Schadstoffe in Basmatireis: 6 Produkte fallen bei Stiftung Warentest durch

Foto: Utopia/ Katharina Schmidt

Stiftung Warentest hat 31 Basmatireis-Produkte untersucht: Kein einziger Reis konnte überzeugen, fünf Artikel waren immerhin „gut“. In zwei Produkten haben die Tester besonders viele Pestizide gefunden – sie hätten gar nicht erst verkauft werden dürfen.

Reis passt besonders gut zu Curries, Wok und Pfannengemüse. Dabei sollte er nicht nur schmecken, sondern auch frei von Schad- und Giftstoffen sein. Stiftung Warentest wollte herausfinden, welche Marken empfehlenswert sind und hat 31 Basmatireis-Produkte getestet.

Dabei haben die Tester sowohl losen Reis, als auch Kochbeutel, Mikrowellen- und Vollkorn-Reis untersucht – aus konventioneller Herstellung und in Bio-Qualität. Die Produkte aus Discountern, Super- und Biomärkten lagen preislich zwischen 1,78 bis 8,45 Euro pro Kilogramm.

Was Stiftung Warentest bei den Basmatireis-Produkten kritisiert

Stiftung Warentest hat die Basmatireis-Produkte auf verschiedene Schadstoffe untersucht:

Damit Reis auf der langen Reise von Asien nach Europa nicht von Schädlingen befallen wird, wird er oft begast. Dafür wird in Indien und Pakistan zum Beispiel Methylbromid verwendet. In der EU ist dieser Stoff verboten, weil er im direkten Kontakt gefährlich ist. Außerdem ist Methylbromid schädlich für die Umwelt.

Stiftung Warentest fand Rückstände, die darauf hindeuten, dass zum Beispiel der „K-Classic“ Basmati-Reis von Kaufland mit Methylbromid begast wurde. Besonders enttäuschend: Auch in zwei Bio-Produkten fanden die Tester Rückstände eines Begasungsmittels. Dabei dürfen solche Pflanzenschutzmittel bei der Produktion von Bio-Lebensmitteln eigentlich nicht verwendet werden.

Basmatireis wird zudem oft mit den Fungizid Tricyclazol behandelt, damit er keinen Schimmel ansetzt. Seit Januar 2018 erlaubt das Gesetz weniger Rückstände des Schimmelpilzgift auf Basmati – in sieben Produkten wurde der Grenzwert aber überschritten. Auch andere Schimmelpilzgifte konnten bei einigen Artikeln nachgewiesen werden.

Zwei Produkte hätten gar nicht erst verkauft werden dürfen: Der Basmatireis von Fair East und der Mikrowellenreis von Netto überschreiten die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizidreste.

Reis

Außerdem prüfte Stiftung Warentest den Geruch, Geschmack und die Konsistenz des Basmatireis – und ob es sich um eine echte Basmatireis-Sorte handelte: Einigen Produkten sind auch andere Reissorten beigemischt.

Fünf Basmatireis-Produkte sind empfehlenswert – und sechs weniger

Als „gut” befand Stiftung Warentest unter anderem den Bio-Basmatireis von Davert (7,50 Euro/ kg). Ergehört zu den besten Produkten im Test und wurde auch als sensorisch “sehr gut” gelobt.

14 Produkte wurden als „befriedigend“ bewertet – wie der Basmatireis von Oryza. Fünf waren „ausreichend“ – wie beispielsweise den Bon-Ri Basmatireis von Aldi Nord. Sechs Produkte schnitten „mangelhaft“ ab, darunter der Artikel von „Fair East“, der Mikrowellenreis von Netto und das Kochbeutel-Produkt von Edeka.

Auch die Bio-Vollkornreis-Artikel von dm und Alnatura befanden sich unter den Verlierern – hier vermuten die Tester, dass der Reis mit Phosphan begast wurden. Das würde gegen die Richtlinien für Bio-Produkte verstoßen. In den anderen Kategorien wurden die beiden Produkte mit „gut“ bis „befriedigend“ bewertet.

Pestizid-Vorschriften werden oft nur ungenau eingehalten

Der Test von Stiftung Warentest zeigt, wie ungenau sich viele Unternehmen an Pestizid-Vorschriften halten. Oft beweisen Analysen, dass unsere Lebensmittel stark mit Pestizidresten belastet sind. Die Pflanzenschutzmittel bleiben auch nach der Ernte auf Gemüse oder Obst vorhanden, und lassen sich auch durch Abwaschen nicht gänzlich entfernen.

Wir raten beim Kauf zu Bio-Produkten zu greifen. Hier dürfen beim Anbau keine Pestizide eingesetzt werden. Das schon nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Umwelt.

Die Ergebnisse im Detail bei Stiftung Warentest.

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(4) Kommentare

  1. Das erstaunt jetzt alles nicht wirklich.
    Was ich allerdings als grob fahrlässig empfinde ist, dass grade die nachhaltige Produktion so gar keine Rolle spielt.
    Es ist längst überfällig in jedem Bereich die gesamte ökologische Zerstörung zu berücksichtigen – bei Tests ebenso wie bei Subventionen.
    Gängige Praxis, zumindest in der Landwirtschaft, ist jedoch – je schädlicher desto mehr subventioniert.

  2. Amen Roanna!

    Und dass die BIO Produkte von DM und insbesondere Alnatura durchgefallen sind, finde ich erschreckend! Was soll man denn überhaupt noch kaufen, wenn auch „Bio“ nur schweineteuer aber im Grunde zum Teil offenbar der selbe Sch… ist!?

    Zum Heulen!

  3. Kaufe seit geraumer Zeit schon italienischen Bio-Reis. Allein aus den Gründen, dass die Transportwege kürzer sind als bei Reis aus Asien. Auch weil meine Kaufkraft dann nicht dazu beiträgt, dass die Grundnahrungsmittelpreise in Entwicklungsländern steigen. Weiß es zwar nicht hundertprozentig, aber ich nehme an durch den kürzeren Transportweg, wird dieser auch nicht begast und damit nicht kontaminiert.
    Der Reis schmeckt jedenfalls vorzüglich und mein Körper gibt positives Feedback nach dem Verspeisen.