„Verschwendungsfasten“: So kannst du mitmachen

Foto: DUH / artinspiring / fotolia

Ungefähr 55 Kilogramm Lebensmittel wirft jede Person in Deutschland durchschnittlich jährlich weg. Die Deutsche Umwelthilfe und Foodsharing wollen etwas dagegen tun: Dazu haben sie dieses Jahr das „Verschwendungsfasten“ ins Leben gerufen.

Du suchst für die diesjährige Fastenzeit noch eine Idee? Dann könnte „Verschwendungsfasten“ etwas für deinen Fastenplan sein: Die Idee kommt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und Foodsharing. Und so gehts:

Während der Fastenzeit wiegst oder fotografierst du einmal in der Woche deine Abfälle, die essbar waren. Damit soll dir bewusst werden, wie viele Lebensmittel du regelmäßig wegwirfst. Idealerweise schaffst du es in dieser Zeit, deinen Lebensmittelabfall zu reduzieren.

Die deutsche Umwelthilfe und Foodsharing fordern übrigens auch Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft zum Verschwendungsfasten auf. Dazu haben die beiden Organisationen eine Petition ins Leben gerufen.

Faktenübersicht zum Verschwendungsfasten

Anmeldung: Verschwendungsfasten – Deutsche Umwelthilfe e.V.

Auf der Seite der deutschen Umwelthilfe kannst du dich anmelden. Dafür musst du nur eine Mailadresse und deinen Namen angeben.

Wie lange geht das Verschwendungsfasten?

Start ist Aschermittwoch, der 6. März, Ende der 20. April, also Karsamstag.

Wie funktioniert das Verschwendungsfasten?

Ganz einfach:

  • Einmal in der Woche wiegst oder fotographierst du alle Abfälle, die essbar waren und bei dir in dieser Woche angefallen sind.
  • So führst du dir vor Augen, wie viel bei dir wöchentlich im Müll landet.
  • Und wer weiß, vielleicht kannst du ja am Ende des Fastens einen überlegteren Umgang mit Lebensmitteln und weniger Lebensmittelabfälle als davor feststellen?

Was habe ich davon?

Während dieser Zeit bekommst du regelmäßig Mails von der Deutschen Umwelthilfe mit Challenges und Tipps, wie du noch mehr Lebensmittelmüll vermeiden kannst. Außerdem nimmst du an der Verlosung für eines von zehn nachhaltigen Schneidebrettchen teil.

Hintergrund zum Verschwendungsfasten

Unser Ernährungsverhalten – besonders der Fleischkonsum – hat immense Auswirkungen auf unsere Umwelt. Laut dem WWF verbraucht die Landwirtschaft beispielsweise 70 Prozent unserer Trinkwasservorräte. Umso schlimmer, wenn das dann nur für die Tonne ist.

In Europa sind es 88 Millionen Tonnen Lebensmittel, die jährlich in den Abfall wandern. Das sind laut DUH umgerechnet:

  • Ein Drittel der Ackerfläche weltweit,
  • 216 Millionen Kubikmeter Wasser
  • und 48 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid,

die hierfür jährlich verschwendet werden.

Die Fastenzeit bietet hier einen praktischen Rahmen, um auszuprobieren, zu reflektieren und sein Verhalten zu ändern. Die Fastenzeit soll uns einen Raum geben, unsere Lebensmittel wieder richtig wertzuschätzen.

Aber die DUH und Foodsharing wollen noch mehr erreichen: Mit ihrem Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung wollen sie die Bundesregierung dazu bewegen, verbindlichen Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung durchzusetzen.

Dazu hat sich Deutschland eigentlich  schon mit Inkrafttreten der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen verpflichtet, als die Regierung versprach, die Lebensmittelabfälle bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Bisher ist davon allerdings wenig zu merken.

Auf Druck der EU hin veröffentlichte die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Glöckner ein Eckpunktepapier zu ihren Plänen gegen Lebensmittelverschwendung, das im Frühjahr 2019 beschlossen werden soll. Darin ist beispielsweise von freiwilligen Zielvorgaben für Unternehmen die Rede.

Der DUH und foodsharing geht das aber nicht weit genug. Sie formulieren in ihrem Aktionsplan folgende Ziele:

  • Dokumentationspflicht für Unternehmen über ihre Abfälle. Sie sollen von unabhängiger Seite überprüft werden.
  • Sanktionen und Bußgelder für Unternehmen, wenn sie bestimmte Zielvorgaben für weniger Abfälle nicht einhalten.
  • Aufklärung und Informationskampagnen
  • Förderung von Initiativen wie Foodsharing 

Außerdem setzen sich die Deutsche Umwelthilfe und Foodsharing für einen „Wegwerfstop in Supermärkten“ ein, wie er in Tschechien und Frankreich bereits gesetzlich geregelt ist: Hier werden Supermärkte durch ein Gesetz verpflichtet, übrige Lebensmittel kostenlos an Hilfsorganisationen zu spenden.

Was kannst du gegen die Lebensmittelverschwendung tun?

Wenn du übers Fasten hinaus noch mehr tun möchtest, gibt es einige Möglichkeiten:

  • Foodsharing ist das Portal für Lebensmittelretter: Hier kannst du übrige Lebensmittel teilen und an andere verschenken. Oder du wirst Foodsaver und holst bei Supermärkten, im Einzelhandel oder anderen Partnern Lebensmittel ab.
  • Bei der App Too Good to Go stellen Restaurants am Ende des Tages noch übrig gebliebene Gerichte ein, die du dann günstiger kaufen kannst.
  • Vernachlässige das Mindesthaltbarkeitsdatum. Lebensmittel sind in der Regel noch lange nach dem Ablauf haltbar.
  • Mit der richtigen Lagerung sind Lebensmittel oft deutlich länger haltbar.
  • Noch viel mehr Tipps haben wir hier für dich.

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