Weihnachten ohne Amazon

Weihnachten ohne Amazon
Illustration: Miro Poferl

Hier ist eine Idee: Wir kaufen unsere Weihnachtsgeschenke dieses Jahr nicht beim Online-Versandhändler mit Quasimonopol und schlechten Arbeitsbedingungen. Stattdessen unterstützen wir mit unserem Geld Unternehmen, Projekte und Menschen, die es verdient haben. Utopia zeigt, wie das geht.

Am 15. Dezember 2013 – dem Spitzen-Bestelltag in der Vorweihnachtszeit – sind bei Amazon allein in Deutschland 4,6 Millionen Bestellungen eingegangen. Das sind 53 Bestellungen pro Sekunde. 2014 hat Amazon in der Woche vom 15. bis 21. Dezember nochmal 20 Prozent mehr Bestellungen verzeichnet  als in der gleichen Woche im Vorjahr.

Weihnachten macht im Warenlager keine Freude

Die Kritik an den schlechten Arbeitsbedingungen in Amazon-Warenlagern wollen wir nicht im Einzelnen wiederholen. Wer sie nicht kennt, dem empfehlen wir die Reportage „Ausgeliefert!“. Unser Weihnachtskaufrausch bedeutet für Amazon-Mitarbeiter viele Überstunden in einem Knochenjob mit hohem Druck und geringem Lohn – soviel ist sicher. Sollte nicht dieser Gedanke allein genügen, um nach Alternativen zu suchen? Gerade an Weihnachten könnten wir uns doch mehr dafür interessieren, welche Folgen unser Tun für andere hat.

Die naheliegendsten Alternativen: unterstützt lokale Läden!

Wie hat man eigentlich vor Internet-Zeiten Geschenke gekauft, wer kann sich erninnern? Bitte unterstützt den lokalen Handel! Geht zum kleinen Buchladen um die Ecke, ins Fotofachgeschäft und vielleicht habt ihr ja sogar noch einen Plattenladen in eurer Nähe. Amazon und Co. sind bequem und haben ein endloses Angebot, aber sie zerstören die lokale Wirtschaft. Wollen wir mit unserem Geld lieber einen gesichtslosen Megakonzern unterstützen oder unserer Nachbarn?

Alternativen für Bücher

Bücher sind nach wie vor beliebte Weihnachtsgeschenke, aber müssen wir sie tatsächlich bei einem Unternehmen kaufen, das wie kein anderes Preisdruck auf Verlage ausübt und sich rege darum bemüht, die Buchpreisbindung in Deutschland auszuhebeln?

Wie schon gesagt: Die beste Möglichkeit bleibt hier die naheliegendste: noch gibt es die kleinen inhabergeführten Buchläden in den Städten und auch in kleineren Ortschaften ist oft noch einer zu finden. Die Besitzer sind häufig Buchhändler mit Leib und Seele, die mit großer Sorgfalt ihr Programm zusammenstellen und immer einen guten Buchtipp parat haben. Diese Läden verdienen unsere Unterstützung! Wer dennoch lieber im Internet bestellt, findet in der Bestenliste Faire Online-Buchshops gute Alternativen.

Bestenliste: Faire Online-Buchshops

Alternativen für Elektronik

Wir wollen niemandem die Freude am Schenken verderben, aber Tipps für einen nachhaltigen Einkauf von Smartphones, Digitalkameras, Spielekonsolen und Co. sind schwer zu geben. Denn die Herstellungsbedingungen für Elektronik sind bei allen Herstellern schlecht. Rohstoffbeschaffung, Produktion und Entsorgung belasten massiv die Umwelt, Menschen arbeiten häufig unter miserablen Bedingungen.

Der wichtigste Tipp für einen nachhaltigen Umgang mit Elektronik lautet deshalb: solange nutzen wie möglich und nicht ständig das Neuste vom Neuen kaufen. Eine weitere Möglichkeit wäre, gebraucht zu kaufen. Hier zeigen wir die besten Seiten für den Gebrauchtkauf.

Alternative Technik-Shops

Beide Tipps aber gehen nur schlecht mit einer unausgesprochenen Bedingung des Schenkens zusammen: Geschenke sollen neu sein. Wer sich nicht daüber hinwegsetzen will, findet in unserer Bilderstrecke alternative Technik-Shops. Diese bemühen sich auf die eine oder andere Weise um Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Fairness. Dementsprechend begrenzt ist auch ihr Sortiment – Spielekonsolen etwa wird man hier nicht finden.

Alternativen für Spielzeug

Für Spielzeug gilt dasselbe wie für Bücher. Kleine, inhabergeführte Läden sind hier zwar schwerer zu finden, dafür haben diese oft einen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem Online-Kauf: es gibt weniger Ramsch und dafür sinnvolle Spielzeuge. Wer keinen in seiner Nähe hat, findet hier nachhaltige Online-Shops.

Die besten Spielzeugläden im Web

Nachhaltige Online-Shops mit breitem Sortiment

Ein nachhaltiges Amazon, das nahezu alle Produkte dieser Welt in grün anbietet, existiert nicht. Dafür aber gibt es inzwischen einige Onlineshops mit nachhaltigem Geschäftskonzept, ökorrekten Waren und relativ breitem Sortiment. Die Shops haben unterschiedliche Schwerpunkte – wer seine Weihnachtsgeschenke gerne online bestellt, sollte einen Blick auf unsere Bestenliste der besten grünen Onlineshops werfen oder in unsere Bilderstrecke:

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(13) Kommentare

  1. Ich versuche es nochmal: unter #wertvolleWeihnacht findet ihr viele nachhaltige und besondere Geschenkideen von lokalen kleinen Unternehmen, die es schwer haben, gegen die großen Anbieter zu bestehen. Ein tolle Aktion, bei der viele Unternehmen und Blogger mitmachen.

