Cayennepfeffer: Unterschied zu Chili, Verwendung und Wirkung

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In so manchem Rezept taucht Cayennepfeffer in der Zutatenliste auf. Auch Apotheken bieten Wärmepflaster mit Cayennepfeffer-Extrakt an. Was macht ihn so vielseitig einsetzbar?

Nicht Verwechseln: Cayennepfeffer und Chilipulver

Cayennepfeffer entsteht, wenn Chilischoten gemahlen werden.
Cayennepfeffer entsteht, wenn Chilischoten gemahlen werden. (Foto: CC0 / Pixabay / babawawa)

Cayennepfeffer und Chilipulver sehen optisch fast gleich aus. Doch was viele nicht wissen: Es handelt sich nicht um dasselbe Produkt.

Cayennepfeffer besteht nur aus gemahlenen Chilischoten der Sorte Cayenne. Die Chilischoten der Sorte Cayenne wachsen an einem etwa 50 Zentimeter hohen Halbstrauch (Capsicum annuum var. acuminatum). Das Gewürz wurde schon im 15. Jahrhundert verwendet und stammt ursprünglich aus Südamerika. Ab dem 18. Jahrhundert war pulverisiertes Cayenne auch in England beliebt. Die Engländer konnten damit die Gerichte würzen, die sie in den indischen Kolonien kennengelernt hatten. Cayenne kannst du trocknen und ihn dann zu Cayennepfeffer mörsern.

Das, was der Volksmund heute unter Chilipulver versteht, ist hingegen eine Gewürzmischung. Das heißt, es handelt sich nicht um puren Chili. Zu den Grundzutaten zählen neben Cayennepfeffer auch Knoblauch, Kreuzkümmel und Oregano. Je nach Gewürzmischung sind zusätzlich Muskat, Zimt oder auch Gewürznelken mit enthalten. Mit Chilipulver kannst du beispielsweise das typisch mexikanische Gericht Chili con carne oder die fleischfreie Variante Chili sin carne kochen.

Cayennepfeffer ist viel schärfer als Chilipulver. Die Einheit Scoville zeigt an, wie scharf ein Gewürz wirklich auf unser Geschmacks- und Kreislaufsystem wirkt. Der Schärfegrad vom reinem Cayennepfeffer liegt zwischen 30.000 und 60.000 Scoville. Zum Vergleich: Die Pepperoni liegt mit 100-500 Scoville am unteren Rand der Skala, während eine Jalapeño-Chili mit 2.500 bis 5.000 Scoville schon wesentlich mehr Schärfe hat.

Der Name Cayennepfeffer ist auch deshalb irreführend, da keine Verwandtschaft zum klassischen Pfeffer besteht. Roter, grüner sowie schwarzer Pfeffer basieren alle auf den Früchten von Pfeffergewächsen.

Wie wirkt Cayennepfeffer?

Der Inhaltsstoff Capsaicin kurbelt den Stoffwechsel an und fördert die Fettverbrennung.
Der Inhaltsstoff Capsaicin kurbelt den Stoffwechsel an und fördert die Fettverbrennung. (Foto: CC0 / Pixabay / englishlikeanative)

Cayennepfeffer kann den Körper laut BR wie folgt unterstützen:

  • Das, was den Cayennepfeffer scharf macht, ist der Wirkstoff Capsaicin.
  • Wenn du Cayennepfeffer isst, produziert dein Körper Endorphine. Diese können dich unter Umständen noch in einen euphorischen Zustand versetzen, den „Pepper-High“.
  • Das im Cayennepfeffer enthaltene Capsaicin fördert die Durchblutung von Haut und Muskeln und lindert durch die Freisetzung deiner körpereigenen Endorphine sogar Schmerzen.

Laut der Apothekenumschau hat Cayennepfeffer außerdem folgende Wirkungen:

  • Durch seine Schärfe wirkt der Cayennepfeffer antibakteriell: Er regt die Magensäureproduktion an. Die Magensäure tötet Krankheitserreger, die durch das Essen in den Körper gelangen, im Verdauungstrakt ab.
  • Der Wirkstoff Capsaicin im Cayennepfeffer kurbelt auch die Verdauung des Körpers mächtig an.

Dem NDR zufolge versprechen manche Nahrungsergänzungsmittel mit Capsaicin, die Fettverbrennung zu fördern. Wenn du Chili isst, kann es außerdem zu Schweißausbrüchen kommen.

Doch im Cayennepfeffer ist außer Capsaicin noch etwas anderes Wichtiges enthalten: Er enthält sowohl einen hohen Anteil an Carotinoiden als auch an Vitamin C. Beide Inhaltsstoffe machen den Cayennepfeffer zu einem wertvollen Antioxidans. Antioxidanien sind natürlich vorkommende chemische Substanzen, die unseren Körper vor schädlichen Einflüssen schützen und stärken.

Achtung: Bei einem empfindlichen Magen solltest du nicht zu scharf essen. Das gilt auch, wenn deine Magenschleimhaut durch Stress, Schmerzmittel oder andere Medikamente geschwächt ist. Denn das enthaltene Capsaicin kurbelt die Magensäureproduktion stark an.

Bei Muskelbeschwerden: Cayennepfeffer in Wärmepflastern und Salben

Die Schärfe von Gewürzpflanzen kannst du an der Einheit Scoville ablesen.
Die Schärfe von Gewürzpflanzen kannst du an der Einheit Scoville ablesen. (Foto: CC0 / Pixabay / valdazf)

Das Capsaicin im Cayennepfeffer wirkt auf der Haut schmerzstillend, entzündungshemmend und juckreizlindernd. Dies kann dir etwa bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose und Schuppenflechte helfen.

So kannst du Cayennepfeffer auf der Haut anwenden:

  • In der Apotheke kannst du Cayennepfeffer als Wärmepflaster kaufen. Die Pflaster helfen bei Muskelverspannungen und -schmerzen im Nacken.
  • Alternativ kannst du aus Cayennepfeffer auch eine Wärmesalbe selbst herstellen.

Mit Cayennepfeffer lassen sich viele verschiedene Gerichte zubereiten

Passend zur kalten Jahreszeit lässt sich auch auf Heiße Schokolade etwas Cayennepfeffer streuen.
Passend zur kalten Jahreszeit lässt sich auch auf Heiße Schokolade etwas Cayennepfeffer streuen. (Foto: CC0 / Pixabay / TheoCrazzolara)

Cayennepfeffer stammt traditionell aus der Länderküche Südamerikas. Zusätzlich verwenden ihn auch die Küchen Indiens, Chinas und Indonesiens.

Der Cayennepfeffer verleiht vielen Gerichten eine würzige Note. Du kannst damit verschiedenen Gerichten verfeinern – zum Beispiel deine Kürbissuppe, deine Arrabiata-Soße oder deine Marinade. Oder mische etwas Cayennepfeffer in vegane Dips, um sie zu würzen.

Als besonderen Geheimtipp in der kalten Jahreszeit kannst du etwas Cayennepfeffer auf deine heiße Schokolade streuen. Viel Spaß beim Genießen!

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