Kann man Leitungswasser in Deutschland bedenkenlos trinken?

Kann man Leitungswasser in Deutschland trinken?
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Nitrat im Grundwasser, Blei in den Rohren fürs Trinkwasser: Kann man unser Leitungswasser trinken – ganz ohne Bedenken? Ist das gesund? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Selbst das Umweltbundesamt warnt scheinbar vor Nitrat im Grundwasser. Utopia hat die Antwort.

Das Vertrauen in die deutsche Trinkwasserqualität ist eigentlich groß. Zum diesem Ergebnis kam die Studie „Qualität und Image von Trinkwasser in Deutschland“ (PDF) vom Verband kommunaler Unternehmen (VkU), die seit 2007 monatlich durch Onlinebefragungen Daten zur Qualitätswahrnehmung und Nutzung von Trinkwasser sammelt.

Das Ergebnis: Rund 83 Prozent der Befragten beurteilen die Qualität von Leitungswasser als gut oder sehr gut; 92 Prozent waren der Ansicht, dass wir ohne Bedenken deutsches Leitungswasser trinken können. Klingt toll, bedeutet aber auch: Jeder 12. Deutsche denkt, dass man nicht bedenkenlos unser Leitungswasser trinken kann. Etwa jeder 6. ist nicht so recht von der Qualität unseres Trinkwassers überzeugt. Was ist dran?Aktueller Hinweis: Das Umweltbundesamt warnte am 9.6.2017 zum Thema Trinkwasser, was dann am 10. Juni die Medien erreichte. Das UBA warnte aber nicht vor der möglicherweise geringen Qualität unseres in Deutschland verfügbaren Leitungswassers. Die Behörde warnte vielmehr vor den möglichen steigenden Kosten, die entstehen werden, wenn die derzeit hohe Qualität unseres Leitungswassers erhalten werden soll. Das hat auch politische Gründe und soll indirekt auf die Ursachen einwirken, die zur Verschlechterung unseres Grundwasser beitragen: In Deutschland ist das vor allem die Massentierhaltung (deren Überschuss an Gülle auf den Feldern landet) und die konventionelle Landwirtschaft mit ihrem Kunstdünger (im Gegensatz zur Bio-Landwirtschaft). Anders gesagt: billiges Fleisch und billiges Gemüse machen unser Grundwasser giftig, seine Entgiftung für die Nutzung als Leitungswasser machen das Trinkwasser dann bald teuer – und all das könnten wir uns sparen, wenn wir aufhören würden, ökologisch schädliche Billig-Landwirtschaft zu betreiben.

Auf wassertest-online.de** kann übrigens jeder selbst sein Wasser auf Schadstoffe testen lassen.

Übersicht dieses Beitrags:

Leitungswasser trinken: die Trinkwasserverordnung

Leitungswasser ist das in Deutschland am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. „Dafür sorgt unsere Trinkwasserverordnung“, erklärt Jürgen Steinert von Öko-Test. „Sie gewährleistet, dass unser Trinkwasser keine Schadstoffgrenzwerte überschreitet. In ihr ist festgelegt, auf welche chemischen, biologischen und physikalischen Parameter das geförderte Grundwasser in regelmäßigen Abständen untersucht werden muss.“

Für diese Untersuchungen sind die Wasserversorger zuständig. Die Wasserwerke wiederum stehen unter der staatlichen Aufsicht der Gesundheitsämter. Klingt ziemlich narrensicher. Doch woher kommen dann die Zweifel, das Wasser sei nicht gesund und man könne kein Leitungswasser trinken?

Welche Giftstoffe ins Trinkwasser gelangen

Zuerst steht die Frage: Woher kommt das Leitungswasser in Deutschland? Die Antwort: Das Trinkwasser stammt zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser, der Rest aus Flüssen, Seen, Talsperren oder Fluss- und See-nahen Brunnen (Uferfiltrate). Es wird in den Wasserwerken analysiert und – wenn notwendig – aufbereitet. Dann gelangt es über die Rohrleitungen der Wasserversorger bis zu unserem Hausanschluss. Bis dorthin gilt auch die Trinkwasserverordnung.

