11 Dinge, die jeder über Kreuzfahrten wissen sollte

Foto: NABU/Hapke

Kreuzfahrten, das sind für die einen endlose Weiten mit blauem Meer unter strahlendem Himmel. Für andere ist der Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen Tourismus, der mehr Schadstoffe in die Luft pustet als Millionen von Autos. Ein Überblick.

„Einmal im Leben eine Kreuzfahrt!“ Dieser etwas altbacken klingende Wunsch steht bei mittlerweile nicht wenigen Menschen auf der To-Do-Liste. Vergleichsweise niedrige Preise und ein großes Marktangebot machen Kreuzfahrten für immer mehr Menschen erschwinglich.

So hat sich in zwanzig Jahren die Anzahl deutscher Kreuzfahrtpassagiere fast verzehnfacht. Über zwei Millionen deutsche Passagiere sollen 2017 über die Weltmeere geschippert worden sein, weltweit waren es im vergangenen Jahr mehr als 22 Millionen Passagiere, verteilt auf etwa 300 Kreuzfahrtschiffe.

Doch Kreuzfahrten-Fans sollten ein paar Dinge wissen, ehe sie an Bord gehen.

1. Jede Kreuzfahrt produziert tonnenweise CO2-, Feinstaub- und Stickoxid-Emissionen.

Kreuzfahrtschiffe fahren meist mit schlechtem, weil besonders billigem Sprit, und weil es sich letztlich um schwimmende Städte handelt, produzieren sie dabei auch reichlich Abgase.

Der Nabu rechnet vor (PDF), dass ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 ausstösst wie fast 84.000 Autos, so viel Stickoxide wie etwa 421.00 Autos, so viel Feinstaub wie etwa über 1 Million Autos und so viel Schwefeldioxid wie gut 376 Millionen Autos.

Die Deutsche Lungenstiftung warnte daher schon vor Jahren: „Lungenkranke, die sich auf eine Kreuzfahrt begeben, sollten sich vor den Abgasen des Schiffes in Acht nehmen.“ (DLS). Im Januar 2017 veröffentlichte ein französischer Fernsehsender dann verdeckte Ermittlungen auf einem Kreuzfahrtschiff: Laut Nabu soll auf einer Kreuzfahrt die Partikelbelastung demnach 200 mal höher sein als in natürlicher Umgebungsluft (Nabu).

Die Kreuzfahrtbranche wehrte ab. Dem Hamburger Abendblatt sagte der National Director des internationalen Kreuzfahrtverbandes CLIA, Helge Grammerstorf: „Wir kennen die Messung nicht, und die Behauptung ist völlig unbewiesen.“ Rechtlich dagegen vorgegangen ist man bis heute allerdings nicht.

2. Der Sprit einer Kreuzfahrt ist giftiges Schweröl.

Kreuzfahrtschiffe fahren mehrheitlich mit Schweröl und verbrauchen davon täglich im Schnitt 150 Tonnen. Schweröl ist stark umwelt- und gesundheitsschädlich und deswegen an Land verboten, denn das giftige Abfallprodukt der Petrochemie enthält 3.500 mal mehr Schwefel als auf Europas Straßen für PKW erlaubt wären.

Unfälle mit Schweröl haben gravierende Umweltauswirkungen. Der Ölfilm verteilt sich im Meer, setzt sich auf dem Meeresboden ab oder wird an Küsten gespült. Verölte Tiere ertrinken, verhungern oder vergiften sich mit dem Schweröl. Das Schweröl ist auch für den enormen Anteil an Schwefeldioxid in den Abgasen verantwortlich: über 7 Tonnen SO2 pro Tag und Kreuzfahrtschiff (PDF). Schwefeldioxid gilt wiederum als Quelle für sauren Regen.

„Dass im Jahr 2018 immer noch Schiffe auf den Markt kommen, die auf Schweröl als Treibstoff ausgelegt sind und keine wirkungsvolle Abgastechnik einsetzen, ist ein Skandal“, beklagte der Nabu 2018. Erst 2020 soll ein neuer Grenzwert für Schwefel in Schiffskraftstoffen gelten: Er sinkt von 3,5 auf 0,5 Prozent. Der neue Grenzwert soll sich positiv auf Küstengebiete in Asien, Afrika und Südamerika auswirken, so das Umweltbundesamt (UBA).

