Nachhaltig und preisbewusst leben mit Kindern

Ökologisch und preisbewusst leben mit Kindern
Foto: arthurbraunstein / photocase.de

Wer Kinder hat, möchte nur das Beste für sie. Doch nicht immer lässt das Portemonnaie große Sprünge zu – und scheinbar auch keine nachhaltigen. Hier ein paar Tipps, wie es dennoch geht.

Wer auf die Umwelt achten und möglichst ökologisch leben will, stößt finanziell oft an seine Grenzen. Doch das muss nicht sein. Im Gegenteil: Häufig begünstigt ein ressourcenschonendes Konsumverhalten die haushaltseigenen Finanzen sogar.

Utopia hat einige Tipps für dich, wie du ökologisch und preiswert leben kannst und dabei deine Kinder, deinen Geldbeutel und deine Umwelt glücklich machst.

Ferienfreizeit mit Kindern statt Fernreise

Du möchtest deinem Kind etwas Besonderes bieten, wenn Ferien sind? Natürlich ist eine Reise schön, doch auch Ferienfreizeiten im eigenen Umkreis – in der eigenen Stadt, im eigenen Dorf – bringen viel Spaß. Häufig werden sie durch ansässige Vereine oder die Gemeinde organisiert und bringen für die Kleinen tolle Erlebnisse mit sich. Gleichzeitig wird die Umwelt geschont, weil lange Anfahrten wegfallen.

Vieles lässt sich zudem selbst auf die Beine stellen: eine Nachtwanderung, eine Schnitzeljagd oder das Lagerfeuer am Fluss mit Stockbrot – solche Highlights kosten fast nichts, fressen kaum Energie und sind viel aufregender und ökologischer als Urlaubsreisen in ferne Länder. Siehe auch unsere 15 Tipps für sanften Tourismus.

Ein weiterer Tipp: Gerade in der Ferienzeit halten viele öffentliche Nahverkehrsunternehmen spezielle Angebote für Familien oder auch nur für Kinder bereit (siehe: Günstige Bahntickets). So sind beispielsweise beliebig viele Fahrten innerhalb eines Bundeslandes zum vergleichsweise kleinen Preis möglich.

Lies dazu auch: Urlaub mit Kindern: 10 grüne und bezahlbare Unterkünfte

Kinder Wege alleine gehen lassen

Mal eben zur Musikschule fahren, schnell zum Ballettunterricht in die nächste Großstadt: Besonders, wenn es um Hobbies geht, lassen sich Geld und Benzin sparen. Denn auch Gemeindezentren in der Nachbarschaft bieten allerhand Möglichkeiten.

Regionale und lokale Sport- oder Musikkurse sind Angebote, die das Kind häufig selbstständig erreichen kann, ohne dass dafür das Auto gestartet werden muss.

Such im Aktionsradius des Kindes nach Freizeitmöglichkeiten. Es muss nicht immer der Klavierunterricht in der weit entfernten Musikschule sein. Neben ökologischen hat das auch pädagogische Vorteile, denn so hat das Kind nicht an zu vielen unterschiedlichen Orten seinen Wirkungskreis.

Den Kleinen mehr zuzutrauen und sie nicht immer zu chauffieren ist auch in anderen Lebensbereichen sinnvoll: Vielfach bringen Eltern ihre Jungen und Mädchen schon für kleine Strecken mit dem Auto zur Schule. Oft sind sie aber selbst in der Lage, zu Fuß oder mit dem Rad dorthin zu gelangen. Zum Wohle der Gesundheit aller!

10 Dinge, die Eltern ihren Kindern nicht geben sollten

Frisch und preisgünstig kochen mit Kindern

Frisch und gesund kochen gleich teuer? Das muss nicht sein. Es lohnt sich, in den Supermärkten genau hinzuschauen. Denn oft liegen Lebensmittel, die nicht mehr lange haltbar sind, deshalb preisreduziert in den Warenregalen.