Erst ab unserem Hausanschluss sind wir selbst für die Qualität des Leitungswassers verantwortlich. Schädliche Substanzen können sich aber bereits im geförderten Wasser befinden – also zum Beispiel im Grundwasser. Schuld daran ist unter anderem die konventionelle Landwirtschaft: gesundheitsschädliche Pestizide und Düngemittel wie Nitrate gelangen in Flüsse und Seen oder sickern in den Boden und weiter ins Grundwasser. Daher haben wir viel Nitrat im Grundwasser.

Glyphosat & Roundup: umstrittene Unkrautvernichtugnsmittel
Die industrielle Landwirtschaft belastet das Grundwasser mit Pestiziden und Düngern. (Foto: © countrypixel - Fotolia.com)

Weitere Giftstoffe stammen aus unserem Abwasser. Die Wasserwerke können Chemikalien – allen voran Arzneimittelreste – häufig nicht ausreichend herausfiltern und so gelangen die Giftstoffe mit dem eigentlich gereinigten Wasser aus den Klärwerken in die öffentlichen Gewässer. (Siehe auch: Ist Wasser sparen Unsinn?)

Heute unbedenklich – morgen Nitrat im Leitungswasser?

Gesundheitlich bedenklich ist unser Leitungswasser deshalb aber trotzdem nicht. „Es gibt überhaupt keinen Grund irgendetwas zu befürchten, wenn man Leitungswasser trinkt. Es ist gut untersucht und sicher“, so Jürgen Steinert von Öko-Test.

Dank Trinkwasserverordnung filtern die Wasserwerke Schadstoffe heraus und führen strenge Kontrollen durch, bevor es in unser Trinkwasserversorgungssystem eingespeist wird. Der Anteil der Schadstoffe in unserem Leitungswasser ist dann so gering, dass er keinen Effekt mehr auf unsere Gesundheit hat.

Leitungswasser trinken kann man in Deutschland fast überall bedenkenlos.
Leitungswasser trinken kann man in Deutschland fast überall bedenkenlos. (Foto: © gemenacom - Fotolia.com)

Aber: Das könnte sich ändern. Geben wir nämlich weiterhin zu viele Schadstoffe und Nitrat in unsere Abwasser, reichern sich Gewässer und Grundwasser in Deutschland zunehmend mit Schadstoffen an. Irgendwann werden sie dann eben Grenzwerte überschreiten und nicht mehr unbedenklich sein.

Schon jetzt hat Deutschland (neben Malta) bei Nitrat im Grundwasser die zweithöchste Belastung in der EU. Die EU-Kommission leitete deswegen bereits 2014 Jahr die zweite Stufe eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland ein. Weil sich wieder einmal nichts änderte, reichte die EU-Kommission im April 2016 sogar Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gegen uns ein, weil Deutschland es versäumt hat, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen.

Der hohe Gehalt von Nitrat im Grundwasser ist einerseits extrem schlecht für die Umwelt. Es kostet uns aber viel Geld: Wasseraufbereitungsanlagen müssen es aufwändig wieder herauszufiltern, damit wir am Ende kein Nitrat im Trinkwasser haben und es bedenkenlos trinken können.Im Juni 2017 warnte das Umweltbundesamt daher davor, dass Trinkwasser teurer werden könnte – wegen des erhöhten Aufwands, das Nitrat herauszufiltern. Über 27 Prozent der Grundwasserkörper überschritten nach UBA-Angaben vom Juni 2017 derzeit den Grenzwert von 50 mg/l. Grund sei die auf den Feldern aufgebrachten Gülle und Mist aus der intensiven Tierhaltung oder Mineraldünger für beispielsweise Obst- und Gemüseanbau. Würden die Nitrateinträge dort nicht bald sinken, würden betroffene Wasserversorger zu teuren Aufbereitungsmethoden greifen müssen, um das Leitungswasser eben von diesem Nitrat zu reinigen. Der Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge könnte dies die Trinkwasserkosten um 55 bis 76 Cent pro Kubikmeter erhöhen, was einer Preissteigerung von 32 bis 45 Prozent entspräche. Eine vierköpfige Familie müsste dann bis zu 134 € im Jahr mehr bezahlen.