Kreuzfahrtschiffe, Kreuzfahrten: Ein Kreuzfahrtschiff in Venedig führt die Dimensionen von Auge.
Ein Kreuzfahrtschiff in Venedig führt die Dimensionen von Auge. (Foto: "MSC Cruise Ship" Marc Berry Reid unter CC BY 2.0)

3. Das Nabu-Kreuzfahrt-Ranking listet umweltfreundlichere Kreuzfahrtschiffe: ein einziges.

Reeder versprechen seit Jahren umweltfreundlichere Lösungen und der Kreuzfahrtverband CLIA Deutschland schreibt: „das Ziel der Kreuzfahrtreedereien ist es, möglichst wenig Emissionen“ zu produzieren. Aber tut sich denn irgend etwas bei der Umweltfreundlichkeit der Kreuzfahrten? Ja, aber langsam.

Der Nabu bewertet in seinem Kreuzfahrt-Ranking jährlich die Umwelt- und Gesundheitsbelastung, insbesondere durch die Abgase, der bekanntesten Kreuzfahrtschiffe. Stets werden die Installation von Systemen zur Abgasreinigung, der verwendete Kraftstoff sowie die Nutzung von alternativen Energiequellen während der Liegezeit im Hafen untersucht.

Ergebnis des Kreuzfahrt-Ranking 2018: „Die Aida Nova ist als einziges Kreuzfahrtschiff der Welt mit Flüssiggas (LGN) unterwegs – und landet damit auf Platz eins des diesjährigen NABU-Kreuzfahrtrankings.“

Alle anderen der 76 untersuchten Schiffe, darunter auch acht von neun Schiffen, die in diesem Jahr auf den Markt kommen, halten fest am dreckigsten aller Kraftstoffe: Schweröl. Sieht so der Weg aus, wenn das angebliche Ziel „möglichst wenig Emissionen“ sind?

Besonders die Branchenriesen MSC Cruises, Celebrity Cruises und Royal Caribbean hätten aktuell im Bereich Umweltschutz kaum etwas zu bieten, so der Nabu. „Einzig die deutschen Anbieter Hapag-Lloyd Cruises und TUI Cruises können bei der Luftreinhaltung einigermaßen mithalten“, so der Nabu. Sie setzten auf ihren jüngsten Flottenzugängen immerhin Stickoxid-Katalysatoren ein (die alten Schiffe fahren natürlich weiterhin ohne). „Einen Partikelfilter zur Senkung der besonders gesundheitsschädlichen Rußpartikel sucht man jedoch auch bei diesen Schiffen vergeblich.“

Die Aida Nova wird als erstes Kreuzfahrtschiff der Welt mit Flüssiggas (LNG) betrieben. Das reduziert zwar die Abgasbelastung erheblich und schafft daher eine echte Verbesserung der Luftqualität besonders für betroffene Anwohner in Hafenstädten und in Küstennähe. Doch das Flüssiggas ist ein fossiler Kraftstoff – mit allen damit verbundenen Nachteilen.

4. Kreuzfahrten verbrauchen die Energie einer Kleinstadt.

Kreuzfahrtschiffe verbringen nicht die ganze Zeit auf hoher See, sondern liegen zu 40 Prozent in Häfen. Diese Zeit während einer Kreuzfahrt wird für das Ein- und Auschecken sowie die Landgänge benötigt. Natürlich läuft das Schiff auch dann weiter, schließlich muss der Gastronomiebetrieb, Klimaanlagen, Licht, Kinos, Theater und alles, wofür sonst noch Energie gebraucht wird, am Laufen gehalten werden.

In dieser Zeit laufen die Kreuzfahrtschiffe im Dieselbetrieb und verbrauchen die „Energie einer Kleinstadt“, so Tourismusexperte Frank Herrmann in seinem lesenswerten Buch „FAIRreisen“. (Auf hoher See ist es noch schlimmer – dazu später mehr.)

5. In Hamburg gibt es Europas erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe.

Seit Juni 2016 können Kreuzfahrtschiffe in Hamburgs Hafen während der Liegezeit Landstrom beziehen und müssen nicht im luftverschmutzenden Dieselbetrieb laufen. Doch diese umweltfreundlichere Möglichkeit – vorausgesetzt es fließt Strom aus erneuerbaren Energien – kann kaum genutzt werden.

