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Die 12 größten To-go-Sünden

To-go-Sünden, Kokosnusswasser, Kartoffelbrei, Gurke
Foto: Utopia/vs

Schnell auf die Hand, ausgepackt, in den Mund gesteckt – und übrig bleibt jede Menge Verpackung. Wir haben uns im Handel für euch umgeschaut, viele absurde To-go-Sünden gefunden und bessere Alternativen ausfindig gemacht.

Wenn man durch die Regalreihen der Supermärkte schlendert, fällt eines auf: Es gibt immer mehr Produkte „to go“. Haben wir alle keine Zeit mehr oder wie erklärt sich die Beliebtheit der aufwendig verpackten Lebensmittel?

„Die zunehmende Berufstätigkeit und Mobilität haben dazu geführt, dass mehr Geld in die Gastronomie fließt. Zudem sind die Produkte im Außer-Haus-Markt verstärkt „to go“ verfügbar“, stellt auch das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) fest und erklärt:

„Da viele Menschen wenig Zeit haben (oder dies zumindest glauben), stehen im Einzelhandel schnell zubereitete […] Mahlzeiten hoch im Kurs.“

Also ist der Zeitmangel schuld. Mit den Ready-to-go-Produkten kaufen wir jedoch in der Regel jede Menge Verpackungsmüll hinzu. Die kleinen Portionen sind außerdem oft deutlich teurer als größere Verpackungen. Ein lukratives Geschäft für die Hersteller, ein weniger gutes für uns – und vor allem nicht für die Umwelt.

Wir sind durch Supermarkt, Biomarkt und Discounter gestreift und haben die größten To-go-Sünden gesucht – und gefunden.

1. Der Klassiker: Salat im Plastikbett

Über den Salat to go haben wir schon oft gesprochen, in einem Unboxing-Video haben wir ihn in Szene gesetzt. Gegen Salat ist natürlich an sich nichts einzuwenden, gegen den Plastikberg, den man mit dazu kauft, hingegen schon. Denn nicht nur eine Plastikschale bekommt man, sondern auch eine Plastikgabel, eine extra Schale für Käse und Co und das Dressing gibt es ebenfalls in einer extra Plastikschale. Dann doch besser den Salat zu Hause vorbereiten – zum Beispiel im Schraubglas.

To-go-Sünden Plastiksalat
Fast mehr Verpackung als Salat (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 2,99 Euro (260 g)

Das sagt unsere Umwelt: Das ist ja mehr Plastik als Salat!

2. Echt teuer: Obst to go

Obst ist – genau wie Salat – ein perfekter Snack: gesund und lecker. Kein Wunder, dass es sehr beliebt ist und man in den To-go-Bereichen eine bunte Auswahl an vorgeschnippeltem Obst findet. An die Plastikschale haben wir uns im Laufe der Markt-Recherche zwar schon fast gewöhnt, der Preisunterschied hat dann doch überrascht: 2,15 Euro kosten knapp 600 g der klein geschnittenen Melone im Becher – 61 Cent hingegen die Melone im Viertel (fast 900 g).

Wer selber schnippelt, kommt also nicht nur mit weniger Müll weg, sondern auch mit mehr Geld im Portemonnaie. (Nicht nur dafür lohnt sich übrigens die Anschaffung eines guten Taschenmessers.)

To-go-Sünden, Wassermelone
Das große Stück Melone ist zwar immer noch in Klarsichtfolie verpackt, dafür aber viel weniger Plastik – und deutlich günstiger. (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: viel zu teuer

Das sagt unsere Umwelt: Melone to go?!

3. Kokosnusswasser: natürlich to go

Wir staunten nicht schlecht, als wir dieses „Coconut Water to go“ im Biomarkt an der Kasse entdeckten. „Mischen, schütteln, genießen“ steht auf der Verpackung: Pulver in Wasser auflösen und fertig ist dein Kokosnusswasser.

In einem anderen Artikel haben wir bereits gezeigt, warum Kokoswasser ein ziemlich überflüssiges Wellness-Produkt ist. Und jetzt auch noch als Pulver zum selber Anrühren?! Dann doch lieber eine regionale Apfelschorle oder Holunderblüten-Limo.

To-go-Sünden, Kokosnusswasser
Absurdes Produkt: Kokosnusswasser to go (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 0,99 Euro (5 g)

Das sagt unsere Umwelt: Nicht dein Ernst.