Eine weitere Möglichkeit, an gesundes und zugleich günstiges Essen zu gelangen, ist, Produkte, die über dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen, aber durchaus immer noch genießbar sind, zu erwerben. In einigen Städten wie zum Beispiel Köln gibt es Läden, die sich auf Waren wie diese spezialisiert haben – und Foodsharing ist überall in Deutschland möglich.

Kinder sollten früh die Vielfalt von Gemüse kennenlernen
Kinder sollten früh die Vielfalt von Gemüse kennenlernen (Foto: © cook_inspire - Fotolia.com; Colourbox.de)

Auch Gemüse aus der Region gibt es vielfach zum günstigeren Preis, zumindest während der Saison und beispielsweise dann, wenn Gurken krummer sind als herkömmlich, Äpfel Druckstellen haben oder Möhren ein bisschen kleiner sind, als es der Verbraucher üblicherweise kennt.

Sieh dich dazu am besten in Hofläden und auf Wochenmärkten in der Nähe um. So vermittelst du auch den Kleinsten Wertschätzung für Lebensmittel, ganz gleich, ob diese ein wenig krummer, kleiner oder dünner sind.

Lies dazu auch: Kochen mit Kindern – 3 günstige Rezepte

Babyausstattung grün und preisbewusst

Deine Familie erwartet Nachwuchs? Herzlichen Glückwunsch. Doch bei aller Euphorie ist besonnenes Handeln gefragt. Denn gerade, wenn es um die Babyerstausstattung geht, neigen viele Eltern dazu, Unnötiges zu erwerben. Gehe planvoll vor und denke gleichermaßen an das Wohl des kleinen neuen Erdenbürgers, der Umwelt und deines Kontos.

Kleidung, Möbel, und Spielzeug müssen nicht immer neu gekauft werden. Gerade Babys wachsen sehr schnell aus ihrer Kleidung heraus. Sinnvoll ist es darum, sie von anderen Eltern, deren Kinder größer sind, zu übernehmen.

Auch Gebrauchtflohmärkte oder Second-Hand-Läden sind eine gute Möglichkeit. Viel Spaß bringen Tauschpartys, bei denen Anziehsachen oder Spielzeuge ganz einfach gegen andere getauscht werden. Sie lassen sich wunderbar auch privat organisieren und werden zu tollen Events.

Gebrauchte Kinderkleidung kaufen und verkaufen

Ein weiterer Tipp: Achte beim Kauf des Kinderwagens auf Qualität. So kann er auch beim nächsten Kind weiter benutzt werden. Auch Möbel sollten nachhaltig verwendet werden können: Mitwachsende Betten, ein Kinderstuhl, der immer an die Größe der Kleinen angepasst werden kann oder Wickelkommoden, die zu Schränken mutieren, sind sinnvoll.

Ist das Baby dann da, sparst du durch die Verwendung von Stoffwindeln oder Windeln aus nachhaltigen Materialien Geld und/oder Müll.

Zero Waste Familie: 6 einfache Tipps fürs Baby

Gleiches gilt mit Blick auf die Ernährung der Kleinsten. Süße fertige Babytees oder Säfte in Plastikverpackungen sind ebenso überflüssig wie sogenanntes Babywasser. Vielmehr kann abgekochtes Wasser aus der Leitung bedenkenlos verwendet werden. Um nicht permanent Wäsche waschen zu müssen, empfehlen sich abwaschbare Lätzchen, die über Arme und Oberkörper des Kindes gezogen werden. So bleibt die Kleidung darunter auch beim Füttern sauber.

Tapetenreste und Co. für Kinder zum Basteln

Kleine Kinder lieben es, zu basteln. Doch müssen dazu ständig neue Blöcke und andere Utensilien gekauft werden? Nein! Das geht ins Geld und zu Kosten der Umwelt.

Von der letzten Renovierung liegen noch immer halbangefangene Tapetenrollen im Keller? Stecke eine Kordel durch die Rolle und hänge sie im Kinderzimmer auf. So haben die Kleinen meterweise Papier zum Malen.

Lies dazu auch den Beitrag Basteln mit Kindern – 5 kreative Ideen.

