Earth Overshoot Day 2018: dieses Jahr schon am 1. August

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Der Earth Overshoot Day fällt dieses Jahr auf den 1. August 2018: Ab diesem Tag leben wir weltweit nicht mehr nachhaltig, sondern nur mehr durch Raubbau.

Der „Earth Overshoot Day“, auch „Erdüberlastungstag“ oder „Welterschöpfungstag“ genannt, ist ein Kampagnentag zur Nachhaltigkeit. Die Definition: Am Earth Overshoot Day überschreitet die globale Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Fähigkeit der Erde, diese Ressourcen auf nachhaltige Weise (also nachwachsend) zur Verfügung zu stellen.

Der Kampagnentag soll uns bewusst machen: Ab Earth Overshoot Day machen wir „Schulden“ im Sinne der Nachhaltigkeit. Denn wir verbrauchen mehr, als weltweit nachwachsen kann.

Übertragen auf das Berufsleben wäre die Definition wohl wie folgt: Am Earth Overshoot Day haben wir unser gesamtes Jahresgehalt ausgegeben – auch den Teil, den wir noch nicht verdient haben.

Zum globalen Erdüberlastungstag macht sich in diesem Jahr ein Aktionsbündnis aus Umwelt- und Entwicklungsorganisationen für eine Kehrtwende in der Lebens- und Wirtschaftsweise stark. „Unsere Erde: Ausgepresst!“, soll auf einem großen Banner vor dem Brandenburger Tor in Berlin stehen. Davor quetschen Aktivistinnen und Aktivisten die Erde aus. Sobald nur noch ihre Hülle übrig ist, wird die nächste genommen.

Earth Overshoot Day: Ausgepresst
Earth Overshoot Day: die Erde, ausgepresst … (Banner-Grafik einer Aktion von INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, NAJU und Fairbindung)

Die Aktion soll verdeutlichen: Wenn alle so weitermachen wie bisher, brauchen wir mehr als einen Planeten. „Statt der Natur Zeit zur Regeneration zu geben, pressen wir unsere Erde aus wie eine Zitrone“, sagt Kira Heinemann von der BUNDjugend. „Damit betreiben wir Raubbau an nachfolgenden Generationen.“ Eine FAQ zum Earth Overshoot Day findest du bei inkota.de.

Hier unsere wichtigsten Fakten zum Earth Overshoot Day:

1. Der Earth Overshoot Day kommt immer früher

Im Jahre 1987 fiel der Tag noch auf den 19. Dezember. 2016 fiel er auf den 8. August, 2018 schon auf den 1. August, also 12 Tage früher als 2015, 1 Tag früher als 2017.

Diese Animation zeigt, wie sich der Ressourcenhunger verschiedener Nationen im Lauf der Zeit entwickelt hat:

Rot: Ressourcenverbrauch höher als Produktion; Grün: Nachwachsen größer als Verbrauch
Rot: Ressourcenverbrauch höher als Produktion; Grün: Nachwachsen größer als Verbrauch (Animation: Global Footprint Network)

Die Menschheit lebt momentan so, als hätte sie pro Jahr 1,7 Erden zur Verfügung. Sie hat aber eben nur eine Einzige. Laut WWF wird der jährliche Verbrauch 2020 sogar zwei Erden pro Jahr, 2050 sogar drei Planeten jährlich betragen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht.

Die Erde ist kein Online-Shop mit scheinbar unbegrenztem Angebot. Jetzt ist der Laden leer. Alles, was wir ab heute verbrauchen, ist Diebstahl an künftigen Generationen.“ (Christoph Röttgers, Naturschutzjugend)

2. So wird der Earth Overshoot Day berechnet

Zunächst wird die Biokapazität der Erde berechnet. Damit ist die Fähigkeit der Erde gemeint, die vom Menschen verbrauchten Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe – wie Treibhausgase – abzubauen.

Die Biokapazität stellt man dem globalen ökologischen Fußabdruck gegenüber. Dieser misst, wie viele natürliche Ressourcen der Mensch verbraucht. Ist der Verbrauch dieser Ressourcen größer als der Nachschub, spricht man vom „Overshoot“ – der ökologischen Verschuldung. Den Faktor legt man dann auf die Skale eines Jahres an.

Die Formel lautet stark vereinfacht: Biokapazität der Erde / Bioverbrauch der Erde * 365 Tage.