Immerhin: Die Schiffe der deutschen Anbieter Hapag-Lloyd Cruises und TUI Cruises seien inzwischen für die Versorgung mit Landstrom während des Hafenbetriebs gerüstet, so das Nabu-Kreuzfahrten-Ranking.

6. Auf See gibt es andere Schadstoff-Regelungen als an Land.

Warum dürfen Kreuzfahrtschiffe so umweltschädlich in See stechen? Im Gegensatz zum Straßenverkehr, in dem Rußpartikelfilter verpflichtend sind, gibt es noch keine gesetzlichen Vorschriften für die Filtertechnologie für Kreuzfahrtschiffe. Somit können Kreuzfahrt- und Frachtschiffe ohne Katalysator und Rußpartikelfilter auf den Meeren dieser Welt schippern, jedes von ihnen mit dem Schadstoffausstoß von Millionen Pkw.

Zwar hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation die Grenzwerte für Schwefeloxide und Stickoxide 2008 verschärft, doch aus Sicht des Umweltbundesamts sollten diese Vorgaben weiter angepasst werden. Zudem sollten weitere Luftschadstoffe wie Feinstaub und Ruß mit in die Gesetzgebung aufgenommen werden. Auch der Nabu fordert die Kreuzfahrtreedereien auf, auf den vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel für Kreuzfahrten umzusteigen und Rußpartikelfilter an Bord einzusetzen.

Neben Kreuzfahrten tragen vor allem die rund 40.000 Handelsschiffe zur Luftverschmutzung bei. Sie transportieren 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs.

7. Schiffsabgase verursachen 50.000 vorzeitige Todesfälle.

Die Folge dieser laschen Abgasregelung: Die durch Kreuzfahrten ausgestoßenen ultrafeinen Partikel belasten die Luft in Hafenstädten enorm, insbesondere an Kreuzfahrt- und Fähreterminals.

Der Nabu maß 2014 in verschiedenen Hafenstädten wie Hamburg, Warnemünde oder Kiel eine Schadstoffbelastung, die „selbst die Luftverschmutzung an stark befahrenen Straßen und großen Verkehrsachsen um das Fünfzig- bis Achzigfache übersteigt.“ Das stelle eine Gesundheitsgefährdung für viele Menschen dar, denn Feinstaub verursacht und verschlechtert Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Laut Greenpeace sollen jährlich 50.000 vorzeitige Todesfälle in Europa durch Schiffsabgase verursacht sein.

Kreuzfahrtschiffe, Kreuzfahrten
Kreuzfahrtschiffe verbrauchen nicht nur die Energie einer Kleinstadt, sondern sehen manchmal auch aus wie eine. (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

8. Umweltzonen helfen, den Einsatz von Schweröl einzudämmen.

In ausgewiesenen Umweltzonen (Emissionskontrollgebiete) ist der Gebrauch von Schweröl verboten. Dort und in den Häfen wird Schiffsdiesel verwendet, der schwefelärmer ist. In Europa sind solche Gebiete zum Beispiel der Ärmelkanal sowie die Nord- und Ostsee. Auch die nordamerikanische Küste (USA und Kanada) und Hawaii sind Emissionskontrollgebiete.

Was kann noch getan werden, um den Ausstoß der Luftschadstoffe bei Schiffen zu senken? Laut Umweltbundesamt sind dies drei Punkte: Der Ausstieg aus Schweröl, der Umstieg auf saubere Kraftstoffe (z. B. Erdgas) sowie die Nutzung von Kraftstoffen auf Basis erneuerbarer Energien.

Kreuzfahrtschiffe, Kreuzfahrten: Beim Landgang überrennen Touristenströme den Ort.
Beim Landgang überrennen Touristenströme den Ort. (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

9. Bei Landgängen profitieren Einheimische nur bedingt.

Abgesehen von den massiven Umweltauswirkungen, hat der Boom der Kreuzfahrtbranche auch Auswirkungen auf Land und Leute. Bei klassischen Urlauben wird vor Ort im Reiseziel gegessen und geschlafen. Bei Kreuzfahrten findet dies natürlich an Bord statt – und dort bleibt dann auch das Geld, von dem sonst die Wirtschaft des Urlaubslandes profitiert hätte. Zudem werden „mehr als 50 Prozent der touristischen Aktivitäten an Land […] an Bord von den Kreuzfahrtgesellschaften direkt verkauft“, so der Informationsdienst Tourism Watch.

