Fastenwandern: So gesund ist es wirklich

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Fastenwandern soll den gesundheitsfördernden Effekt einer Fastenkur erhöhen. Wir erklären dir, wie das funktioniert und wie du eine solche Fastenwanderung organisierst.

Wer heilfastet, möchte sich am liebsten gar nicht bewegen. Denn wer keine oder kaum feste Nahrung zu sich nimmt, möchte intuitiv auch nicht viel Energie verbrauchen. Doch kann genau das kontraproduktiv sein: Wer sich beim Fasten nicht bewegt, bringt seinen Kreislauf nicht in Schwung und baut Muskeln ab. Auch der sogenannte JoJo-Effekt tritt nach der Fastenkur ohne Bewegung leichter ein. Leichte Bewegung kann beim Heilfasten also förderlich wirken.

Wer fastenwandert, kann noch mehr von seiner Fastenkur profitieren. Dabei geht es um mehr als nur darum, während der Fastenkur zu wandern. Es ist ein Zurückfinden zu sich selbst und der Natur.

Fastenwanderungen werden von Veranstaltern organisiert. Diese erstellen einen Speiseplan und ein Programm, um das Beste aus deiner Fastenkur herauszuholen – mit Gruppenaktivitäten, Vorträgen, Entspannungsübungen und medizinischer Versorgung. Doch wie genau funktioniert eine Fastenwanderung, welche Vorteile hat sie gegenüber dem „normalen“ Fasten und welche Veranstalter eignen sich am besten dafür?

Fastenwandern: Bewegung verstärkt die Vorteile einer Fastenkur

Finde wieder Klarheit beim Fastenwandern in der Natur.
Finde wieder Klarheit beim Fastenwandern in der Natur. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)

Wenn du nichts isst, gerät dein Körper in einen Zustand, der als Ketose bezeichnet wird. Dabei holt er sich die Energie nicht mehr aus dem Zucker, den du ihm zuführst. Stattdessen greift er größtenteils auf die sogenannten Ketonkörper zurück, die in der Leber aus deinen Fettzellen produziert werden. Die Menschen in der Steinzeit lebten regelmäßig in diesem Zustand, dem Studien auch positive Auswirkungen auf das Gehirn zuschreiben. Forscher untersuchen deshalb intensiv, ob die ketogene Diät gesundheitliche Vorteile birgt.

Während du fastest, zieht dein Körper fast seine gesamte Energie aus den Ketonkörpern. Trotzdem baut er kontinuierlich Muskeln ab. Wer jedoch während des Fastens leichten Sport treibt, verliert Fett und behält seine Muskeln bei. Deshalb ist es wichtig, dass du regelmäßig in Bewegung bleibst.

Wandern eignet sich hierfür ideal: Leichte Wanderungen belasten dich nicht zu stark, sind aber anstrengend genug, um deine Muskeln auf Trab zu halten. Probanden einer Studie der Universität Halle-Wittenberg hatten zum Beispiel nach einer fünftägigen Fasten- und Wanderkur keine Muskelmasse abgebaut. Laut eigenen Angaben verspürten die Testpersonen am Ende der Kur „großes Wohlbefinden“.

Was du beim Fastenwandern beachten solltest

Gehe nur während der Ferien- oder Urlaubszeit fastenwandern.
Gehe nur während der Ferien- oder Urlaubszeit fastenwandern. (Foto: CC0 / Pixabay / Free-Photos)
  • Organisiere eine Fastenwanderung immer in deiner Ferien- oder Urlaubszeit. Wenn du mit dem Fasten anfängst, setzt du deinen Körper damit unter Stress. Deine Arbeit oder dein Studium kann dich ebenfalls stressen – und so zu einer Doppelbelastung führen.
  • Übertreibe es nicht. Bewege dich regelmäßig, aber höre auf deinen Körper: Dein Puls sollte erhöht sein und du solltest leicht ins Schwitzen kommen, dich aber nicht komplett verausgaben.
  • Bewege dich an der frischen Luft – und zwar mindestens eine Stunde täglich. Laut der Deutschen Fastenakademie e.V. benötigt dein Körper zehn Prozent mehr Sauerstoff als sonst, da er mehr Fett verbrennt.
  • Fastenwandern in der freien Natur lohnt sich auch deshalb, da du dadurch achtsamer wirst.
  • Achte darauf, immer genügend Elektrolyte zu dir zu nehmen und ausreichend Wasser zu trinken. Das gilt generell während des Fastens. Wenn du dich bewegst und schwitzt, solltest du aber besonders darauf achten.
  • Aktive Entspannung ist genauso wichtig während deiner Fastenzeit: Versuche es zum Beispiel regelmäßig mit Yoga oder Meditation.
  • Probier auch mal was neues aus, etwa unseren Fastenplan mit kreativen Fastenideen.
  • Das Wichtigste: Kläre immer vorher mit deinem Arzt ab, ob sich für dich eine Fastenkur beziehungsweise eine Fastenwanderung eignet.

