5 Beispiele, die uns Hoffnung für die Zukunft der Erde machen

Fotos: © Jan Merkle, marie anne / photocase.de; © photka - fotolia.com

Die Menschheit steht vor riesigen ökologischen und sozialen Herausforderungen – und manchmal entsteht der Eindruck, dass wir diese nicht bewältigen können. Doch im Rückblick sehen wir, dass sich bereits einiges getan hat und dass sich Engagement also auf jeden Fall lohnt. Utopia zeigt Beispiele, die Mut machen.

Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt, Ausbeutung von Arbeitern, Umweltzerstörung, Krieg und die Verschmutzung der Meere – man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Erde nicht mehr zu retten ist. Dabei sollten wir ruhig motiviert in die Zukunft schauen.

1. Neuer Klimavertrag: 195 Staaten mit einem Ziel

Ende des vergangenen Jahres fand der UN-Klimagipfel in Paris statt. Es war ein absoluter Durchbruch, dass sich 195 Staaten, darunter Indien, USA und Saudi-Arabien rechtlich bindend auf ein Ziel geeinigt haben: Die globale Erwärmung soll unter zwei Grad gehalten werden. Außerdem soll ab 2050 nur noch so viel CO2 in die Atmosphäre gelangen, wie kompensiert werden kann.

Viel schneller als erwartet treten die Staaten nun dem Klimavertrag bei – und bereiten so den Weg für die Umsetzung in den jeweiligen Ländern. Wir sind gespannt, welche konkreten Taten nach der Ratifizierung des Klimavertrages folgen werden. Im November 2016 findet dann die 22. Klimakonferenz in Marrakesch statt. Sie widmet sich der Milderung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Klimagipfel in Paris
Jetzt hat es die Staatengemeinschaft begriffen: Die Erde braucht unseren Schutz. (Foto: "Global Climate March Berlin -15" von w238 unter CC BY-SA-2.0)

Auch lobenswert: Mittlerweile gleicht die Bundesregierung die Klimawirkungen aller Dienstreisen ihrer Beschäftigten aus. Wenn sich Ministerien und Behörden also mit Flugzeug und Dienstwagen auf den Weg machen, fließt dafür Geld in Klimaschutzprojekte. Die Bundesregierung will mit den Ausgleichszahlungen vorrangig Projekte rund um erneuerbare Energien in südlichen Ländern fördern.

2. Der Atomausstieg in Deutschland

Um Energie geht es auch in unserem zweiten Beispiel. Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren hätte die Politik eigentlich schon damals wachrütteln sollen. Es mussten zwar 25 Jahre – und einiges politische Hin und Her – vergehen, bis die Bundesregierung tatsächlich handelte, aber besser spät als nie. Als Reaktion auf Fukushima beschloss man 2011 den endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft. Bis zum Jahr 2022 wird sich Deutschland nun nach und nach von der Atomkraft verabschieden. Die brisante Frage nach einem Endlager für den Atommüll ist damit zwar noch lange nicht geklärt. Aber der beschlossene Atomausstieg ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – weg von der unberechenbaren Risikotechnologie.

Klimaverträgliche und berechenbare Stromversorgung in Form von erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind legt immer mehr zu. Vergangenes Jahr betrug ihr Anteil in Deutschland rund 30 Prozent – im Vorjahr lag er noch bei 26 Prozent. Auch dieses Jahr setzt sich der Trend fort, besonders die an Land gewonnene Windenergie nahm zu und dieser stetige Anstieg soll so weitergehen: Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2050 auf 60 Prozent zu erhöhen.

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3. Weniger Müll durch Pfandpflicht

Weniger Blechdosen und Plastikflaschen auf Straßen und Plätzen: Die Pfandpflicht brachte nicht nur uns (und andere) dazu, leere Flaschen zu sammeln, sondern führte laut Umweltbundesamt (pdf) in der Folge auch zu weniger Vermüllung öffentlicher Plätze. Durch das Rücknahmesystem in Supermärkten und Discountern lassen sich Flaschen, Gläser und Getränkedosen zudem besser verwerten, weil sie jetzt sortenrein gesammelt werden.

Trotz dieser positiven Entwicklung gilt weiterhin: Mehrwegflaschen sind deutlich umweltfreundlicher als Einwegflaschen und -dosen. Und wenn du Wasser trinken willst: Dreh doch lieber den Wasserhahn auf, Leitungswasser ist nicht nur günstiger, sondern laut einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest auch noch gesünder als Mineralwasser.

Plastikflasche
Leitungswasser ist günstiger und gesünder als Wasser aus Plastikflaschen. (Foto: © BillionPhotos.com)

4. Plastiktüten gehören bald der Vergangenheit an

Erst Rewe, jetzt auch Discounter Lidl: Immer mehr Lebensmittelgeschäfte sagen „Schluss damit“ und stoppen den Verkauf von Plastiktüten. Rewe und Lidl wollen statt Plastiktüten wiederverwendbare Alternativen wie Taschen aus Baumwolle oder Papier anbieten. Dabei ist die langlebige Baumwolltüte der Papiertüte in jedem Fall vorzuziehen. Wenn du einfach immer deinen eigenen Stoffbeutel einsteckst, sparst du auch noch Geld.

Der deutsche Einzelhandel hat sich diesen Sommer dazu verpflichtet, Kunststofftüten nicht mehr kostenlos auszugeben. Wer jetzt also shoppt, der zahlt entweder für die Plastiktüten oder steckt das Gekaufte in die eigene Tasche oder den Stoffbeutel. Eine erfolgreiche Initiative: Schon wenige Wochen nach der Einführung ging der Verbrauch von Plastiktüten stark zurück.

