Höhle der Löwen: Start-up stellt Palmöl-Bratpulver vor – die Juroren feiern es

Foto: © TVNOW / Frank W. Hempel

Am Dienstag ist auf Vox die neue Staffel „Die Höhle der Löwen“ gestartet. Mit dabei: ein neuer Juror und sieben Unternehmer, die ihre Ideen vorstellten. Eines der erfolgreichsten Produkte war ausgerechnet „Paudar“ – ein Bratpulver, das aus Palmöl besteht.

Bio-Grillkohle, plastikfreie Strohhalme oder eine App gegen Lebensmittelverschwendung: Bei der „Höhle der Löwen“ haben sich in den letzten Jahren viele nachhaltige Start-ups vorgestellt. Aber es gibt in der Sendung auch regelmäßig absurde Produkte – so auch in der sechsten Staffel, die am Dienstag startete.

In der neuen Folge präsentierten die Gründer von „Paudar“ ihre Idee: Bratpulver. Das Pulver besteht aus pulverisiertem Pflanzenöl und steckt in einer Streudose. Mit dem Streuer lässt es sich direkt auf Fleisch oder Gemüse streuen.

Paudar bei der Höhle der Löwen: Dagma Wöhrl ist zunächst skeptisch

Höhle der Löwen, Paudar, Bratpulver
Die beiden Gründer von Paudar bei der Höhle der Löwen. (Foto: © TVNOW / Frank W. Hempel)

Der Vorteil laut der beiden Gründer: „Mit unserem innovativen Produkt landet weniger Fett in der Pfanne und auf den Hüften“. Anders als bei normalem Öl gebe es mit „Paudar“ auch keine Ölspritzer beim Braten. Mit Paudar sollen Lebensmittel wie Bratkartoffeln außerdem knuspriger werden. Bei „Die Höhle der Löwen“ wollen die beiden Gründer 125.000 Euro von den Investoren und bieten dafür 12,5 Prozent Anteile an ihrem Unternehmen.

Einen entscheidenden Nachteil hat „Paudar“ jedoch: Bei dem pulverisierten Pflanzenöl handelt es sich um Palmöl. Das stört zunächst auch die Jurorin Dagmar Wöhrl. Die beiden Gründer beruhigen sie jedoch: „Wir verwenden unser ‚Paudar‘ aber ausschließlich aus nachhaltig bewirtschafteten Ölpalmen-Plantagen.“

Palmöl und der Regenwald

Tatsächlich ist das Palmöl RSPO-zertifiziert. Der WWF hat den „Roundtable of Sustainable Palm Oil“ (RSPO) 2011 gegründet, um die Palmöl-Produktion nachhaltiger zu machen. RSPO-zertifiziertes Palmöl muss bestimmte Mindeststandards erfüllen. Umweltschutzorganisationen kritisieren jedoch, dass die Kriterien nicht streng genug sind.

Beispielsweise gibt es kein generelles Verbot, Regenwald für Palmöl-Plantagen zu zerstören. Der RSPO verbietet lediglich, „besonders schützenswerte Wälder“ zu roden. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sich einige RSPO-lizensierte Unternehmen nicht an die vereinbarten Mindeststandards halten.

Höhle-der-Löwen-Juroren konkurrieren um Firmenanteile von Paudar

Für Palmöl wird der Regenwald gerodet.
Für Palmöl wird Regenwald gerodet. (Foto: CC0 / Pixabay / MemoryCatcher)

Das RSPO-zertifizierte Palmöl in dem „Paudar“-Ölspray ist zwar besser als konventionelles Palmöl – bleibt aber kritisch. Selbst falls tatsächlich kein Regenwald dafür gerodet wurde, hat es lange, energieintensive Transportwege hinter sich. Besser für die Umwelt wäre regionales Pflanzenöl, etwa Rapsöl.

Und unabhängig davon: Braucht man wirklich Öl in Pulverform? Wie wäre es, beim Braten einfach etwas weniger Öl in die Pfanne zu geben? Um Ölspritzer zu vermeiden, hilft auch eine Abdeckung.

Die Juroren von „Die Höhle der Löwen“ sehen das Ölpulver jedoch weniger kritisch – ganz im Gegenteil: Vier „Löwen“ wollen bei „Paudar“ einsteigen.  Am Ende einigen sich die beiden Paudar-Gründer mit Juror Ralf Dümmel: Er bekommt für 200.000 Euro 15 Prozent der Unternehmensanteile – der erste Deal der neuen Höhle-der-Löwen-Staffel. Hoffentlich stellen sich in den nächsten Folgen wieder mehr Start-ups mit umweltfreundlichen Ideen vor.

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(2) Kommentare

  1. wer nachhaltig leben will, sollte doch auf Palmöl verzichten, oder habe ich da etwas falsch verstanden? Palmöl ist sowieso nicht gesund und verstopft die Arterien, soweit ich weiß…aber ich schätze mal, dass man jedes Produkt irgendwie ins gute Licht stellen kann, damit es sich so verkaufen lässt…

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