Zum Beispiel will Venedig daher Kreuzfahrtschiffe aussperren.

Der überwiegende Teil der Gewinne bleibt somit bei den großen Reedereien und den Reiseveranstaltern. „Gewinne privatisieren, Schäden sozialisieren“, so kommentiert Frank Herrmann diese Art der Gewinnverteilung, denn Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschäden trägt die Allgemeinheit. Das alles lässt Kreuzfahrten nicht mehr so strahlend erscheinen wie auf den Bildern der Hochglanzbroschüren.

10. Unter anderer Flagge fährt es sich billiger.

Hinzu kommt, dass durch die sogenannte „Ausflaggung“ in Billigstaaten wie Malta, Bahamas oder Liberia Kreuzfahrtschiff-Konzerne jährlich hunderte Millionen Euro an Steuern sparen. Ausflaggung meint die Registrierung des Schiffs in einem Land, das nicht zugleich der tatsächliche Heimatstaat des Schiffseigentümers ist. Durch die Fahrt unter der „Billigflagge“ können sich die Konzerne an den niedrigen Arbeits- und Sicherheitsstandards der Billigstaaten orientieren – lange Arbeitszeiten und niedrige Löhne für das Personal sind die Folge.

2013 trat ein Mindestkodex in Kraft, der Arbeitszeiten und Unterbringung des Bordpersonals regelt. Diese habe dem Personal zwar bessere Rechte gebracht, so Herrmann, erlaubt seien aber immer noch Arbeitszeiten von täglich bis zu 14 Stunden. Der Tourismusexperten fasst zusammen: „Das Geschäftsmodell der Kreuzfahrt-Industrie beruht auf billigem Treibstoff und billigen Arbeitskräften.“

Kreuzfahrtschiffe, Kreuzfahrten
Für den Luxus wird hinter den Kulissen hart gearbeitet. (Foto: Pixabay, CC0 Public Domain)

11. Kreuzfahrten in nachhaltig, geht das?

Immer mehr Menschen interessieren sich für die Umweltverträglichkeit ihres eigenen Handelns – und das hört im Idealfall nicht mit dem Sichten möglicher Urlaubsziele auf. Wenigen Kreuzfahrt-Urlaubern dürften die Folgen ihres Urlaubs für Mensch und Umwelt bewusst sein. Wünschenswert wäre daher, wie vom Umweltbundesamt gefordert, ein zweites Preisschild auch auf das Kreuzfahrtticket zu heften und somit die wahren Kosten einer im Schnitt neuntätigen Kreuzfahrt für 1.500 Euro sichtbar zu machen.

Angesichts der massiven Umweltauswirkungen ist eigentlich klar: Kreuzfahrten kann man nicht mit reinem ökologischen Gewissen antreten.

Wer es trotzdem tun möchte, kann bei Kreuzfahrten zumindest auf Folgendes achten:

  • Alle Schiffe ausser Aida Nova meiden. Es ist das einzige Schiff ohne Schweröl.
  • Jährliches Kreuzfahrtranking des Nabu verfolgen, aktuell das Kreuzfahrtranking 2018.
  • Das Umweltbundesamt empfiehlt, die durch Kreuzfahrten verursachten Treibhausgase zu kompensieren. Das geht zum Beispiel bei atmosfair. Der Anbieter spart das durch die Kreuzfahrt verursachte CO2 in mehr als 20 Klimaschutzprojekten ein und entlastet somit das Klima.
  • Nicht auch noch mit dem Flugzeug anreisen: Kreuzfahrten bevorzugen, die mit Bahn oder Auto erreichbar sind.

Allerdings raten wir dir dazu, lieber einfach anders Urlaub zu machen:

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(33) Kommentare

  1. nachhaltig bloed … eure argumentationskette … da hat jemand etwas beschrieben wovon er keine ahnung hat… und sich die daten zusammengeklaubt aus verschiedenen statistiken die uralt sind…
    du kannst gerne mit mir in verbundung treten, wir machen dann mal eine kreuzfahrt zusammen und ich zeige dir in der praxis wie es funktioniert…
    wahrscheinlich unterstuetzt du ja auch greenpeace und andere organisationen die mit ihren schiffen die weltmeere verschmutzen… lol …
    also: du bist herzlich eingeladen, melde dich einfach… bei
    captain adam christ

  2. Da wäre ich aber sehr an einer Gegendarstellung interessiert. Sicher noch mehr „Greenpeace und andere Organisationen-Unterstützer“.

    Machen Sie diese doch hier öffentlich.

    Freundliche Grüße, S. Bohl

  3. Bei den Kommentatoren sind Sie der einzige, der sich nicht auskennt.
    Die Greenpeace Schiffe verschmutzen keine Meere und auch nicht die Umwelt, da sie mit der dazugehörigen Technik ausgerüstet sind. Diese Technik fehlt bei den Kreuzfahrtschiffen, auch beim anlegen im Hafen. Dort laufen zwecks Stromerzeugung ständig die Motoren. Das ist eine gigantische Umweltverschmutzung und gesundheitlich für die Anwohner sehr bedenklich.
    https://www.greenpeace.de/die-greenpeace-flotte

    http://www.epochtimes.de/umwelt/extreme-luftverschmutzung-durch-kreuzfahrt-schiffe-a1046449.html

  4. ja stimmt… die Drecksorganisation Greenpeace die nichts macht außer mit Schiffen auf dem Meer rumzufahren und es zu verschmutzen;)

    Und jetzt noch mal ohne Ironie: ich finde es unangebracht sich über die Argumentationsart des Artikels zu beschweren und dann selbst keine Thesen zu hinterlegen/zu begründen und eben auf einer noch sehr viel schwächeren Ebene zu Argumentieren.
    Es mag ja sein dass an dem was du schreibst irgendwo etwas dran ist, dann hätte ich aber gerne eine Quelle die mir das bestätigt.

    MFG J.Alber

  5. Sehr geehrter Captain Adam Christ,

    dann mal ran an die Buletten äh Argumente. Was stimmt im Artikel nicht und wie ist es in der Praxis? Bin gespannt. Und das meine ich ehrlich.

    Grüße

    Björn Spiering

  6. Sehr geehrter Herr Captain Christ,

    da ich nicht einseitig informiert meinen „Senf“ hier abgeben will und werde, bitte ich um Ihre Stellungnahme.

    Mit freundlichen, aber auch neugierigen Grüßen

    Helmuth Meixner

  7. Vielen Dank für die vielen Informationen.

    Ich find’s eh blöd mit tausenden Leuten von Ziel zu Ziel zu schippern. Auf der Fahrt wird man pausenlos abgelenkt und bekommt nix von Land und Leuten mit.
    Beim kurzen Landgang überflutet dann eine Welle von Urlaubern die kleinen Orte.
    Die einzigen Einheimischen, die man sieht, sind total gestresst oder genervt.
    Kreuzfahrten scheinen mir das Gegenteil von „Der Weg ist das Ziel“ zu sein.

    …naj und die Umweltauswirkungen werden hier ja ganz gut beschrieben. Was ein Ausflug mit Captain Christ daran ändern soll, ist mir schleierhaft.
    Grüße! Peter

  8. Ja, auch mir kamen Zweifel beim Vergleich zwischen PKW und Schiff bezgl Schadstoffen. Welcher Zeitraum ist da gemeint?
    Faende es sehr wichtig, dass die Gegendarstellung gebracht wird. Einseitig Information sollte Utopia sichnnicht leisten können. Danke

  9. Hallo,
    Zitat au dem artikel: „wie fünf Millionen PKW auf gleicher Strecke.“ als bezieht sich die Angabe auf die gleiche zurückgelegte strecke von PKW und Schiff.
    Und zu den einseitigen Informationen gebe ich dir durchaus recht. mir polarisiert der Artikel auch zu stark.
    Lg J.Alber

  10. Wer mehr Details über die Kreuzfahrt Industrie wissen möchte, dem empfehle ich das Buch von Wolfgang Gregor: „Der Kreuzfahrtkomplex/ Traumschiff oder Alptraum“

  11. Leider habe ich die anderen Kommentare, des Capitains Adam Christ, erst gelesen, nachdem ich meinen Kommentar hier eingegeben habe.
    Meiner Meinung nach will er einfach nur dagegen sein und „stänkern“.
    Argumente bringt er nicht, nur ganz abstruse Unterstellungen.
    Lohnt sich nicht, sich mit ihm auseinanderzusetzen.