Lidl Plastiktüte
Bei Lidl wird es keine Plastiktüten mehr geben. (Bild: Utopia)

Der Rückgang von Plastiktüten ist ein vorbildlicher Schritt in Richtung weniger Plastikmüll – die Bemühungen sollten jedoch auch in Richtung weniger Verpackung im Allgemeinen gehen. So schafft Rewe nicht nur die Plastiktüte ab, sondern arbeitet laut eigenen Aussagen an weiteren Initiativen „zur Reduzierung von Plastikverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel.“ Damit würde Rewe es Verbrauchern erleichtern, Produkte zu wählen, die nicht aufwändig verpackt sind.

Zahlreiche verpackungsfreie Supermärkte machen heute schon vor, wie es geht: Wir haben eine Übersicht der verpackungsfreien Supermärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengestellt.

5. Es gibt immer mehr Vegetarier

„Nein danke, ich esse kein Fleisch“  – vor 20 oder 30 Jahren wurden Menschen, die kein Fleisch aßen, hierzulande noch als merkwürdige Sonderlinge betrachtet. Heute ist der Vegetarismus ziemlich normal. Laut dem Vegetarierbund Deutschland (Vebu) ernährten sich 2014 fast acht Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch oder vegan– also knapp 10 Prozent der Bevökerung. Zum Vergleich: 1983 waren es nur etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung. Das ist ein Zuwachs, der sich sehen lassen kann!

Über die Hälfte der direkten Treibhausgas-Emissionen unseres Essens lässt sich auf tierische Produkte zurückführen, so das Umweltbundesamt. Für die Tierhaltung und den Futteranbau müssen riesige Flächen herhalten, auf denen sonst Pflanzen wachsen könnten, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen. Nicht zuletzt fördert das durch die Kühe ausgestoßene Methan die Erderwärmung. Der Zuwachs an Vegetariern in Deutschland ist also ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz – und der aktuelle Vegan-Boom gibt weiteren Grund zur Hoffnung.

vegetarisch grillen
So vielfältig sieht vegetarische Ernährung aus. (Foto © Utopia/cr)

Es gibt noch viele weitere Erfolge aus den vergangenen Jahren, die Anlass zur Hoffnung geben – und gleichzeitig Motiviation sind, sich weiter für mehr Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen:

Wir hätten mindestens viermal so viele Negativbeispiele auflisten können und anprangern, wo die Politik mal wieder versagt hat, wo zu viel oder „falsch“ konsumiert wird. Auch das ist wichtig – doch hier wollen wir einmal darauf aufmerksam machen, dass sich einige Dinge zum Positiven entwickeln. Dass inzwischen Dinge Alltag sind, die vor einigen Jahren oder Jahrzehnten noch kaum denkbar waren. Das sollte uns motivieren: Je mehr Menschen sich für eine Sache engagieren, desto größer die Chance, etwas zu bewegen. Lasst uns also nicht aufhören, uns für unseren Planeten einzusetzen und unsere Verbrauchermacht zu nutzen – damit wir noch mehr solche mutmachenden Positivbeispiele erleben!

Filme, die Hoffnung machen:

  • Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen“ inspiriert, motiviert und macht Mut.
  • Hope for all“ zeigt, dass wir die Macht haben, etwas zu ändern.
  • Yes Men“ ruft uns mit Humor ins Gedächtnis, dass es sich lohnt, für Veränderungen zu kämpfen.
  • Power to Change“ ist ein Plädoyer für eine schnelle Umsetzung der Energiewende und erzählt mitreißende Geschichten.

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(5) Kommentare

  1. Schön dass Ihr positiv sein wollt, aber es ist absurd und sogar sehr gefährlich zu feiern, während die Emissionen noch steigen, während selbst in Deutschland noch zusätzlich Boden versiegelt wird und wir bei Beibehaltung der „Energiewende“ mit dem Tempo der letzten 15 Jahre erst im Jahr 2150 auf erneuerbare Energien umgestellt haben. Während das öl voraussichtlich nur bis 2060 reicht und die Erde sich selbst im günstigsten Fall bis 2100 um 2 Grad erwaermt hat. Während jetzt, 2016, 7 Millionen Menschen jährlich an verschmutzter Luft sterben, weitere 7 Millionen am Rauchen, weitere Millionen durch Verkehrsunfälle usw. Die kleinen Erfolge werden leider durch Unfug an anderer Stelle mehr als überkompensiert.

  2. Ich sehe leide die Windkraft auch nicht als langfristige Lösung für erneuerbare Energie. Die Windräder schaden in sehr grossem Umfang unserer Vogelwelt, da diese die routierenden Windräder nicht erkennen können. Zudem verschandeln diese Räder im grossen Umgang die Landschaft. Selbst wenn die Windparks auf dem Meer errichtet werden sehe ich die Problematik bezüglich der Vogelwelt nicht als behoben.

    Auch Menschen, welche in der Nähe solcher Windräder leben müssen, klagen im grossen Umfang wegen ständiger Lärmbelästigung sowie andere körperlichen Beschwerden.

    Ich persönlich denke, dass die Solarenergie mehr ausgebaut werden sollte um unseren Energiebedarf langfristig zu decken (trotzdem sollte mit Energie sparsam umgegangen werden). Wenn auf jedem Gebäude Solarzellen angebracht werden würden könnten wir auf diese schädlichen und gefährliche Windkrafträder verzichten.