True Fruits, Innocent und Co.: Stiftung Warentest hat Smoothies getestet – viele enttäuschen

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Täglich ausreichend Obst und Gemüse zu essen, ist manchmal gar nicht so einfach. Smoothies sollen das erleichtern. Bei der Herstellung gehen allerdings wertvolle Nährstoffe verloren – außerdem enthalten die Getränke viel Zucker. Stiftung Warentest kann nur wenige empfehlen.

Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst soll man täglich essen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Smoothies bestehen zwar aus Obst und Gemüse, können die täglichen Portionen allerdings nicht ersetzen. Der Grund: Die Getränke enthalten zu viel Zucker, wie die aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt.

Die Verbraucherschutzorganisation hat 25 Smoothies getestet – mit dabei bekannte Marken wie True Fruits und Innocent, sowie Eigenmarken von Supermärkten, Disocuntern und Drogerien. Acht Smoothies enthielten Gemüse, elf waren Bio.

Die Ergebnisse des Smoothie-Tests

Mit einem grünen Smoothie wird dein Osterbrunch vielseitig.
Auch „grüne“ Smoothies mit Gemüse waren im Test dabei. (Foto: CC0 / Pixabay / anasegota)

Die wichtigsten Kriterien im Test waren Geschmack, Geruch, Mundgefühl und Konsistenz der Smoothies. Außerdem suchte Stiftung Warentest nach Problemstoffen wie Pestiziden und ermittelte den Zuckergehalt. Zum ersten Mal floss außerdem die Recyclingfähigkeit der Flaschen in die Bewertung mit ein. Die Ergebnisse:

  • Nur zwei Smoothies sind „sehr gut“: der „All in Fruits Fresh Smoothie Orange, Mango, Traube, Banane, Mangostan und Yuzu“ von Edeka und der „Green Smoothie No.1 Apfel, Banane Spinat Birne Grünkohl Ingwer Matcha von True Fruits“
  • Vier Smoothies schneiden mit „gut“ ab – zwei davon mit Gemüse.
  • Die meisten Smoothies erhalten die Note „befriedigend“ (13 Stück). Mit dabei sind welche von Voelkel, dm, Aldi und anderer Supermärkte und Discounter.
  • Sechs mal vergibt Stiftung Warentest die Note „ausreichend“, unter anderem für den „Green Smoothie Apfel, Birne, Grünkohl, Spinat & Baobab“ von Innocent. Testverlierer ist der „To go Avocado Smoothie Green Apfel Avocado Gurke Spinat Minze” von Rewe.

Stiftung Warentest findet kaum Schadstoffe, aber viel Zucker in den Smoothies

Was Stiftung Warentest positiv auffiel: Keiner der Smoothies wurde mit Wasser verdünnt. Außerdem fand das Labor kaum Schadstoffe – und wenn, dann nur in geringen Mengen. Alle Bio-Smoothies waren komplett frei von Pestiziden.

Weniger erfreulich waren allerdings die Zuckergehalte. Im Test enthielten die Smoothies 13 bis 38 Gramm Zucker. Der Zucker stammt zwar von den Früchten, allerdings wurde im Herstellungsprozess die zelluläre Matrix des Obsts und Gemüses aufgebrochen. Deswegen handelt es sich hierbei um freien Zucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, täglich höchstens 50 Gramm freien Zucker zu konsumieren. Mit manchen der getesteten Smoothies nimmt man mit nur einer Flasche schon deutlich mehr als die Hälfte des Tagesgehalts zu sich.

Ein weiterer Nachteil der Smoothies: Sie enthalten wenig Ballaststoffe, weil das Obst und Gemüse in der Regel ohne Schale verarbeitet wird. Auch sekundäre Pflanzenstoffe stecken vor allem in der Schale – und fehlen in den Smoothies. Karotinoide hingegen kann der Körper bei Smoothies besser aufnehmen als bei frischem Obst und Gemüse.

Welche Verpackung lässt sich recyceln?

Apfel-Zimt-Smoothie mit Haferflocken #
Wer Smoothies selber macht, spart Verpackung. (Foto: CC0 / Pixabay / anasegota)

Eine wichtige Rolle spielte im Test außerdem die Recyclingfähigkeit der Verpackungen. Drei Verpackungsarten waren dabei: Glasflaschen, PET-Flaschen und Getränkekartons. Die Bilanz von Stiftung Warentest:

  • Die Glasflaschen lassen sich gut recyceln.
  • Auch der Getränkekarton ist recyclebar. Dafür muss er aber im gelben Sack oder der Wertstofftonne entsorgt werden – und nicht im Altpapier.
  • Einige PET-Flaschen waren von einer zusätzlichen Folie umgeben. Der Folienmantel kann allerdings verhindern, dass die Müllsortieranlage die Kunststoffe richtig einsortiert. Bei drei Flaschen löste sich außerdem der Klebestoff der Etiketten nicht. All das behindert das Recycling.

Utopia meint: Smoothies schmecken gut, enthalten allerdings viel Zucker. In den meisten von ihnen stecken außerdem exotische Früchte wie Mango, die lange Transportwege hinter sich haben. Das muss nicht sein: Die Fruchtpürees lassen sich auch unkompliziert mit regionalem Obst und Gemüse selber machen. (Zum Beispiel mit diesen Rezepten: 3 gesunde Winter-Smoothies). Wer Smoothies selber macht, spart außerdem jede Menge Verpackungsmüll.

Alle Ergebnisse und eine Übersicht über die getesteten Smoothies gibt es bei Stiftung Warentest.

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