  12. Noch eine andere Frage zum Thema….
    Ich radle nächstes Jahr von Litauen via Lettland und Estland nach St. Petersburg.
    Nachdem die Mitnahme von Liegerad samt Anhänger im Flugzeug sehr schwierig ist und eine direkte Fähre nicht mehr existiert werde ich wohl mit der Fähre via Helsinki nach Deutschland kommen um dort nach Oberbayern mit dem Zug zurück zu fahren.
    Dauert 3 Tage statt 2:50 h aber ich zähle das mal als Teil der Reise.

    Frage: wie sieht hier die Ökobilanz im Vergleich aus? Eine CO2 Kompensation bei Atmosfair.de versteht sich in beiden Fällen von selbst.
    http://Www.BavariatoRome.WordPress.com

  13. Ich hätte da einen anderen Vorschlag:
    Statt durch die Welt zu tingeln und sich über die „Ökobilanz“ Gedanken machen,
    lieber ganz aufs Reisen verzichten und daheim in Oberbayern bleiben.
    So hat es damals mein Urgroßvater gemacht und dessen Ökobilanz war nach
    heutigen Maßstäben wohl absolut vorbildlich.
    Denn egal ob mal eine CO2-Kompensation zahlt oder nicht, der Schaden ist nun mal angerichtet.

  14. „… lieber ganz aufs Reisen verzichten …“

    Verzichten will niemand, das sollen höchstens die Anderen. Dann bleibt mir übrig von der Welt für MICH. Das ist der Trend, in diesem Falle sehe ich sehr wohl das Bemühen um verträgliche Reisegestaltung, was fehlt ist die Lücke im Transport, darüber die bestmögliche Ökobilanz anzustellen macht Sinn.

    Was mich wundert ist die Selbstverständlichkeit, in allen Herren Länder gewesen sein zu müssen, logisch ist da ein Liegerad schwieriger hinzubringen. So wäre weniger der Reiseverzicht gefordert, sondern eher der Verzicht auf ein Etappenziel.

    Aber Selbstverwirklichung mache man besser niemandem streitig, da hört die Vernunft auf, Kompromisse gehen wir alle ein, die Klimabilanz eines Zuhausebleibenden muss keinesfalls zwingend besser sein. Ein Aussendienstler mit PKW kann im eigenen Land weit schlechte Ökobilanzen aufweisen als ein gelegentlicher Auslandsurlauber. Kompensation ist m.M. eine Mindestforderung, wie es die angemessene Versteuerung von Treibstoffen für Flugzeuge wie Kreuzfahrtschiffe wäre, sonst brechen alle Dämme ob des Preisdumpings im Massenreisen.

    Mir bleibt derjenige lieber, der wenigstens im Alltag oder auf seinen Reisen noch Rad fährt, weil diese andere Form des Reisens bzw. der Mobilität den Blick OFFEN hält für die besuchten Länder. Der auf Flugverkehr fokussierte Tourist wird zeitblind. Die Leichtigkeit ein Flugzeug zu buchen und die billigen Preise sind teuflisch, sie verzerren die Wirklichkeit zu stark. Wie im Hochgeschwindigkeitsautofahren auf deutschen Autobahnen.

    Weil es machbar ist, wird es gemacht. Weil man es sich leisten kann, leistet man es sich. Ohne Rücksicht, ohne Blick nach hinten. Der persönliche Vorteil liegt vorne, die Zeitersparnis, die vermeintliche Wirtschaftlichkeit dieser Wahl.

    Wir können anders wählen, doch das Erleben wäre ein Anderes. Das fürchten wir, abgehängt zu sein, von den Möglichkeiten, von den Erfahrungswerten jener, die alles mitnehmen, was sie kriegen können. Von den Ressourcen einer gemeinsamen Welt. Ein Dilemma. Das aufzulösen nur verantwortungsbewusste Weltbürger leisten können.

