Mandarine und Clementine: Unterschiede und worauf du beim Kauf achten musst

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Mandarine und Clementine werden als Begriffe oft synonym verwendet. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du aber einige Unterschiede. Wir erklären dir, welche das sind und was du beim Kauf der Zitrusfrüchte beachten solltest.

Äußerliche Unterschiede

Clementinen und Mandarinen wirken nur auf den ersten Blick gleich. Wenn du sie dir genauer ansiehst, kannst du folgende Unterschiede entdecken:

  • Die Mandarine hat ein orangenes Fruchtfleisch, das der Clementine dagegen ist eher gelborange.
  • Wenn du eine Zitrusfrucht halbierst, siehst du, dass das Fruchtfleisch in Kammern unterteilt ist. Diese Kammern heißen Segmente. Mandarinen und Clementinen haben unterschiedlich viele Segmente: Die Mandarine unterteilt sich in der Regel in neun, die Clementine in acht bis zwölf.
  • Die Mandarine hat viele Kerne, die Clementine fast keine.
  • Die Schale der Clementine ist deutlich dicker und damit kälte- und druckbeständiger.

Mandarine: Lange Anbautradition und weite Reise

Mandarinen stammen aus China und werden dort schon seit mehreren Jahrtausenden angebaut. Ihr Name kommt wahrscheinlich von den Mandarins. Das waren hohe Beamte im kaiserlichen China, die eine orangefarbene Amtstracht trugen.

Von China breiteten sich die Zitrusfrüchte über Südostasien und Japan aus. Nach Europa gelangten sie erst 1805 durch einem gewissen Sir Abraham Hume, der zwei Sorten aus China mit nach England brachte.

Heute werden Mandarinen auch in anderen Teilen der Welt angebaut, vor allem in tropischen und subtropischen Zonen. Wegen der vielen Kerne der Mandarine findest du in unseren Supermarktregalen allerdings meistens eher Clementinen, obwohl Mandarinen aromatischer schmecken. Die Früchte, die bei uns in den Handel gelangen, stammen zumeist aus Spanien, Italien, der Türkei und Israel. Mandarinen aus weiter entfernten Ländern wie Südafrika solltest du besser meiden, weil sie durch den langen Transport eine schlechtere Klimabilanz haben.

Die Zitrusfrüchte werden im Herbst geerntet. Daher findest du Mandarinen und Clementinen bei uns zwischen Oktober und Januar.

Clementine – Tochter der Mandarine

Die Clementine ist kälteunempfindlicher als die Mandarine.
Die Clementine ist kälteunempfindlicher als die Mandarine. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)

Die Clementine entdeckte ein Mönch namens Frère Clément im Garten eines Waisenhauses 1912 in Algerien. Der Mönche wurde Namensgeber der Clementine. Der eigentliche Ursprung der Clementine ist nicht bekannt, es gibt aber Hinweise darauf, dass sie früher bereits in China wuchs.

Entstanden ist die Clementine aus einer Kreuzung zwischen der Mandarine und der Pomeranze. Letztere gehört zu den Bitterorangen. Dank ihrer dickeren Schale hält die Clementine mehr Kälte aus als andere Zitruspflanzen. Sie wird sogar in Frankreich angebaut.

Nährstoffgehalt der Zitrusfrüchte

Mandarinen und Clementinen haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Zwar enthalten sie weniger Vitamin C als Orangen oder Zitronen, aber mit drei bis vier größeren Früchten kannst du bereits deinen Tagesbedarf decken.

Daneben enthalten Mandarinen und Clementinen:

Mineralstoffe wie Eisen oder Zink besitzen die beiden Zitrusfrüchte dagegen nur in kaum nennenswerten Mengen.

Anbau und Ernte von Clementinen und Mandarinen

Mandarinen und Clementinen sind im Herbst reif.
Mandarinen und Clementinen sind im Herbst reif. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Sechs bis 18 Monate brauchen Mandarinen und Clementinen, um zu reifen. Ihr Anbau ist relativ wasserintensiv. Sie werden im Herbst geerntet. Nach der Ernte bleiben die Zitrusfrüchte fünf Tage lang liegen, damit die Schale Wasser verliert und dadurch fester und widerstandsfähiger wird.