Auch Schmierpapier bietet sich an, wenn du kleine Künstler zu Hause hast. Lass es nicht ins Altpapier wandern und gebe es stattdessen den Kindern zum Bemalen. Zudem kannst du Klopapierrollen aufbewahren und zu einer Kette aneinanderreihen oder ein Windlicht oder eine Laterne daraus herstellen.

Genauso sind Salzteig oder Fingerfarbe im Nu selbst gemacht und ersetzen Fertigknete und gekaufte Farben.

Kindergeburtstag ökologisch und unvergesslich

Gebuchte Prinzessinnen, die mit den Kindern Ketten aus Plastikperlen basteln, der Ausflug ins Schnellrestaurant, Pappteller, Plastikbecher und ziemlich viel Abfall: Kindergeburtstage von heute sind nicht nur Events, sie sorgen auch schnell für Müllberge.

Doch das ist gar nicht notwendig: Mach eine Piratenparty mit Schatzsuche im Park – das werden die Kinder lieben! Spare Papiergirlanden, indem du mit alten Stoffresten Wimpel selbst nähst. Ein wahres Erlebnis ist es für die Kleinen, wenn sie ihre Saftschorle aus einer Art Sangria-Eimer mit echten Strohhalmen aus richtigem Stroh trinken dürfen (einfach beim Bio-Bauern fragen oder im Internet schauen).

Um zu vermeiden, dass immer wieder ein neues Glas verwendet wird, hilft auch eine andere Idee: Lass die Kleinen Tassen selbst mit Porzellanmalfarbe bemalen. So sind die Gäste beschäftigt und jedes Kind darf seine Tasse als Geschenk mit nach Hause nehmen.

Auch Geschenkpapier darf ruhig häufiger verwendet werden. Und ist es arg zerknittert, lässt es sich beim Basteln weiternutzen.

Energiespartipps für die gesamte Familie

Anstatt dass abends jedes Familienmitglied vor dem eigenen Fernseher oder PC hockt, lesen oder spielen einfach alle gemeinsam. Das spart Energie und die Familie verbringt Zeit zusammen.

Außerdem können Kinder schon von früh auf lernen, das Licht auszumachen, wenn sie den Raum verlassen oder die Sonne scheint, die Tür des Kühlschranks zu schließen, um ein starkes Herunterkühlen des Gerätes zu vermeiden und bei Steckerleisten den Knopf auszuschalten, damit die Geräte, die daran angeschlossen sind, nicht auf Standby weiterlaufen.

Und, last, but not least, beim Zähneputzen das Wasser abstellen. Zwar müssen wir hierzulande noch nicht Wasser sparen – aber verschwenden müssen wir es auch nicht.

Nachahltige Online-Shops für Kinder- und Babyartikel:

Beachte auch, dass andere nachhaltige Shops** zunehmend auch eigene Bereiche für Kinder haben:

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(1) Kommentar

  1. Tassen bemalen beim Kindergeburtstag finde ich absolut nicht nachhaltig. Tassen sind die Geschirrteile im Schrank, von denen wir ständig viel zu viele haben, obwohl immer mal wieder eine kaputt geht. Außerdem müsste ich die ja dann zum Bemalen neu kaufen, wieder nicht nachhaltig! Und andere haben dann auch wieder eine überflüssige Tasse mehr im Schrank
    Bei uns gibt es Trinkgläser, in denen vorher Senf oder Schokoladenaufstrich war, die kann man immer wieder problemlos ersetzen und muss das Verpackungsglas nicht wegschmeißen (Upcycling). Und mit einem Permanent-Marker (Edding) kann man die Namen der Kinder draufschreiben, oder Symbole draufmalen, das geht in der Spülmaschine wieder ab. Auch farbige Markierungsringe für Sektgläser (gab es mal bei Tchibo) kann man oben auf den Glasrand stecken und so die Gläser kennzeichnen.
    Wenn es unbedingt Plastikbecher sein müssen, dann gibt es die auch als Mehrwegvariante zu kaufen, oder man nimmt gleich Bambusgeschirr.

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