„Lupinenmilch“: diesen regionalen Milchersatz kennen noch wenige

lupinenmilch
Foto: multik79, nuttapongg / stock.adobe.com; Colourbox.de / Natalia-Mylova

Pflanzlicher Milchersatz liegt im Trend, nur die „Lupinenmilch“ kennt noch kaum einer – dabei wäre sie es wert. 

Süßlupinen sind alte Kulturpflanzen, die im Mittelmeerraum früher als pflanzliche Eiweißlieferanten für Mensch und Tier angebaut wurden. Die Samen der Leguminosen (Hülsenfrüchte) enthalten sehr viele essentielle Aminosäuren, was das Protein der Süßlupinen besonders wertvoll macht.

Doch Lupinenmilch als Milchersatz und andere Lupinen-Produkte sind noch kaum im Handel zu finden. Schwer nachvollziehbar, sind Süßlupinen doch die unbekannte heimische Konkurrenz zu Soja – und haben diesem einiges voraus.

  1. Was ist Lupinenmilch?
  2. Ist ein Lupinendrink gesund?
  3. Lupinendrinks kaufen
  4. Lupinenmilch selber machen – so gehts

Was genau ist eigentlich Lupinenmilch?

Da Lupinen Hülsenfrüchte sind, werden für die Lupinenmilch die runden, an Erbsen erinnernden Samen der blau blühenden Lupine geerntet und getrocknet. Für die Produktion des Lupinen-Getränks werden die Samen acht Stunden lang in Wasser eingeweicht und dann fein vermahlen, sodass ein flüssiger Brei, die Lupinen-Maische, entsteht. Dieser Brei wird dann ausgepresst.

Die entstandene Flüssigkeit ist die proteinreiche Lupinenmilch. Der Milchersatz wird anschließend entweder fermentiert oder aromatisiert, kann aber auch zu Lupinentofu oder anderen Lupinen-Produkten weiterverarbeitet werden.

Übrigens: Streng genommen darf laut EU-Gesetzgebung gar nicht von „Lupinenmilch“ die Rede sein, ist die Bezeichnung „Milch“ doch für tierische Milch von Kuh, Schaf, Ziege oder Pferd reserviert. Wir verwenden den Begriff in diesem Artikel so, wie ihn die meisten Konsumenten im allgemeinen Sprachgebrauch nutzen. Im Handel ist der Milchersatz als „Lupinendrink“ oder „Lupinengetränk“ erhältlich.

Ist Lupinenmilch gesund?

Lupinen-Samen enthalten über 40 Prozent Eiweiß, mehr als Sojabohnen. Und dieses enthält alle essentiellen Aminosäuren, die durch den sehr schonenden Verarbeitungsprozess auch in der Lupinenmilch erhalten bleiben.

Die Milch-Alternative aus Lupinen ist damit eine der hochwertigsten Eiweißquellen bei veganer Ernährung. Ebenfalls ideal geeignet ist sie für Allergiker, da sie weder Gluten, noch Laktose, Milcheiweiß oder Sojaproteine enthält. Und ebenfalls als einziger Eiweißlieferant enthält sie wenig Purin. Damit eignen sich Lupinen auch gut für Menschen, die zum Beispiel an Gicht leiden.

In den Samen stecken darüber hinaus Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen, die auch in der Lupinenmilch noch vorhanden sind.

Lupinenmilch: klarer Sieger in Sachen Nachhaltigkeit

Lupinen sind als alte europäische Kulturpflanzen an unser Klima hervorragend angepasst, haben wenig Ansprüche an den Boden und benötigen kaum Dünger sowie wenig Wasser. Die Hülsenfrüchte sind, anders als der große Konkurrent Soja, derzeit garantiert gentechnikfrei. Durch den in Deutschland möglichen Anbau in unmittelbarer Nähe der Verarbeitungsstellen fallen im Idealfall auch kaum Transportwege an, das ist gut für den Klimaschutz.

Der Verarbeitungsprozess der Lupinenmilch ist ebenfalls vergleichsweise umweltverträglich. Das Verfahren zur Herstellung des Lupinen-Proteins als Basis für Lupinenmilch wurde vom Fraunhofer Institut weiterentwickelt und verbessert. Dafür erhielt das Institut 2014 den deutschen Innovationspreis. Die Milch-Alternative überzeugt damit in puncto Nachhaltigkeit auf ganzer Linie.

Lupinenmilch kaufen, aber wo?

Lupinenmilch Lupinendrink Made With Luve
Lupinen Drink von Hersteller Made with Luve (Foto © Prolupin / Made with Luve)

Wer nun frohen Mutes loszieht, um sich mit heimischer Lupinenmilch den idealen Milchersatz zu kaufen, wird enttäuscht feststellen, dass Lupinendrinks im Handel noch kaum verfügbar sind.

Doch die Situation verbessert sich langsam:

  • Von Prolupin, einem Fraunhofer-Spin-Off, gibt es den Made With Luve Lupinendrink. Die Lupinen kommen hier nach Herstellerangaben aus heimischem Anbau. Bio ist der Lupinendrink allerdings nicht. Zu haben in 1-Liter-Getränkekartons. Gibt es in den Geschmacksrichtungen Natur und Schoko.
  • Veggie-Veteran Tofutown bietet unter seiner Marke Soyatoo! den Lupinendrink Milli! Lupine. Der gefällt uns wegen des EU-Bio-Siegels und einer deutlich kürzeren Zutatenliste schon viel besser.
Soyatoo Milli! Lupine Süsslupinendrink
Soyatoo Milli! Lupine Süsslupinendrink (Foto © Utopia/AW)
Lupinendrink Zutaten Bio Verfügbarkeit; Preis
Soyatoo! Milli! Lupine Trinkwasser, Süßlupinensamen (10 %), Reissirup, natürlicher Vanilleextrakt, Meersalz EU-Bio-Siegel im Biohandel oder online** z. B. bei Amazon; ab ca. 3 Euro / 750 ml
Prolupin Made With Luve Lupinendrink Wasser, LUPINENZUBEREITUNG (8,0 %; Wasser, LUPINEN EIWEIß ISOLAT), Maltodextrin, Kokosfett, Zucker, Säureregulator: Kaliumphosphate; Stabilisator: Gellan Nein im Biohandel; Händler findest du hier; ab ca. 2,60 Euro / 1 l

Die Lupine begeistert dich? Hier weitere Produkte aus Lupinen:

Lupinenmilch selber machen – so geht’s

Lupinenmilch lässt sich glücklicherweise sehr leicht selber herstellen. Hier das Rezept:

  1. Weiche die Lupinen-Samen am besten über Nacht in kaltem Wasser ein.
  2. Um die Lupinen besser verarbeiten zu können, solltest du die Masse anschließend kurz aufkochen und dann nochmals ein paar Stunden ziehen lassen.
  3. Püriere die gelbliche, flüssige Masse mit einem Mixer fein und filtere sie durch ein Tuch oder feines Sieb.
  4. Die so entstandene Milch-Alternative kann je nach Wunsch zum Beispiel noch mit Früchten, Vanilleextrakt oder anderen Gewürzen verfeinert werden.

Wenn es einmal schneller gehen soll, kann statt der Samen auch Lupinenmehl mit Wasser vermischt und aufgekocht werden. Kurz ziehen lassen und filtern, fertig. Allerdings ist der Geschmack hier nicht so vollmundig wie bei der zeitaufwendigeren Variante.

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