Wie funktioniert Fastenwandern?

Ziehe alle Vorteile aus dem Fastenwandern heraus – durch Wandern in der Gruppe.
Ziehe alle Vorteile aus dem Fastenwandern heraus – durch Wandern in der Gruppe. (Foto: CC0 / Pixabay / Pexels)

Natürlich kannst du das Projekt selbst in die Hand nehmen und deine eigene Fastenwanderung organisieren: Plane deinen eigenen Fastenplan (zum Beispiel nach Buchinger) und begib dich jeden Tag hinaus zum Wandern.

Doch das ist für die meisten nicht machbar, da die die wenigsten von uns in der Nähe eines Wandergebiets wohnen. Und täglich lange Strecken zu fahren, ist nicht nur in der Urlaubszeit stressig – es schadet außerdem der Umwelt. Ungeübte Wanderer haben außerdem oft Schwierigkeiten, die Wanderrouten und ihre Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen.

Deshalb lohnt es sich, eine Fastenwanderung bei einem Veranstalter zu buchen. Dieser organisiert angemessene Wanderwegen, „Mahlzeiten“ und stellt ein Fasten-Programm auf. Oft übernachtest du zwischen fünf und zehn Tagen in einer Unterkunft, die sich in einem Wandergebiet befindet. Morgens wird dir meist ein leichtes Frühstück, wie zum Beispiel eine Gemüsebrühe oder ein Fastentee serviert. Danach geht es meist direkt zum Wandern in einer Gruppe.

Wer heilfastet, möchte häufig entweder abnehmen oder leidet unter einer chronischen Krankheit (wie z.B. Rheuma, Gicht oder Arthrose). Beim Fastenwandern in der Gruppe musst du die Kur zum Einen nicht alleine durchmachen. Es ist immer jemand dabei, der Fastensymptome wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Magenknurren nachvollziehen kann. Zum Anderen wirst du von einem Experten begleitet, der einschätzen kann, wie stark du deinen Körper während der Fastenkur belasten kannst.

Viele Veranstalter bieten zusätzlich Yoga– und Meditationskurse an, die die Muskeln weiter aktivieren und deine Fastenkur fördern. Doch keine Sorge: Die meisten Organisatoren passen den Schwierigkeitsgrad des Fastenwanderns an ihre Teilnehmer an. Für Anfänger und Fortgeschrittene ist also immer etwas dabei. Zusätzlich verfügen einige auch über Saunen und bieten Massagen an.

Und das Wichtigste: Da die viele Teilnehmer unter Krankheiten leiden, ist eine medizinische Betreuung meist inklusive.

Fastenwandern – aber wo?

Fastenwandern in Deutschland lohnt sich – zum Beispiel in der Sächsischen Schweiz.
Fastenwandern in Deutschland lohnt sich – zum Beispiel in der Sächsischen Schweiz. (Foto: CC0 / Pixabay / Julius_Silver)

Glücklicherweise gibt es in Deutschland einige Veranstalter zum Fastenwandern. Du musst also nicht weit reisen, um das Beste aus deiner Fastenkur herauszuholen. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, du kannst Reiseziele in Deutschland ganz neu entdecken.

Wenn du auf der Suche nach nachhaltigen Orten zum Fastenwandern bist, kannst du dir zum Beispiel die folgenden Veranstalter anschauen:

  • Wenn du unsere Hauptstadt und ihre Umgebung besser kennenlernen willst, versuche es unter Fastenwanderninberlin.de. Das ist ideal, falls du bereits in Berlin wohnst und dir das Geld für eine Unterkunft sparen möchtest. Außer Wandern bietet dieser Veranstalter kein Rahmenprogramm an – dafür gibt es Verpflegung in Bio-Qualität.
  • Ein bisschen weiter draußen wird der nachhaltige Fastenwanderer bei Fastenwanderung in Brandenburg fündig. Hier werden dir ebenfalls ausschließlich Speisen in Bio-Qualität serviert. Neben den Wanderungen gibt es regelmäßige Spa-Besuche, Vorträge und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.
  • Wenn du schon immer in den Schwarzwald wolltest und noch nicht die Gelegenheit dazu hattest, dann eignet sich für dich das Fastenwandern mit Gesundkraft-Fasten. Der Veranstalter bietet ein vielfältiges Programm mit Seminaren und Massagen – und natürlich biologischer Kost.
  • Die Fasten-Wander-Zentrale vermittelt seit über 20 Jahren verschiedene Veranstalter in Deutschland und ganz Europa. In der Datenbank kannst du einfach einen Wunschtermin und ein bestimmtes Bundesland eingeben – und unter verschiedenen Optionen wählen.

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