Plastikfrei: Hafermilch gibt es jetzt auch in der Glasflasche

Foto: Fretdf - Eigenes Werk, CC0, Link

Wer versucht Plastikmüll zu vermeiden, kommt bei pflanzlichen Milchalternativen an die Grenzen des Möglichen: Hafer-, Mandel, Soja-Milch und Co. gibt es fast ausschließlich im Tetrapak. Safthersteller Voelkel bringt nun Hafermilch im Mehrweg-Glas auf den Markt.

Die katastrophalen Bedingungen in der Viehzucht oder die schlechte Klimabilanz von Milchprodukten: Es gibt gute Gründe, auf Kuhmilch zu verzichten. Der entscheidende Nachteil: Im Gegensatz zu klassischer Milch werden Pflanzendrinks hauptsächlich in Getränkekartons angeboten. Zero-Waste ist mit Milchalternativen schwierig.

Bio-Saftherseller Voelkel will das ändern: Das Unternehmen verkauft ab sofort Bio-Hafermilch in der Glasflasche. Die Flasche besteht aus Braunglas und ist Mehrweg. Voelkel zufolge kann jede Flasche bis zu 50 Mal befüllt werden, dann wird das Glas recycelt.

Voelkel-Hafermilch in der Glasflasche: Das steckt drin

Hafermilch, Glasflasche, Voelkl(Foto: © Voelkl)
Die neue Hafermilch in Glasflasche.

Der Haferdrink ist Bio-zertifiziert und besteht aus Wasser, Hafer, Sonnenblumenöl und Meersalz. Im Gegensatz zu vielen anderen Voelkel-Produkten ist er allerdings nicht Demeter-zertifiziert. Die 0,75-Liter-Glasflasche kostet laut Unternehmenswebseite 1,99 Euro. Andere Sorten Pflanzenmilch bietet Voelkel bislang noch nicht an – auch nicht im Getränkekarton.

Mit Glasflaschen lässt sich Papier- und Plastikmüll und Aluminium einsparen – Tetrapaks sind an der Innenseite mit Kunststoff oder Aluminium beschichtet. Sie zu recyceln, ist außerdem relativ aufwendig.

Mehrweg-Glasflaschen sind umweltfreundlicher

Glasflaschen sind aber nicht automatisch die bessere Wahl: Da sie schwerer sind, ist ihr Transport energieintensiver. Einwegflaschen aus Glas haben daher meist eine schlechtere Ökobilanz als Getränkekartons.

Anders bei Mehrweg-Glasflaschen: Da sie mehrfach verwendet werden, sind sie ökologischer. Das gilt vor allem, wenn sie regional produziert wurden und keine allzu langen Transportwege hinter sich haben. (Mehr dazu: Tetrapak oder Glasflasche: Was ist umweltfreundlicher?)

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(8) Kommentare

  1. Ich hab die Hafermilch schon probiert, und Voelkel das Feedback gegeben dass deren Hafermilch mit nur 10% Hafer einfach zu wässrig ist. Klar ist die Verpackung nachhaltig aber beim Inhalt ist noch viel Spielraum. Außerdem sind nicht alle Tetrapaks schlecht wie Allos zeigt:
    Die neuen Verpackungen sind zu 88 % aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Die Verschlüsse aus erneuerbarem HDPE (High Density Poly Ethylene), das aus Zuckerrohr hergestellt wird – und bei der Produktion setzt Allos auf einen 100 % geschlossenen Kreislauf, mit dem Abfall fast vollständig vermieden werden kann..

  2. Hallo Monika, ja, Allos und auch Provamel haben so eine Verpackung. Aber ich steh dann jedes Mal vor dem Dilemma, ob ich nun diese Hafermilch kaufen soll, die jedoch nicht in Deutschland produziert wird und damit einen längeren Transportweg hat, oder die aus Deutschland im herkömmlichem TetraPack. Welcher Aspekt wiegt nun schwerer für die Öko-Bilanz – haste ´ne Ahnung? Oder jemand anders vielleicht? Wäre sehr dankbar für Infos dazu…
    Claudia

  3. Salü.
    Leider gibt es darauf keine allgemein gültige Antwort, denn es hängt eben nicht nur von den Transportwegen ab (und auch hier muss ich wissen, wo die Abfüllstationen sind bzw die Verteilzentren der Einkaufsgesellschaften, etc,… Und auch „Regionalität“ ist kein hartes Kriterium – ich wohn in Süddeutschland. Apfelsaft aus Südtirol/Italien ist gegraphisch näher als bspw Apfelsaft aus Niedersachsen), sondern – wie gesagt -von der Verpackung, ob Einweg oder Mehrweg, dem Gesamtgewicht an sich, aus was bspw die Getränkekartons gemacht sind und und und…
    Diese Seite kann Orientierung geben und hilft bissl weiter:

    https://www.co2online.de/klima-schuetzen/nachhaltiger-konsum/vergleich-umweltfreundliche-verpackungen/#c71920

    aber letztendlich müsste man sich die Mühe machen und dann jedes Proddukt für sich anschauen. Nur leider: wer hat dafür die Zeit und Möglichkeiten? Es müssten die Hersteller angeben auf ihren Verpackungen, wäre für mich relevanter als der Nährwert!

