8 Dinge, die wir von unseren Großeltern lernen können

Dinge von den Großeltern lernen
Foto: © przemekklos, suschaa / photocase.de

Wer umweltfreundlicher, gesünder und auch günstiger leben will, der kann sich an den vorherigen Generationen orientieren. Unsere Großeltern haben Zero Waste und Urban Gardening nämlich schon gelebt, als es diese Bezeichnungen noch gar nicht gab.

Wir haben erst in letzter Zeit vergessen, wie Nachhaltigkeit geht. Das glaubst du nicht? Hier 8 Beispiele, die dir zeigen, was unsere Großeltern richtig machten – und wovon wir lernen können.

1. Verpackungsfrei einkaufen und Müll vermeiden

Zero Waste ist ein neuer Trend? Weit gefehlt, schon Oma hatte den Einkaufsbeutel immer dabei und befüllte ihn mit unverpacktem Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt. Während heute verpackungsfreie Supermärkte in aller Munde sind, lehnen sich unsere Großeltern angesichts dieses „neuen Trends“ schmunzelnd zurück und erinnern sich an die Zeiten der guten alten Tante-Emma-Läden.

Das können wir in puncto Müllvermeidung von unseren Großeltern lernen:

  • Beutel zum Einkaufen mitbringen, spart Geld und schont die Umwelt
  • Verpackungsfrei auf dem Wochenmarkt oder in speziellen Supermärkten einkaufen
  • Kein Wasser in Plastik nach Hause schleppen – dreh lieber den Wasserhahn auf
  • Statt Plastikbecher, Joghurt im Glas: kann später für Eingemachtes oder zur Aufbewahrung genutzt werden
  • Verpackung-in-Verpackung-Produkte konsequent im Regal liegen lassen
Plastikfrei leben: Einfrieren in Schraubgläsern
Plastikfrei leben – das gute alte Einmachglas (Foto: "Rainbow - 2013-055" von Frédérique Voisin-Demery unter CC-BY-2.0)

2. Gute Qualität zu schätzen wissen

Bleiben wir beim Einkauf: Der Geruch und Geschmack frisch gebackener Brötchen oder Kuchen dürfte zu den Sinneseindrücken zählen, von denen wir nicht genug bekommen können. Doch leider sind sie vom Aussterben bedroht: Die lokalen Handwerksbäckereien, bei denen schon unsere Großeltern einkauften und deren Qualitätsbrot, -brötchen und -gebäck sie zu schätzen wussten. Finde auf dieser interaktiven Karte den Handwerksbäcker in deiner Nähe und unterstütze durch deinen bewussten Konsum, dass die einzigartige Backkunst nicht ausstirbt.

Im Produkte-Dschungel ist es nicht so leicht, die beste Qualität herauszufinden. Utopia hilft dir dabei:

Die komplette Übersicht gibt es im umfangreichen Utopia-Produktguide.

Gutes Brot wird in der Backstube hergestellt, nicht in der Backfabrik
Bäckerhandwerk unterstützen und beim Bäcker kaufen (Foto: © beornbjorn – Fotolia.com)

3. Selber kochen

Mikrowellen-Lasagne, Tiefkühl-Pizza oder Klöße aus der Alu-Assiette – das wäre bei Oma und Opa selten oder überhaupt nicht auf den Tisch gekommen. Abgesehen davon, dass es nicht annähernd so gut schmeckt wie selbst gekocht, kaufen wir damit auch eine Menge Müll mit ein. Wer öfter frisch kocht, weiß nicht nur genau, was in seinem Essen steckt, sondern tut auch seinem Geldbeutel und der Umwelt etwas Gutes.

Kulinarische Inspirationen:

4. Nichts wegschmeißen

Aufmachen, genau anschauen, daran riechen, dann erst fällt die Entscheidung, ob es noch essbar ist oder nicht – Oma machte es vor. Heutzutage lassen sich viele vom Mindesthaltbarkeitsdatum verunsichern und vertrauen ihren eigenen Sinnen nicht mehr. Der Joghurt ist vor zwei Tagen abgelaufen, die Nudeln schon vor fünf Monaten? Kein Grund, diese Lebensmittel wegzuwerfen und somit zur Lebensmittelverschwendung beizutragen – mach erst den Seh-Riech-Test und entscheide dann. In unserer Galerie zeigen wir dir außerdem, wie lange Saft, Eier, Käse, Milch und Brot wirklich haltbar sind.

Bei unseren Großeltern kam generell wenig in den Müll – sie verwerteten Lebensmittel so gut es ging. Die Kerne vom Kürbis, die Schalen der Karotte oder das Radieschengrün schmeißt du normalerweise in den Biomüll? Diese vermeintlichen Reste kannst du noch weiterverarbeiten und somit für weniger Essen im Müll sorgen.

