Cascara: Der neue Tee aus Kaffeekirschen

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Foto: CC0 / Pixabay / Makalu

Cascara ist die Bezeichnung für das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Seit Mai 2022 ist Cascara in der EU als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Was Cascara ist, wie es wirkt und worauf du bei der Verwendung achten solltest, erfährst du hier.

Kaffeekirschen sind die Früchte der Kaffeepflanze. Optisch ähneln sie den Kirschen, die hierzulande am Baum wachsen, und ebenso wie diese gehören Kaffeekirschen auch zum Steinobst. Das Fruchtfleisch der reifen Kaffeekirschen ist essbar und trägt auch den Namen Cascara.

Vor einigen Jahren waren Getränke aus Cascara bereits auf dem deutschen Markt erhältlich. Die EU stufte das Fruchtfleisch dann jedoch als „Novel Food“ (deutsch: „neuartiges Lebensmittel“) ein und verbot damit den weiteren Verkauf. Als neuartige Lebensmittel gelten Produkte, die in der EU vor dem Jahr 1997 praktisch nicht verzehrt wurden. Sie benötigen im Gegensatz zu „normalen“ beziehungsweise in der EU traditionellen Lebensmitteln eine Zulassung. 

Seit Mai 2022 ist Cascara nach der Novel-Food-Verordnung nun als traditionelles Lebensmittel aus Drittländern in der EU zugelassen und auch auf dem deutschen Markt legal erhältlich.

Cascara: Anwendung und Geschmack

Cascara kannst du entweder als fertiges Getränk oder in getrockneter Form kaufen. Im ersten Fall handelt es sich um einen teeähnlichen Aufguss auf Basis des Fruchtfleischs.

Kaufst du Cascara getrocknet, kannst du den Aufguss selbst herstellen. Dafür gehst du folgendermaßen vor:

  1. Gieße bis zu sechs Gramm des Fruchtfleisches mit 100 Milliliter heißem Wasser auf und lasse die Mischung einige Minuten lang ziehen.
  2. Gieße den Aufguss durch ein Sieb und entferne die Pulpe somit wieder, bevor du das Getränk servierst.

Nach mittelamerikanischer Tradition kannst du Cascara-Tee mit Milch und Honig verfeinern. Im Jemen wird Cascara noch Zimt, Ingwer, Kardamom und Kaffeeschalen hinzugefügt. Diesen würzigen Tee genießt du ebenfalls am besten mit etwas (pflanzlicher) Milch und Honig oder einem anderen Süßungsmittel deiner Wahl.

Pur zubereitet schmeckt Cascara-Aufguss wie Früchtetee. Je nach Kaffeesorte können die Aromen dabei etwas süßlicher oder herber sein. Essen solltest du getrocknete Cascara aufgrund der bitter schmeckenden Schale übrigens nicht.

Cascara: Wirkung und Nachhaltigkeit

Bei Cascara handelt es sich um das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche, das die Kaffeebohne umhüllt.
Bei Cascara handelt es sich um das Fruchtfleisch der Kaffeekirsche, das die Kaffeebohne umhüllt.
(Foto: CC0 / Pixabay / tristantan)

Cascara enthält, wie die Kaffeebohnen selbst, Koffein. Ein Aufguss aus Cascara soll dich laut  Verbraucherzentrale sogar mit mehr Koffein versorgen als Kaffee. Für Kinder, Schwangere und Stillende sind besonders koffeinhaltige Cascara-Sorten also nicht geeignet. Dies müssen Hersteller:innen ab einem Koffeingehalt von mehr als 150 Milligramm pro Liter auf der Verpackung vermerken.

Cascara muss übrigens (wie auch handelsübliche Kaffeebohnen) weite Transportwege nach Europa zurücklegen und hat eine dementsprechend schlechte Ökobilanz. So wachsen Kaffeepflanzen zum Beispiel größtenteils in Brasilien, Indonesien, Kolumbien oder Mexiko.

Allerdings handelt es sich bei Cascara eigentlich um ein Abfallprodukt. Denn das Fruchtfleisch umhüllt die Kaffeebohne, die im Inneren der Steinfrucht sitzt. Für Kaffeebäuer:innen kann der Verkauf von Cascara also eine zusätzliche Einnahmequelle sein. Um dabei faire Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung zu gewährleisten, solltest du sowohl Kaffee als auch Cascara möglichst in Fair-Trade-Qualität kaufen. Um den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide zu garantieren, empfehlen wir, auf Bio-Ware zurückzugreifen. Orientiere dich dabei idealerweise an starken Bio-Siegeln von Demeter, Bioland oder Naturland.

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