Öko-Test Porridge: Testverlierer ist ausgerechnet ein Produkt aus der Höhle der Löwen

Foto: Unsplash, CC0

Im Porridge-Test hat das Verbrauchermagazin Öko-Test die Inhaltsstoffe mehrere Produkte kritisiert: Die Experten fanden bedenkliche Pestiziden, Schimmelpilzgifte und zu viel Zucker im Porridge. Für Verbraucher gibt es eine klare Empfehlung.

Porridge gilt als das neue Trend-Frühstück: Die Haferflocken im Porridge enthalten hochwertiges pflanzliches Eiweiß, Vitamin B1 und B6, Zink und Eisen. Außerdem sind sie magenschonend und enthalten viele wertvolle Ballaststoffe. In fertigen Porridge-Mischungen sind neben zerkleinerten Haferflocken oft auch Gewürze, Beeren und andere Früchte enthalten. Sie lassen sich morgens innerhalb weniger Sekunden zubereiten: Einfach heißes Wasser, Pflanzenmilch oder Kuhmilch über das Porridge geben und kurz quellen lassen.

Öko-Test hat 20 Fertigporridges getestet und auf Pestizide, Mineralölrückstände und ihren Zuckergehalt analysiert. Das Ergebnis fällt gut aus: Fast die Hälfte der Produkte sind „sehr gut“ – nur zwei Porridges sind durchgefallen.

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Porridge-Test: Öko-Test vergibt achtmal ein „Sehr Gut“

Die gute Nachricht: Mineralölrückstände (MOAH) hat das Labor in keinem einzigen Produkt gefunden. Hier haben die Hersteller offenbar in den letzten Jahren nachgebessert. Denn in einfachen Haferflocken waren im letzten Test noch deutliche Rückstände enthalten. Nach wie vor sind aber Pestizide und andere chemische Rückstände ein Problem. In Bio-Produkten sind die aber nicht erlaubt und so konnte vor allem Bio-Porridge im Test überzeugen:

  • Unter den acht Testsiegern mit der Note „Sehr Gut“ befinden sich gleich sieben zertifizierte Bio-Porridges.
  • Zu den besten Porridges zählen zum Beispiel das glutenfreie „Porridge Hot Hafer Beere“ von Bauckhof mit dem strengen Demeter-Siegel sowie das „Brombeer Chia Porridge“ von Mymuesli. Es ist zugleich das Porridge mit dem wenigstens Zucker (1g pro Portion).
  • Nur eine konventionelle Marke ist sehr gut, enthält aber (wenn auch nur in Spuren) Rückstände eines Wachstumsregulators.

Wachstumsregulatoren sind Pflanzenschutzmittel, mit denen sich zum Beispiel die Reifung von Früchten steuern lässt. Besonders bedenklich ist laut Öko-Test das Insektizid Pirimiphos-methyl, das Bienen schadet und für das die EU Grenzwerte festgelegt hat.

Porridge aus „Die Höhle der Löwen“ ist durchgefallen

Das Porridge „Genau Richtig Dreierlei Beere“ von 3 Bears ist durch die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt geworden. Es richtet sich vor allem an Menschen, die sich gesund ernähren möchten. Öko-Test hat im Labor allerdings Spuren der Wachstumsregulatoren Chlormequat und Mepiquat nachgewiesen. Auch Rückstände von fünf Pestizide waren in  Spuren noch im Porridge enthalten. Darunter auch das besonders bedenkliche Pestizid Pirimiphos-methyl. Der Porridge ist deshalb bei Öko-Test durchgefallen (Note: „ungenügend“).

Kritik muss auch das Erdbeer-Porridge von Mondamin (Hersteller Unilever) einstecken: Zwei bedenkliche Pestizide hat Öko-Test im Porridge nachgewiesen, darunter Glyphosat. Außerdem enthält es zugesetztes Aroma.

Schimmel im Fertigporridge entdeckt

Bei der Ernte von Getreide und der Verarbeitung können sich Schimmelpilze ausbreiten. Dies kommt auch bei Hafer vor. Die meisten Produkte waren im Test aber frei von Schimmelpilz-Rückständen. In zwei Produkten hat Öko-Test aber recht hohe Gehalte an T2- und HT2-Toxinen nachgewiesen. Diese Stoffe sind blut- und immuntoxisch, es gibt aber keine Grenzwerte dafür. Betroffen ist unter anderem „Fruchtiges Hafer-Porridge“ von Kölln.

Porridge-Fertigmischung oft Zuckerbombe

Ausgabe 08/2019 (Foto: Öko-Test)

Porridge gilt als gesundes und zugleich leckeres Frühstück. Viele Hersteller werben auf der Verpackung mit Formulierungen wie „ohne Zuckerzusatz“. Auch 3 Bears aus Die Höhle der Löwen wirbt damit auf der Verpackung. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt aber, dass hier Ananassirup und Ananaskonzentrat enthalten ist – also Fruchtzucker. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Zucker aus Fruchtsirupen ebenfalls zu  den gesundheitlich ungünstigen freien Zuckern, zu denen auch der Haushaltszucker gehört.

Auch bei anderen Porridges kritisiert Öko-Test zugesetzten Zucker: Einige Hersteller verwenden Apfelsaftkonzentrat, andere geben direkt Kristallzucker dazu. Bis zu 20g Zucker stecken in einer Portion Porridge. Damit ist die von der WHO empfohlene Tageshöchstmenge von 25g fast schon erreicht, kritisiert Öko-Test. Die Verbraucher-Experten resümieren daher: „Haferfrühstückbrei ist kein Geburtstagskuchen und darf gerne gesünder sein“.Öko-Test Porridge als E-Paper kaufen**

Alle Details findest du in der Ausgabe 08/2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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(1) Kommentar

  1. Wer ist denn so blöd und kauft fertig Porrigde . Ich esse schon mein ganzes Leben (46 Jahre) Haferflocken zum Frühstück. So wie vor mir meine Mutter und seit er 1 Jahr ist mein Sohn. Etwas einfacheres gibt es nicht zum Frühstück und man kann es nach Lust und Laune mit vielen Zutaten verändern. Günstig ist es auch. Lg Annatoula

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