3. CO2-Emissionen machen 60% vom Overshoot aus

Nach Angaben von overshootday.org entfallen 60% den ökologischen Fußabdrucks der Menschheit auf CO2-Emissionen. Die Aktivisten rechnen vor: Würde es uns (trotz Trumps Klimapolitik) wenigstens gelingen, die Emissionen von Klimagasen auf die Hälfte zu reduzieren, dann könnten wir den Earth Overshoot Day wieder nach hinten verlegen – und zwar um drei Monate.

Hier 10 Tipps zum Klimaschutz: Was du selbst tun kannst:

Johanna Kusch von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch fordert anläßlich des Earth Overshoot Day: “Die künftige Bundesregierung sollte verbindliche und messbare Ziele zur Reduktion des absoluten Ressourcenverbrauchs festschreiben und dann für die konsequente Umsetzung sorgen – insbesondere auch gegenüber Unternehmen. Die CO2-Emissionen in Deutschland müssen nach Jahren der Stagnation endlich wieder sinken.“

4. Es gibt auch Kritik am Earth Overshoot Day

Es gibt auch Kritik am Welterschöpfungstag: „Die Methode hat Schwächen, und das Netzwerk arbeitet teilweise mit Daten, deren Herkunft unklar und auch nicht durch Rundungsfehler erklärbar ist“, wird Jürgen Knirsch von Greenpeace in der taz zitiert.

Auch könnte man sich die Frage stellen, was eigentlich mit den alljährlich anfallenden Defiziten passiert – wenn wir schon 2016 ab 8.8. auf Pump lebten, warum dieses Jahr erst ab 1.8. und nicht schon ab 1.1.?

Natürlich weil der Earth Overshoot Day vor allem symbolisch gemeint ist.

Also ja: Die Botschaft „Wir verbrauchen 1,7mal mehr, als wir nachhaltig erwirtschaften können.“ ist vielleicht zu stark vereinfacht. Aber das ändert nichts am Kern der Aussage: Wir überlasten die Erde.

Lies auch: 13 Produkte, die du nicht mehr kaufst, wenn du weißt, was sie anrichten

Das hinter dem Earth Overshoot Day stehende footprintnetwork.org macht seine Daten indes deutlich transparenter. Wer will, kann über data.footprintnetwork.org in die Daten eintauchen und, weil es sich um Open Data handelt, diese auch weiterverarbeiten.

5. Der Welterschöpfungstag hat Folgen

Nach dem Earth Overshoot Day leben wir für den Rest des Jahres auf Kredit und verbrauchen weiter Brennmaterial und Nahrungsmittel. Wir produzieren mehr Müll und erzeugen mehr Treibhausgase, als die Erde verkraften kann.

Die Folgen sind heute schon spürbar. Die Polkappen schmelzen, die Meere übersäuern, Süßwasserquellen versiegen, Wälder schrumpfen, Landschaften versteppen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, die Fischbestände schwinden, die Wetterlagen werden extremer …

Die Liste der Folgen unseres übermäßigen Ressourcenverbrauchs lässt sich fortführen. Je weiter sich der Earth Overshoot Day im Jahr nach vorne schieb, desto katastrophaler werden sie ausfallen. Vor allem ärmere Länder sind heute schon betroffen.

6. Die Industrienationen sind schuld

Das hört man ja oft. Aber es stimmt eben auch. Diese Grafik zeigt, wieviele Erden wir pro Jahr bräuchten, um unseren Bedarf zu decken, wenn wir global wie die jeweils genannten Nationen haushalten würden:

Earth Overshoot Day: Welche Nationen am meisten über ihre Verhältnisse leben
Earth Overshoot Day: Welche Nationen am meisten über ihre Verhältnisse leben (Grafik: Global Footprint Network)

Die Zahlen zeigen, dass das Problem nicht lösbar sein wird, wenn man nicht alle Industrien der entwickelten Länder für das Problem interessieren kann.

Vor allem in den Bereichen Verkehr, Energieversorgung und Landwirtschaft ist Deutschland alles andere als ein umweltbewusster Vorreiter.“ (Lena Michelsen, INKOTA-netzwerk)

7. Jedes Land hat seinen eigenen Overshoot Day

Der „Deutsche Earth Overshoot Day“ hätte nach obiger Grafik eigentlich schon Anfang Mai stattfinden müssen. Allerdings ist sie ein bisschen unfair, weil ja auch die Größe eines Landes eine Rolle spielt. Lies auch: Deutscher Erdüberlastungstag.

Je kleiner eine Industrienation, desto weniger eigene, nachwachsende Ressourcen kann sie erzeugen. Je mehr Landfläche eine Nation hat, desto mehr kann sie nachwachsen lassen.

