus Hafer selber zu machen brauchst du:

  • 80 g Haferflocken (am besten feine)
  • 1 l Wasser
  • eine Prise Salz
  • optional etwas Zucker

Für das Projekt „Hafermilch selber machen“ brauchst du außerdem: einen Topf, ein feinmaschiges Sieb, eine Schüssel und einen Pürierstab

Hafermilch selber machen, durch ein Sieb gießen
Hafermilch selber machen: Der Rest Hafer im Sieb kann als Porridge gegessen werden. (Foto: © Utopia/vs)

Hafermilch selber machen: so geht’s

Erhitze zunächst einen Liter Wasser in einem Topf. Füge die Haferflocken sowie die Prise Salz hinzu, sobald das Wasser kocht. Dreh dann den Herd auf kleine Flamme und lasse das Ganze noch ca. 15 Minuten leicht köcheln. Nimm anschließend den Topf vom Herd, stell ihn auf einen hitzebeständigen Untergrund und püriere die Masse mit einem Stabmixer. (Du kannst an dieser Stelle etwas Zucker hinzugeben, wir haben es jedoch ohne gemacht.)

Jetzt folgen die letzten Schritte für dein Vorhaben „Hafermilch selber machen“: Gieße die pürierte Masse durch ein engmaschiges Sieb hindurch in eine ausreichend große Schüssel. Drücke die Masse mit einer Gabel immer wieder nach, somit fließt die Flüssigkeit besser ab. Wahrscheinlich bleibt eine Porridge-ähnliche Masse im Sieb zurück, diese kannst du aufheben und zum Müsli beziehungsweise als Haferschleim zum Frühstück essen. Du siehst: Hafermilch selber machen ist wirklich nicht schwer!

Gieße die fertige Pflanzenmilch nun in eine wiederverschließbare Flasche oder genieße sofort einen Schluck davon. Lasse die Hafermilch abkühlen und lagere sie dann im Kühlschrank. Dort ist sie etwa drei Tage lang haltbar.

Hafermilch selber machen: der Geschmackstest

Hafermilch selber machen ist im Praxistest denkbar einfach und sehr günstig noch dazu. Doch wie sieht es mit Geschmack und Textur aus? Unser selbstgemachter Pflanzendrink hat eine satte Farbe und ist im Vergleich zu einem gekauften Drink aus Hafer recht dickflüssig. Die Sämigkeit kannst du variieren, je nachdem, wie viele Haferflocken zu verwendest. Zudem filtert ein spezielles Seihtuch dickere Partikel besser heraus als ein Sieb.

Wie schmeckt der DIY-Pflanzendrink? Da wir keinen Zucker verwendet haben, ist die Milch recht geschmacksneutral, was aber nicht negativ ist. Verdünnt mit etwas Wasser ist sie im Kaffee eine wirkliche Alternative zu gekaufter „Milch aus Hafer“.

Utopia/vs, jp

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(4) Kommentare

  1. Hm. Hat jemand seine Hafermilch auch schon mal aus Haferkörnern zubereitet? Idealerweise beides mal ausprobiert, um dann vergleichen zu können?

    Ich mache mir schon seit einiger Zeit Sojamilch selbst und mag sie eigentlich nicht mehr besonders. Deswegen möchte ich demnächst auf Hafermilch umsteigen, sobald meine Sojabohnen-Vorräte aufgebraucht sein werden.

    Ist die selbstgemachte Hafermilch im Hinblick auf Geschmack und Konsistenz mit gekauften Haferdrinks vergleichbar? Diese „Milch“ oben im Video sieht mir etwas schleimig aus. So eine Konsistenz kenne ich schon von selbstgemachter Reismilich und das mag ich gar nicht. Ist auch für den Kaffee denkbar ungeeignet. Also: Ist diese selbstgemachte Hafermilch auch so schleimig, oder sieht das nur so aus?

    Vielen Dank im Voraus für viele erhellende Antworten! 🙂

    Thomas

  2. Siehe nächster Kommentar!
    Die Schleimigkeit hat man übrigens auch ohne das Enzym nicht, wenn man die Haferflocken nur mit kochend heißem Wasser übergießt und nicht danach aufkocht.

  3. Ich kenne das Problem mit dem Schleimen leider auch, vor Allem, wenn man die Milch kocht!

    Ich schmeiße Haferflocken, Datteln, Wasser und ein paar Eiswürfel in den Hochleistungsmixer und lasse ihn etwa 1 Minute laufen. Die Eiswürfel sollen verhindern, dass die Milch zu heiß wird.

    Die Milch ist dann erstmal super, aber wenn man sie stehen lässt, fängt sie auch dann am nächsten Tag an dickflüssig zu werden. Ich verdünne sie dann immer nochmal mit etwas Wasser.

    Also den heiligen Gral suche ich noch vergebens 😉 Bin auf Tipps gespannt.

  4. Hallo ihr beiden,
    es ist zwar schon länger her, dass ihr gefragt habt, aber ich möchte euch diese Variante nicht vorenthalten. Oder hat jemand inzwischen schon eine andere Lösung gefunden? 🙂

    Ich stelle Hafermilch mit einem Enzym her: eine Amylase, die die Stärke in Maltose und Dextrose teilt, also eine natürliche Süße herstellt und die Hafermilch nicht schleimig werden lässt. Das Haferflocken-Wasser koche ich auf, lasse es auf ca. 40-50 °C abkühlen (die Temperatur braucht das Enzym, um gut zu funktionieren), rühre das Enzym ein und lasse es möglichst bei beständig warmer Temperatur etwa 1h stehen. Dann folgt wie sonst auch die Prise Salz, ggf. ein Klecks Öl und das Pürieren. Abgesehen von der Abkühl- und Wartezeit ist es nicht mehr Aufwand. Mit dem Geschmack bin ich sehr zufrieden.

    Das Enzym kann man z.B. hier kaufen: http://thealchemistspantry.com/product/dextzyme/
    Kommt aus Dänemark in einer Alutüte, aber aufgrund der sehr kleinen Menge, die man braucht, spart es eine riesen Menge Tetra-Packs! 😉

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