Coldplay nach Deal mit Ölfirma als „nützliche Idioten“ bezeichnet

Coldplay für Greenwashing benutzt und als Idioten bezeichnet
Foto: CC0 Public Domain / unsplash - Jisu Han

Die britische Band Coldplay wollte mit ihrer Tour so nachhaltig wie möglich handeln. Doch ihrem Partner Neste, eine finnische Ölgesellschaft, wird Greenwashing vorgeworfen und der Band Naivität.

Die britische Band Coldplay wollte die für sie bestmöglichste Welt-Tournee machen – nachhaltig und kohlenstoffarm. Dafür lässt die Band für jedes Ticket einen Baum pflanzen, an den Austragungsorten gewinnen Tanzflächen Energie aus Bewegung. Zusätzlich holt Coldplay als Partner die finnische Ölgesellschaft Neste an Board. Kritiker:innen sind aber der Meinung, dass Neste durch die Zusammenarbeit Greenwashing betreibt und stellen die Musiker:innen als „nützliche Idioten dar“.

Neste in der Kritik

Wie der Guardian berichtete, wollte die Band mit Neste die Emissionen der Tour halbieren. Die Ölgesellschaft soll laut eigenen Angaben der weltweit größte Produzent nachhaltiger Biokraftstoffe sein. Doch laut einer Studie von Friends of the Earth sollen durch Palmöllieferanten des Unternehmens zwischen 2019 und 2020 in Ländern wie Indonesien und Malaysia mindestens 10.000 Hektar gerodet worden sein.

Carlos Calvo Ambel, Senior Director des größten Umweltdachverbandes Europas T&E, sagte laut Guardian, dass Neste Coldplay auf zynische Weise für Greenwashing benutze. „Dies ist ein Unternehmen, das mit der Art der Entwaldung in Verbindung gebracht wird, die Chris Martin und seine Fans entsetzen würde.“ Es sei jedoch noch nicht zu spät die Partnerschaft mit Neste zu beenden und sich stattdessen auf wirklich saubere Lösungen konzentrieren.

Das Engagement der Band sei zweifelsfrei gut gemeint, so Ambel. „Aber die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das mit Abholzung in Verbindung steht, macht sie zu nützlichen Idioten für Greenwashing.“

Statement von Coldplay

Die Band äußerte sich laut Guardian zu den Vorwürfen: „Als wir diese Tour ankündigten, sagten wir, dass wir unser Bestes geben würden, um sie so nachhaltig und kohlenstoffarm wie möglich zu machen, aber dass es noch in Arbeit sei. Das bleibt wahr. Wir haben noch nicht den Anspruch, alles richtig gemacht zu haben.“ Von Neste hätte die Band allerdings die Garantie erhalten, dass bei der Produktion keine neuen Materialien und kein Palmöl verwendet würden. „Wir gehen immer noch davon aus, dass sie nur erneuerbare Abfallprodukte wie Speiseöl und Nebenprodukte aus der Zellstoffherstellung verwenden.“

Die Sprecherin von Neste Hanna Leijala sagte außerdem, dass das Unternehmen keine Nachhaltigkeitsverstöße im eigenen Betrieb akzeptiere. „Für unsere Zusammenarbeit mit Coldplay wurde konventionelles Palmöl nicht als Rohstoff verwendet“, sagte sie. Außerdem plane Neste den Anteil von konventionellem Palmöl bis Ende 2023 auf null Prozent seiner weltweiten erneuerbaren Rohstoffeinsatzes zu reduzieren. Derzeit liegt der Anteil bei sieben Prozent.

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