Regionale Alternativen zu Superfoods

Regionale Alternativen zu Superfoods
Foto: © Kristoffer Trolle - flickr.com, Colourbox.de

Superfoods wie Quinoa, Goji und Chia kommen von weit her und sind meist sehr teuer. Besser ist es, auf heimische Superfood-Alternativen zurückzugreifen: Leinsamen, Heidelbeeren oder Brokkoli zum Beispiel.

Beim Thema Superfoods gehen die Meinungen weit auseinander: Während die Einen auf ihre Goji-Beeren im Müsli schwören, halten Andere das für kompletten Humbug.

Britta Klein vom aid infodienst, der sich unabhängig mit Landwirtschaft, Lebensmitteln und Ernährung beschäftigt, meint: „Es ist nicht zu bestreiten, dass Superfoods gute Lebensmittel sind, aber sie haben keine Wunderwirkung und sind auch nicht unbedingt notwendig.“ Die Expertin rät: „Da ist es tatsächlich sinnvoller, heimische Lebensmittel miteinander zu kombinieren.“ Vor allem, wenn man sich die Herkunft und Preise von Quinoa, Goji & Co. einmal genauer ansieht.

Superfoods legen einen langen Weg zurück

Viele Superfoods werden aus Südamerika eingeflogen: Die Acai-Beere wächst zum Beispiel nur in den Regenwäldern am Amazonas. Chia-Samen, die ja oft als „Heilsamen der Maya“ bezeichnet werden, stammen demnach aus Mexiko und Zentralamerika. Die Goji-Beere kommt dagegen meistens aus China – und das ist nicht nur bedenklich für’s Klima.

„Goji-Beeren stehen schwer unter Beobachtung“, erklärt Britt Klein. Denn: Vor allem Goji-Beeren aus China sind häufig mit Pestiziden belastet. Das Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart hat die Beeren im Jahr 2010 einmal genauer untersucht. Das Ergebnis: 13 von 14 Proben wiesen Rückstände von Pestiziden auf, die über den zulässigen Höchstmengen lagen.

Und noch etwas leidet unter dem langen Transport: die Frische. Wie Krautreporter.de Ende 2014 ganz richtig schrieb: „Niemand kann ernsthaft sagen, ob Acai-Beeren in irgendeiner Weise besser sind als Schwarze Johannisbeeren. Sicher ist allerdings, dass man Schwarze Johannisbeeren immerhin saisonal frisch bekommen kann, Acai-Beeren dagegen erreichen uns immer verarbeitet, als Pulver oder gefrorene Pulpe.“

Superfoods sind meist teuer

Ein weiterer Nachteil von Superfoods, der auch mit den langen Transportwegen, aber eher noch mit dem großen Hype um die gesunden Alleskönner zusammenhängt: Sie sind sehr teuer. Heimische Lebensmittel bekommt man in der Regel um ein vielfaches günstiger!

So kostet ein Kilo Chia-Samen um die 20 Euro, während 500g Leinsamen von Alnatura schon für 1,35 Euro zu haben sind. Weitere extreme Preisbeispiele: Für 500 Gramm Goji-Beeren zahlt man schon einmal 15 Euro – genauso viel wie für Matcha, auch wenn man dafür nur 30g des Grüntee-Pulvers bekommt. Oder wie wäre es mit 200g Weizengraspulver für knapp 19 Euro?

Regionale und günstigere Alternativen zu Superfoods findest du in unserer Bildergalerie:

Weiterlesen auf Utopia:

Schlagwörter: , , , ,

(15) Kommentare

    • Vielen Dank für die Beschreibung zum Einpflanzen! =)
      Habe diesen Sommer genau bei Lidl oder Aldi eine Gojibeeren-Pflanze gekauft für weniger als 10 Euro. Habe sie eingepflanzt und sie ist super schnell gewachsen. Wann fangen sie denn an Früchte zu tragen?

    • Manchmal sehe ich die Sträucher irgendwo. Z.B. in Berlin auf der Autobahnauffahrt vom Hohenzollerndamm auf die A100, an der man mit dem Rad entlang fahren kann. Hab mich gefreut und 3 Beeren gepflückt. Die Sträucher neigen übrigens zu Blattschimmel. Sie sollten daher wohl genug Sonne und einen luftigen Platz ohne Staunässe und durchlässigen Boden erhalten.

  1. Ein gesundes und vernünftiges Mischverhälnis macht es aus. Ich verwende sehr gern Leinsamen, Brokkoli und Co für die unterschiedlichsten Rezepte. Bei Nachspeisen finde ich Chia-Samen allerdings leckerer. Leider sind Hanfsamen gleich noch teurer als Chia-Samen.

    • Finde ich auch. Chia schmeckt nun mal anders als Leinsamen.
      Und Quinoa ist ein Getreide, das ich mit keinem anderen vergleichen kann, außer Amaranth. Die beiden sind schließlich miteinander verwandt und mit ihrer milden Leichtigkeit zwei herrliche Sommergetreide, die ich so sehr mit Zucchini, Auberginen, Tomaten, Fenchel, Selleriestangen und/oder Chicoré liebe.
      Amaranth zumindest, kann auch in unseren Breitengraden angebaut werden. Vielleicht auch Quinoa? Los, ihr lieben Bauern, bitte beglückt uns mit regionalem Anbau dieser leckeren Lieblingskörner.

      • Neulich hatten wir eine Diskussion, wo auch ein Anbauer in unseren Breiten genannt wurde. Habe aber vergessen wo das war.
        Suchen im Netz würde sich vermutlich rentieren.
        Selbst anbauen ist theoretisch einfach, aber es bleibt natürlich das Problem des Dreschens und Trennen von Korn und Hülle.

  2. Ah was? Gojibeeren sind bei uns der „gemeine Bockdorn“? :O Bei den Preisen der kleinen Gojibeeren-Packung bei Netto rund um 8€ ist das echt gut zu wissen, dass man am Hohenzollerndamm finden kann :))))

    Und hat der genauso hochwertige Inhaltsstoffe wie die Gojibeeren aus China, das ist die Frage … da das Klima ja anders ist, Früchte aus Spanien schmecken nicht wie Früchte aus Holland und haben wahrscheinlich auch nicht die gleiche Menge an Nährstoffen, bestes Beispiel: Tomaten.

    Auf bmel.de habe ich gelesen, dass die Top3 Ernährungstrends 2016: regionales Obst und Gemüse, Superfoods & zuckerfreie Lebensmittel sind. 76 % der Deutschen Wert auf regionale Lebensmittel legen (Stand Dez 2015) – und mit dem Alter immer mehr 🙂
    (Quelle: https://www.goodme.de/magazin/wp-content/uploads/2016/08/Ern%C3%A4hrungstrends-2016-goodme-1.pdf)

    Und noch was interessantes : 85 % der Frauen essen täglich Obst, bei den Männern sind es knapp 20 % weniger :p Dass Frauen mehr naschen als Männer stimmt also nicht, außer vielleicht wenn wir Kummer haben :)!

  3. Ich finde das angesprochene Thema ziemlich interessant. Gerade beim Verzehr von Nahrungsergänzungen oder speziell auch Goji Beeren, sollte man beim Kaufen auch auf den Händler und seine Vertrauenswürdigkeit achten. Bestenfalls sogar eventuell Beraten lassen !?
    Bin beim Stöbern im Internet vor Kurzem fündig geworden:
    https://www.golden-peanut.de

Kommentar schreiben

0/2500

* Pflichtfelder

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.