4. Fleisch im Beutel: Beef Jerky

Was früher die Bifi war, ist heute das Beef Jerky: abgepacktes Fleisch to go. Der Inhalt des „Fleisch-Snacks“ ist dabei ziemlich enttäuschend: Nur die Hälfte der Plastikverpackung ist gefüllt. Und wir finden: Ausgerechnet Fleisch nebenbei zu snacken zeugt von sehr wenig Wertschätzung gegenüber einem so aufwendig erzeugten Produkt.

Für alle Fleischesser: Besser nicht nebenbei ein paar Fleischbrocken snacken, sondern seltener und dafür bewusster ein Stück Bio-Fleisch genießen – oder es mal mit vegetarisch probieren, wir haben viele Tipps zusammengestellt.

To-go-Sünden, Beef Jerkey
Gibt es auch to go: Dörrfleisch (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 1,99 Euro (25 g)

Das sagt unsere Umwelt: Es gibt wirklich alles to go.

5. Coffee to go: die gekühlte Variante

Es gibt zweierlei Arten Coffee to go – die eine kennen wir, wenn wir unterwegs einen Kaffee holen und uns der Barista den Cappuccino in einen Pappbecher mit Plastikdeckel füllt. Die zweite Art finden wir im Kühlregal der Supermärkte: gekühltes Zuckerwasser, ähm, Iced Coffee natürlich. Hier gibt es für den Koffein-durstigen Käufer nicht nur Pappbecher und Plastikdeckel, sondern auch noch eine Alu-Abziehlasche obendrauf.

Wer sich dann noch die Zutatenliste des vermeintlichen Kaffees mal genauer anschaut, möchte vielleicht doch lieber selbst die French Press bemühen: Ganze 0,8 % Kaffee-Extrakt stecken im gekühlten Kaffee to go, der Rest ist Milch und Zucker.

Besser: Slow Coffee mit dem Espressokocher oder der French Press – und nicht vergessen, zurückzulehnen und den Kaffee in Ruhe zu genießen.

To-go-Sünden, Coffee
Kaum Kaffee, dafür viel Zucker – und Verpackung (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 0,59 Euro (230 ml)

Das sagt unsere Umwelt: Das nennst du Kaffee?

6. Alkohol to go: Hugo in der Dose

Wir haben ja alle kaum noch Zeit, wie anfangs festgestellt. Wie passend also, dass es auch den Sekt in der To-go-Variante gibt. Die Alu-Dose ist zudem so klein, dass man nicht teilen muss, wie sonst in geselliger Sektrunde mit der großen Flasche. Die Dose kostet dann natürlich auch mehr. Besser: Alkohol wenn dann bewusst genießen und statt Drinks in Alu zu kaufen, Glasflaschen bevorzugen.

To-go-Sünden, Hugo to go
Alkohol-to-go (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 0,99 Euro (200 ml)

Das sagt unsere Umwelt: I don’t like Alu-Dosen.

7. Müsli to go

Müsli to go ist der vielleicht größte Erfolg im To-go-Bereich – aus Herstellersicht. Schließlich kann man hier mit wenig Müsli (und viel Verpackung) gutes Geld machen. Wer genau vergleicht, der sieht, dass die kleinen Becher mit teils nur 85 g Füllmenge im Verhältnis deutlich teurer sind als Müslis in größeren Packungen.

Wie bei allen To-go-Produkten gilt auch hier: Sie werden in kürzester Zeit konsumiert und übrig bleibt viel unnötiger Müll. Dann doch lieber die Großpackung kaufen und ein eigenes Müsli to go deutlich günstiger vorbereiten. In einem anderen Beitrag zeigen wir, wie Müsli to go im wiederverwendbaren Becher gelingt.

To-go-Sünden Müsli

Preis im Laden: 1,85 Euro (85 g)

Das sagt unsere Umwelt: Schön blöd, wer so viel Geld für so wenig Müsli ausgibt.

8. Quetschies: Obstbrei in der Plastiktüte

Plastikbeutel in die Kinderhand, aufgedreht und schon können die Kleinen am Obstbeutel nuckeln – Quetschies (also Fruchtpüree im Plastikbeutel) sind beliebt und dementsprechend oft findet man sie im Handel. Leider verursacht diese Beliebtheit jede Menge Plastikmüll. Mehr dazu: Obstbrei in Tüten: Pestizide, zu viel Zucker und gefährliche Verpackungen

Wir haben den Quetschie ausgequetscht: Ein halbvolles kleines Glas füllt der Inhalt der Plastikbeutel. Die Quetschies kosten zudem viel mehr als Obstbrei aus dem Glas oder eben frisches Obst. Besser: Dem Kind ein Stück Apfel oder Gurke in die Hand geben. Lässt sich übrigens auch mitnehmen.

To-go-Sünden, Quetschie
Viel Plastik für ganz schön wenig Obstmus (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 0,90 Euro (100 g)

Das sagt unsere Umwelt: Eine der dümmsten Erfindungen seit 1990.

9. Snack-Gurken: natürlich in Plastik

Es scheint, als würden wir den ganzen Tag snacken wollen – warum sonst gibt es so viele Snack-Produkte? Wie passend, dass es nun auch die gute alte Gurke im Snack-Format und dem handlichen Plastikschälchen gibt. Scherz beiseite: Besser eine ganze (unverpackte) Bio-Gurke kaufen und einfach reinbeißen. Ist auch ohne Plastiksarg ein Snack.

To-go-Sünden, Snack Gurke
„Snack-Gurken“ im Plastikbett (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 1,69 Euro (200 g)

Das sagt unsere Umwelt: siehe Punkt 4

10. Apfel-Chips: doppelt so viel Tüte wie Inhalt

Es gibt Äpfel und es gibt Äpfel. Erstere gibt es im Stück, zum richtig Reinbeißen und ohne Verpackung. Die anderen Äpfel gibt es getrocknet und in der großen Plastiktüte. „Inhalt entspricht ca. 4 Äpfeln“, steht auf der Verpackung. Wow. Leider ist nur knapp die Hälfte der Plastiktüte mit getrockneten Äpfeln gefüllt.

Dann doch lieber einen ganzen unverpackten Apfel snacken – da bleibt nur das Kerngehäuse als Abfall übrig. Und das kann auch noch in den Bio-Müll.

To-go-Sünden, Apfelchips
Dann lieber einen frischen Apfel ohne Tüte (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 1,29 Euro (40 g)

Das sagt unsere Umwelt: Ihr verpackt echt alles in Plastik!

11. Kartoffelbrei – und jede Menge Müll

Fast vom Müsli to go aus unserer Wahrnehmung verdrängt, aber unvergessen: Kartoffelbreipulver im Plastikbecher. „Fertig in 3 Minuten“ steht auf der Verpackung. Wer jetzt puren Kartoffelgenuss in Windeseile erwartet (genügend Platz gibt es für heißes Wasser), der liegt falsch: Neben 51 % Kartoffeln enthält der Brei to go Palmfett, Milcheiweiß, Weizenmehl und allerlei weitere spannende Zutaten. Über den großen Plastikbecher brauchen wir nicht mehr zu sprechen. Besser: Kartoffelbrei selber machen (ist wirklich nicht schwer) und in ein Schraubglas abfüllen. Fertig ist dein Kartoffelbrei to go.

To-go-Sünden, Kartoffelbrei
Ein Klassiker im To-go-Bereich: Kartoffelbreipulver im Becher (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: 1,19 Euro (56 g)

Das sagt unsere Umwelt: Müsli to go, Kartoffelbrei to go, was kommt als Nächstes?

12. Brot to go: Die Verpackung ärgert

Ziemlich ärgerlich sind eigentlich alle Verpackungen, die nach sehr kurzer Benutzungsdauer im Müll landen. Daher darf auch die Verpackung für Brot, Brötchen und Co. in dieser Liste nicht fehlen. Doch wie die Backwaren stattdessen nach Hause transportieren? Im wiederverwendbaren Baumwollbeutel geht das zum Beispiel. Wir haben den Praxistest gemacht und wurden beim Bäcker damit herzlich bedient.

To-go-Sünden, Brezel
Kurz genutzt, dann landet auch diese Verpackung im Müll (Foto: Utopia/vs)

Preis im Laden: Tüte bekommt man umsonst dazu (Brezel: 0,99 Euro)

Das sagt unsere Umwelt: Die Idee mit dem eigenen Stoffbeutel find ich super.

Was sind für euch die größten To-go-Sünden? Hinterlasst einen Kommentar!

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