  4. Ich habe mich vor einiger Zeit für’s Selbermachen entschieden. Mit Leitungswasser, Ökostrom und regionalem Hafer aus dem Unverpackt-Laden. Dauert 5-10 Minuten und man kann den Haferanteil nach Gusto wählen. Außerdem spart man jede Menge Geld. 1,99 Euro für einen Dreiviertel-Liter! Bei aller Liebe – das ist Wucher!

  5. Hallo Curvina,

    in den letzten Jahren habe ich (wir wohnen in Metzingen / nahe Stuttgart) für meinen Kaffee Sojamilch von Hofgut Storzeln (Bodensee) verwendet. Ich freue mich, dass diese relativ regional ist. Dennoch geht es auch so, dass ich sehr gerne auf diese Verpackung verzichten würde.
    Meine Versuche, selbst Pflanzenmilch herzustellen sind leider misslungen.
    Wie machst du deine Hafermilch?
    Hast du auch andere Pflanzenmilch hergestellt?
    Ich freue mich, wenn du dir Zeit nimmst, mir von deinen Erfahrungen zu berichten.
    Vielleicht gibt es unter euch noch andere, die gute Erfahrungen mit der Herstellung von Pflanzenmilch gemacht haben? Ich freue mich über Antworten.
    LG greene

  6. Hallo AlpinExtrem, Danke für Deine Antwort! Ja, es ist schrecklich kompliziert. Und je mehr ich mich belese, desto komplizierter wird es – nicht nur bei diesem Thema… Dass es keine allgemeingültige Antwort gibt, war mir ja auch schon so ungefähr klar; ich hatte allerdings gehofft, wenigstens ein paar Richtwerte.
    Ich wohne in Dresden, so dass Italien und Dänemark (Allos und Provamel) auf alle Fälle schon mal weiter weg sind als alle möglichen Standorte in Deutschland – aber stimmt, die Entfernung zwischen Anbauregion und Produktionsstandort/Abfüllung muss man ja auch noch mit bedenken… Also ich werde zumindest für die Hafermilch von Alnatura versuchen, diese Transportwege mal rauszufinden, u.a. auch, weil die preislich eher meinem Budget entspricht. Doch Du hast natürlich Recht, das kann man nicht mit jedem Produkt machen. So muss man wohl immer wieder neu abwägen und leider auch immer wieder irgendwelche Kompromisse eingehen. 🙁
    Auch an Dich, Curvina, vielen Dank für Deine Antwort! Ans Selbermachen hatte ich auch schon gedacht, aber nach den Erfahrungsberichten einer Freundin, der es wohl ähnlich ging wie greene, hab ich davon wieder Abstand genommen. Da würde auch ich mich sehr freuen, ein paar Tipps von Dir oder anderen Mitlesern zu bekommen…
    Liebe Grüße! Claudia

  7. Selbermachen, dass ist das, was ich auch meist mache, allerdings geb ich da recht…es ist nicht so wie gekauft. Liegt bei mir zumindest daran, dass die Nüsse, Mandeln oder Sojabohnen nicht fermentiert werden (was die meisten industriellen Hersteller eben machen).
    Ich hab einen Sojamilchbereiter (gibt’s z.B. den von Soyabella, mit dem kann man auch super Suppen machen) und dann hat man die 150-200 Euro Anschaffungskosten bald wieder drin und gar keinen Müll.
    Aber wie gesagt, etwas herum experimentieren mit der richtigen Menge/Zusammensetzung und auch verschiedenen Ölen muss man auch einplanen.
    Aber für Müslis und als Zutat bei vielen Koch- und Backrezepten funktioniert das prima

  8. Die Pfandflasche aus Glas ist für sich genommen natürlich schon ein Riesenfortschritt gegenüber Verbundkartons aller Art (und nein, ein „zu 88 % aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellter“ Tetrapak ist vielleicht gut gemeint, aber immer noch nicht gut gemacht, weil immer noch nicht sortenrein recycelbar). Hinzu kommt, dass Voelkel bundesweit über den Bio-Großhandel liefert und damit unnötig lange Transportwege verursacht. Viel intelligenter finde ich da regionale Projekte wie von der Havelmi***-Genossenschaft in Berlin/Brandenburg (gerade mit erfolgreichem Crowdfunding auf Startnext), denn hierfür werden ebenfalls Pfandflaschen (1 Liter) verwendet. Die Produktion dürfte noch im Frühjahr starten – schaut mal bei https://havelmi.org rein 🙂 Solche Ansätze müsste es eigentlich dezentral in jedem Bundesland geben.