Rohe Kartoffeln essen: Giftig oder ungefährlich?

rohe kartoffeln essen
Foto: CC0 / Pixabay / sbj04769

Schon als Kind lernt man, dass man rohe Kartoffeln nicht essen soll. Aber was steckt dahinter? Sind rohe Kartoffeln giftig oder gar gesund? Wir haben die wichtigsten Informationen für dich zusammengestellt.

Rohe Kartoffeln essen – giftig oder nicht?

Wer schon mal versucht hat, Kartoffeln roh zu essen, wird bemerkt haben, dass das nicht besonders gut schmeckt. Das liegt zum einen an der Stärke, die ungekocht einen sehr mehligen Geschmack hat und nur schwer verdaulich ist.

Zum anderen schmecken rohe Kartoffeln unangenehm bitter. Sie enthalten, ebenso wie andere Nachtschattengewächse (zum Beispiel Auberginen), giftige Alkaloide. Bei der Kartoffel ist es das Solanin. Dieses Gift ist ein natürlicher Schutz der Pflanze gegen Fäulniserreger, Schädlinge, Fressfeinde und Pilzbefall.

Besonders unter der Schale und an grünen und keimenden Stellen sammelt sich viel Solanin. Grüne Kartoffeln können Solaninwerte von durchschnittlich 35 Milligramm pro 100 Gramm erreichen. Ein übermäßiger Verzehr von rohen Kartoffeln kann also schädlich sein. Mögliche Vergiftungserscheinungen sind zum Beispiel: 

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Atemprobleme und
  • Krämpfe.

Besonders Kinder sind gefährdet.

Der richtige Umgang mit Kartoffeln: Solanin vermeiden

Gekochte Kartoffeln enthalten kaum Solanin und können bedenkenlos gegessen werden.
Gekochte Kartoffeln enthalten kaum Solanin und können bedenkenlos gegessen werden.
(Foto: CC0 / Pixabay / RitaE)

Es empfiehlt sich also, Kartoffeln grundsätzlich nicht roh zu essen. Gekochte Kartoffeln sind in der Regel genießbar. Wenn du die Kartoffeln schälst, entferne unbedingt gekeimte und grüne Stellen großzügig. Solche Stellen deuten auf einen hohen Solaninwert hin – stark keimende Kartoffeln sind auch nach dem Kochen nicht essbar: Solanin ist nämlich hitzeresistent und wird auch durch Kochen nicht unschädlich. Mehr dazu: Besser nicht essen: Das macht Kartoffeln giftig

Lagere die Kartoffeln richtig, damit sie nicht keimen und Solanin bilden. Am besten eignet sich dazu ein trockener, kühler, dunkler Ort.

Rohe Kartoffeln – doch gesund?

Rohe Kartoffeln können gegen Sodbrennen helfen
Rohe Kartoffeln können gegen Sodbrennen helfen
(Foto: CC0 / Pixabay / Couleur)

Auch wenn man Kartoffeln prinzipiell nicht roh essen sollte – der Verzehr eines kleinen geschälten rohen Kartoffelstücks schadet wahrscheinlich nicht. In Saft-Form können rohe Kartoffeln sogar gesundheitliche Vorteile haben:

  • Bei Magenbeschwerden wie Sodbrennen kann frisch gepresster Kartoffelsaft bei regelmäßiger Einnahme Linderung verschaffen.
  • Roher Kartoffelsaft enthält besonders viele Antioxidantien, da die sekundären Pflanzenstoffe nicht durch Erhitzen zerstört wurden.

Es gibt Rohköstler*innen, die gerne rohe Kartoffeln verzehren. Sie verweisen darauf hin, dass man über fünf Kilogramm rohe und ungeschälte Kartoffeln essen müsste, bevor eine tödliche Solanindosis erreicht ist. Prinzipiell ist der häufige Verzehr roher Kartoffeln jedoch nicht zu empfehlen.

So gesund sind Kartoffeln

In der unscheinbaren Knolle stecken eine Menge wichtiger Vitamine und Mineralstoffe.
In der unscheinbaren Knolle stecken eine Menge wichtiger Vitamine und Mineralstoffe.
(Foto: CC0 / Pixabay / MarkoPaak)

Kartoffeln sind ein sehr gesundes Lebensmittel. Sie sind ein guter Kohlenhydratlieferant und machen dadurch lange satt. Durch den hohen Wassergehalt von 80 Prozent sind sie außerdem kalorienarm. Kartoffeln enthalten hohe Anteile von Eiweiß, Kalium, Magnesium und Eisen, sowie Vitamin B1, Vitamin B2 und Vitamin C. Kartoffeln enthalten Folsäure, diese unterstützt die Zellerneuerung.

Außerdem zählt die Kartoffel zur Kategorie der basischen oder Basen bildenden Lebensmittel. Das bedeutet, dass bei der Verstoffwechslung von Kartoffeln im Körper Basen entstehen. Diese haben im Gegensatz zu Säure bildenden Lebensmitteln positive Wirkungen auf dem Körper.

Bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall kann Kartoffelbrei beruhigend wirken. Er ist leicht verdaulich und der Stärkegehalt bindet Säuren und Gifte.

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