Nicht nachmachen! Die 15 unnachhaltigsten Songs der Musikgeschichte

Foto: Screenshots Youtube - AquaHoldet / The Beatles / DJ Ötzi

Mit dickem Auto durch die City cruisen und zum eisgekühlten Bommerlunder ein belegtes Brot mit Schinken reichen: Die Musikwelt ist voll von ökologisch unkorrekten Liedern – die meisten mögen wir trotzdem. Hier unsere 15 Favoriten.

Bevor jemand auf den Gedanken kommt „Jetzt übertreiben sie aber bei Utopia“: Wir hören natürlich immer noch gern Janis Joplin, die Beatles oder Peter Fox (zugegeben, DJ Ötzi eher nicht…). Die Musiker dieser Welt haben vor allem die Aufgabe, gute Musik zu machen – und müssen nicht über nachhaltigen Lebensstil singen. Doch wir hatten Lust, Beispiele von Songs zu sammeln, die (unabsichtlich) ganz besonders unnachhaltig geraten sind. Hier das Ergebnis eines kollektiven Brainstormings aus der Redaktion:

1. I want it all – Queen

Wir lieben Queen! Aber die Einstellung „Ich will alles, und ich will es jetzt“ taugt nicht wirklich als Leitspruch fürs eigene Leben. Sorry, Freddie.

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2. Burger-Dance – DJ Ötzi

Und jetzt alle: „McDonald’s! McDonald’s! Kentucky Fried Chicken and the Pizza Hut!“ DJ Ötzi’s Burger-Dance klingt wie ein Werbesong für die mächtigen Fast-Food-Ketten dieser Welt. Fast noch verstörender ist das Video dazu: Darin wackeln unter anderem Spongebob, ein Mann im Hühnerkostüm und eine Schar Kinder ekstatisch zum Song mit den Armen, Beinen und Chicken Wings. (Man kann ja gar nicht früh genug damit anfangen, die Kleinen auf ethisch vorbildliche Konzerne zu prägen, die tolles, gesundes Essen verkaufen…)

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3. 99 Luftballons – Nena

Nein, Nena, was tust du bloß?? Schon ein Luftballon ist einer zu viel, wenn er weg zum Horizont fliegt. Denn er landet dann irgendwann im Meer und wird dort zum tödlichsten Plastikmüll für Seevögel. Aber keine Sorge, Nena, es gibt zum Glück Alternativen…

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4. Eisgekühlter Bommerlunder – Die Toten Hosen

Die Toten Hosen gönnen sich gleich zwei belegte Brote – eins mit Schinken und eins mit Ei! Ob sie dabei wohl an den CO2-Fußabdruck der verzehrten Lebensmittel gedacht haben? Und gibt es eigentlich Bommerlunder in Bio-Qualität? Fragen über Fragen…

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5. Barbie Girl – Aqua

Die Songzeile „Life in plastic, it’s fantastic“ könnte man heute wohl nicht mehr schreiben, ohne einen Shitstorm zu ernten. Come on, Barbie, let’s go party – aber nimmt dir doch für unterwegs zumindest eine plastikfreie Trinkflasche mit. Mit Ken hast du bestimmt trotzdem fun!

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6. Cruisen – Massive Töne

Die Massiven Töne halten sich für die Coolsten, weil sie durch die City düsen. Dekadent einfach nur so zum Spaß mit herumzucruisen, würde ihnen heute wohl keine Küsschen mehr von den Ladies einbringen, sondern eher erhobene Zeigefinger.

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7. Mercedes Benz – Janis Joplin

Janis Joplin geht sogar noch einen Schritt weiter und bittet Gott um einen Mercedes Benz. Wenn schon cruisen, dann auch mit einem dicken Auto. Und wie sie selbst singt, fahren alle ihre Freunde einen Porsche. Einen Farbfernseher hätte sie bei der Gelegenheit auch gerne.

