Besser für die Umwelt: So funktionieren Baukasten-Waschmittel

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Der Name „Baukasten-Waschmittel“ erinnert an Chemiebaukästen – Chemie-Vorwissen brauchst du aber keins. Bei Baukastensystemen kannst du Enthärter und Bleichmittel selbst dosieren, und so möglichst wenige umweltschädliche Chemikalien freisetzen.

Normale Vollwaschmittel enthalten Waschmittel, Enthärter und Bleichmittel in einer bestimmten Konzentration. Das heißt: Wenn deine Wäsche schwer verschmutzt ist oder du in einer Gegend mit hartem Wasser wohnst, musst du mehr Waschmittel verwenden. Und wenn dein Haushalt über weiches Wasser verfügt, nutzt du trotzdem bei jeder Wäsche Enthärter – und belastest damit die Umwelt.

Baukasten-Waschmittel: Enthärter und Bleichmittel separat dosieren

Baukasten-Waschmittel erlauben dir hingegen, die einzelnen Bestandteile selbst zu kombinieren. Sie bestehen aus folgenden Komponenten:

  • Basiswaschmittel: enthält Tenside, die Schmutz aus der Kleidung lösen
  • Enthärter: löst überschüssigen Kalk und Magnesium aus „hartem“ Wasser, damit das Waschmittel effektiver reinigen kann
  • Bleichmittel: hellt Verfärbungen auf

Die drei Komponenten mischst du vor dem Waschen selbst zusammen. Das Verhältnis kannst du dabei an deine Wäsche anpassen.

Der Vorteil: Wenn dein Haushalt über weiches Wasser verfügt, was immerhin auf 20 Prozent der deutschen Haushalte zutrifft, kannst du den Enthärter ganz weglassen. Erkundige dich einfach bei deinem Wasserwerk über den Härtegrad in deiner Gegend. Weist deine Wäsche keine hartnäckigen Flecken auf, brauchst du auch kein aggressives Bleichmittel.

Deshalb sind Baukasten-Waschmittel umweltfreundlich

Flüssige und pulverförmige Produkte wie Waschmittel fallen nicht unter die Auskunftspflicht der REACH-Verordnung.
Konventionelle Waschmittel enthalten oft umweltschädliche Stoffe. (Foto: CC0 / Pixabay / habelfrank)

Nutzt du ein Baukasten-Waschmittel, kannst du Enthärter und Bleichmittel so sparsam dosieren wie irgend möglich. Dadurch verbrauchst du nicht nur insgesamt weniger Waschmittel, du führst dem Abwasser auch weniger umweltschädliche Substanzen zu.

Enthärter können Phosphate enthalten. Gelangen diese über das Abwasser in die Umwelt, können sie Flüsse und Seen überdüngen und „umkippen“ lassen. Zwar dürfen Hersteller Phosphate nur sehr sparsam einsetzen, doch auch die Ersatzstoffe Phosphonate, NTA, EDTA und Polycarboxylat sind in der Umwelt nur schlecht abbaubar.

Bleichmittel enthalten meist Sauerstoff, um Flecken auszubleichen. Um den Sauerstoff freizusetzen, verwenden Hersteller oft Natriumperborat – einen Stoff, der im Abwasser giftige Borsalze bilden kann.

Auch die waschaktiven Substanzen des Basiswaschmittels sind nicht unbedenklich. Die meisten Hersteller setzen genmanipulierte Tenside ein, die die Haut reizen können. Einige Tenside basieren auf Erdöl, einer knappen Ressource, deren Förderung der Umwelt schadet.

Schließlich beinhalten konventionelle Waschmittel oft Zusatzstoffe, die der Umwelt und unserer Gesundheit schaden können. Dazu zählen zum Beispiel synthetische Duftstoffe, die oft nur schwer abbaubar und für Wasserlebewesen giftig sind. Beim Menschen können bestimmte Duftstoffe wie zum Beispiel Limonen Allergien auslösen. Zur Waschwirkung tragen die Substanzen nicht bei.

Aus diesen Gründen solltest du jedes Waschmittel so sparsam wie möglich verwenden. Auch hilft es, wenn du Waschmittel von ökologischen Herstellern beziehst: Diese setzen meist auf natürliche Tenside aus pflanzlichen oder mineralischen Rohstoffen und verwenden weniger Duft- und Konservierungsstoffe.