Übrigens: Die ökologische Landwirtschaft, für die Bio-Produkte stehen, belastet das Wasser weniger mit Nitrat als die konventionelle Landwirtschaft, die vor allem wegen ihres Düngers und des Gülle-Überschusses aus der Massentierhaltung für das Nitrat im Grundwasser verantwortlich ist (BMEL, UBA). Dies sollte noch einmal verständlich machen, dass man Bio-Produkte nicht nur kauft, weil sie weniger Schadstoffe enthalten, sondern auch, weil ihre ökologische Produktionen umweltfreundlicher ist – und damit für alle gesünder.

Giftstoffe durch hauseigene Rohrleitungen

Leitungswasser zu trinken kann trotz verschiedener Probleme bedenkenlos empfohlen werden – und das in ganz Deutschland.

Allerdings gibt es Ausnahmen: So treten einige Schadstoffe auch aus den hauseigenen Rohrleitungen aus, und das ist dann meist nicht mehr gesund. Kritisch für unsere Gesundheit sind vor allem Blei, Kupfer, Nickel und Cadmium. Bleirohre sind heute zwar selten, in Altbauten aber noch anzutreffen. Es gibt auch Vorfälle mit Legionellen, die aber weniger das Trinkwasser betreffen als die Dusche.

Wer mit Sicherheit wissen möchte, ob sich Schadstoffe in seinem Leitungswasser befinden, wendet sich am besten an das Gesundheitsamt. Dort erfährt man die Kontaktdaten von Trinkwasserlaboren in der Nähe und kann dann eine Wasserprobe einsenden. Werden tatsächlich Schadstoffe im Leitungswasser festgestellt, sollte man schnellstmöglich selbst seine Leitungen auswechseln oder den Vermieter kontaktieren. Dieser ist dann nämlich verpflichtet, die Leitungen auszutauschen.

Leitungswasser testen kann man auch selbst, Wassertests gibts zum Beispiel auf wassertest-online.de**.

Rost und Kalk im Trinkwasser

Ein hoher Eisengehalt im Wasser („Rost“) ist nicht schädlich für unsere Gesundheit. Das Wasser schmeckt lediglich sehr unangenehm und ist durch die rötliche Verfärbung nicht schön anzuschauen. Am besten lässt man den Wasserhahn so lange laufen, bis die Verfärbungen verschwinden – natürlich mit kaltem Wasser. Danach ist das Wasser auch geschmacklich wieder einwandfrei.

Auch Kalk im Wasser ist nicht schädlich: Kalzium ist ein wichtiger Mineralstoff für unseren Körper und auch in vielen Mineralwässern enthalten. Nur für Wasserkocher, Kaffeemaschinen und ähnliche Geräte ist Kalk ungünstig, weil verkalkte Geräte mehr Strom verbrauchen. Um Energie zu sparen, sollte man deshalb Küchengeräte regelmäßig mit Zitronensäure entkalken. Diese hilft auch gegen Kalkablagerungen an Armaturen und sonstigen Oberflächen (siehe auch: Entkalken mit Citronensäure).

Lieber Flaschenwasser trinken?

Leitungswasser kann also Schadstoffe aus verschiedenen Quellen enthalten, trotzdem bleibt es als Durstlöscher die erste Wahl. Und wer denkt, mit Mineralwasser besser dran zu sein – sowohl aufgrund geringerer Schadstoffe als auch gesünderer Inhaltsstoffe –, liegt leider falsch.

Leitungswasser trinken – oder Flaschenwasser? Was ist gesund?
Flaschenwasser gesünder und besser als Leitungswasser? Keineswegs! (Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com)

„Mineralwässer“ enthalten trotz ihres Namens nicht unbedingt mehr Mineralien als Leitungswasser, sie sind nicht automatisch gesund. Wie beim Trinkwasser ist der Mineralstoffgehalt der Wässer von der Region abhängig, aus der sie stammen. Noch kurioser: Seit 1980 muss nicht mal mehr eine Mindestmenge an Mineralien darin enthalten sein. Und das ist auch so: Die Stiftung Warentest untersuchte 2013 natürliches Mineralwasser: Dabei schnitten rund die Hälfte aller Classic-Wasser und sogar zwei Drittel aller stillen Wässer als „mineralstoffarm“ ab. Wer Mineralien für die Gesundheit trinken will, ist als mit Leitungswasser besser beraten.

