Quecksilber im Schmelzwasser von Grönland entdeckt

Foto: CC0 / Pixabay / Barni1

Schmelzendes Eis in Grönland lässt den Meeresspiegel ansteigen. Das ist aber offenbar nicht die einzige Gefahr: Forscher:innen haben festgestellt, dass das Schmelzwasser giftiges Quecksilber enthält.

Die Erderwärmung sorgt unter anderem dafür, dass das grönländische Eis immer stärker abschmilzt. Geowissenschaftler:innen wollten in den letzten Jahren herausfinden, ob das schmelzende Eis auch Nährstoffe transportiert. Davon würden möglicherweise die küstennahen Ökosysteme profitieren.

Die Forscher:innen fanden in ihrer Studie vom Mai 2021 jedoch Beunruhigendes: Das Schmelzwasser von grönländischen Gletschern enthält hohe Mengen Quecksilber – etwa hundertmal so viel wie arktische Flüsse. Der Quecksilbergehalt sei vergleichbar mit dem in Flüssen nahe asiatischer Industriezentren.

Wo kommt das Quecksilber her und warum ist es problematisch?

In Robben kann sich Quecksilber stark anreichern.
In Robben kann sich Quecksilber stark anreichern. (Foto: CC0 / Pixabay / Noutch)

Der Ursprung des Quecksilbers ist noch unklar. Die Forscher:innen halten es für möglich, dass das Schwermetall aus dem quecksilberhaltigen Felsboden unter den Gletschern stammt oder durch geothermische Aktivitäten an die Oberfläche gelangt. Eine menschliche Ursache für die Verunreinigungen halten die Geowissenschaftler:innen dagegen für unwahrscheinlich. Quecksilber entweicht zwar unter anderem aus Kohlekraftwerken in die Atmosphäre und kann sich auf Eisschilden ablagern. Solche Ablagerungen weisen der Studie zufolge jedoch wesentlich geringere Quecksilbergehalte auf als die Schmelzflüsse der grönländischen Gletscher.

Für die marinen Ökosysteme rund um Grönland könnte das Quecksilber problematisch werden. Quecksilber reichert sich entlang der Nahrungskette in Meerestieren und Seevögeln an, beeinträchtigt deren Fortpflanzung und schädigt deren Nervensysteme. Über Speisefisch kann das Quecksilber auch auf unsere Teller gelangen. Die Forscher:innen halten die Gefahr für Europäer:innen, die gelegentlich nordatlantischen Fisch essen, für gering. Für die indigenen Einwohner:innen Grönlands könnte das Quecksilber jedoch problematisch werden, da sie fast ausschließlich Meerestiere essen – insbesondere auch Robben, in denen sich das Schwermetall besonders stark anreichert.

Weiterlesen auf utopia.de:

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: