Sommerdecke: Kühler schlafen mit diesen Öko-Bettdecken

Sommerdecken
© Unsplash / Kinga Cichewicz-

Hitze ist ein Schlafräuber! Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse schläft jede:r Dritte bei hohen Temperaturen schlechter. Trotzdem ist es keine gute Idee, ohne Bettdecke zu schlafen. Denn eine gute Sommerdecke verbessert das Schlafklima in warmen Nächten. Wir zeigen dir kühlende Sommerbettdecken aus Naturmaterialien wie Baumwolle und Co..

Auch in warmen Nächten solltest du besser nicht ohne Decke schlafen. Wir zeigen dir, welche Materialien sich für Sommerbettdecken besonders gut eignen und stellen empfehlenswerte Produkte vor.

Kühlende Sommerdecken: Deshalb sind sie gut fürs Schlafklima

In unseren Breitengraden gilt eine Raumtemperatur von 18 °C als ideal zum Schlafen. Bei leicht kühler Temperatur können wir uns im Schlaf am besten entspannen und erholen (und zwar in unserer Schlafhöhle, welche durch die Zudecke entsteht). Unsere körpereigene Klimaanlage senkt zudem die Körpertemperatur im Schlaf um ein halbes Grad ab. Ist es zu warm, funktioniert dies nicht und viele fühlen sich unwohl.

Durch richtiges Lüften (vor allem in der Nacht) kannst du bei Hitze besser schlafen. Zudem solltest du eine Sommerbettdecke oder ein dünnes Laken verwenden. Die Zudecke erfüllt wichtige Funktionen:

  • Sie nimmt Feuchtigkeit auf (in der Nacht schwitzen wir in der Regel einen Liter!) und gibt diese dann an die Raumtemperatur ab.
  • Gleichzeitig hält sie Zugluft ab, falls du bei offenem Fenster schläfst, was dich vor einer Versteifung oder Erkältung schützt.
  • Eine gute Luftzirkulation bei natürlichen Materialien und Füllstoffen führt weiterhin dazu, dass du angenehm trocken schläfst.

Sommerdecke: Schlafmedizin-Experte der Charité empfiehlt Naturfasern

Professor Thomas Penzel vom Schlafmedizineschen Zentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin empfiehlt gegenüber der Apotheken Umschau leichte Decken aus natürlichen Materialien wie Leinen und Seide als die besten Sommerdecken. Wir haben uns im Folgenden daher die Materialien Leinen, Seide, aber auch Baumwolle angesehen, da diese in vielen nachhaltigeren Bettdecken vorkommen.

Leinen: Luftiges Naturmaterial für Sommerdecken

Leinen ist bereits bei Sommer-Bekleidung als luftiges Material beliebt. Die Naturfaser kann sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit, weshalb sich der Stoff angenehm kühl anfühlt. Leinen ist auch für Allergiker gut geeignet, da Sommerbettdecken aus Leinen bei 60 °C gewaschen werden können.

Leinen
Leinen ist die aus Flachs gewonnene Flachsfaser. (Foto: CC0 / Pixabay / 3158_cn)

Grundsätzlich ist Leinen ein relativ nachhaltiges Material, insbesondere, wenn es sich um heimischen Flachs aus der ökologischen Landwirtschaft handelt. Bei Bio-Leinen wird auf synthetische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel verzichtet, was der Bodenqualität zugutekommt.

Eine Sommerdecke aus 100 Prozent Leinen gibt es allerdings nur als Laken oder Überdecke zu kaufen. Während “richtige” Sommerdecken in der Regel mit Baumwolle gemischt sind und auch mit Baumwollstoff zum Inlett versteppt werden.

Seide: Gut fürs Schlafklima, aber auch beim Tierschutz?

Professor Thomas Penzel hat Seide explizit als Material für Sommerdecken empfohlen. Und – rein aus der Perspektive des Schlafklimas gesehen – ist eine Seidenbettdecke tatsächlich ideal. Denn Seide kann bis zu 30 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen und trocknet sehr schnell.

Gewaltfreie Seide erlaubt es den Faltern, sich außerhalb des Kokons weiterzuentwickeln.
Gewaltfreie Seide erlaubt es den Faltern, sich außerhalb des Kokons weiterzuentwickeln. (Foto: CC0 / Pixabay / LoggaWiggler)

Aber: Seide ist aus Tierschutz-Gründen stark umstritten. Da das Material von Raupen erzeugt wird, ist es nicht vegan. Für die Seidenproduktion werden jährlich etwa 1,6 Billionen Seidenraupen getötet. Dies geschieht kurz bevor sie ihren Kokon verlassen (z. B. durch Wasserdampf) damit sie diesen nicht beim Schlüpfen zerstören. Nur bei Bio-Seide (kbT) dürfen die Seidenfalter am Leben bleiben. Der Seidenfaden vom zerstörten Kokon ist kürzer, hat aber die gleichen klimaregulierenden Eigenschaften.

Ein weiterer kleiner Nachteil: Viele Seiden-Bettdecken dürfen nicht in der Waschmaschine gewaschen werden, sondern müssen in eine spezielle Reinigung.

Bio-Baumwolle: Der kühlende Klassiker für Sommerbettdecken

Baumwolle ist ein tolles Material für den Sommer und wird sehr gern für Bettbezüge und Sommerbettdecken verwendet. Baumwolle ist atmungsaktiv, hautfreundlich, kühlend und nimmt sehr gut Feuchtigkeit auf. Sie eignet sich sowohl als Füllmaterial, als auch als Bezugsstoff. Wie alle Naturfasern ist Baumwolle zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Die textile Kette beginnt mit der Fasererzeugung. Einen Großteil macht dabei Baumwolle aus.
Baumwollfasern sind einer der wichtigsten Rohstoffe für Textilien aller Art. (Foto: CC0 / Pixabay / jdblack)

Allerdings ist der Baumwollanbau sehr wasserintensiv. Auch Bio-Baumwolle benötigt viel Wasser. Dass Bio-Pflanzen allein vom Regen begossen werden und somit rund 90 Prozent weniger Wasser benötigen als auf herkömmlichen Baumwollplantagen ist nicht immer korrekt. Denn Baumwolle wird in rund 50 verschiedenen Ländern dieser Erde angebaut und die sehr unterschiedlichen Bedingungen bestimmen, wie nachhaltig die Bio-Baumwolle wirklich ist. Bio-Baumwolle ist dennoch auf jeden Fall besser als herkömmliche Baumwolle. Sowohl für die Umwelt als auch für die Pflücker:innen.

Auf diese Siegel solltest du bei einer Sommerdecke achten

Wenn du eine nachhaltige Sommerdecke kaufen willst, helfen dir folgende Siegel:

IVN Best: Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft e. V. ist ein Zusammenschluss aus über 100 Textilunternehmen und verfolgt strengere Richtlinien als GOTS. (z. B. müssen die Materialien zu 100 Prozent natürlich sein (anstatt zu 70 bzw. 95 Prozent). Auch die ILO-Standards für Arbeitnehmer:innen in den Textilbetrieben schreibt das Siegel vor.

GOTS: Der Global Organic Textile Standard genießt einen guten Ruf und ist das bekannteste Label für nachhaltige Kleidung und Bettwaren. Neben diversen ökologischen Kriterien ist auch hier die Einhaltung der ILO-Mindeststandards vorgeschrieben.

Oeko-Tex Standard 100: Oeko-Tex Standard 100 ist weit verbreitet und garantiert die Schadstofffreiheit eines Produkts – aber auch nicht mehr. Besonders bei Bettwaren wird es gern verwendet, da hier viele Verbraucher:innen kritisch sind. Allerdings zertifiziert Oeko-Tex auch synthetische Stoffe und überprüft nicht die Rückverfolgbarkeit oder die Arbeitsbedingungen, sondern es geht lediglich um einen Labortest. Somit lässt das Siegel keine Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit oder faire Herstellung eines Produktes zu.

Oeko-Tex Made in Green: Oeko-Tex hat sein Label daher um die Zertifizierung “Made in Green” erweitert. Hiermit werden nur Textilien ausgezeichnet, die sowohl auf Schadstoffe geprüft, als auch “in umweltfreundlichen Betrieben und an sicheren und sozialverträglichen Arbeitsplätzen produziert wurden”. Das Siegel zählt Greenpeace neben GOTS und IVN Best zu den strengsten Nachhaltigkeits-Textilsiegeln.

