Amazon will Retouren weiterverkaufen

Amazon will Retouren weiterverkaufen.
Foto: CCO Public Domain / Pixabay - Jens P. Raak

Amazon wird in Zukunft Retouren und unverkaufte Lagerware günstig weiterverkaufen. Der Zeitung WirtschaftsWoche zufolge will der Onlinehändler selbstständigen Händlern den Verkauf auf der Webseite unter Amazon Warehouse ermöglichen.

Im Oktober 2020 hieß es noch, dass Amazon zwar in den meisten Fällen Versand, Kundenservice und die Bearbeitung der Retouren übernehme, die Drittanbieter aber entscheiden, was mit den Retouren passiert. Jedoch arbeite man daran, den Verkaufspartner:innen die gleichen Möglichkeiten anzubieten, wie sie für die eigenen Artikel hätten.

Eine Möglichkeit ist eben Amazon Warehous. Bisher verkauft der Onlinehändler dort nur das eigene Sortiment. Aber 2022 soll diese Funktion laut der WirtschaftsWoche auch Drittanbietern zur Verfügung stehen. Dadurch können diese ihre Waren für nur 30 bis 60 Prozent des ursprünglichen Preises anbieten. Sogar die Lagerräume von Amazon sollen sie nutzen dürfen.

Im Amazon Warehous wird, laut Amazon, bisher Gebrauchtes verkauft oder Produkte mit beschädigter Verpackung. Vor dem Verkauf werden die Produkte von Mitarbeiter:innen des:r Händler:in geprüft und in folgende Kategorien eingeordnet: Wie neu, sehr gut, gut, akzeptabel.

Die Waren zu spenden, ist teuer

Doch Amazon verkauft nicht alles. Nach eigenen Angaben spendet der Anbieter auch gebrauchte oder zurückgeschickte Artikel. Vor allem Lebensmittel und Hygieneartikel gehen angeblich an die Tafel.

Für alle Produkte, ausgenommen verderblicher Lebensmittel, ist es in Deutschland aufgrund der Umsatzsteuer sehr teuer, Waren zu spenden. In Großbritannien gibt es diese Steuer nicht und daher ermöglicht es Amazon dort auch den Verkaufspartnern, die Waren zu spenden.

Noch im Mai 2021 berichtete Greenpeace, dass Amazon vom Standort Winsen neue Produkte vernichtet. Am Standort gäbe es acht Arbeitsplätze, die originalverpackte Produkte für die Vernichtung vorsortieren. Jede Woche soll mindestens eine LKW-Ladung nicht verkaufter Ware vernichtet werden. Und das, obwohl 2020 ein Gesetz in Kraft getreten ist: Eine „Obhutspflicht soll verhindern, dass intakte Ware zerstört wird“ (Greenpeace).

Lies dazu gerne hier mehr: Verdeckte Aufnahmen zeigen: Amazon vernichtet weiterhin Neuware

Utopia meint: Das Wegwerfen von intakten Waren – egal ob gebraucht oder neu – ist eine absolute Ressourcenverschwendung. Man kann Amazon wirklich kritisieren, aber wenn in Zukunft durch eine Art Outlet von Retouren weniger Waren weggeschmissen werden, ist das eine gute Sache.

In Deutschland leben wir mittlerweile in einer Überflussgesellschaft, in der viel zu viel weggeschmissen wird. Daher sollten wir uns immer wieder auf das Wesentliche konzentrieren und vor dem Kauf neuer Dinge überlegen: Brauche ich das wirklich?

Falls du mal einen minimalistischen Lebensstil ausprobieren möchtest, haben wir hier ein paar Tipps für dich:

Wenn du etwas kaufen musst, ist es immer besser, Gebrauchtes zu kaufen. Denn das Produkt existiert bereits und es braucht keine Energie oder neue Ressourcen für die Herstellung eines neues Produkts.

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter: