Unterwäsche waschen: Programm und Temperatur für keimfreie Wäsche

Unterwäsche waschen
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Muss man Unterwäsche wirklich anders waschen als Hosen oder T-Shirts? Braucht es hohe Temperaturen, um Keime zu töten? Mit unseren Tipps wäscht du hygienisch und umweltfreundlich.

Unterwäsche waschen: Die richtige Vorbereitung

Wäschst du Unterwäsche, geht es nicht nur darum, Flecken zu entfernen: Sie soll auch frei von Bakterien und Keimen werden. Zunächst einmal musst du die Unterwäsche vorsortieren. Farbige und schwarze Unterhosen solltest du von hellen Stoffen trennen, da diese ihre Farben verlieren könnten.

Unterwäsche aus Seide und Polyester wäscht du extra und vor allem Seide am besten per Hand mit etwas Feinwaschmittel. Das schont die Fasern und verhindert, dass die Unterwäsche eingeht. Auch Unterwäsche, die mit Aufdrücken oder Strasssteinen verziert ist, solltest du per Hand waschen, damit die Verzierungen nicht abgehen.

Worauf du ansonsten noch achten solltest, erfährst du im nächsten Abschnitt.

So wäscht du Unterwäsche richtig

Auch bei niedrigen Temperaturen wird Unterwäsche sauber.
Auch bei niedrigen Temperaturen wird Unterwäsche sauber. (Foto: CC0 / Pixabay / moerschy)
  • In der Regel reicht es, wenn du weiße Unterwäsche bei 30 Grad wäschst. Schon bei 30 Grad werden die Keime entfernt und herausgespült. Außerdem verbrauchst du nicht mal halb so viel Energie wie bei einem Waschgang mit 60 Grad.
  • Weiße Unterwäsche aus Baumwolle kannst du mit einem Programm für Koch- oder Buntwäsche mit einem Vollwaschmittel waschen. Zwar macht Vollwaschmittel mit Bleiche die Unterwäsche wieder strahlend weiß, der Umwelt zuliebe solltest du dich aber für ein Produkt ohne Bleiche entscheiden.
  • Für farbige Unterwäsche eignet sich auch ein Fein- oder Colorwaschmittel und das Pflegeleicht- oder Feinwaschprogramm.
  • 60 Grad warmes Wasser brauchst du nur bei hartnäckigen Verschmutzungen wie zum Beispiel Menstruationsblut.
  • Ist jemand im Haushalt krank, solltest du die Unterwäsche ebenfalls bei 60 Grad waschen.
  • 60 Grad sind auch empfehlenswert, wenn im Haushalt Schwangere, Säuglinge oder Immungeschwächte leben.
  • Oft wird das Kochwäsche-Programm mit 95 Grad empfohlen. Du solltest es jedoch meiden, da es fast doppelt so viel Energie wie ein Waschgang bei 60 Grad verbraucht. Unterwäsche wird auch bei 30 Grad sauber und keimfrei wird.
  • Experten empfehlen allerdings, einmal im Monat bei 60 Grad und mit einem bleichmittel-haltigen Vollwaschmittel zu waschen – der Waschmaschine zuliebe. Wenn du nur mit niedrigen Temperaturen wäscht, kann sich in ihrem Inneren ein Biofilm bilden. Eine Wäsche bei 60 Grad beugt dagegen vor.
  • Weichspüler solltest du weglassen, da er zu unangenehmem Juckreiz führen kann. Auch bei anderen Kleidungsstücken ist Weichspüler nicht ratsam, denn seine Duft- und Farbstoffe lassen sich schlecht aus dem Abwasser herausfiltern und schaden der Umwelt.
  • Unterwäsche aus reiner Baumwolle darf nur bei niedrigen Temperaturen in den Trockner. Sie könnte sonst eingehen.

Generell gilt: Hast du noch nicht genug Wäsche beisammen, warte, bis du die Trommel voll beladen kannst, eh du die Maschine einschaltetest. Das spart nicht nur Energie, sondern auch Geld.

Sensible Unterwäsche waschen: So wäscht du BHs

BHs trocknen am besten an der Luft.
BHs trocknen am besten an der Luft. (Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap)
  • In der Regel solltest du BHs nach drei bis vier Tagen waschen, wenn du stark geschwitzt hast, schon früher.
  • Am besten wäschst du BHs per Hand im lauwarmen Wasser mit einer Wasch-Seife oder etwas Feinwaschmittel. Lass die BHs für eine halbe Stunde in der Seifenlauge einweichen und spüle sie anschließend mit klarem Wasser aus.
  • Gibst du BHs doch mal in die Waschmaschine, kannst du sie bei 30 Grad im Pflegeleichtprogramm mit Feinwaschmittel waschen. Damit die Haken keine Löcher in andere Kleidungsstücke reißen, solltest du sie immer schließen. Willst du auf Nummer sicher gehen, kannst du den BH in ein Wäschenetz oder eine Socke stecken. Das verhindert, falls sich ein Bügel des BHs lösen sollte, dass dieser verloren geht. Verhakt sich der Bügel in der Waschtrommel, kann das die Waschmaschine stark beschädigen.
  • BHs kannst du an der Luft trocken. Davon profitieren die Cups: Im Trockner besteht die Gefahr, dass sie sich verformen.

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(4) Kommentare

  1. Hallo!
    Kleidungsstücke mit Menstruationsblut bitte nicht einfach bei 60 Grad waschen. Blut gerinnt bei solchen Temperaturen & ist dann nicht mehr oder nur noch schwer zu entfernen. Kleidungsstücke mit Blut am besten immer vorher auswaschen oder sogar einweichen.

  2. Blut kann man am besten mit kaltem Wasser aus der Kleidung entfernen! Wenn ich jedoch einen mit Menstruationsblut verschmutzten Schlüpfer in die Waschmaschine gebe, dann geht der auch bei 60 Grad nicht raus.

  3. Es ist leider alles nicht so einfach wie in diesem Artikel beschrieben. Es heißt ja auch, man könne Handtücher ruhig auch bei nur bei 30°C oder 60°C waschen.
    Da habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Handtücher bereits nach kurzer Zeit anfangen zu müffeln. Selbst bei 60°C wurden nicht alle Keime entfernt!
    Nun wasche ich die Handtücher meist bei 90°C. Dann kann man sie eine Woche lang verwenden. Danach riechen sie immer noch gut, aber sicherheitshalber tausche ich sie aus. Bei 30 oder 60°C rochen sie schon deutlich nach 2 oder 3 Tagen.

    Bei der Unterwäsche verhält es sich ähnlich, hier kann man jedoch auf hohe Temperaturen weitgehend verzichten, da man sie ja nur 1 Tag lang trägt. Es ist aber empfehlenswert, diese von Zeit zu Zeit bei hoher Temperatur zu waschen. Insbesondere bei Krankheit.

  4. Staphylococcus aureaus und Enterobakterien werden bei 30 Grad nicht abgetötet. Candida albicans und Aspergillus niger überstehen sogar 60 Grad und Bleichmittel. Wäscht man permanent bei niedrigen Temperaturen entwickelt sich in der Waschmaschine ein sogenannter Biofilm – den man erst loswird, wenn man einen Reinigungsgang bei 95 Grad durchführt. Viel Spaß beim Bekämpfen von Fuß- und Scheidenpilzen – am besten mit Antibiotika – und beschwert euch in Zukunft nicht über euere Allergien. Der Energiesparwahn führt hier zu wirklich gesundheitsgefährdenden Ergebnissen.

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