Außerdem können auch Mineralwässer Schadstoffe enthalten. „Die wesentlichen Verunreinigungen, die man in manchen Mineralwässern finden kann, sind Pestizidmetaboliten – Abbauprodukte von Pestiziden – und Uran“, erklärt Jürgen Steinert. Uran kommt in manchen Gegenden natürlicherweise im Gestein vor. Wird an solchen Stellen Mineralwasser gefördert, kann sich das Uran herauslösen und landet dann in unserem Getränk.

Mineralwasser in Flaschen: im Vergleich bedenklich

Kurioserweise dürfen selbst edelste Designer-Wässerchen mit Gesund-Werbeversprechen (lies dazu auch: 6 Wasser, die dem gesunden Menschenverstand wehtun) mehr Schadstoffe enthalten als einfaches Wasser aus der Leitung, weil die Vorgaben der Mineral- und Tafelwasserverordnung nicht so streng sind wie die der Trinkwasserverordnung.

Schlimmer noch: Bei Wasser in Plastikflaschen besteht der Verdacht, dass Stoffe wie hormonell wirksame Chemikalien aus den Flaschen ins Wasser übergehen können (Studie). Ob und ab welcher Menge das gesundheitsschädlich ist, darüber wird wie üblich gestritten.

Klar ist aber: Wenn wir Leitungswasser trinken, haben wir das Problem mit Plastik-Chemikalien einfach nicht. Und Flaschenwasser ist auch allein aus Nachhaltigkeitsgründen klar abzulehnen: Meist werden die Flaschen über Hunderte von Kilometern transportiert und hinterlassen so einen massiven CO2-Fußabdruck.

Ein immenses Problem sind auch die Plastikflaschen selbst. Der Großteil von ihnen sind Pfandflaschen und recyclebar, das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie auch wiederverwendet werden! Rund 70% aller Pfandflaschen sind nämlich Einweg-Flaschen. Sie werden entweder mit einem energetisch hohen Aufwand im Ausland zum Beispiel zu Fleece-Stoffen recycelt oder sie landen einfach im Müll oder werden achtlos weggeworfen. (Siehe auch: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür?)

Trinkwasser in Plastik macht Müll, für die Natur ist das nicht gesund
Trinkwasser in Plastik macht Müll, für die Natur ist das nicht gesund (Foto: Utopia)

In Deutschland Leitungswasser trinken? Ja!

Als Fazit lässt sich sagen: Unserer Gesundheit schaden wir nicht, wenn wir Leitungswasser trinken. Flaschenwasser ist im Vergleich teurer für uns, schädlicher für die Umwelt – und daher überflüssig.

Leitungswasser testen: Wassertest

Wer wegen der Gesundheit Bedenken hat und es genau wissen will, kann für relativ wenig Geld eine zielgerichtete Überprüfung veranlassen und sein Leitungswasser selbst testen:

  • Verschiedene Wassertests gibts zum Beispiel auf wassertest-online.de**.
  • Auch im normalen Onlinehandel gibts solche Wassertests, zum Beispiel auf Amazon**.

Mehr Leitungswasser trinken – 5 Tipps:

  1. Besorge dir für die heimische Küche einfache Glaskaraffen und gewöhne dir Wasser aus der Leitung an.
  2. Wer Sprudelwasser liebt, kann sich einen Wassersprudler besorgen – so kann man prickelndes Leitungswasser trinken.
  3. Fürs Büro und Unterwegs verwende einfach BPA-freie Trinkflaschen, die es in verschiedenen Ausführungen gibt (leicht und robust zum Beispiel Edelstahl-Trinkflaschen).
  4. Sage im Restaurant, dass du Leitungswasser trinken willst – und weise bei Problemen darauf hin, dass du es auch bezahlen wirst. Projekte wie „Atip:tap“ oder „Feinstes!“ unterstützen, dass Restaurants Wasser aus dem Hahn ausschenken.
  5. Mit der Trinkwasser-App trinkwasser-unterwegs.de des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) findet jeder Nutzer auf Knopfdruck den nächstliegenden Trinkwasserbrunnen. Mehr grüne Apps hier.