Dann beginnt die eigentliche Nachbereitung: Die grünen Schalen der Früchte werden in einem Ausfärberaum bei 20 bis 24 Grad Celcius „entgrünt“. Das geschieht mithilfe des Gases Ethylen, das dafür sorgt, dass die Früchte gelblich oder orangenfarben werden.

Anschließend werden die Zitrusfrüchte in einem Bad mit Pflanzenschutzmitteln gebadet, damit sie nicht faulen. Weil dadurch ihre natürliche Wachschicht zerstört wird, müssen die Clementinen und Mandarinen im Anschluss neu gewachst werden. Hierzu wird zum Beispiel Bienenwachs, Schellack oder Zuckerester eingesetzt.

Kauf von Mandarinen und Clementinen

Nach dem Schälen Hände waschen!
Nach dem Schälen Hände waschen! (Foto: CC0 / Pixabay / Zichrini)

Wenn du Mandarinen oder Clementinen isst, solltest du die Schale vorher gründlich heiß waschen und auch die Hände nochmal säubern, bevor sie in Kontakt mit dem Fruchtfleisch kommen. Denn beim Schälen übertragen sich Chemikalien, wie Insektizide, auf die Hände.

Am besten ist es natürlich, wenn du Bio-Früchte kaufst:

  • Bio-Clementinen und -Mandarinen unterliegen deutlich strengeren Richtlinien und dürfen nicht chemisch behandelt werden.
  • Beim Anbau darf kein Kunstdünger eingesetzt werden.
  • Bio-Anbau ist oft wassersparender.
  • Die Arbeitsbedingungen sind besser.

Übrigens: Eine grüne Schale ist kein Zeichen dafür, dass die Frucht unreif ist. Manchmal hat einfach die Ausfärbung nicht wie gewünscht funktioniert. Dadurch schmecken die Mandarinen und Clementinen nicht weniger gut.

Clementinen und Mandarinen: So lagerst du sie richtig

Dank ihrer dickeren Schale kannst du Clementinen länger als Mandarinen gelagern. Während Mandarinen schon nach ein bis zwei Wochen austrocknen, halten sich Clementinen bis zu vier Wochen. Nach der Ernte reifen die Früchte nicht mehr nach.

Mit diesen Tipps bleiben Mandarinen und Clementinen bei dir zuhause am längsten frisch:

  • Kaufe keine Früchte, die bereits matschig sind. Lege sie möglichst weit oben in deine Einkaufstasche, damit sie nicht zerquetscht werden.
  • Clementinen kannst du im Gemüsefach deines Kühlschranks für ein bis zwei Wochen aufbewahren. Achte darauf, dass die Früchte gut belüftet sind, damit sie nicht schimmeln.
  • Wenn du deine Clementinen oder Mandarinen innerhalb von einigen Tagen verbrauchen möchtest, kannst du sie in einem kühlen Raum lagern. Lege die Früchte in eine Schale, damit sie genug Luft abbekommen und schütze sie vor Sonnenlicht.

Und Mandarinen aus der Dose?

Im Frühling und Sommer findest du im Supermarkt nur Dosenmandarinen. Diese wurden mit verdünnter Salzsäure behandelt, damit sie ihre innere Schale verlieren. Schädlich ist das nicht, Salzsäure befindet sich auch im Magen zur Verdauung. Allerdings besitzen die Dosenfrüchte kaum noch Vitamine, dafür aber einen umso höheren Zuckergehalt, weil sie in Zuckerlösung eingelegt sind.

Auch der Kauf von Dosen aus Aluminium ist kritisch zu sehen. Aluminium ist ein problematischer Stoff und die Dosen sind zudem mit Weichmachern beschichtet, die meistens den gesundheitsschädlichen Stoff Bisphenol-A enthalten. Verzichte deshalb lieber auf Mandarinen aus der Dose und greife stattdessen zu saisonalem Obst.

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  1. Anmerkung zum letzten Kapitel: Konservendosen sind (im Gegensatz zu Getränkedosen) i. d. R. aus Weißblech gefertigt. Freilich haben auch diese eine Innenbeschichtung, die aber nicht automatisch BP-A enthalten und an den Inhalt abgeben muss.