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Honig und Eier vom Bank-Punk

Fotos © Katrin Binner

Im Gespräch erklärt uns Bettina Atwood, Kreditanalystin bei der Triodos Bank, warum Landwirtschaft mehr als nur ein Wort für sie ist, was grünes Geld mit bunten Tomaten, Eiern oder Bienen zu tun hat und warum Haltung in ihrem Leben zweierlei meint.

Landwirtschaft ist für Bettina Atwood nicht lediglich ein Wort. Es sind zwei: Land und Wirtschaft. Beide Begriffe bestimmen Leben und Alltag der gelernten Bankkaufrau. Bettina Atwood lässt sich nicht so leicht in eine Schublade stecken. Ihre Haltung heißt: Diversität. Doch auch bei Haltung denkt sie an zweierlei: ihre Lebenseinstellung und ihre Hühner.

Aber der Reihe nach: Bettina Atwood wuchs in einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb in der Rhön auf. Der Großvater imkerte. Schon in den 80er-Jahren ließ die Schülerin das Weltgeschehen nicht kalt. Atwood nahm Anteil, positionierte sich, demonstrierte für den Frieden, gegen Atomkraft, stand der Aufrüstung kritisch gegenüber. Und entschied sich doch nach der Schule für eine klassische Banklehre.

Bettina Atwood wird zum „Bank-Punk“

Ein Bruch mit den eigenen Werten? „Am Anfang eigentlich nicht“, sagt sie. Damals, in der Kleinstadt, galt die Ausbildung als solide Basis für das weitere Berufsleben. Als „Bank-Punk“ – den Namen gab ihr augenzwinkernd ein Schalterkunde – arbeitete die geprüfte Betriebswirtin (IHK) dann über viele Jahre im konventionellen Bankensektor.

Doch die Landverbundenheit blieb immer ein Thema. Sie ernährte sich von Bioprodukten und züchtete in ihrer Freizeit Tomaten. Alte und bunte Sorten, eigen gewachsen – die sind ihr bis heute die liebsten. Und irgendwann fand sie, dass ein nachhaltiger Arbeitgeber besser zu ihrer Lebenshaltung passte.

Seit 2010 arbeitet Bettina Atwood bei der Triodos Bank. Mit dem familiären Hintergrund und ihrem handfesten Interesse an Ökologie war die Stelle als Kreditanalystin mit dem Schwerpunkt ökologische Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel der ideale Job für die heute 49-Jährige. Dafür war sie sogar bereit, viermal die Woche von Fulda nach Frankfurt am Main zu pendeln.

Triodos Bank: Finanzierung für nachhaltige Projekte

Nun prüft sie nur noch Finanzierungsanfragen für Unternehmungen, die unsere Lebensqualität nachhaltig verbessern. Denn die Triodos Bank finanziert ausschließlich Projekte, die einen Mehrwert für Mensch, Umwelt oder Kultur schaffen.

Der Bank-Punk vom Main: Bettina Atwood als Kreditanalystin der Triodos Bank in Frankfurt am Main
Der Bank-Punk vom Main: Bettina Atwood als Kreditanalystin der Triodos Bank in Frankfurt am Main (Fotos © Katrin Binner)

So wie der mobile Hühnerstall von Stallbau Weiland, der eines Tages auf Atwoods Schreibtisch landete und mit dem das Land quasi über die Wirtschaft wieder zurück in ihr Leben kam. „Die Idee überzeugte mich sofort!“, sagt sie. Die vollmobile Freilandhaltung bietet Haltern, Tieren und Verbrauchern diverse Vorteile. „Durch das regelmäßige Umsetzen der Ställe haben die Hennen immer Zugang zu frischem Grün, wird der Pflegeaufwand für Auslauflächen reduziert und so Tiergesundheit und Umwelt geschützt. Ich bekam richtig Lust, das selbst auszuprobieren!“ Sehr gern gab die Triodos Bank der Stallbau- Firma der Pionierin Iris Weiland den benötigten Kredit.