Folgende Grafik des Earth Overshoot Day zeigt, wie viele Länder nötig wären, um den Verbrauch ihrer eigenen Einwohner zu decken:

Earth Overshoot Day: so viele Länder wären nötig, um en Verbrauch ihrer Einwohner zu decken
Earth Overshoot Day: so viele Länder wären nötig, um den Verbrauch ihrer Einwohner zu decken (Grafik: Global Footprint Network)

Hier steht Deutschland dann zwar nicht mehr ganz so schlecht da – ist aber immer noch ressourcenhungriger als der Durchschnitt aller Länder weltweit. Der deutsche Overshoot Day lag 2018 auf dem 2. Mai.

8. Darum kommt der Earth Overshoot Day immer früher

Dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr früher eintritt, liegt an dem hohen Konsumniveau in den Industrie- und Schwellenländern. Würden Menschen weltweit so leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir schon jetzt drei Erden pro Jahr.

Der Earth Overshoot Day macht auf ein dringendes Problem aufmerksam: die Summe der nutzbaren Planeten beträgt derzeit 1.
Der Earth Overshoot Day macht auf ein dringendes Problem aufmerksam: die Summe der nutzbaren Planeten beträgt derzeit 1. (Foto: © pixabay)

Ein wichtiges Problem wird kaum besprochen: Während wir uns immer weiter bei der Erde verschulden, kann sie sich immer weniger erholen. Oder anders: Ein bisschen über unsere Verhältnisse leben – da ginge vielleicht sogar – vorübergehend. Doch so dauerhaft und zunehmend rücksichtslos, wie wir es tun, wird es bald auch die Fähigkeit der Erde zur Selbsterholung außer Gefecht setzen.

Dieser Tweet bringt es auf den Punkt:

9. So kannst du deinen Overshoot berechnen

Es gibt zahlreiche Online-Rechner, die uns helfen, unseren Ressourcenverbrauch herauszufinden. Hier einige Vorschläge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Die Macher des Earth Overshoot Day haben einen Online-Rechner, der allerdings Flash voraussetzt: footprintnetwork.org – und eine neue Version ohne: footprintcalculator.org
  • Der Ressourcen-Rechner „Mein Ökologischer Rucksack“ rechnet den Abdruck deines Lebens von Wohnen bis Urlaub aus und zeigt ihn im Vergleich zum Durchschnitt und zum „Erlaubten“. ressourcen-rechner.de
  • Das CO2-Spiel des Greenpeace-Magazins stellt 14 einfache Fragen und mit fast jeder Antwort wächst die Zahl der angezeigten CO2-Kügelchen, die jeder von uns jährlich zu verantworten hat: CO2-Fußabdruck.
  • Wissenschaftler des Water Footprint Network haben die Wassermengen, die im globalen Durchschnitt für konkrete Produkte und Rohstoffe anfallen, erfasst und erlauben es, sie hier individuell auszurechnen: waterfootprint.org.

Lies auch: Nützliches Tool: Fleisch-Rechner für Vegetarier und Fleischesser

10. Das können wir dagegen tun

Unsere Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten müssen sich generell ändern. Wer nicht will, dass der Earth Overshoot Day noch früher kommt, sollte weniger und wenn, nachhaltig konsumieren, recyceln und upcyceln, Abfälle vermeiden, Energie sparen, saisonale Lebensmittel kaufen, weniger Fleisch und tierische Produkte essen: Die 13 ultimativen Tipps, mit denen du Geld sparst – und gleichzeitig die Umwelt schützt.

Einer der Hauptverursacher der Erdüberlastung sei die industrielle Landwirtschaft, so ein Aktionsbündnis in diesem Jahr. „Seit der Fusion von Bayer und Monsanto haben nun der größte und der viertgrößte Agrarkonzern der Welt ihren Hauptsitz in Deutschland“, sagt Lena Michelsen vom entwicklungspolitischen Inkota-Netzwerk. „Unternehmen wie Bayer und BASF, die mit ihrer Wirtschaftsweise unseren Planeten am stärksten belasten, müssen in besonderer Weise in die Pflicht genommen werden.“

„Die hohen CO2-Emissionen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr spielen für die Erdüberlastung eine zentrale Rolle“, ergänzt Julia Otten von Germanwatch. „Deutschland gehört zum obersten Viertel aller Länder mit einer enorm großen Erdüberlastung. Deutschland muss jetzt nicht nur den mit einem zügigen Kohleausstieg verbundenen Strukturwandel, sondern auch die Verkehrs- und Wärmewende sowie eine Umstrukturierung der Landwirtschaft entschlossen angehen.“