Alternative zum Mindesthaltbarkeitsdatum
Dieser Joghurt war sicher auch noch nach dem 05.08. genießbar (Foto: © Utopia)

5. Sich in der Natur bedienen

Altes Wissen über die Natur – wie etwa über Unkräuter – wiederbeleben und sinnvoll nutzen, Oma wäre stolz auf uns: In Deutschland gibt es über 1500 Unkräuter und (Wild-)Kräuter, die man essen kann. Zusätzlich ist das angebliche Unkraut oft vitaminreicher als Gemüse aus dem Supermarkt. Wir zeigen zehn Unkräuter, die man essen kann.

Tipp: Viele Volkshochschulen bieten für wenig Geld geführte Wildkräutertouren an, bei denen man einiges über essbare Pflanzen lernt und zugleich Orte in der Umgebung gezeigt bekommt, an denen man kostenlos Beeren und Kräuter sammeln kann. Hier 10 Tipps zum Wildkräuter-Sammeln.

Wildkräuter - wilde Kräuter
Wildkräutersalat: so lecker (Foto: © Annett Seidler - Fotolia.com)

6. Putzen mit Hausmitteln

Bleiben wir in der Natur: Der Herbst hält nicht nur mit farbenfrohen Blättern Einzug, sondern auch die herabfallenden Kastanien gehören dazu. Aus ihnen kannst du dank der darin enthaltenen Saponine Waschmittel ganz einfach selbst herstellen. Wir zeigen in unserem Video, wie es geht.

Ein Putzmittel fürs Klo, eines für den Boden, eines für die Armaturen und eines für die Ablage? Dazu noch voller aggressiver chemischer Stoffe? Bei dieser Vorstellung hätten unsere Großeltern wohl die Stirn gerunzelt. Mit wenigen Hausmitteln kannst du nicht nur umweltfreundlich reinigen, sondern sparst dir ein Arsenal an diversen Reinigungsmitteln.

Das sind die Basics:

Einen verstopften Abfluss kannst du zum Beispiel ganz einfach mit vier Esslöffel Soda und einer halben Tasse Essig reinigen – statt die Hälfte eines aggressiven Rohreinigers in den Abfluss zu kippen. Wer doch lieber industriell gefertigte Reinigungsmittel nimmt, der greift am besten zu ökologischen Putz- und Waschmitteln. Diese schonen die Umwelt, da sie natürliche Tenside und Inhaltsstoffe verwenden. Wir haben eine Übersicht der besten Öko-Reinigungsmittel zusammengestellt.

Hausmittel statt Putzmittel: Soda, Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife
Mit wenigen Hausmitteln kann man effektiv reinigen. (Foto: © Utopia)

7. Regional und saisonal essen

Chia-Samen, Goji-Beeren oder Weizengras – wie, bitte? Zu den sogenannten Superfoods würden wohl die wenigsten Großeltern greifen, sondern stattdessen die heimischen (und preiswerteren) Lebensmittel wählen. Heimische Superfoods sind:

  • Leinsamen statt Chiasamen
  • Kamillen-, Löwenzahn- und Hagebuttentee statt Matcha-Tee
  • Schwarze Johannisbeere statt Goji-Beere
  • Heidelbeere oder Sauerkirsche statt Acai-Beeren
  • Brokkoli oder Grünkohl statt Weizengras

Oma wäre so stolz: Pflanze selbst deine Lebensmittel an, es gibt dafür viele Möglichkeiten:

Wer bei dem Überangebot im Supermarkt gar nicht mehr weiß, was gerade Saison hat und was nicht, der kann unseren Saisonkalender zu Rate ziehen und zusätzlich auf den Wochenmarkt gehen – dort gibt es regionale und überwiegend saisonale Lebensmittel zu kaufen.

Bauern- & Wochenmärkte
Auf dem Wochenmarkt kommt man manchmal sogar mit den Erzeugern der Lebensmittel ins Gespräch. (Illustration: Miro Poferl)

8. Minimalismus leben

„Wir hatten damals doch nichts!“ Zugegeben, der „Minimalismus“ der Großeltern-Generation war oft aus der Not geboren. Heutzutage ist der Minimalismus-Trend eine Antwort auf die Überflüsse der Konsumgesellschaft. Wer nach dem Credo „weniger ist mehr“ leben will, der kann die Dinge machen, die schon für unsere Großeltern selbstverständlich waren.

