Sind Aroma-Diffuser gesundheitsschädlich?

Foto: CC0 / Pixabay / asundermeier

Aroma-Diffuser findest du heutzutage beinahe überall. Ob sie schädlich für Erwachsene, Kinder oder Haustiere sind und welche Alternativen es gibt, verraten wir dir hier.

Raumdiffuser begleiten viele im Alltag. Etwa in der Arbeit, im Spa-Bereich oder in den eigenen vier Wänden. Zunehmend stehen die künstlichen Aromastoffe der Diffuser in Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ob an dem Verdacht etwas dran ist, wollen wir in diesem Artikel ergründen.

Aroma-Diffuser: Nach längerer Zeit offenbar gesundheitsschädlich

Wie und ob sich anhaltende Düfte auf das menschliche Wohlbefinden auswirken, fasst die Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen zusammen. In der Leitlinie zur Aromatherapie sind diverse Nebenwirkungen aufgelistet: Bei einigen ätherischen Ölen würde sich zum Beispiel der Duft – nach anfänglicher Entspannung – negativ auf das psychische Wohlbefinden auswirken. Dies hängt mit dem Geruch zusammen, der in manchen Fällen mit starken negativen Emotionen (Erinnerungen) verknüpft ist.

Auch alltägliche Aroma-Diffuser könnten laut den Berichten des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitsschädlich sein, da bestimmte Duftstoffe allergenes Potenzial entfalten.

Duftstoffe in Aroma-Diffusern können Hautreizungen oder Organschäden verursachen

Einige Duftstoffe können bei sensiblen Menschen allergische Reaktionen auslösen.
Einige Duftstoffe können bei sensiblen Menschen allergische Reaktionen auslösen.
(Foto: CC0 / Pixabay / asundermeier)

Manche Menschen reagieren auf Aroma-Diffuser und andere künstliche Duftstoffe laut dem Umweltbundesamt mit einer Kontaktallergie. Diese allergische Reaktion äußert sich in juckenden und schuppenden Hautstellen, die auch Bläschen bilden können. Als besonders problematische Stoffe gelten etwa Estragol, Methyleugenol oder Safrol. Besonders Safrol kann – wie eine Stellungnahme des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz preisgibt – in großen Mengen sogar krebsförderlich wirken.

Auch „normale“ Raumdüfte können problematisch sein, da sie bei einigen Menschen Kopfschmerzen oder gereizte Schleimhäute auslösen. Auch ätherische Öle sind in größeren Mengen vom Hörensagen nach nicht unproblematisch. Deshalb gilt es, natürliche Öle entsprechend verdünnt anzuwenden. Allergiker:innen sollten vor allem bei Zitrusölen, Zimtrinde sowie Cassia oder Lorbeer vorsichtig sein.

Sind Aroma-Diffuser für Kinder und Haustiere schädlich?

Du solltest Aroma-Diffuser nicht in Gegenwart von Kleinkindern verwenden, da diese besonders empfindliche Schleimhäute haben. Wie das Bundesinsitut für Risikobewertung schreibt, sind ätherische Öle zur Anwendung bei Babys und Kleinkindern ungeeignet und Aroma-Diffuser können gesundheitsschädlich sein. Schon kleinste Mengen könnten bei Kleinkindern sogar zu lebensbedrohlichen Verkrampfungen bis hin zum Atemstillsand führen. Anders ist es mit Luftbefeuchtern für die Heizung: Um die trockene Heizungsluft zu verbessern, könntest du einen Diffuser mit sauberem, destilliertem Wasser betreiben. Ätherische Öle oder gar Duftstoffe sind hingegen gänzlich Tabu.

Auch für Haustiere sind Aroma-Diffuser aus mehreren Gründen nicht unbedingt verträglich. Denn einerseits belasten manche der falschen synthetischen Stoffe (beispielsweise Teebaumöl) den sensiblen tierischen Geruchssinn. Andererseits enthält die Wasser-Duftmischung für Tiere toxische Substanzen, die Hunde und Katzen etwa bereits durch eine einfache Berührung der Wasser-Duftmischung aufnehmen können. Selbst der Wassernebel im Raum birgt die Gefahr, dass sich die Duftstoffe auf dem Fell absetzen. Sofern du Hunde oder Katzen im Haus hast, solltest du dich vorher also genau informieren, welche Duftstoffe für deine tierischen Freunde schädlich sind.

Katzen vertragen beispielsweise folgende Duftstoffe nicht: 

Hunde reagieren auf Nelke oder Thymianöl ebenfalls sensibel, außerdem beispielsweise zusätzlich auf folgendes:

Schlussendlich solltest du im Zusammenleben mit Kindern und/oder Haustieren sorgfältig abwägen, ob und wann du Aroma-Diffuser einsetzt. Bewahre die Duftstoffe außerdem unbedingt an einem geschützten Platz auf, der für die Tiere und Kinder unzugänglich ist. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, solltest du von Anfang an auf Aromastoffe setzen, die für die Tiere nicht schädlich sind. Dazu gehören beispielsweise Ingwer, Pfefferminze, Lavendel und Zedernholz.

Gibt es Alternativen zum Aroma-Diffuser als Raumbeduftung?

Natron kann lästige Gerüche in der Raumluft neutralisieren.
Natron kann lästige Gerüche in der Raumluft neutralisieren.
(Foto: CC0 / Pixabay / NatureFriend)

Glücklicherweise gibt es einige natürliche Alternativen zu gesundheitsschädlichen Aroma-Diffusoren mit ihren künstlichen Duftstoffen. Im nachfolgenden Absatz stellen wir dir einige davon vor:

  • An erster Stelle steht natürlich das gute, klassische Lüften. Lässt mehrmals am Tag mehrmals für mehrere Minuten frische Luft in den Raum, musst du dir um schlechte Gerüche eigentlich keine Sorgen machen.
  • Um für ein wohliges Raumklima zu sorgen, verraten wir dir mit einer einfachen Anleitung für einen natürlichen Raumduft-Diffusor, wie du deinen Raumduft selber machen kannst. Du benötigst dafür lediglich ein Glas oder eine Flasche, ätherische Öle deiner Wahl sowie einfache Bambusstäbchen.
  • Auch Pflanzen tragen auf natürliche Weise zu einem guten Raumklima bei. Pflanzen mit luftreinigender Wirkung, die die Raumluft verbessern, sind beispielsweise der Drachenbaum, der Gemeine Efeu, Chrysanthemen oder die Friedenslilie.
  • Natron ist ein natürlicher Dufterfrischer, der schlechte Gerüche neutralisiert.
  • Duftsteine, die aus gebranntem, unglasiertem Ton bestehen, kannst du mit zwei oder drei Tropfen ätherischem Öl beträufeln. Auch sie können das Raumklima verbessern, ohne dass du dafür einen gesundheitsschädlichen Aroma-Diffusor brauchst.
  • Außerdem kannst du aus Kerzenresten eine Duftkerze im Glas herstellen.

Wichtig: All diese Alternativen für gesundheitsschädliche Aroma-Diffusoren solltest du ebenfalls lieber selten und lediglich für einen kurzen Zeitraum nutzen, um eventuelle Kontaktallergien zu vermeiden.

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