Fairtrade: Das Siegel für den fairen Handel zertifiziert nicht nur Kakao und Kaffee, sondern auch den fairen Anbau von Naturfasern wie Baumwolle. Fairtrade-zertifizierte Betriebe müssen höhere Sozialstandards erfüllen als die ILO-Mindeststandards. Wichtig zu wissen: Fairtrade ist nicht gleich Bio, der Schwerpunkt liegt hier eher auf fairen Handelsbeziehungen in die Produktionsländer.

Diese 6 Öko-Bettdecken verbessern im Sommer das Schlafklima

Hefel Bio-Leinen Sommerdecke

Hefel Bio Linen Sommerdecke
Hefel Bio Linen Sommerdecke (© Hefel)

Das österreichische Unternehmen Hefel bietet eine Reihe von Bettdecken aus Naturfasern an, welche “on demand” gefertigt werden und daher je nach Händler etwa 25 bis 30 Tage Lieferzeit benötigen können. Für heiße Sommernächte empfiehlt Hefel seine Sommerdecke aus 70 Prozent Bio-Leinen (kbA) und 30 Prozent Bio-Baumwolle. Die “Organic Cotton”-Decke trägt das GOTS-Siegel, was bedeutet, dass soziale Mindeststandards für die Arbeiter:innen eingehalten werden, keine Pestizide zum Einsatz kommen und bei der Weiterverarbeitung auf Chlorverbindungen und andere Chemie verzichtet wird.

Preis: ca. 143 Euro

Kaufen: z.B. bei Belama oder Betten Prinz

Hessnatur Sommerdecke aus reiner Bio-Baumwolle

Hessnatur Sommerdecke aus reiner Bio-Baumwolle
Hessnatur Sommerdecke aus reiner Bio-Baumwolle (© Hessnatur)

Baumwolle kann sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und eignet sich daher ideal für alle, die schnell schwitzen. Die leichte Sommerdecke hat eine fluffige Baumwollfüllung (biologischer Anbau aus der Türkei) und einen Bezug aus Bio-Baumwolle (Indien). Produziert wird die Sommerdecke aus Baumwolle in Deutschland. Hessnatur steht für transparente Lieferketten und ist Mitglied der Fair Wear Foundation. Zusätzlich hat der Hersteller hohe eigene Sozial- und Umweltstandards definiert.

Preis: ab 129,95 Euro

Kaufen: direkt bei Hessnatur

Allnatura „Seta“: Ultraleichte Seiden-Sommerbettdecke

Allnatura Seiden-Ultraleicht-Bettdecke Seta
Allnatura Seiden-Ultraleicht-Bettdecke Seta (© Allnatura)

Die in dieser Decke genutzte Bio-Tussah-Wildseide wird erst nach dem Schlüpfen der Schmetterlinge gewonnen, um die Population der Seidenspinner zu erhalten. Die Sommerdecke hat die “Wärmeklasse 1 – äußerst leicht und kaum wärmend” von Allnatura erhalten. Eingesteppt ist die Seiden-Füllung in Bio-Baumwolle und produziert wird in Deutschland.

Achtung: Die Decke darf nicht in die Waschmaschine, sondern muss in einem Fachbetrieb gereinigt werden.

Preis: ab 149 Euro

Kaufen: direkt bei Allnatura

Allnatura Lyovita: Leichte Sommerdecke aus Tencel

Allnatura Lyocell-Ultraleicht-Bettdecke "Lyovita"
Allnatura Lyocell-Ultraleicht-Bettdecke „Lyovita“ (© Allnatura)

Als vegane Alternative zur Seiden-Bettdecke bietet Allnatura auch eine Sommerdecke aus Tencel / Lyocell an. Die innovative Faser unter dem eingetragenen Produktnamen stammt von der österreichischen Firma Lenzing und besteht aus Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das Unternehmen achtet beim gesamten Produktionsprozess auf eine gute Umweltverträglichkeit und wurde dafür mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet.