Praktische Tipps:

  • Frag dich: Brauch ich das wirklich?
  • Statt überflüssiger Zusatzstoffe: Koch mit frischen Zutaten
  • Am Sonntag gibt es Braten: weniger, dafür qualitativ gutes Fleisch
  • Eigenes Essen anbauen (siehe Punkt 7)
  • Weniger Müll, Geld und Geschleppe: Trink mehr Leitungswasser
  • Reparieren, statt wegwerfen: Repair Cafés helfen

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(6) Kommentare

  1. Interaktive Karte mit Handwerksbäckern, schön und gut – aber ist nicht vielleicht auch ein Problem, dass man interaktive Karten veröffentlicht, auf der die meisten genau dieser Handwerksbäcker gar nicht auftauchen? Bei mir im direkten Umkreis wird nur einer von 5 Betrieben genannt, dafür aber mit mehreren Filialen. Ups?!

  2. Tja, da muß man einfach hinterfragen, wie diese Bäckereien auf die Karte kommen.
    Wir haben mit diversen Web-Projekten Erfahrung gesammelt, mit solchen Adresseverzeichnissen und das ist immer ein Problem.
    Es ist mit riesigem Aufwand verbunden, die Adressen zu pflegen.
    Man kann nicht einfach ein Formular anbieten und die Adressen eintragen lassen, weil es sonst zu bewußtem Spam bis zu versehentlichen Falscheinträgen kommt.
    Um das ganz seriös zu machen, bräuchte es eigentlich einen Kriterienkatalog (ab wann ist ein Handwerkbäcker ein Handwerkbäcker?) und die Kriterien müssten nachprüfbar sein.
    Wenn ein Bäcker feststellt, daß sein Konkurrent vertreten ist, obwohl er keine echte Handwerkskunst betreibt, gibts Ärger.
    Wer soll die Manpower für Kontrollen aufbringen?
    Sicher keine Zeitung.
    Um halbwegs sicher zu gehen, hat man die Schwarmintelligenz so genutzt:
    „Mehr als 15.000 Leser haben mitgemacht. 2.516 Bäckereien, die mindestens zweimal genannt wurden, sind in dieser Karte verzeichnet. Tipps, was dort besonders lecker ist, stammen ebenfalls von Lesern.“
    Die Karte hat einen Stand vom Nov. 2015.

    Ich denke, die Motivation der Zeit war, einmal über einen begrenzten Zeitraum auf die Problematik aufmerksam zu machen.
    Darüber hinaus kann das kein Dauerprojekt sein.

    Wenn also in Deiner Region nur ein Bäcker vertreten ist, dann kann das zwei Gründe haben: a) es gibt nicht mehr b) DU hattest nichts von der Aktion mit bekommen und konntest folglich keine anderen Bäckereien vermelden. 😉

    Eigentlich müßten die handwerklichen Bäcker sich selbst so organisieren, daß sie so eine Karte auf die Beine stellen.
    Ansätze gibt es dazu…

  3. Das sind doch völlig lebensfremde und unnötige Tips. Ich hab in meinen fast 60 Jahren noch nie Chiasamen, Matcha-Tee , Goji-Beere, Acai-Beere oder Weizengras gegessen. Und ja, Handwerksbäcker gibts bei mir am Dorf im Umkreis von 50 km keinen mehr. Muss schon froh sein, dass es nen Backshop im Edeka gibt.

  4. Die Goji-Beere wächst durchaus auch bei uns, nur heißt sie hier anders.

    Dazu Wikipedia: „Der Gemeine Bocksdorn (Lycium barbarum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Bocksdorne (Lycium) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). In Mitteleuropa ist sie ein Neophyt und wird auch Gewöhnlicher Bocksdorn[1], Gemeiner Teufelszwirn, nur Teufelszwirn oder Hexenzwirn[2] oder Chinesische Wolfsbeere genannt. In China heißt sie Níngxià gǒuqǐ (chinesisch 宁夏枸杞 ‚Gǒuqǐ aus Ningxia‘), im englischsprachigen Raum Goji oder Wolfberry.“

  5. Ein Schelm der daran denkt, warum unsere Großeltern so leben mussten, wie sie lebten (insbesondere jene, die früher keine Kinder mehr waren und nun 100 wären).

    Aber ja, heute steht man da auf seinem Balkon und weiß nicht mehr, wie man die Blumenkästen zur Nahrungsmittelerzeugung nutzen kann. Petersilie allein macht nicht wirklich satt.

  6. „Ein Schelm der daran denkt, warum unsere Großeltern so leben mussten, wie sie lebten (insbesondere jene, die früher keine Kinder mehr waren und nun 100 wären).“
    Und? Was soll uns das jetzt sagen?

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.