Weiterlesen auf Utopia.de:

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(78) Kommentare

  1. Moin!
    Also: Es gibt keine Trinkwasserverordnung, es gibt nach wir vor keine Definition von Trinkwasser. Damit hat ein guter Freund vor Gericht ein milliardenschweres Stauseeprojekt gekippt, das ist „amtlich“. Geprüft wird nach Seuchenschutzverordnung die über 100 Jahre alt ist. Die 3 gefährlichsten Schadstoffgruppen (Dioxine, Östrogene, Emulgatoren) werden nicht erfaßt. Alle Wässer der Erde, bis mindestens 1000m Tiefe, sind weltweit grundlegend vergiftet. Dennoch ist das Leitungswasser hier das Beste, was wir bekommen können, wie richtigerweise im Artikel erwähnt wird. Ausdrücklich abraten möchte ich von Mineralwässern, denn neben der noch mangelhafteren Überprüfung wird da auch noch mit Stickstoff zB. der Sauerstoff ausgetrieben zur Haltbarmachung. Dadurch werden diese Wässer zu Sauerstoffräubern. Außerdem sind auch Glasflaschen zum Schutz vor Bruch innen gewachst, was viele nicht wissen. Ich möchte hier mal den Wasserwerkern danken, die eben tun, was sie können und das ist viel. Um unser Wasser wirklich zu reinigen, bedarf es eines Gesinnungswechsels der Menschen. Waschmaschinen beispielsweise gehen einfach nicht, diese Abwässer sind unglaublich aufwändig nur zu reinigen. Außerdem müßte der Wasserpreis um ein Mehrfaches steigen, dann ist es technisch möglich, wenigstens die Wirksamkeit der oben erwähnten Stoffgruppen im „hygienisierten Brauchwasser“ unserer Leitungssysteme unschädlich zu machen.

    • Die Aussage, dass es keine Trinkwasserverordnung gibt ist schlichtweg falsch! Es gibt seit 2001 die ‚Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)‘, die zuletzt 2013 novelliert wurde (Link zum Text der Verordnung auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz: http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html#BJNR095910001BJNG000202377). Im Anhang finden sich die zu untersuchenden Substanzen und ihre Grenzwerte. Legionellen sind dort auch aufgeführt.
      Warum verbreitet Sie hier falsche Informationen und suggerieren auch noch, dass diese Informationen durch ein Gericht festgestellt wurden? Entweder Ihr Freund hat Ihnen einen mächtigen Bären aufgebunden oder sie verbreiten wissentlich die Unwahrheit.
      Liebe Utopia Redaktion, wenn ihr die Kommentare schon redigiert, dann solltet ihr solche offensichtlich falschen und nur der Verunsicherung dienenden Kommentare auch löschen!

    • Wasser ist chemisch H2O. Das braucht jedes Lebewesen. Ob da geringste Mengen von Sauerstoff gelöst sind, ist vollkommen irrelevant. Haben sie ein Vakuum im Magen? Nein? Dann erübrigt sich wohl eine weitere Diskussion über solchen Unsinn.

      Glasflaschen werden nicht gewachst. Wurden sie auch nie. Zumal das als Vorbeugung gegen Bruch absolut untauglich ist. Wer um alles in der Welt erzählt ihnen solch ein Schwachsinn? Und bevor sie das auch nich weiterverbreiten, informieren sie sich!

      Und ja, es gibt eine Trinkwasserverordnung. Auch hier: Informieren sie sich und wechseln Sie um Himmels Willen ihre bisherigen „Informationsquellen“.

  2. Leitungswasser ist gut, gefiltertes Leitungswasser ist besser. Wir haben seit Jahren einen festen Aktivkohlefilter. Der kostet neben den Anschaffungskosten von einmalig 150-250 Euro für den Behälter und den Hahn 40 Euro, hält ein halbes Jahr und filtert über 99% der Schadstoffe (Medikamentenrückstände, Pestizide etc.) heraus. Ein Osmosefilter wurde uns auch angeboten, aber das war geschmacklich nichts für mich, kostet einiges mehr und spült 2 Liter ins Abwasser, um einen Liter Trinkwasser zu gewinnen. Nachteil des Aktivkohlefilters ist, dass das Trinkwasser langsamer läuft, weil er so feinporig ist (je nach Druck 2-4 Liter je Minute), aber so viel Zeit muss sein. Würden die Wasserwerke so aufwendig filtern, wäre Leitungswasser viel teurer. Am besten informieren bei Wasserläden oder Herstellern von Aktivkohlefiltern. Ich halte das für eine gute Sache (z.B. auch sinnvoll in Kitas!), und nein, ich werde nicht von den Herstellern dafür bezahlt.