Tencel hat ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle und fühlt sich angenehm kühl an. Zudem ist die Decke atmungsaktiv und bietet einen guten Feuchtigkeitstransport. Eine Maschinenwäsche bei 60 °C ist möglich, empfohlen werden jedoch 40 °C.

Preis: ab 98 Euro

Kaufen: direkt bei Allnatura

Hessnatur Sommerdecke mit Hanf

Hessnatur Sommerdecke mit Hanf und Bio-Baumwolle
Hessnatur Sommerdecke mit Hanf und Bio-Baumwolle (© Hessnatur)

Eine Variante der Sommerdecke aus Baumwolle: Diese Hessnatur-Decke besteht aus einer Mischung von Bio-Baumwolle (50 Prozent) und Bio-Hanf (50 Prozent). Der Hanf stammt aus Europa und wird nach ökologischen Richtlinien angebaut – dies ist im Vergleich zu anderen Materialien nicht schwer, da die Pflanze ohnehin anspruchslos ist und so sehr wuchert, dass sich Unkraut kaum ausbreitet und Herbizide meist überflüssig sind. Im Gegensatz zu Baumwolle ist Hanf wenig wasserintensiv und hat (in der Regel) eine bessere Ökobilanz.

Die Decke kann nicht ganz so viel Feuchtigkeit aufnehmen wie Seide (etwa 20 Prozent im Gegensatz zu 30 Prozent des Eigengewichts), ist dafür aber 100 Prozent vegan.

Preis: ab 149,95 Euro

Kaufen: direkt bei Hessnatur

Purnatour leichte Sommerbettdecke aus Merinowolle

Purnatour Merino-Schurwolle Bettdecke Sommer leicht
Purnatour Merino-Schurwolle Bettdecke Sommer leicht (© Purnatour)

Wenn du eine Sommerdecke suchst, die sich auch als Übergangsdecke eignet – also dünn und leicht ist, aber auch etwas wärmt, könnte Merinowolle für dich interessant sein. Die Schafschurwolle der Merinoschafe gilt als natürliche Funktionsfaser, da sie Feuchtigkeit sofort abtransportiert und schnell trocknet (schneller als Baumwolle, Hanf und Tencel). Als tierisches Produkt ist Wolle jedoch umstritten: Gerade Merinoschafe sind oft stark überzüchtet und werden im Hauptanbaugebiet Australien zu 90 Prozent durch Mulesing verstümmelt. Solltest du dich für die tierische Naturfaser entscheiden, empfehlen wir dir, genau auf die Herkunft zu achten.

Die oben abgebildete Sommerdecke / Übergangsdecke von Purnatour ist daher mit Merinoschurwolle aus kontrollierter biologischer Tierhaltung (kbT) gefüttert und in ein Inlett aus Baumwolle (kbA) eingearbeitet. Damit wird garantiert, dass die für die Produktion der Wolle eingesetzten Merinoschafe gemäß den Richtlinien für ökologischen Landbau gehalten werden.

Preis: ab ca. 177 Euro

Kaufen: z.B. bei Avocadostore

Alternative für heiße Nächte: Bettlaken statt Sommerdecke

Falls dir eine kühlende Bettdecke immer noch zu dick ist, kannst du in heißen Sommernächten auch einfach das Bettlaken verwenden. Anstatt Synthetikstoffen wie Polyester raten wir zu Naturfasern wie Bio-Baumwolle. Bettwäsche kann man auch sehr gut gebraucht kaufen.

Wer lieber neue Bettwäsche kaufen will: Im Waschbär Versand gibt es z.B. eine GOTS-zertifizierte Sommer-Bettwäsche aus Bio Waffelpiqué. Das saugstarke und griffige Strukturgewebe aus Baumwolle wird auch gern für Handtücher und Geschirrtücher verwendet.

Waschbär Waffelpiqué-Bettwäsche aus reiner Bio-Baumwolle
Waschbär Waffelpiqué-Bettwäsche aus reiner Bio-Baumwolle (© Waschbär)

Preis: 109 Euro (Größe 135 x 200)

Kaufen: direkt bei Waschbär

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