Kristina Utz von FairBindung fügt hinzu: „Unendliches Wirtschaftswachstum lässt sich nicht vom Ressourcenverbrauch entkoppeln. Durch die Auslagerung der Produktion unserer Güter in andere Länder wälzen wir die Kosten unserer ressourcenintensiven Lebensweise auf den globalen Süden ab.“

Frederik Lenz von der NAJU (Naturschutzjugend im NABU) mahnt: „Alle Ressourcen, die wir ab heute verbrauchen, gehen zulasten der Erde und künftiger Generationen. Politik und Gesellschaft müssen endlich tätig werden, um einen nachhaltigen und regenerativen Ressourcenverbrauch zu schaffen – denn der Erdüberlastungstag rückt jedes Jahr im Kalender weiter nach vorne.“

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(24) Kommentare

  1. Hallo,

    2010 lag der Tag, ab dem wir auf Pump leben, am 21. August. Weiß jemand, wieso wir in diesem Jahr anscheinend besser gehaushaltet haben? Wirtschaftsprobleme?

    Gruß
    Dude

  2. @Dude: ich hab das recherchiert, bei der Quelle, weil ich selber am 21.8. schon was gepostet hatte und deshalb sehr verwundert war …
    21.Aug: http://www.footprintnetwork.org/de/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day/
    27.Sep: http://www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day/
    Die haben selber unterschiedliche Daten, je nach Sprache. Auch die Graphiken sind widersprüchlich: einmal heißt es 135%, einmal 1,5 Erden. Vermutlich zwei verschiedene Masse? Ich war bisher zu faul genauer nachzusehen.

  3. Eine Bekannte hat mir weiter geholfen:
    http://www.global2000.at/module/media/data/global2000.at_de/content/Ressourcen/Overshoot_2011_Hintergrund_PF.pdf_me/Overshoot_2011_Hintergrund_PF.pdf

    Im letzten Jahr (2010) wurde der Overshootday mit 21. August abgeschätzt. Die deutliche
    Verschiebung nach hinten für 2011 ist leider kein Zeichen einer Verbesserung der globalen
    Ressourcen-Situation sondern Ergebnis neuer methodischer Herangehensweisen zur
    Abschätzung der Biocapazität.
    Weil der wissenschaftliche Diskurs noch nicht abgeschlossen ist, kommt heuer ein Mittelwert von
    vier Abschätzungs-Methoden zur Anwendung. Danach ist der Wert für die Biokapazität nun etwas
    höher als im letzten Jaht angenommen.
    Mehr Vorräte ergeben also etwas weniger Overshoot.

  4. Noch mehr Infos auf http://blog.greenpeace.de/blog/2011/09/27/tag-der-okologischen-uberschuldung-ab-heute-leben-auf-pump/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+greenpeace_blog+%28Greenpeace+Blog%29

    Im letzten Jahr lag der Tag der ökologischen Überschuldung auf dem 21. August 2010. Dass er in diesem Jahr deutlich später ist, ist leider kein Indiz dafür, dass sich die Situation verbessert hat. Das Global Footprint Network ist dabei, seine Methode zu verfeinern und die Biokapazität der einzelnen Länder neu zu berechnen. Die Biokapazität ist quasi die Grundausstattung der Erde, das, was sie uns an Fläche für den Anbau von Agrarprodukten oder auch zur Aufnahme von Müll zur Verfügung stellt. Ihr gegenübergestellt wird der ökologische Fußabdruck – das, was wir nutzen. Nach der verfeinerten Berechnungsmethode fiel der Tag der Ökologischen Überschuldung 2010 auf den 1. Oktober.

    Für die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks empfiehlt Greenpeace die von der österreichischen Plattform Footprint entwickelten „5-F Regel“:

    Fliegen – besser nie!
    Eine dramatische Verringerung der Lebens-Flugkilometer!
    weniger Fleisch und tierische Produkte!
    Eine deutliche Verringerung der konsumierten Menge, soviel wie möglich aus Bio-Landbau, jahreszeitgerechte Produkte bevorzugen!
    weniger Fahren mit dem Auto
    Eine Reduktion der zurückgelegten Strecken, langsamer, nie alleine und möglichst bald elektrisch mit Sonnenstrom!
    Wohnen wie im Fass!
    Gut isoliert, kleiner, teilen in Wohngemeinschaften, erneuerbare Energie, kein Standby, öffentlich erreichbar!
    Freude an einem zukunftsfähigen Lebensstil!
    Genießen Sie das gute Gefühl, nicht auf Kosten anderer zu leben!

