Höhle der Löwen: Neues „Wundermittel“ entfacht Streit um alten Flop

Foto: © TVNOW/Bernd-Michael Maurer

In der „Höhle der Löwen“ hatten am Dienstag vergessene Heilmittel einen Auftritt: Bitterstoffe. Genauer gesagt das Start-up „BitterLiebe“, das Tinkturen mit Bitterstoffen entwickelt hat. Gleich mehrere Juroren machten ein Angebot– und stritten sich über ein Produkt aus der vierten Staffel.

Bitter schmeckende Lebensmittel sind bei vielen Menschen nicht gerade beliebt. Laut den Gründern von „BitterLiebe“ ist das kein Zufall: Die Lebensmittelindustrie habe Bitterstoffe aus der heutigen Ernährung verbannt und herausgezüchtet – und die Nahrungsmittel stattdessen mit Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern angereichert. Dabei seien Bitterstoffe gut für die Gesundheit.

BitterLiebe will die Bitterstoffe daher zurückbringen – und zwar als Tinktur, Pulver und Tee. Am Dienstag stellten die beiden Gründer des Unternehmens ihre Produkte in der Höhle der Löwen vor.

Vier Löwen machen ein Angebot

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Die Löwen probieren das Produkt – danach gab’s Streit (Foto: © TVNOW/Bernd-Michael Maurer)

Tropfen, Pulver und Tee von BitterLiebe werden komplett in Deutschland hergestellt. Laut den Gründern enthalten sie keine künstlichen Zusätze und sind vegan. Zu den Zutaten gehören Pflanzen wie Tausendgüldenkraut, Artischockenkraut, Kardamom oder Kurkuma.

Den Juroren gefielen die Produkte von Bitterliebe – vier von ihnen machten den Gründern ein Angebot: Dagmar Wöhrl und Nils Glagau taten sich zusammen, Ralf Dümmel und Judith Williams wollten jeweils einzeln investieren.

Streit bei Die Höhle der Löwen

Bevor sich die Gründer für ein Angebot entscheiden konnten, fingen die Juroren an, zu streiten. Auslöser für die Auseinandersetzung war die Frage nach dem richtigen Betriebsweg: Wöhrl und Glagau boten an, die BitterLiebe-Produkte in die Apotheken zu bringen. Ralf Dümmel hingegen plädierte dafür, die Tropfen und Co. in Drogeriemärkten und dem Einzelhandel zu verkaufen.

Daraufhin entgegnete Glagau: „Aber gerade das schöne Beispiel Veluvia zeigt, es fing an im Mass Market und hat nicht funktioniert und landete dann doch schneller als gedacht in der Apotheke.“ Der Juror traf damit bei Dümmel offenbar einen wunden Punkt: Veluvia ist ein Nahrungsergänzungsmittel aus der vierten Höhle-der-Löwen-Staffel, in das Dümmel damals Mittel investiert hatte. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte vor dem Produkt gewarnt.

Der Seitenhieb von Glagau gefiel Dümmel gar nicht: „Nils, da musst du bei der Wahrheit bleiben. … Wenn du was weißt, dann sag es hier.“ Glagaus Antwort: „Also ich weiß, dass es erst nur Mass Market war. Dann kam die Apotheke. So. Und heute ist das Produkt kaputt.“ Dümmel wurde wütend, danach schaukelte sich der Streit weiter hoch. Die beiden Löwen fielen sich ins Wort und Glagau wiederholte nur noch: „Ich sage doch nur…ich sage doch nur…“

Wie empfehlenswert sind die Produkte von BitterLiebe?

Während des Wortwechsels war Judith Williams zunächst still, unterbrach ihn dann und erklärte ihren Plan für BitterLiebe: am Anfang im Teleshopping verkaufen, dann bei dm und anschließend überlegen, wie es weiter geht. Die beiden Gründer von BitterLiebe entschieden sich letztendlich für Williams Angebot. Bitterstoff-Tropfen und -Pulver des Unternehmens gibt es inzwischen im Online-Shop und bei dm zu kaufen.

Aber sind die Produkte wirklich so gut, wie die BitterLiebe-Gründer behaupten? Eines stimmt: Bitterstoffe sind gesund. Zu den Stoffen gehören beispielsweise Cynarin (steckt viel in Artischocken), Naringin (Grapefruits) oder Lactucin (bittere Blattsalate). Die verschiedenen Bitterstoffe sollen unter anderem die Verdauung fördern, entzündungshemmend wirken und sogar die Leber schützen. Es kann also durchaus sinnvoll sein, mehr Bitterstoffe zu sich zu nehmen.

Aber braucht es dafür wirklich ein neues Nahrungsergänzungsmittel, das aufwendig hergestellt, verpackt und transportiert werden muss? Eher nicht. Besser wäre es, mehr Bitterstoffe durch frische Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren – idealerweise in Bio-Qualität. (Die Produkte von BitterLiebe sind nicht biozertifiziert.) Diese Nahrungsmittel sind reich an Bitterstoffen:

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(3) Kommentare

  1. Obacht: Dass Bitterstoffe gesund seien, gilt in dieser Verallgemeinerung nicht! Bitter kann auch auf Giftstoffe hindeuten. Wenn beispielsweise Gurken, Zucchini oder andere Vertreter der Kürbisgewächse bitter schmecken, soll man sie nicht mehr essen. Daran sind schon Kinder und Senioren gestorben, die Bitter nicht mehr ausreichend wahrnehmen, oder aus Disziplin weiteressen (man wirft ja schließlich keine Lebensmittel weg) bzw. wenn man Kinder zum Essen nötigt.

    Ich vermute mal, dass das neue Präparat keinen großen Markt finden wird. Vielleicht wird es von dem einen oder anderen mit guten Vorsätzen gekauft, vielleicht sogar einmal ausprobiert, und verstaubt dann im Gewürzregal. Wenn ich Löwenzahn oder andere essbare Gartenkräuter in den Kräuterquark oder Salat mische, kriege ich den Unmut der Familie zu spüren…

  2. Seit wann schreibt ihr solche bla-bla-Geschichten? Das wirkt ein bisschen unseriös… Den ganzen Mittelteil des Artikels könnte man in einem Satz zusammenfassen und die wörtliche Rede weglassen.