    • Wasserfilter sind erhebliche Keimschleudern, das selbe wie Kaffeevollautomaten, unmöglich die zu reinigen. Es gibt Studien zu diesen Wasserfiltern.
      Wenn eine Kita solche Filter insrallieren sollte gehört sie verklagt und so lange geschlossen bis es entfernt wurde. Nur weil Werbeaussagen so toll klingen, muss man nicht auf den Nepp mit Filtern reinfallen. 99% ist auch noch eine Angabe, die von keinem Filter der Welt heraus zu filtern geht.

  3. Sehr geehrte Damen und Herren, ihr Bericht hinkt extrem den Begebenheiten hinterher.
    Besonders in der Sache Hausinstallationen und Legionellen, sowie allgemeiner Keimbelastung.
    Warstein hat dies eindrucksvoll bewiesen und entsprechend hat der §16 der Trinkwasserverordnung geändert. Somit sollten und „müssen“ Trinkwasseranlagen in privaten, sowie gewerblich genutzten Objekten entsprechend beprobt werden. Die Zahl der Lungenentzündungen durch Legionellen ist im Schnitt der letzten 20 Jahre bei rund 10.000 (Dunkelziffer sicher höher). Davon verlaufen die Erkrankungen im Schnitt mit 4.500 Menschen tödlich. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht diesem professionelle entgegen zu wirken. Gern können Sie mit uns dazu ein Interview führen und informieren Sie sich unter [LINK ENTFERNT V. UTOPIA-TEAM]. Hier steht die Wahrheit….!!!!

    PS: Aktivkohlefilter sind gut, allerdings haben diese ihre Probleme die entsprechenden Keime heraus zu filtern!!

    • „Danke“für die Schleichwerbung. Die Letalität bei einer Legionelleninfektion beträgt übrigens keineswegs 45 %, wie von ihnen hier behauptet. Aber es dient ja ihrem Geschäft, dann ist Schwachsinnverbreiten ja wahrscheinlich erlaubt.

    • „Somit sollten und „müssen“ Trinkwasseranlagen in privaten, sowie gewerblich genutzten Objekten entsprechend beprobt werden“
      Werden sie ja auch…alles bestens.
      Es ist absolut nicht OK, aus eigenem Geschäftsinteresse Angst vor Legionellen aus Trinkwasser zu verbreiten.
      Danke für’s Löschen solcher Links.

  4. Da hier mehrmals von Filtern die Rede war: Ich habe den Filter einer damals gängigen Marke vor Gebrauch gewogen, ihn etwa 2 Monate benutzt, dann getrocknet und stellte fest, dass er etwas weniger wog als vorher. Was genau dieser Filter mit dem Wasser macht, blieb mir ein Rätsel. Ich bleibe beim Leitungwasser.
    Dann jetzt vor ein paar Tagen diese Meldung, als ich gerade mit Freunden über „Flaschenwasser“ diskutierte, warf sie jemand in die Runde: Da sei ein Läufer nach dem Triathlon umgekippt und gestorben, weil er (zuviel) Leitungswasser getrunken hatte.
    http://www.derwesten.de/sport/sportmix/zu-viel-leitungswasser-getrunken-laeufer-gestorben-id10863848.html

    „TOD DURCH LEITUNGSWASSER“

    • Das passiert bei Extremsportlern immer mal wieder. Obwohl gerade die es besser wissen sollten. Aber hier ist die Ursache nicht Leitungs- oder Flaschenwasser. Jedes Getränk tötet einen, wenn man innerhalb zu kurzer Zeit zuviel davon trinkt.

      Der Körper muss ein hochkomplexes Gleichgewicht verschiedener Elektrolyt (Salze) aufrechterhalten. Flüssigkeit senkt den Spiegel dieser Salze im Blut. Der Kärger gleicht das schnell aus. Aber eben nicht unbegrenzt schnell.

