In Kooperation mit:Kooperationslogo

Smoothies bei Öko-Test: Pestizide und zu viel Zucker, aber guter Geschmack

Smoothie-Test: Rote Smoothies können bei Öko-Test nur teilsweise überzeugen
Fotos: Öko-Test

Obst und Gemüse einfach trinken statt lange schälen und schnippeln? Smoothies sind beliebt – aber sind sie auch gesund? Öko-Test hat rote Smoothies überprüft und kann nur einige Produkte im Test empfehlen. Die Probleme: ein krebsverdächtiges Pestizid, viel Zucker, wenig Vitamin C.

Es klingt verlockend: Statt Äpfel, Birnen, Bananen und Co. zu schnippeln und zu naschen oder selbst im Standmixer zu pürieren, kauft man einfach einen Smoothie. Die bunten Obst- und Gemüsedrinks sind gerade im Winter beliebt, wenn wir unser Immunsystem mit vielen Vitaminen stärken möchten. Aber sind Smoothies so gesund, wie sie aussehen? Öko-Test wollte es genauer wissen und hat 20 rote Smoothies im Labor prüfen lassen.

Rote Smoothies bei Öko-Test: Kritik an Pestiziden und Zuckergehalt

Das Verbrauchermagazin kaufte vier Bio-Smoothies ein und 16 konventionelle Produkte. Die Zutaten reichen von Beeren und Kirschen bis zu exotischen Früchten wie Orange, Banane und Drachenfrucht. Bis zu zehn Sorten Obst stecken in einem Smoothie. Klingt ziemlich gesund und nach vielen Vitaminen.

Doch Öko-Test hat einiges an den Drinks zu kritisieren. Das Testlabor untersuchte die Smoothies unter anderem auf Rückstände von Pestiziden und Desinfektionsmitteln sowie auf Keime – und wurde fündig.

Smoothie-Test: Krebsverdächtiges Pestizid Captan in über der Hälfte der Produkte

Elf Smoothies im Test enthielten Spuren des Pestizids Captan. Laut Öko-Test steht das Pflanzenschutzmittel im Verdacht, krebserregend zu sein. Unter anderem folgende Produkte enthielten das bedenkliche Pestizid:

  • Innocent Der Smoothie Ananas Erdbeere & Apfel (Pestizid Captan in Spuren)
  • True Fruits Purple (drei Pestizide, darunter Captan)
  • Edeka: Gut & Günstig Banane Apfel Kirsche Smoothie (Captan in Spuren)
  • Lidl: Solevita Red Smoothie (Captan in Spuren)

Zudem fand Öko-Test in einigen Smoothies Chlorat. Laut den Verbraucherschützer:innen kann es sich dabei um Rückstände von Reinigungs- oder Desinfektionsmit­teln handeln.

Smoothies bei Öko-Test: Jetzt Testergebnisse im ePaper lesen

Smoothie-Test: Zu viel Zucker, zu wenig Vitamin C

Pestizide sind nicht der einzige Kritikpunkt von Öko-Test. Das Labor prüfte auch den Zuckergehalt und den Gehalt an Vitamin C in jedem Smoothie.

Das ernüchternde Ergebnis: In allen Smoothies steckt zu viel Zucker. Bei vielen Produkten liegt der Zuckergehalt deutlich über zehn Gramm pro 100 Milliliter. Laut Öko-Test entspricht das ungefähr dem Zuckeranteil in einer Limonade oder Cola.

Der Zuckergehalt in Bubble Tea ist sehr hoch.
Smoothie-Test: Der Zuckergehalt in Smoothies ist laut Öko-Test zu hoch. (Foto: CC0 / Pixabay / jakob5200)

Öko-Test rechnet vor: Mit einem Smoothiefläschchen von 250 Millilitern kommt man damit auf über 25 Gramm Zucker und überschreitet die empfohlene Tagesmenge an Zucker der WHO für Erwachsene. Immerhin handelt es sich in den Smoothies nicht um zugesetzten, sondern um fruchteigenen Zucker. Doch dieser ist bei der empfohlenen Tagesmenge eingerechnet. Der Rat der Verbraucherschützer:innen an die Hersteller: Statt süßem Ba­nanenmark mehr rote Beeren in die roten Smoothies rühren.

Smoothies bei Öko-Test: Jetzt Testergebnisse im ePaper lesen

Aber steckt neben dem Zucker wenigstens viel Vitamin C aus den Früchten in den Smoothies? In zwei Produkten war keinerlei Vitamin C nachweisbar. In den allermeisten anderen Getränken konnten die Tester:innen nur einen niedrigen oder mittleren Gehalt an Vitamin C feststellen.

Ganze Früchte oder Fruchtsaftkonzentrat?

Für Öko-Test nicht überraschend, denn in den Smoothies stecken nicht nur ganze Teile Obst und Gemüse, sondern auch Fruchtmark, -püree und -saft. Im Zuge der Fruchtverarbeitung geht Vitamin C verloren, ebenso bei der Haltbarmachung durch Pasteurisierung.

Laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte ein gesunder Smoothie deshalb mindestens 50 Prozent ganzes Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pü­ree enthalten und „nicht durch Entzug von Wasser konzentriert worden sein“. Der Anteil an Mark oder Püree lag bei den getesteten Smoothies erfreulicherweise zwischen 50 und 70 Prozent.

Smoothies punkten mit Geschmack

himbeer-smoothie
Ein Smoothie schmeckt selbst gemacht besser als gekauft. (Foto: CC0 / Pixabay / ExplorerBob)

Und es gibt weitere gute Nachrichten aus dem Testlabor: Geschmacklich konnten alle Smoothies überzeugen, sie schmecken nach den Früchten, die auf der Verpackung angegeben sind.

Diese Bio-Smoothies überzeugen im Test

Die vier Bio-Produkte im Test bestanden nicht nur den Geschmackstest, sondern sind frei von Pestiziden oder anderen bedenklichen Inhaltsstoffen.

  • Der Alnatura-Smoothie Beerenfrucht erhielt das Gesamtergebnis „gut“.
  • Der Bio-Smoothie Apfel, Holunder, Aronia & Himbeere von dm ist der „sehr gute“ Testsieger.

Smoothies bei Öko-Test: Jetzt Testergebnisse im ePaper lesen

Test-Fazit: Bio-Smoothie kaufen oder selber mixen

Bereits 2017 hatte Öko-Test grüne Smoothies getestet. Das Ergebnis fiel damals ähnlich aus: In den Produkten steckte viel Zucker, dafür wenig Vitamin C.

Schade, dass sich seitdem wenig geändert hat. Unser Fazit: Entweder einen Bio-Smoothie kaufen oder selber zum Mixer greifen und den Smoothie frisch zubereiten. Damit sparst du Verpackungen ein und meist auch Geld. Hier viele schöne Rezepte zum Nachmachen:

Alle Details zum aktuellen Test findest du im Öko-Test Magazin 01/2022 sowie online auf www.ökotest.de.

** mit ** markierte oder orange unterstrichene Links zu Bezugsquellen sind teilweise Partner-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös. Mehr Infos.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: