„Kevin, willkommen in der Klimakrise“ – Neubauer redet Klartext bei Lanz

Neubauer und Kühnert liefern sich hitzige Debatte bei Lanz
Screenshot: ZDF-Mediathek

Im ZDF-Talk bei Markus Lanz gehen sich Kevin Kühnert und Luisa Neubauer beim Thema Klimaschutz an den Kragen. Außerdem distanziert sich Neubauer von den Grünen und Volker Wissing hält die FDP für die effektivste Klimapartei.

Die Stimmung bei Markus Lanz am Dienstagabend war mehr als angespannt. Vor allem Klimaaktivistin Luisa Neubauer und stellvertretender SPD-Chef Kevin Kühnert diskutierten mit gereizter Gemütslage. Ebenfalls zu Gast war FDP-Generalsekretär Volker Wissing.

Neubauer kritisiert die Große Koaltion hart

„Boah, es ist echt deprimierend“, kommentierte Neubauer mit genervtem Unterton. Es ging um das Klimagesetz der Großen Koalition, über das das Verfassungsgericht geurteilt hatte und „gesagt hatte, das geht so nicht“. Daraufhin wurde ein neues Klimagesetz auf den Weg gebracht, das ebenfalls nicht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens in Einklang war. „Das ist sozusagen erstmal eine interessante Tatsache, da sich die GroKo inszeniert als diejenigen, die Klimaschutz machen wollen. (…) Man muss wirklich hoffen, dass die Menschen es euch nicht abnehmen. Alles, was wir aus den letzten acht Jahren wissen: Ist eher nicht so gut gelaufen“, so Neubauer.

Luisa Neubauer zu Kevin Kühnert: „Kevin, willkommen in der Klimakrise“, nachdem er erklärt hatte, dass Politik aufwändig sei und ihr entgegnete: „Willkommen in der Politik“.
Luisa Neubauer kontert: „Kevin, willkommen in der Klimakrise“, nachdem Kevin Kühnert erklärt hatte, dass Politik aufwändig sei und ihr entgegnete: „Willkommen in der Politik“. (Screenshot: ZDF-Mediathek)

Es ginge Neubauer nicht darum ein bisschen mehr zu machen, ein bisschen mehr auf den Weg zu bringen und dann zu kucken, wie kommt man dabei raus. „Bei der Klimakrise, wenn wir das irgendwie aufhalten müssen, müssen wir genug machen“, so Neubauer. Kühnert verteidigte die Politik, die ein Prozess sei und sagte zu Neubauer: „Willkommen in der Politik.“ Doch die entgegnete ihm mit den Worten: „Kevin, willkommen in der Klimakrise.“

Neubauer: Keine der Parteien hätte ausgesprochen, wie sehr man „verkackt hat“

Doch nicht nur die Große Koalition und damit auch die Partei von Kevin Kühnert (SPD) kritisierte Neubauer, sondern alle Parteien gleichermaßen. Denn „niemand hat einen Plan für 1,5 Grad. Das ist eine komplette Absage an alle Menschen, die nur ein vages Interesse daran haben, zukünftig auf einem intakten Planeten zu leben“, so die Aktivistin.

Luisa Neubauer sieht nicht die Grünen als ihre Leute an, sondern die Klimaaktivst:innen von Fridays fro Future.
Luisa Neubauer sieht nicht die Grünen als ihre Leute, sondern die Klimaaktivst:innen von Fridays for Future. (Screenshot: ZDF-Mediathek)

Keine der Parteien hätte außerdem ehrlich ausgesprochen, wie sehr man „verkackt hat“, wie tief die Krise ist und wie tief die Eingriffe jetzt sein werden, die notwendig seien. Lanz versuchte Neubauer auf ihre Mitgliedschaft bei den Grünen festzunageln und fragte, ob sie denn nicht von ihrer eigenen Partei, ihren Leuten am meisten enttäuscht wäre, weil von denen diese „Wohlfühlrhetorik“ schließlich komme. Neubauer daraufhin: „Pff, ich bin on paper bei den Grünen, was heißt das schon.“ Ihre eigenen Leute, das seien die Klimaaktivist:innen bei Fridays for Future.

Wissings Behauptung: FDP hätte die beste Klimapolitik

Zusammenfassend kann man sagen: Kevin Kühnert wirkte patzig, Luisa Neubauer irgendwann nur noch genervt und Markus Lanz fiel allen ständig ins Wort. Der Einzige, der einigermaßen ruhig blieb, aber auch nicht sonderlich oft zu Wort kam, war Volker Wissing, der die Maßnahmen der FDP für die effizientesten und erfolgversprechendsten hielt. In diesem Zusammenhang nannte Wissing eine wissenschaftliche Studie, die besagt, dass die Klimaschutz-Maßnahmen der FDP die besten wären. Wichtige Tatsache: Diese Studie wurde von der FDP selbst in Auftrag gegeben. Da konnte Luisa Neubauer nur noch mit dem Kopf schütteln.

Hier kannst du die ganze Sendung noch einmal nachschauen.

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