      Ein zuviel an Flüssigkeit senkt den Natriumspiegel gefährlich ab. Durch den osmotischen Druck kommt es dann zu einem Gehirnödem, was lebensgefährlich und oft tödlich ist.

      Die Menge macht das Gift – bei allem.

  5. Das Leitungswasser nicht gut sei wird von den Filterherstellern in die Welt gesesetzt. Dem Verbraucher Angst machen und dann die Große Kohle verdienen. Lasst euch nicht verarschen und trinkt aus der Leitung!

  6. Wenn Aktivkohlefilter Medikamentenreste usw. herausfiltern, ist es dann nicht wahrscheinlich, dass die im Wasser enthaltenen Mineralien auch mit herausgefiltert werden?

    • Hi Alena,
      Aktivkohlefilter filtern nur bestimmte Stoffgruppen heraus, die sogenannte polare Gruppen enthalten oder zumindest polarisierbar sind. Dazu gehören fast alle organischen Schadstoffe, wie Pestizide oder Dioxine.
      Mineralien (Na, K, Mg, Ca,…) sind gelöste Salze und können den Aktivkohlefilter ungehindert passieren. Um sie heraus zu filtern müsste man einen Ionenaustauscher verwenden.

      Das angesprochene Nitrat (eingetragen durch Überdüngung und Massentierhaltung) wird von einem Aktivkohlefilter nicht zurückgehalten. Die Wasserversorger haben dies aber im Blick und ich meine größtenteils auch im Griff, weil sie direkt mit den Landwirten in Kontakt stehen und den Eintrag an der Quelle reduzieren.

  7. Hallo, vielen Dank für diesen tollen Artikel. Eine Frage beschäftigt mich aber doch; wie kann ich zB sicher sein, dass im Restaurant das Wasser ohne Schadstoffe ist? Da werden die Rohre ja auch nur bis zum eigenen Anschluss vom Restaurant gelegt und ab da sind die selbst verantwortlich. Oder auch im Büro. Würd gern mehr Leitungswasser trinken (statt Wasser in Glasflaschen), traue (bisher) aber nur bestimmten Hausanschlüssen… Würde mich freuen, wenn Ihr mir diesen Vorbehalt noch nehmen könntet. Danke!

    • Hi Christina,
      die Trinkwasserüberprüfung endet nicht am Hausanschluss, sondern die Probe wird direkt am Wasserhahn entnommen. Die Hausinstallation wird also mit überprüft.
      Dass für die Hausinstallation dann das Restaurant selbst verantwortlich ist stimmt, es dürfte aber nichts ausschenken, wenn die Trinkwasserüberprüfung noch nicht durchgeführt wurde, oder es Grenzwertüberschreitungen gegeben hat.
      Öffentliche Gebäude oder Büros sind zudem Verpflichtet regelmäßig das Trinkwasser und damit ihre Hausinstallation überprüfen zu lassen, weshalb man dort eigentlich noch sicherer ist, als bspw. beim Einfamilienhaus des Nachbarn.

    • Hmm…die Frage welches Wasser Dein Hund dann trinkt.
      Meine Katze trinkt das Leitungswasser, trinkt aber auch sehr gerne das Wasser, daß wir draußen hinstellen für Vögel und Igel.
      Und d a s würde ich sicher nicht trinken wollen…das ist sehr belebt. 😉
      Ich habe gelesen, daß Tiere oft kein Leitungswasser trinken, weil es ihnen zu sauber ist.
      Je dreckiger Leitungswasser, desto reicher an Mineralien, vielleicht auch Vitaminen (siehe Diskussion über B12 auf ungewaschenem Gemüse).
      Nur daß unser Darm für derart verdrecktes Wasser einfach nicht mehr ausgelegt ist.

    • Jo, ich bin schon längst der Meinung, dass Hunde uns intellektuell und argumentativ überlegen sind. Daher ernähre ich mich auch von Hundefutter. 😉

  8. Was die Leute, die sich mit für teures Geld gekauftem Wasser abschleppen, nicht begreifen:
    Das ist nichts anderes als Leitungswasser, das die Firmen bei irgendwelchen Stadtwerken billig einkaufen.

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