Bis Atwood zu ihren eigenen Hühnern kam, sollte es etwas länger dauern. Erst einmal wurde sie gegen das Bienensterben und den dadurch bedingten drohenden Verlust der Biodiversität aktiv. „Ich bin zwar Bankerin, aber eben auch Bäuerin, komme vom Land, sehe, dass es auf den Wiesen nicht mehr so vielfältig blüht wie früher. Da dachte ich, ich muss da jetzt was machen!“

Kurzentschlossen rief sie beim Imkerverein an, ließ sich in das Handwerk einweisen, und erhielt anschließend ihre ersten eigenen Bienen. So begann die Honigproduktion. Die landwirtschaftlichen Vorkenntnisse seien hilfreich, aber nicht notwendig gewesen: „Wenn man liebt, was man tut, dann sind Weiterbildung und die Inkaufnahme eines zeitlichen Mehraufwands doch Teil der Wertschätzung.“

Umweltbewusstsein, Anteilnahme und der Wunsch, selbst einen Beitrag zu leisten, sind der rote Faden, der sich durch Bettina Atwoods Privat- wie Berufsleben zieht. Nicht von ungefähr engagiert sie sich auch als Betriebsrätin bei Triodos.

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Mobiler Hühnerstall

Und vor zwei Jahren lieferte ihr die Empörung über ein Billigfleischangebot in einem Landsupermarkt einen weiteren Impuls zum Handeln: „Ich war so angewidert von der Entwertung und Respektlosigkeit gegenüber Tieren, dass ich sofort beschloss, meine Privatfarm zu erweitern!“ Sie erwarb endlich den ersten mobilen Hühnerstall und stellte ihn auf dem Land ihres Bruders auf. Heute gibt es zwei davon und 470 Legehennen, die dank Freilandhaltung und Bettina Atwoods Fürsorge ein glückliches Ei pro Tag legen.

Das Fuldaer Landei. Tagsüber laufen Hühner frei. Übernachtet wird aber im mobilen Hühnerstall.
Das Fuldaer Landei. Tagsüber laufen Hühner frei. Übernachtet wird aber im mobilen Hühnerstall. (Fotos © Katrin Binner)

Einen Teil der Eier lässt sie in einer kleinen Manufaktur im Spessart zu Nudeln verarbeiten. Den anderen Teil verkauft sie. Abnehmer von Eiern, Nudeln und Honig gibt es viele. Die Produkte werden in einem Kühlschrank auf der Straße vor dem Hof des Bruders angeboten. Kunden aus der Region nehmen sich, was sie brauchen, und werfen das Entgelt einfach in ein bereitgestelltes Körbchen.

Außerdem bringt die Hobby-Landwirtin ihre Ware – auf Zuruf, per Wochenabo oder WhatsApp-Bestellung – für ihre Bankkollegen mit nach Frankfurt. Kollegen, Nachbarn, Freunde und Bekannte schwärmen von den guten Eiern mit tiefgelben Dottern und dem nachhaltigen Engagement der Bank-Punkerin, die beim Eiersortieren laut The Doors oder System of a Down hört.

Sie selbst kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen, auch wenn es sie viel Zeit und Kraft kostet. Ohne Unterstützung durch Dritte wäre es nicht möglich. Auch ihr Arbeitgeber kam ihr entgegen. Sie durfte ihre Arbeitszeit auf drei Tage die Woche reduzieren. Dass die Mitarbeiterin ihre Professionalität als Analystin und Betriebwirtin mit ihrer Leidenschaft für den Erhalt eines gesunden Ökosystems verbindet, weiß die Triodos Bank eben zu schätzen. Ganz zu schweigen von Bettina Atwoods Eiern, Nudeln und ihrem Honig.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Magazin enorm 3/2017 im Bereich enorm Perspektiven. Erfahren Sie mehr zu den von der Triodos Bank finanzierten mobilen Hühnerställen von Stallbau Weiland unter: www.diefarbedesgeldes.de

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