Strompreise explodieren: 3 Dinge, die du jetzt tun kannst

Strompreise steigen Ökostrom
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Aktuelle Stromrechnung gekriegt? Leicht geschockt gewesen? Auf der Suche nach einer Lösung? Wir haben da drei Ideen…

Stromanbieter informieren derzeit Kunden über die Strompreise für 2022. Oft eine unangenehme Überraschung: Zwar pfeifen die Spatzen schon seit Wochen von den Dächern, dass der Strompreis steigt. Es dann aber mit Brief & Siegel persönlich zu erfahren ist dann doch noch mal was anderes.

Was tun?
Wir haben drei Vorschläge für dich.
Vorweg: Alle Strompreise steigen, dem entkommt man nicht zu leicht. Aber das heißt nicht, dass du nicht ein paar Hebel bewegen kannst, die deine Stromrechnung senken werden.

1. Wechsle den Stromanbieter!

Den Stromanbieter zu wechseln ist die scheinbar einfachste Möglichkeit. Grosses ABER: Derzeit gewinnst du unter Umständen nichts dabei. Weil die aktuelle Strompreiserhöhung nicht etwa eine Idee deines Anbieters ist, sondern eine unglückliche Entwicklung des Energiemarktes. Du könntest also eigentlich auch gleich zu Punkt 2: zu richtig gutem Ökostrom wechseln gehen.

Wenn du es dennoch tun willst, hier wichtige Tipps:

  • Laut Verbraucherzentrale sind Grundversorger (meist „Stadtwerke Soundso“) derzeit günstiger. Dies ist zur Zeit anders als bisher, wo Grundversorger teurer waren als alternative Angebote.
  • Das bedeutet aber auch: Konventionelle Stromvergleichsportale sind derzeit nicht die beste Wahl. Zum einen zeigen sie oft nicht die Tarife der derzeit (!) günstigeren Grundversorger. Zum anderen haben sich wegen der Preisunruhe ohnehin einige Anbieter vorübergehend aus diesen Preisvergleichen abmeldet. Nicht zuletzt finden wir konventionelle Vergleichsportale auch in Sachen Ökostrom-Darstellung nicht immer hilfreich, sieh dazu auch Punkt 2.
  • Du willst dennoch ein Vergleichsportal verwenden?
    Dann raten wir: Ignoriere Bonusangebote. Achte auf kurze Kündigungsfristen (max. 1 Monat) und auf Preisgarantien (1 Jahr). Achte auf max. 12 Monate Vertragslaufzeit und dass sich diese nicht automatisch um 12 Monate verlängern. Achte auf Ökostrom-Label wie „Grüner Strom Label“ und „ok-power Label“. Nutze Vergleichsportale, die dafür Filter anbieten. Oder probiere stromvergleich.utopia.de, wo diese Ökostrom-Filter schon eingebaut sind.

Aber ist ein Grundversorger überhaupt eine gute Wahl? Utopia hat sich in der Vergangenheit Grundversorger, ganz speziell die wichtigsten Stadtwerke und ihre Stromangebote angeschaut („Wie gut ist Ökostrom von den Stadtwerken„). Das Ergebnis 2015: Manche Stadtwerke sind öko, viele eher grau. Ein Ausweg wäre daher immer: Zu einem Ökostromanbieter wechseln.

Weil Ökostrom aber ein Megatrend ist, dürfte sich das Bild insgesamt zum Positiven gedreht haben. Daher unser Rat:

  • Stadtwerke nur mit Ökostrom:
    Wenn du aus Tarifkostengründen zu den Stadtwerken wechselst, dann achte dort auf „Ökostrom“.
  • Auf Ökostrom „mit Ausbauhinweis“ achten:
    Meist bieten Stadtwerke einen günstigeren und einen etwas teureren Tarif. Auch der günstige Ökostrom ist klimaneutral, das ist global gesehen besser als gar nichts – und immer besser als konventioneller „Graustrom“. Aber: Solche Tarife bringen die Energiewende in Deutschland nicht voran. Sie schaden dem Klima nicht (check!), nur fehlt der ökologische Mehrwert für die Energiewende.
    Wenn es bei dir also derzeit nicht auf jeden Cent ankommt, dann wähle bei deinem Grundversorger jenen Ökostrom-Tarif, der ausdrücklich den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützt (doppelcheck!!), oft mit 0,5 Cent oder mehr pro kWh).
  • Mach dir keine Sorgen, dich zu lange zu binden: Die Kündigungsfrist bei Grundversorgern ist durch die Stromgrundversorgungsverordnung (StromGVV) geregelt und beträgt zwei Wochen. Du kannst also, wenn sich die Lage an den Strommärkten beruhigt hat, kurzfristig auf einen „noch besseren“ Anbieter umstellen.

Mehr Details dazu auch im Artikel Zu Ökostrom wechseln … in 5 einfachen Schritten den Stromanbieter wechseln! und, falls auch Gas eine Rolle spielt: Gasanbieter wechseln – so geht’s.

Ach, und wenn du wechselst …

2. Wechsle zu einem richtig guten Ökostromanbieter

Du willst ohnehin wechseln? Dann stell dir zwei Fragen:

  • Reicht dir möglichst billiger Strom aus Kohle, der das Klima schädigt und reiche Konzerne noch reicher macht?
  • Oder geht es dir um einen verantwortungsvollen Stromanbieter, der seinen Anteil leistet, die Energiewende zu bewältigen und dadurch auf Dauer auch die Strompreise zu senken?

Denn die Strompreise sind nicht wegen der Energiewende hoch, sie sind so hoch, weil wir die Energiewende zu langsam umgesetzt haben. Zu einem richtig guten Ökostromanbieter zu wechseln unterstützt aktiv die Energiewende – und senkt auf Dauer auch wieder die Strompreise.

Ökostromtarife finden

3. Geh in die Stromspar-Offensive!

Je mehr Strom du verbrauchst, desto mehr musst du auch bezahlen. Solang der Strom schön billig war, war es nicht teuer, verschwenderisch mit Strom umzugehen. Bei den Preisen für 2022 lohnt er sich aber doppelt, mal über den eigenen Stromverbrauch nachzudenken.

Hier Tipps zum Stromverbrauch, die sofort wirken – und die ganz nebenbei auch gut fürs Klima sind:

Wasserkocher statt Teekessel, Computer abschalten statt laufen lassen, den ganzen Lichtzauber rund um Weihnachten mal runterfahren (die Hälfte tut’s bei vielen sicher auch) und und und … mehr dazu im Beitrag Strom sparen: 30 Stromspartipps, die du noch nicht kanntest

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