Mehr Informationen: Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln

Ökologische Baukasten-Waschmittel: Das Basiswaschmittel

Einen Waschmittelbaukasten kannst du dir ganz individuell zusammenstellen. Als Basiswaschmittel eignet sich zum Beispiel ein selbstgemachtes Waschmittel aus Kernseife.

Zu aufwändig? Dann greife zu einem Waschmittel-Baukasten eines ökologischen Herstellers. Die einzelnen Komponenten kannst du beliebig nachkaufen und kombinieren. Anbei stellen wir dir einige Produkte vor:

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Das Waschpulverkonzentrat von Sonett eignet sich als Basis für ein Baukasten-Waschmittel (Foto: © Sonett)

Enthärter: Diese Mittel eignen sich

Wenn du in einer Gegend mit hartem Wasser wohnst, solltest du Enthärter beim Waschen verwenden: Dadurch benötigst du weniger Waschmittel und kannst Kalkablagerungen in der Waschmaschine vorbeugen.

Für Waschmittel-Baukästen gibt es zum Beispiel Enthärter von:

Oder: Du nutzt ein einfaches Hausmittel – nämlich Waschsoda. Gib dafür einfach ein bis zwei Esslöffel zu jeder Wäsche – die genaue Menge hängt von der Wasserhärte ab. Waschsoda, auch Reine Soda genannt, gibt es für zwei Euro pro Kilo in der Drogerie oder in der Apotheke.

Bleichmittel für den Waschmittel-Baukasten

Auf Bleichmittel kannst du meist ganz verzichten und schwierige Flecken einfach vorbehandeln. Damit die Wäsche nicht mit der Zeit ergraut, solltest du aber ab und zu ein ökologisches Bleichmittel verwenden.

Viele ökologische Hersteller bieten entsprechende Produkte an, zum Beispiel:

Waschmittel-Baukasten dosieren: So geht’s

Mische die Komponenten deines individuellen Baukastensystems im Waschmittelfach deiner Maschine zusammen. Dabei solltest du folgendes beachten:

  • Dosiere das Basiswaschmittel nach Vorgaben des Herstellers. Bei leicht verschmutzter Wäsche reicht oft schon ein kleiner Löffel beziehungsweise eine halbe Kappe.
  • Für eine leicht verschmutzte Waschladung reich schon ein Teelöffel Bleichmittel. Bei schwierigen Flecken kannst du bis zu drei Teelöffel verwenden.
  • Wohnst du in einer Gegend mit hartem Wasser wie zum Beispiel in München, solltest du bis zu sechs Teelöffel Waschsoda zu deiner Wäsche hinzugeben. Bei mittlerer Wasserhärte wie beispielsweise in Konstanz reichen vier Teelöffel. Gegenden mit weichem Wasser wie Hamburg brauchen eigentlich keinen Enthärter im Waschmittel. Wenn du industrielle Wasserenthärter kaufst, orientiere dich am Besten an den Herstellerangaben.

Gegen harte Flecken: Haus- statt Bleichmittel

Gegen Rotweinflecken helfen Hausmittel. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de)

Bei hartnäckigen Flecken musst du nicht immer zum chemischen Bleichmittel greifen. Für Verschmutzungen wie Rotwein- und Kaffeeflecken kannst du auch Hausmittel anwenden. Wie du am besten vorgehst, liest du in folgenden Artikeln:

Behandle die Flecken einfach mit den entsprechenden Hausmitteln vor. Danach kannst du die Textilien wie gewohnt in die Waschmaschine geben und dein Baukasten-Waschmittel hinzufügen.

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(2) Kommentare

  1. So ein 3-Komponentensystem gab es schon einmal in den 80ern/90ern!
    Basiswaschmittel,Fleckensalz,Wasserenthärter.
    „SKIP“hieß das und ich fand das super!! weil es schon damals Sinn machte.
    Erschwinglich war es tatsächlich auch.
    Irgendwann war es weg vom Markt.Vermutlich hatten die Konsumenten keine Lust auf die Lagerung dreier unterschiedlich großer Päckchen und der individuellen Dosierung,je nach Notwendigkeit.
    Schade.

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