  5. „Das ist so, als wäre bereits jetzt unser Jahreseinkommen aufgebraucht und wir müssten den Rest des Jahres von unseren Ersparnissen leben“, so Mathis Wackernagel“

    Wenn ich von meinen Ersparnissen Leben will, muß ich erst vorher welche auf die Seite schaffen.
    Ich würde eher sagen, daß wir von der Substanz also vom Kapital der Erde zähren und irgend wann sind dann nicht die gesamten Resourcen verbraucht sondern die ganze Erde aufgefressen.

  6. Es gibt noch mehr hilfreiche F’s:

    Viel mehr Fahrrad fahren!
    Habt ihr euren Arbeitgeber schon mal angepiekst, ob er sich als „Fahrradfreundlicher Betrieb“ zertifizieren lassen will ( http://www.adfc.de/radzurarbeit/Tipps-fuer-Betriebe/Seite-1-Das-Ziel-der-Fahrradfreundliche-Betrieb )? Das Zertifikat ist natürlich nur ein Stück Papier, aber der Weg zur Erfüllung der Kriterien bringt viele Kolleg(inn)en mit viel Spaß in den Sattel.

    Landkategorie IVf. nach der Systematik des „Ökologischen Fußabdrucks“:
    Schaut euch doch mal eure Gärten und Vorgärten, die eurer Nachbarn und die Grundstücke eurer Arbeitgeber an: Sind sie nicht in den meisten Fällen unter dem Aspekt vermeintlicher Pflegeleichtigkeit mit ökologisch weitgehend wertloser Standardbepflanzung „ruhiggestellt“ und können höchstens der Landkategorie III („beanspruchtes Land“) zugerechnet werden? Wenn man ökologisch wertvollen Pflanzen den Vorzug gibt, kann man die Flächen ohne Mehrkosten und Mehraufwand und ohne ästhetische Einbußen in Richtung der Landkategorie IVf. (~ „unberührte Natur“) entwickeln. Die Gruppe „Wir machen Arbeitgeber zu Biotopisten“ ( https://utopia.de/0/gruppen/wir-machen-arbeitgeber-zu-947/beschreibung ) zeigt, wie es geht!

  7. Mediterrami – kommen die Zertifizierer zum Erstbesuch und zu jeder weiteren Kontrolle per Velo? Sich als Betrieb fahrradfreundlich zu engagieren, dafür braucht man sicherlich kein teures Zertifikat.

  8. Hallo Dagmara,

    natürlich geht’s auch ohne Zertifikat, aber warum sollte man als Betrieb auf die gesammelte Erfahrung, die der ADFC in seine Kriterienliste gesteckt hat, verzichten?

    Ein Beispiel: Bei meinem Arbeitgeber ist ein großer Fahrradstand mit rund 400 Stellplätzen eingerichtet – eingezäunt, überdacht, wunderbar. Nur schade, dass man sich an die Herstellerempfehlung der verwendeten Fahrradabstellanlagen gehalten hat: 40cm Seitenabstand von Fahrrad zu Fahrrad ist – auch bei alternierender Hoch-/Tiefstellung der Vorderräder – einfach zu eng, und es gibt im Sommer bei gut gefülltem Fahrradstand immer wieder Stress, weil Lenker und Bowdenzüge manchmal so hoffnungslos ineinander verhakelt sind, dass man nur mit Mühe oder gar Werkzeugeinsatz sein „zugeparktes“ Fahrrad wieder befreien kann. Abgerissene Bowdenzüge kommen bei dieser Fahrradparksituation leider häufiger vor. Hätte man bei der Einrichtung des Fahrradstandes die ADFC-Empfehlungen für Fahrradparken und die ADFC-empfohlenen Fahrradabstellanlagen gekannt, wären mancher Ärger und die jetzt wohl anstehenden Umbaukosten vermieden worden.

    Außerdem hat das Zertifikat „Sogwirkung“ auf andere Arbeitgeber und ist wahrhaftig nicht teuer. Der Preis des Zertifikats kommt einem gemeinnützigen Verein zugute, der tagtäglich Sinnvolles für den Fahrradverkehr in Deutschland unternimmt!

    Mit fahrradfreundlichen Grüßen, Reinhard Niewerth

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