  15. @Horst R, wäre Deine Kritik nicht angebrachter jemanden gegenüber, der mehrmals im Jahr mit Billigflieger nach xy düst?
    Ich finde es schon äußerst vorbildhaft, mit dem Liegerad zu verreisen und sich dann noch Gedanken über Ökolbilanzen zu machen.
    Und Dein Großvater mag ja ein taffer Mann gewesen sein, aber das Maß aller Dinge ist er halt auch nicht.

  16. „3. Eine Kreuzfahrt stößt so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen PKW.“
    Geht dieser Blödsinn immer noch um? Eine reine Propagandalüge des NABU und schon seit Jahren widerlegt.

    Das „Kreuzfahrer-Ranking“ des NABU ist ebenfalls purer Blödsinn. Hier wird kein bisschen darauf geachtet, welche Materialien beim Schiffbau verwendet werden und wieviel umweltfeindlicher Müll während einer Fahrt produziert wird. Hier ist ausgerechnet die vom NABU so hochgelobte TUI – deren Schiffe allesamt mit Schweröl fahren – die größte Dreckschleucer von allen. Sollte diese schiefe Beurteilung damit zu tun haben, dass die „Umwelt-“ Chefin von TUI ranghohes Mitglied des NABU ist?

  17. Träumen darf jeder, aber Geld regiert die Welt und das wird sich nicht ändern.
    Auch die Seilschaften werden nicht weniger, schade, aber wer soll das abstellen?

    Stellt euch vor alle Menschen wären friedlich auf der Welt, keine Kriege und und und, wir würden alle an Sauerstoffvergiftung sterben.

    Aber trotzdem ist es immer wieder schön die Kommentare unterschiedlicher Ansichten zu lesen.

    Und noch von mir ein Kommentar zur Umwelt: Ich habe viele Bäume gepflanzt und wenn die groß sind und ich die Säge zum Umschneiden ansetzte wird sofort gefragt, darfst du die Bäume überhaupt umsägen? Und jetzt kommt meine Frage: Wie viele Bäume wurden von denen die gegen das Baumfällen sind schon gepflanzt? Dazu noch ein Hinweis, wenn ein alter Baum gefällt wird kann man auch wieder einen jungen Baum pflanzen, welch ein Wunder das auch ein junger Baum wieder wächst und alt wird.

  18. Anderes Beispiel:

    Ich habe Kinder gezeugt, wenn die groß sind darf ich die töten und aufessen? Oder deren Organe verkaufen?

    Wieviele von jenen die im Krieg Kinder getötet haben, haben schon selbst Kinder groß gezogen?

    Der Hinweis ist wichtig, weil man kann ja später wieder neue Menschen zeugen.

    Übertrage einfach deine Ethik auf andere Lebewesen, natürlich werten wir anders bei der eigenen Art. Doch die Logik ist diesselbe.

    Unsere Moral und Ethik ist geprägt, zuallererst von der Erhaltung der eigenen Art. Die anderen Lebewesen ordnen wir unter. In der Ökologie hingegen ist deshalb das Zusammenspiel der Lebewesen ein Thema, weil unterstellt wird, nur miteinander bleibt ein funktionierendes Gefüge erhalten. Die Natur als Gesamtheit aller Pflanzen und Tiere benötigt den Menschen? Eher ist er verzichtbar. Er schafft eine Kultur und nur innerhalb diese Kultur kann er überleben, als Art.

  19. Leider betrachtet dieser Artikel die ökologischen Auswirkungen unter Wasser kaum, so die starke Lärmbelastung der Meerestiere, hier kurz beschrieben durch das Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/antarktis/das-umweltbundesamt-die-antarktis/unterwasserlaerm#textpart-1
    Es wäre lohnenswert gewesen, Ergebnisse aus Studien zu dieser Thematik darzustellen, so zum Beispiel erfolgt durch:
    Allen et al. (2012): Radiated noise from commercial ships in the Gulf of Maine: Implications for whale/vessel collisions, The Journal of the Acoustical Society of America;
    oder: Jansen et al. (2011): Disturbance of harbor seals by cruise ships: the challenges of protecting against long-term impacts when only short-term effects are readily measurable
    …und viele weitere Untersuchungen, kostenlos einsehbar z.B. auf Researchgate.

    Mit Blick auf unsere globale Verantwortung zum Erhalt der Biodiversität, ist es ziemlich erschreckend, dass dieser Aspekt von den Verfassern nicht erwähnt wurde.