    • Du meist, alles was dir so bequem ist, ist auch gut? Nebenbei im Sessel über eine Seite wischen und „Her damit“! Schon wird angepackt für ein Geld, was du offensichtlich zuviel hast und was andere dringend zum puren Überleben benötigen, damit sie über die nächste Runde kommen. Ich vermute, dass du noch niemals über die sich öffnende Schere der Ungleichheit zwischen Menschen nachgedacht hast. Ich vermute, Du hast noch niemals über die Arbeit als bildende Betätigung, über Geldmangel, über Lebensentwertung, über „Arbeite oder stirb“ nachgedacht.
      Überleben heißt, es langt nicht hin zum Leben!
      Mark, dein Kommentar entbehrt Satzteil für Satzteil Geist. Es ist billigstes Gefasel und darauf bauen Konsumkonzerne. In dieser Gemeinsamkeit von massenhafter Verdummung und zynischer Macht wird die soziale Welt platt gemacht.

  2. Wir sollten gar nicht online kaufen sondern den lokalen Einzelhandel stärken. Der schafft Arbeitsplätze vor Ort und ist immer dann Willkommen, wenn wir „schnell“ was brauchen. Dass im Internet alles viel schneller geht ist für mich ein Mythos – und frische Luft hält gesund und der Einkaufstrubel zu Weihnachten lässt uns vielleicht nachdenken, was wirklich sein muß.
    Der DHL Paketlieferant und auch der von UPS, etc. ist nämlich auch nicht so toll bezahlt und hat auch einen „Knochenjob“ – vor allem zu Weihnachten!

  3. hilft es denn den mitarbeitern,wenn der umsatz sinkt,werden sie dann besser behandelt
    ich kaufe viel bei amazon und mecker regelmäßig mit amazon
    wenn das alle kunden mach würden,würde DAS helfen amazo zu verändern

    • Denke mal amazon ist das egal. so lange du dein geld dort lässt sind sie happy! die mitarbeiter werden dort nur besser behandelt, wenn alle bei verdi sind und alle mal streiken. und keine neuen günstigen arbeitskräfte nachkommen. aber das ist utopie.
      drohst du amazon dort nicht mehr zu bestellen wenn sie ihre mitarbeiter nicht besser zu bezahlen oder weiterhin in d kaum steuern zahlen? ich denke mal denen ist das egal. du kaufst da ja trotzdem weiter ein. sowas bringt garnichts. es bringt nur was wenn man dort einfach nicht mehr einkauft.

  4. Ich nutze Amazon als Nachschlagewerk, bestelle dann die Bücher beim örtlichen Buchladen (ist am Folgetag abholbereit) oder bei ecobookstore.de und freue mich jedes Mal wie Bolle, dass ich diesem Ausbeuterladen den Umsatz vorenthalten konnte :-).

  5. Amazon ist eine Verkaufsplattform die von vielen Händlern genutzt wird. Nicht alles was man dort kauft wird durch Amazon verkauft oder verschickt. Vor Ort kaufen, dazu wurden wir hier auch aufgefordert wir unterstützen das, aber wo kauf ich den bitte schön ein, wenn ich leere Geschäftsräume vorfinde? Mitbewerber damit man Preise vergleichen kann? Fehlanzeige, es gibt noch vereinzelte Läden deren Preise ich aber nicht bereit bin zu zahlen, denn mir fliegt das Geld auch nicht zu. Also muss ich in andere Städte abwandern, was dem hiesigen Einzelhandel nicht hilft. Hier plant man wieder eine Einkaufspassage, obwohl wir hier noch leerstehenden Verkaufraum haben, HEKA Center, Karstadt/Hertie Gebäude. Unser Bürgermeister/Marketing zieht es aber vor neu zu bauen. So werden die paar noch über gebliebenen Einzelhändler umziehen in die neuen Gebäude, die alten Verkaufsräume/Geschäfte werden nicht wieder vermietet, weil kein Interesse besteht. Die Mieten kann nämlich keiner mehr zahlen. Unsere Innenstadt war mal super schön und gut besucht weil die Angebote und die Preise lukrativ waren. Heute ist hier ein Handyladen neben dem anderen, Billigshops die stinkende Ware Ihr Sortiment nennen. Also darauf verzichte ich gern. Hier sind nicht nur wir als Konsumenten gefragt, sondern die Politik, die es Einzelhändlern ermöglich muss in unseren Städten wieder Fuß zufassen, in dem die Umsatzsteuer und die Mieten gesenkt werden

    • wenn man bei amazon bei anderen händlern kauft geht aber auch ne satte provision an amazon. es gibt im netz mehr als genug möglichkeiten einzukaufen. es gibt auch seiten auf denen man die provision spenden kann, wenn man im netz einkauft. und es gibt meistens auch alternativen. bei uns ist der hess natur auch nicht in der innenstadt sondern bischen außerhalb und second hand shops oder oxfam ist auch nicht auf der haupteinkaufsstraße. klamottenläden jenseits vom mainstream sind auch in den seitenstraßen, genauso wie der 2000 shop.

  6. Ich verzichte schon seit 3 Jahren auf amazon und zalando. schön, das ihr das jetzt auch macht! Man kann ja auch einfach den Einzelhandel unterstützen. Warum alles online kaufen? Es gibt auch nette Läden in der Stadt! Klar gibt es in den Innenstädten viele Handyläden, aber nicht nur. Es gibt auch Bioläden, Second hand shops, Oxfam, etc.

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