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8. Alles neu – Peter Fox

Er brät sich ein Prachtsteak, lässt seine alten Sachen in einem Sack verrotten und geht nackt shoppen – denn alles glänzt, so schön neu. Schon klar, dass das metaphorisch gemeint war, lieber Peter. Wir würden dich trotzdem gern mal in einen Second-Hand-Shop mitnehmen…

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9. Mach es nicht selbst – Tocotronic

„Heim- und Netzwerkerei stehlen dir deine schöne Zeit, wer zu viel selber macht, wird schließlich dumm“, singen Tocotronic und raten: „Was du auch machst, mach es nicht selbst.“ Ein leuchtendes Vorbild für uns alle!

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10. Einmal um die Welt – Cro

Cro hat offenbar eine ganz schön oberflächliche Traumfrau: Sie will Kreditkarten, Mietwagen, viele Designerschuhe, Frühstück in Paris, danach joggen auf Hawaii und shoppen in L.A. Und er macht den ganzen Zirkus auch noch bereitwillig mit, statt zu sagen: „Baby, egal wohin du willst, wie fliegen nicht um die Welt – sondern machen mal Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte!“

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11. Money money money – Abba

Ein Klassiker der kapitalistischen Hymnen. Das Lebensziel lautet: Einen reichen Mann finden – denn mit money, money, money ist alles spaßig und eitel Sonnenschein. Aber zumindest hätten Abba ihr ganzes Geld nachhaltig anlegen können…

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12. Kaufen – Herbert Grönemeyer

Auch Herbert Grönemeyer weiß: Kaufen ist wunderschön! „Ich hab‘ schon alles, ich will noch mehr, alles hält ewig, jetzt muss was Neues her.“ Aber Herbert, dass deine Sachen ewig halten, ist doch eigentlich noch viel schöner…

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13. Verschwende deine Jugend – D.A.F.

„Du bist schön und jung und stark, nimm dir was du willst, solang du noch kannst, verschwende deine Jugend“ sangen D.A.F. dereinst. Bei den Jugendlichen, die heute mit „Fridays for Future“ für Klimaschutz auf die Straße gehen, kommt die Message wahrscheinlich eher mittelgut an.

Zum Nachlesen: „Fridays for Future“ stellt jetzt sechs konkrete Forderungen an die deutsche Politik

14. Gasolina – Daddy Yankee

Und noch mal das Motiv der dicken Autos als Inbegriff des Glücks: Daddy Yankees Angebetete mag Benzin und singt: „Gib mir mehr Benzin!“ Amigos, wie wäre es zumindest mit einem Elektroauto?

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15. Strawberry fields forever – The Beatles

Die Beatles verklären Erdbeerfelder zu einem Sehnsuchtsort – zur Entstehungszeit des Songs war die Problematik hinter spanischen Erdbeerplantagen noch kein Thema. Als Proviant für das gelbe U-Boot empfehlen wir dennoch regionales und saisonales Obst…

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(3) Kommentare

  1. Gute Hinweise zu einigen Songs!
    Allerdings bezieht sich Strawberry Fields Forever keineswegs auf Erdbeerfelder, sondern auf das Waisenhaus, in dem John Lennon aufwuchs. Das Waisenhaus hieß Strawberry Fields.
    Vor diesem Hintergrun ist der Song meines Erachtens nicht verwerflich oder unnachhaltig. 😉

  2. Da kann ich MariaM nur zustimmen. Bei einigen Songs, wie von Cro, sucht man vergeblich nach Ironie. Janis Joplin hingegen greift, so Chris Neal, in ironischer Weise den Glauben auf, man könne durch den Kauf hochwertiger Konsumartikel wie eines Autos der Marke Mercedes-Benz sein Heil finden (Quelle: Wikipedia).

  3. Coole Idee! Ja, da gibt’s wirklich so einige Songs, die man lieber nicht wörtlich nehmen sollte, sowie das gesamte Weltbild so einiger abgehobener Pop-Stars 😉

    Und im Gegensatz hierzu kommt „So’ne Musik“ von Deichkind:
    Wer sagt denn das?
    Keine Party
    Dinge
    Selber machen lassen
    Bück dich hoch
    Denken Sie groß
    Like mich am A****
    …auch nicht schlecht: die neue Scheibe von SEEED „G€LD“

    Und ja, ich denke auch bei den Songs von John Lennon und Janis Joplin muss man eher zwischen die Zeilen hören.